Frankfurter Gemeine Zeitung

Die GRÜNEn: “Wir werden Speerspitze des Liberalismus”

F. Hayek: Grünes Urgestein

Die Grünen möchten sich in Zukunft als “Kraft für Liberalismus” in Deutschland profilieren und damit endgültig die Rolle der FDP im Bundestag und den restlichen Parlamenten übernehmen.

Sogar die “Welt” hat inzwischen bemerkt, dass die Grünen nach “Ökologie” die “Freiheit” vor “Gerechtigkeit” stellen, letztere gar ganz nach hinten gerückt ist. Vorm gerechten Mensch jetzt also die freie grüne Gurke. Wer die grünen Koalitionäre in Berlin und Hanburg, Stuttgart und Frankfurt die letzten 10 Jahre beobachtet hat, für den ist das sicher nicht völlig neu.

Interessanter sind aber Einzelheiten der FDP-Kopie, mithin einer Partei, die 20 Jahre als neoliberale Speerspitze in Deutschland galt. Mit Verve verkünden die Grünen jetzt: “Wir werden dazu im Frühjahr 2014 einen großen Freiheitskongress veranstalten“!

Da wabert etwas wohlige Selbstgefälligkeit durchs freie grüne Bürgertum, und übersieht vielleicht, dass die Parteispitze bloß die FDP kopiert, die bereits 2010 einen Freiheitskongress einberief, damals noch mit Westerwelle, im Windschatten von fast 15 % und Sprüchen über Spätrömische Dekadenz – ausgerechnet bei Hartz4.

Das grüne FDP-Plagiat 2014 muß vielleicht noch etwas Butter bei die Fische geben, und im Frankfurter Grünen-Umfeld munkelt es schon über Vorschläge, zum Beispiel:

- den ehrenwerten Otto  Graf Lambsdorff selig als neuen Ehrenvorsitzenden

- die liberalen, libertären Ideen von wahlweise Friedrich Hayek oder Ayn Rand als kostenlose Sinnsprüche bei der Kongress-Kampagne zirkulieren

- eine Solidaritäts-Tombola für Michael Schumacher und die Freiheit des Deutschen Autos, auf dem Freiheitskongress moderiert vom Stichwortgeber “Joschka” Fischer

- Vielleicht kann auch der Vortrag des damals siegreichen Guido Westerwelle als Steinbruch verwendet werden, sein mustergültiger Freiheits-Vortrag von 2010 sei für grünes Brainstorming an dieser Stelle noch einmal in Erinnerung gerufen:

Es soll allerdings manche geben, die der neuen Grünen Freiheit die gleiche Quittung wünschen, wie der FDP 3 Jahre nach ihrem Auftritt: ein verbliebenes Drittel der Stimmen bei der Bundestagswahl. So gerechnet kämen die Grünen 2017 kaum noch auf 3 %. Tja, wie wär es?

 


3 Kommentare zu “Die GRÜNEn: “Wir werden Speerspitze des Liberalismus””

  1. Karl Napp

    Tja, geht doch!
    Schrub ich an dieser Stelle gerade erst vor drei Wochen den wohlfeilen Rat in Zukunft ofter mal mit dem Fremdwort “liberal” Bullshit-Bingo zu spielen, marschiert diese Blase schon.

    Laut einem hochtrabend “Weimarer Erklärung” genannten bedruckten papier gelte es jetzt den liberalen Raum im Parlament auszufüllen, Zitat … als einzige Kraft für Liberalismus und Bürgerrechte. Faszinierend, was Göring-Eckart dazu alles zusammenstottert. “An allen Enden dringen die Gase aus der Welthirnjauche (Karl Kraus)

    Als Nächstes sollte man auch wieder die Ideen von Chatzimakakis aufgreifen, der schon vor etlichen Jahren einer Fusion von FDP und Grünen das Wort redete.

    Ayn Rand – Prima! Aber Atlas spielen mit Veggie-Day? Vielleicht den großen Ordoliberalen Metzger wieder zurückholen. Vielleicht dessen Namen ändern …

    Jetzt müssen nur noch die Hessen nachlegen. So kann’s doch weitergehen.

  2. Bernhard Schülke

    »so gerechnet kämen die Grünen 2017 kaum noch auf 3 %. «:

    Ich glaube, dass dieser Mechanismus erst dann richtig greift, wenn die Grünen in einer schwarz-grünen Bundeskoalition richtig abkacken.

    Man bedenke, die FDP hielt sich in der Ära Kohl wacker über 5%. Es bedarf da schon ein bisschen mehr als reine Zahlenromantik, vielleicht eine Prise Revolution?

  3. joe

    ich darf wohl nicht darauf hoffen, dass sich beim Wahlvolk in absehbarer Zeit mal die Erkenntnis durch setzt, wie diese Volksverräter über ihre Politkarrieren auf Kosten der Steuerzahler nur noch ihr Fortkommen in hoch dotierte Wirtschaftspositionen vorbereiten?

    Einfach nur noch ekelhaft mit anzusehen das fast egal wer gewählt wird, sofort die gleiche Politik wie die der vorherigen Regierung übernommen wird. Im Falle von Grünen und SPD muss neuerdings noch damit gerechnet werden, das es einen gewaltigen Rechtsruck gibt, weil sich diese Betrüger dadurch erhoffen, beim nächsten Mal mehr Stimmen aus dem eher rechten, reaktionären Stimmvolk zu ergattern, und wenn das nicht klappt, bleiben ja noch die seitens der Industrie in Aussicht gestellten Drecks.-und “Spitzenjobs”, Halleluja :)

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