Frankfurter Gemeine Zeitung

FREI.WILD, Die Vorfeldband der Neonaziszene

von Jutta Ditfurth

Redebeitrag auf der Stadtparlamentssitzung in Frankfurt/Main am 30.1.2014

Guten Abend,
eine wesentliche Voraussetzung für Zensur ist eine Meinung, die zensiert werden soll. Faschismus aber ist keine Meinung sondern ein Verbrechen. Die sog. Freien Wähler hier im Haus, die neuen Völkischen der AfD, mögen die rechte Band Frei.Wild. Das passt zur “Querfrontstrategie” von Neonazis im Anzug, denn Frei.Wild macht Musik für Neonazis, für Rassisten und Völkische.

Ich zitiere aus dem Lied RACHE MUSS SEIN:
heut verhaue ich Dich,
schlag Dir mein Knie in deine Fresse rein,
heut vermöbel ich Dich,
Zähne werden fallen durch mich
und ich trete in deine Rippen,
schlag mit dem Ellebogen auf Dich ein.(…)
Jetzt liegst Du am Boden,
liegst in deinem Blut.
Das Blut auf meinen Fäusten,
ich find, es steht mir gut“.

Nach öffentlicher Kritik wurde die Band Frei.Wild im Jahr 2013 von der Nominiertenliste des ECHO‐Musikpreises genommen. Öffentliche Kritik hat an einigen Orten inzwischen dazu geführt, dass Auftritte abgesagt wurden, z.B. in Jena. Nur leider in Frankfurt am Main nicht, hier trat die Gruppe Ende Dezember 2013 in der Festhalle auf.
Frei.Wild verbreitet Nationalismus und völkische Ideologie. Der Sänger der Band Philipp Burger war Mitglied der Naziband Kaiserjäger bis die sich 2001 auflöste und er engagierte sich für die rechtsextreme Partei Die Freiheitlichen in Österreich, die gegen Einwanderung und “Überfremdung” kämpften.
Das angeblich Unpolitische in den Äußerungen der Band und ihren Liedtexten wird bei näherer Betrachtung rasch politisch genau. Im Lied SÜDTIROL heisst es: “Kurz gesagt, ich dulde keine Kritik / An diesem heiligen Land, das unsre Heimat ist“. Kurz gesagt: Wem es hier nicht passt, der soll abhauen, so kommt das völkisch‐nationalistische Ressentiment auf den Punkt. Diese “Heimat” soll nur denen gehören, die durch Zufall hier geboren sind. – Auch Herr Hübner von den Freien Wählern, der geradezu damit prahlt, in Frankfurt geboren worden zu sein, ist doch nur “stolz” auf den lächerlichen Zufall hier auf die Welt geplumpst zu sein. –

Heimat heißt Volk, Tradition und Sprache” heisst es in WAHRE WERTE von Frei.Wild. Passend dazu wird die “Leitkultur” der germanischen Eingeborenen – was immer das sein mag, diese Leitkultur –, angeblich von fremden, muslimischen Menschen bedroht. So heisst es im LAND DER VOLLIDIOTEN: “Kreuze werden aus Schulen entfernt, aus Respekt / Vor den andersgläubigen Kindern“. Viele Liedtexte von Frei.Wild sind ausdrücklich islamophob, beispielsweise BAUTEN FREMDER WELTEN. Frei.Wild ist in die Fußstapfen der Böhsen Onkelz getreten. Ich finde in ihren Texten alles, was völkischen Nationalismus ausmacht.

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