Frankfurter Gemeine Zeitung

Die verschiedenen Realitäten dieser Stadt – VA der FR

Groß angekündigt und im Voraus medial aufgeputscht war das Interesse nicht gerade überwältigend, die dann folgenden Einlassungen des OB ebenso wenig.
Business as usual.
Es existieren offensichtlich verschiedene Realitäten in dieser Stadt, die höchst artifizielle Schnittmengen aufweisen; zunächst die Realität des Alltags der allermeisten hier und dann irgendwo im Kosmos die der Macher und Politiker*innen samt ihrer unheiligen lokalen Allianzen. Und so standen diese Realitäten nebeneinander und wollten keine Verbindung miteinander eingehen, wie auch, wenn sich nur eine Seite auf die Aussagen der anderen bezieht, während Letztere stur am eigenen Konzept festhält. Es fällt nicht schwer, darauf zu wetten, dass solche Veranstaltungen ein Auslaufmodell darstellen.
Da saß ein OB, der in epischer Breite seine Sympathie mit den Menschen im Widerstand bezeugte und somit jeder konkreten Aussage aus dem Wege ging, ein cholerisch-arroganter Architekt, dem es offenbar schon zuwider war, überhaupt dort zu sitzen und angesichts der Verweigerung inhaltlicher Kommunikation auf verlorenem Posten zwei Vertreter*innen von BI, deren Beiträge die einzige Substanz in dieses Schaulaufen brachte, die vom Publikum wohlwollend aufgenommen wurden, das nun gespannt auf die Erwiderung seitens der Koryphäen am Tisch wartete – vergeblich.
Von guten und bösen Investoren
Es kann in Frankfurt gar nicht ausbleiben, dass die Sprache auf den Wohnungskonzern im fast alleinigen Besitz der Stadt kommt und dabei ist es ebenfalls unvermeidlich, dessen Praktiken außen vor zu lassen. Ebenso unvermeidlich ist es auch, dass als Antwort kommt, ohne diesen Konzern wäre alles noch viel schlimmer, dabei fällt es wirklich schwer, sich hier eine Steigerung noch vorzustellen. Es braucht halt doch einiges an Zivilcourage, was aber nicht zur Ausrüstung unseres OB zu gehören scheint. Die heilige Kuh der Frankfurter unternehmerischen Stadt muss unter allen Umständen geschützt werden und wenn dazu Statistiken etwas umgebogen werden. Dass man sich nicht ungestraft mit dem großen Vorsitzenden anlegt, davon können einige hundert Mieter*innen ein Lied singen.
Die Ironie solcher Haltungen ist im Publikum sehr wohl angekommen und daraus scheint zu folgen, dass der Widerstand – zwar um eine weitere Illusion ärmer – demnächst umso heftiger weiter gehen wird.
Während der gesamten Zeit wird einen das Gefühl begleiten, da sitzt ein Politiker, der schon die nächste Kommunalwahl im Kopf hat und den Leuten einzureden sucht, es müsse nur seine Partei „ran“, dann liefe alles Bestens. So kurz ist das Gedächtnis der Menschen nun auch wieder nicht.

Ein Wort zu dem Architekten auf dem Podium: wer schützt uns nur vor solchen Experten!

Was sich allerdings abzeichnet ist, dass die Menschen es sich nicht mehr länger bieten lassen, dass sie auch nicht länger bereit sind, sich von diesen spätpubertierenden „Experten“ den Mund verbieten lassen. Die Stimmung lässt darauf schliessen, dass eine Grenze erreicht ist und es könnte spannend werden, denn eingefordert wurde durchwegs die Beteiligung.
Das einfältige Gerede des „not in my backyard“ des Herrn Feldmann ist ein hilfloser Versuch, nichts weiter.


Ein Kommentar zu “Die verschiedenen Realitäten dieser Stadt – VA der FR”

  1. payday loans

    pwxqklmk payday loans

Einen Kommentar schreiben

Comment moderation is enabled. Your comment may take some time to appear.

 

Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.