Frankfurter Gemeine Zeitung

Euro-Finance-Week: am 20.11 Flughafen-Rallye gegen Abschiebung

Als Teil der Gegenaktivitäten zur Euro-Finance-Week findet am kommenden Mittwoch, 20.11., eine Flughafen-Rallye gegen Ausgrenzung und Abschiebung, gegen Ausbeutung und prekäre Beschäftigung im Airport Rhein-Main statt. Als Rallye zum Mitmachen besucht die Demonstration Verantwortliche und Profiteure dieser Politik, von Bundespolizei bis zu Airlines, die Abschiebungen durchführen. Die Teilnehmenden üben in einem interaktiven Theaterstück das Verhindern von Abschiebungen, thematisieren die Arbeitsverhältnisse am Flughafen und suchen das Gespräch mit Reisenden und Beschäftigten.

Seit am 13. November in Frankfurt 22 über Lampedusa nach Deutschland geflüchtete Männer in der Gemeinda Cantate Domino Kirchenasyl erhalten haben, wird die Diskussionen über das europäische Grenzregime in der Region wieder öffentlich geführt. Die Folgen der Abschottung Europas und der fatalen europäischen Asyl-Zuständigkeitsregelungen sind nicht mehr zu übersehen. Dennoch regieren Brüssel und Berlin auf das große Unglück im Mittelmeer mit über 360 toten Bootsflüchtlingen am 3.Oktober 2013 vor Lampedusa zynisch mit einer verschärften Abschottung der europäischen Außengrenzen. Nach der Zustimmung zum Drohneneinsatz durch das europäische Grenzüberwachungssystem Eurosur wird in Kürze im EU-Parlament über eine Erweiterung des Mandats der Flüchtlingsabwehr-Agentur Frontex verhandelt. Naima Morgenstern vom Aktionsbündis gegen Abschiebungen kritisiert: “Damit soll legalisiert werden, was aus menschenrechtlicher Hinsicht völlig inakzeptabel ist: die Rückschiebungen auf dem Meer direkt nach der Rettung aus Seenot und einem „Schnellscreening“ direkt auf dem Boot. Bislang muss Frontex nach Möglichkeit die Drecksarbeit der Push-Backs z.B. den KollegInnen von der griechischen Küstenwache überlassen. Das soll mit der neuen Kompetenzerweiterung endlich vorbei sein.” Weniger in der öffentlichen Aufmerksamkeit steht die Rolle von Frontex im europäisch koordinierten Abschiebesystem. Chartermaschinen nur für Abzuschiebende sind zunehmend eine europäische Antwort auf die vielen Widerstandshandlungen in Passagierfliegern und Proteste gegen Abschiebungen.

Die Flughafen-Rallye hat daher bewusst den Frankfurter Flughafen als Ort des Protests gewählt. “Als größter deutscher Flughafen ist der Airport Rhein-Main nicht allein Tor zur Welt und damit Teil der globalen Ausbeutungsstruktur. In diesem zentralen Knotenpunkt des europäischen Krisen- und Abschieberegimes begegnen uns täglich rassistische Kontrollen und Internierung, Abschiebung und Ausgrenzung”, begründet Inga van Appeldorn die Entscheidung. Die Vertreterin von noborderffm erläutert, die Verbindung der Themen: “Das Hauptverkehrskreuz der “Global City Frankfurt” ist ein mächtiger regionaler Zurichtungsfaktor, sein Lärmteppich überzieht das gesamte Umland und er funktioniert in kapitalistischer Logik mit einer Vielzahl prekärer Arbeitsbedingungen. Mit der Fluhafen-Rallye greifen wir die Blockupy-Proteste am Deportation Airport gegen kapitalistische Ordnung, Krise und Rassismus wieder auf.”

Die Veranstalter_innen rechnen mit ca. 200 Teilnehmenden.

Ort und Zeit:

Mittwoch, 20. November 2013 – 18:00 Uhr – Beginn pünktlich
Ort: Airport Rhein-Main Terminal 1 – Bereich B

Über die Veranstalter_innen:

Die demonstrative Flughafen-Rallye ist Teil der Gegenaktivitäten zur Euro-Finance-Week. Das gesamte Gegenprogramm zum europaweit größten Meetin der Finanzindustrie und der politischen Eliten in Frankfurt findet sich auf der Webseite von NoTroika: www.notroika.org

Organisiert wird die Demonstration von Aktionsbündnis gegen Abschiebungen Rhein-Main und noborderffm. Das Aktionsbündnis versteht sich als Netzwerk regionaler Gruppen, die sich gegen Rassismus einsetzen und ist u.a. Mitglied bei NoTroika. noborderffm ist ein lokaler Zusammenhang, der kritisch zu europäischem Grenz- und Migrationsregime arbeitet.


Innoffizielles Memorial für Lou Reed am 21.11. in Frankfurt


November as you know ist der Monat der Toten. Hey man, hey girl,wir veranstalten ein Memorial zum Tod von LOU REED, und zwar am Donnerstag, den 21.11.2013 um 20.00 in TAOF Studio Alte Gasse 38 ( nähe Konstablerwache ). Ich kenne den Laden nicht, aber er soll sehr schön sein…Kein offizieller Termin, eher intim, wer etwas singen oder vortragen möchte, soll das bitte tun, es gibt auch eine Band. Weitere Infos bei Rudolfo: r.dolce@dolce.de
Sad song…sad song.


Holt die Tagebücher raus: Diary-Slam am 21.11

Der Diary Slam etabliert sich in Frankfurt: Bereits zum dritten Mal lädt die Lesebühne des Glücks zum Frankfurter Tagebuch-Lesewettbewerb am Donnerstag, den 21.11., ab 20.30 Uhr in der Zentrale, Coworking Area, Berger Straße 175 (neben dem Berger Kino) ein.Der Diary Slam ist gerade dabei, einen ähnlichen Hype zu erfahren wie vor einigen Jahren der Poetry Slam, der nicht mehr aus dem Kulturbetrieb wegzudenken ist. Beim Diary Slam liest man aus eigenen alten Tagebüchern (meist aus der Pubertät) vor, was meist zu sehr viel Gelächter führt.Neben Hamburg, München, Köln, gibt es nun auch Diary Slams in Karlsruhe, Mainz, Lüneburg und Freiburg.

In Frankfurt waren bei der ersten Ausgabe rund 50 Gäste, bei der zweiten Ausgabe bereits rund 100 Gäste zu verzeichnen. Ungewöhnlicherweise gab es bisher in Frankfurt noch keine Probleme, Menschen zu finden, die aus ihren Tagebüchern lesen: Letztes Mal waren es sechs Lesende verschiedener Altersstufen mit höchst unterschiedlichen Themen. Die letztmalige Siegerin, Juliane Langer, wird diesmal unter anderem von der Siegerin aus Karlsruhe, Susann Pietsch, herausgefordert.

Auch an diesem Abend führt Moderator Jannis Plastargias (der auch den Karlsruher Diary Slam moderiert) durch den Abend. Seine Kolleginnen Caro Hönn und Kristina Senk sorgen für Getränke. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

https://www.facebook.com/LesebuehneDesGluecks

3. Diary Slam Frankfurt Datum: 21.11.2013 Einlass: 19.45 Uhr Beginn: 20.30 Uhr Ort: Die Zentrale, Berger Straße 175
Moderation: Jannis Plastargias Eintritt: frei


Deutsche Bank auf “Siegertreppchen” der Steuervermeider: Attac fordert Gesamtkonzernsteuer

Während sich die Teilnehmer der diesjährigen “Euro Finance Week” akkreditierten und kurz bevor Jürgen Fitschen vom Chef-Duo der Deutschen Bank seine Rede hielt, haben Attac-Aktive am heutigen Montagmorgen vor der Tür des Kongresszentrums an der Messe gegen die Steuertricks der Deutschen Bank demonstriert. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac beteiligte sich damit an den Protesten gegen die Wochen-Konferenz der Finanzwelt in Frankfurt.

Auf einem “Siegertreppchen” standen die beiden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, als “größte Steuervermeider unter den Banken” neben einer aufgeblasenen Weltkugel, auf der Attac die fast 1000 Niederlassungen der Bank in sogenannten Steueroasen markiert hatte.

Die Deutsche Bank ist mit 105 Töchtern und verbundenen Unternehmen auf den Kaimaninseln in der Karibik vertreten, wo keine Gewinn- und keine Einkommenssteuern verlangt werden”, erläuterte Jutta Sundermann von Attac. “Im US-Bundesstaat Delaware hat die Deutsche Bank laut ihrem Geschäftsbericht von 2012 fast 400 Firmen – alle in der Hauptstadt Wilmington. Das ist ein Rekord – aber ein Rekord, den wir alle teuer bezahlen, denn die Einnahmen aus der Bankenbesteuerung fehlen in den öffentlichen Kassen, beispielsweise für Schulen und Kitas.”

Im Rahmen des Rechercheprojektes Offshore-Leaks war herausgekommen, wie die Deutsche Bank mit einer auf den Britischen Jungferninseln registrierten Tochter Steuerspar-Firmen für externe Auftraggeber in Singapur gestaltet.

Die Steuerbehörden stehen diesen Verschachtelungen hilflos gegenüber. Als Soforthilfe können wir nur empfehlen, denjenigen Banken den Rücken zu kehren, die so massiv Geschäfte mit Steueroasen machen”, sagte Sundermann und verwies darauf, dass die Commerzbank und die HypoVereinsbank/Unicredit ebenfalls an einschlägigen Orten anzutreffen seien.

Wie eine Untersuchung der Gewerkschaft Verdi zeigt, haben Volksbanken und Sparkassen in Deutschland seit 2000 weit mehr Steuern gezahlt als die privaten Großbanken.

“Wir brauchen politische Gegenmaßnahmen. Ab 2015 sollen die Banken nach europäischem Beschluss strengeren Berichts-Kriterien unterworfen werden. Das darf in der Phase der Umsetzung nicht mehr verwässert werden. Wir brauchen eine Gesamtkonzernsteuer, damit die Besteuerung großer Banken und Konzerne endlich globalisierungstauglich wird.”


VOLL:MILCH und die Freie Szene Frankfurts


Die Hildesheimer Theatergruppe VOLL:MILCH zeigt am Mittwoch, 20. November 2013 um 20.00 Uhr
im THEATER WILLY PRAML in der Naxoshalle ihre Eigenproduktion : VOLL:MILCH – Ein Performer findet die roten Schuhe, stellt sich vors Theater und klopft an.Mit: Paula Löffler, Stephan Mahn, Sebastian Rest, Birk Schindler, Katja Trachsel.

Im Stück selbst und in der anschließenden Podiumsdiskussion geht es um die Zukunft des Freien Theaters in Frankfurt am Main und anderswo. Das könnte vielleicht doch ein wenig arg selbstreferentiell anmuten, ist es aber letztendlich nicht, denn die VOLL:MILCH-Leute schaffen einen erstaunlichen Mix aus Pathos und absurder Ironie, der sich die Frage leistet, inwieweit Theater und Gesellschaft zusammenhängen. Ausgangspunkt dieses Stückes war das umstrittene Papier einer Perspektivkommission, die mit der Evaluation der Freien Szene Frankfurts beauftragt worden war. Die FGZ hat im letzten Jahr eine Kritik dieses Papiers publiziert. In diesem Papier wurde die Hildesheimer Gruppe den geschmähten Freien Theatern Frankfurts als positive Bezugsgröße gegenüber gerstellt. Wie der Abend zeigen wird, hat das VOLL:MILCH nicht daran gehindert, eine erfrischend respektlose Kritik an dem Gutachten und dessen Werturteilen zu üben und provokant die Frage nach der Rolle des Theaters in der heutigen Gesellschaft zu stellen. Agitprop vom feinsten! Ein theatralisch und kulturpolitisch aufregender Abend ist zu erwarten.

An der Podiumsdiskussion ab ca. 22 Uhr nehmen außer dem FGZ-Autor Bert Bresgen für das Kellertheater teil:
Florian Ackermann, Frankfurt LAB, Dieter Bassermann, Kulturamt Frankfurt a. M., Jan Deck, Landesverband professionelles freies Theater in Hessen, Linus Koenig, Landungsbrücken, Sebastian Popp, Kulturpolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer, natürlich Willy Praml himself, Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Universität Hildesheim und Prof. Dr. Gerald Siegmund, Uni Gießen, angew. Theaterwissenschaften, nebenbei einer der Gutachter, sowie Albert Zetzsche, vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Sie selbst stellen ihre Produktion folgendermassen vor:
“Es muss darum gehen, Geschichte zu schreiben!

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