Frankfurter Gemeine Zeitung

Lautsprecher für die Obrigkeit?

Maßnahmen in fernen Landen geben deutschen Journalisten, Berichterstattern und Kommentatoren bei uns immer Gelegenheit gar schöne Prinzipien hochzuhalten. Meist stellt sich beim Hören eine gewisse Irritation, gar Entfremdung ein: was folgt aus ihnen für uns, ausser dass wir uns zurücklehnen, und wohlgefällig über den Rest der uns belassenen Freiheit nicken.

Gewiß, wer hätte denn nichts gegen ein Militärregime in Ägypten, das Journalisten wegen “Terror-Vedacht” verhaftet? Einer der letzten mutigen Stimmen im Lande wagte es aufzubegehren, und charakterisierte die Kernaufgabe der Presse, zitiert nach einem Bericht des Deutschlandfunks: “Kann sein, dass Al-Dschasira und andere Sender dir nicht passen. Kann sein, dass du ihre Berichterstattung falsch findest. Aber Rechte und Grundsätze sind dann am wichtigsten, wenn sie unbequem sind. Sinn und Zweck des Journalismus ist es nicht, ein Lautsprecher für die Obrigkeit zu sein, sondern die Mächtigen zur Verantwortung zu ziehen und den Stimmen am Rand eine Plattform zu bieten.

Hören wir in Richtung Spiegel, FAZ, Welt, Süddeutsche, Bild und so weiter und so fort, und wiederholen: sie sollen “die Mächtigen zur Verantwortung zu ziehen und den Stimmen am Rand eine Plattform zu bieten”

Dass sie diesem Gebot nachkommen, kann ich beim besten Willen nicht erkennen, inzwischen kaum noch den gelegentlichen Versuch dazu. Als besonders abstoßender Beleg dient die journalistische Gewohnheit genannter Medien, die rückhaltlose Hingabe politischer Initiativen an die herrschenden Regularien noch unter dem Begriff “Reform” zu verwursten.

 


Jenseits von Spekulation und Ertragslücken – wie sozialverträgliche Mietpolitik aussehen könnte

Bornheim: aus Mietwohnung mach ETW

Bornheim: aus Mietwohnung mach ETW

Mieterinnen und Mieter in vielen Städten, gerade auch in Frankfurt kennen das Problem: Ob neuer Mietspiegel, Wohnungsangebote oder Sozialmieten, der Trend kennt nur eine Richtung – nach oben.

Dabei geht es nicht nur um abstrakte Zahlen oder Durchschnittswerte. Angst um die Wohnung ist immer konkret: Modernisierungspläne, rücksichtslose Bauarbeiten, Eigenbedarfskündigungen oder sogar Räumungsklagen.

Für die Betroffenen heißt das: steigende Wohnkosten und nicht selten der Verlust der Wohnung. Sind Wohnungsmärkte angespannt, wie in den meisten großen Städten, bleibt oft nur der Umzug an den Stadtrand.

Für all jene mit geringen Einkommen aus schlecht bezahlten Jobs gibt es oft gar keine leistbaren Wohnungen mehr.

Das Pestel-Institut errechnete im vergangenen Jahr bundesweit ein Defizit von 4,2 Mio. Sozialwohnungen.

 

Der bekannte Berliner Urbanist Andrej Holm erörtert in einem aktuellen Beitrag des Deutschlandfunk kritische Strategien zum Wohnungsbau in der gegenwärtigen Situation. Hier.


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.