Frankfurter Gemeine Zeitung

Die befremdliche Freudwerdung der CSU: Die Wiederkehr Guttenbergs in Andreas Scheuer


An wen erinnert Sie dieses Foto? Diese Mischung aus ausgestellter Advokaten-Aalglätte, jungstolzer Dreitagebartverwegenheit UND den ersten zwei Denkerfalten in der ansonsten vom Denken sichtbar völlig unbefleckten Stirne, um anzudeuten, dass DER auch mit richtig schwerwiegenden Entscheidungen umzugehen hat? Ich geb ihnen noch einen Tipp: CSU. Alles klar, oder? Karl Theodor, CSU´s greatest Hit der letzten Jahre scheint auferstanden im neusten Hoffnungsträger der CSU: Andreas Scheuer. Das Bürschchen ist neuer Generalsekretär. Und hat sofort Ärger mit seinem Doktortitel bekommen: Seinen Doktor hat er in Prag erworben, “auf Deutsch”, der dortige Doktortitel gilt aber nur in Bayern – UND Berlin. Macht man sich da vielleicht mit den Saupreußen gemein? Das von Scheuer in Prag abgelegte ist das sogenannte, äh, “kleine Doktorat”. Außerhalb von Bayern und Berlin müsste er sich: “PhDr” nennen, was nach einem abwertenden Seufzlaut klingt. Geschrieben hat er übrigens über “Die politische Kommunikation der CSU im System Bayerns”, was frech ist, weil er offenkundig nicht die CSU für ein System hält, sondern Bayern. Trotzdem: Stellt er damit die Systemfrage? Na, und abgeschrieben hat er wohl auch noch und zwar wie sein offenkundiges Vorbild bei dem alleralleroffensichtlichsten, nämlich der “Bundeszentrale für politische Bildung”, in diesem Fall im Zusammenhang mit der Universität Münster. Offenbar weiß Scheuer, ähnlich wie Guttenberg, selbst nicht so genau, was in seiner Diss steht, denn er ließ “durch seinen Sprecher mitteilen, bei einer „detaillierten Überprüfung“ der Arbeitsunterlagen für seine Promotion sei „kein Textdokument der Universität Münster“ gefunden worden. Er werde die Universität bitten, „über Autorschaft und Entstehungsdatum“ des Textes Auskunft zu geben”. Andreas: Mach dir keine Sorgen: Dein Text wars bestimmt nicht, weder in Münster, noch in Prag. Dafür hat man seine Leute. Besides: Der Autor ist tot, wir sind in der PostpostModerne. Außerdem leidet Deine Partei offenbar unter Wiederholungszwang, sie muss einfach den Abstieg ihres einstigen Hoffnunngsträgers noch mal auf einer niederen Stufe wiederholen und aufarbeiten.Und da wettert sie eben auf der einen Seite über die ganzen “Osteuropäer”, die als Sozialschmarotzer nach Deutschland kommen und “unsere Standards” drücken, und läßt andererseits ihren Generalsekretär in Prag seinen kleinen Doktor machen anstatt in München, weils da vielleicht NOCH a winziges bissl einfacher geht für einen deutschen CSU-Gspusi und weil´s da auch geht, wie Du der Presse gesagt hast, ohne „die tschechische Sprache zu erlernen”. Andreas Scheuer ist eben im Grunde wie alle Neocons, die ständig euphorisch Bildung und Kultur hochleben lassen: a echte Leistungsträger.
http://www.faz.net/aktuell/politik/andreas-scheuer-der-csu-drohen-turbulenzen-um-doktortitel-ihres-generalsekretaers-12755333.html


4. Februar 2014, Frankfurt am Main: DGB diskutiert mit Polizei über Demonstrationsrecht

{Update 2014-01-19, 20:34 Uhr: Veranstaltungsbeginn am 4. Februar 2014 auf 18:00 Uhr verlegt!}

Angesichts der höchstkarätigen EZB-Einweihungsfeier, die voraussichtlich im November dieses Jahres ansteht, hat die Podiumsveranstaltung (-diskussion?), über die ich nachfolgend informieren möchte, schon eine gewisse Brisanz. Harald Fiedler schrieb in seiner Einladung von einer Veranstaltung abseits einer konkreten Lage. Das ist eine durchaus mutige Formulierung angesichts zunehmender gesellschaftlicher Verwerfungen. Nichtsdestotrotz wünsche ich uns allen, dass die vom frankfurter DGB-Stadtverband organisierte Veranstaltung ein Erfolg wird.

Ich bin allerdings gespannt, ob der/die Polizeivertreter wirklich einen Dialog will/wollen oder ob hier nur eine Gelegenheit zu nutzen versucht wird, die Blockupybewegung zu spalten und das Demonstrationsrecht – bis hin zu dessen faktischer Abschaffung – weiter einzuschränken.

Die Veranstaltungsankündigung hat folgenden Wortlaut:

DGB Stadtverband Frankfurt am Main

»Demonstrationsrecht ausüben – Demonstrationsrecht gewähren«

Dienstag, 04.02.2014, 18.00 – 20.00 Uhr
DGB Haus Frankfurt, Wilhelm-Leuschner-Saal, Teil B,

An die Mitgliedsgewerkschaften in Frankfurt am Main

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
vor dem Hintergrund immer wieder kontroverser Diskussion um die Ausübung des demokratisch verbrieften Demonstrationsrecht wollen wir uns gemeinsam austauschen.

Wir haben dazu auf Wunsch einiger Gewerkschaftsgliederungen einen Vertreter der Polizei eingeladen.

Es ist beabsichtigt bei der Veranstaltung mit diesem, abseits einer konkreten Lage, in einen Dialog zu treten.

Am Podium:
Marco Weller, Polizeipräsidium Frankfurt am Main
Harald Fiedler, Vorsitzender DGB Stadtverband Frankfurt am Main
Michael Erhardt, 1. Bevollmächtigter IG Metall Frankfurt am Main
Wolfgang Link, Gewerkschaft der Polizei

F.i.S.d.P. Harald Fiedler, DGB Stadtverband Frankfurt am Main, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77,
60329 Frankfurt am Main

Und was ist Eure Meinung?


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.