Frankfurter Gemeine Zeitung

Immobilienboom und Hungerlöhne – zu den Schattenseiten des Betongolds

Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Gegenveranstaltungen zur “Euro Finance Week”

19. NOV. • 20:00 – Frankfurt a.M., Galluszentrum, Krifteler Str. 55

In den europäischen Metropolen finden in den letzten Jahren ein beispielloser Bauboom, städtische Umstrukturierungen und Verdrängungsprozesse nach dem Motto “hochpreisig lohnt sich” statt. „Anhaltende Partystimmung an Deutschlands Top-Immobilienmärkten“ – die „Spitzenmieten“ sollen auch 2014 weiter zulegen – „Immobilienprofis sollten auch 2014 noch ein paar Flaschen Sekt im Kühlschrank haben“, orakelt das Top-Organ der Immobilienwirtschaft, die „Immobilienzeitung“. Skepsis schwingt dennoch mit: Platzt der Luftballon vielleicht doch eher, als die „Experten“ vorhersagen? Auf der diesjährigen Euro Finance Week ist die Entwicklung auf den Immobilienmärkten Thema von zwei Veranstaltungen – die IHK lädt zu einem Immobilienkolloquium der regionalen Immobilienakteure ein, und das „European Real Estate Forum“ stellt die Frage: „Asset class real estate: Crash or soft landing? Boom or burst?“

Gleichzeitig werden die realen Arbeitsbedingungen der Arbeiter bekannt, die die Glaspaläste und hochpreisigen Wohnungen in Frankfurt (z.B. Europa-Viertel, im Ostend – EZB-Neubau!) hochziehen: skandalträchtige Löhne der osteuropäischen Bauarbeiter (z.T. 1,29 € Stundenlohn), Open-end-Arbeitszeiten, miserable Unerkünfte für die prekär beschäftigten Menschen. Und nicht zuletzt lässt sich ein enormer Verdrängungswettbewerb in den städtischen Quartieren feststellen: Leerstand von Gewerbeimmobilien einerseits, steigende Mieten für Wohnraum andererseits. GeringverdienerInnen, Familien, Studierende können kaum noch auf erschwinglichen Wohnraum hoffen.

Viele Fragen stellen sich: Warum stürzen sich die Investoren gerade auf Anlagen in der Immobilienwirtschaft? Welche Rolle spielen öffentliche und private Akteure auf dem Wohnungsmarkt? Wie sehen die Wertschöpfungsketten in der Baubranche aus? Sind die extremen Ausbeutungsverhältnisse in der Bauindustrie Bedingung für den Bauboom? Welche Möglichkeiten gibt es, die Arbeitsverhältnisse in der Bauindustrie zum öffentlichen Thema zu machen, Grenzen zu setzen und perspektivisch reale Verbesserungen durchzusetzen? Wie steht es um die Handlungsmacht der Bauarbeiter, der Gewerkschaften? Wo ergeben sich Allianzen zwischen den Interessen von MieterInnen, BürgerInnen, Kommunen und Beschäftigten?

Es diskutieren:

·    Dr. Susanne Heeg, Professorin für Geographische Stadtforschung am Institut für Humangeographie Frankfurt a.M.

·    Dr. Bernd Belina, Professor am Institut für Humangeographie Frankfurt a.M., Schwerpunkte Politische Geographie u.a.

·    Frank Schmidt-Hullmann, IG BAU Bundesvorstand, Leiter der Abteilung Internationale und Europäische Politik

VeranstalterInnen: Blockupy-Vorbereitungskreis, No Troika Rhein-Main, Redaktion express / AFP e.V.

Weitere Informationen zu den Gegen-Veranstaltungen im Rahmen der “Euro Finance Week” und zur Vorbereitung von “Blockupy 2014″ unter:

http://notroika.org/artikel/keine-euro-finance-week-2013


20 Kommentare zu “Immobilienboom und Hungerlöhne – zu den Schattenseiten des Betongolds”

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