Frankfurter Gemeine Zeitung

Zum Fachkräftemangel in Deutschland – ein Bild sagt mehr als tausend Worte…

Wer kennt sie nicht, die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit? Wenn ein Fachkräftemangel herrscht, sollte er sich in der Jobbörse, einmal abgesehen von den nicht seltenen Fake-Stellenangeboten, dokumentieren lassen.

Ich hatte angesichts der persönlichen Stellensuche den Gedanken, dem angeblich vorhandenen Fachkräftemangel anhand eines Suchlaufs entschieden auf den Grund zu gehen. Meine Suche umfasste eine Standardsuche mit dem Begriff “Umwelt” im Standardumkreis von 50 km, Postleitzahl 60385 (Schwerpunkt: im Osten Frankfurts).

Die besonders ermutigenden Top-Suchergebnisse habe ich für Sie als Bildschirmfoto festgehalten. Lesen Sie bitte selbst:

(Suchlauf: 28. März 2014, 20:25 Uhr)


Das Bildschirmfoto zeigt anschaulich, welche Jobwunder es im aktuellen »Aufschwung« (?) zu erwarten gibt.

Apropos Wunder, mich wundert inzwischen nichts mehr in unserem Lande. Haben Sie etwa noch irgendwelche Fragen?

- Crosspost -


5 Kommentare zu “Zum Fachkräftemangel in Deutschland – ein Bild sagt mehr als tausend Worte…”

  1. Florian K.

    Ein wunderschönes Abbild der Realität. Wir haben ein “Jobwunder” an prekären Arbeitsverhältnissen zu verzeichnen.

    Zeitarbeitsfirmen und Callcenter suchen dringend nach “Menschenmaterial” für unterbezahlte Hire-and-Fire-Jobs auf Zeit und werben mit der trüben Aussicht, sich innerhalb von menschenverachtenden Strukturen hocharbeiten zu können.

    Gleichwohl glaube ich, dass das von Dir gezeigte Ergebnis auch in Deiner Handhabung der Suchfunktion begründet ist.

    Wenn man in der Suchfunktion der Jobbörse der Arbeitsagentur zuerst einstellt, dass nach Stellen für Fachkräfte gesucht wird und einstellt, dass im Bereich “Landwirtschaft, Natur, Umwelt” gesucht wird und diese Eingabe dann auf einen der angegebenen Bereiche spezifiziert, erhält man doch etwas andere Ergebnisse, auch wenn man die Suche auf den Bereich Frankfurt beschränkt.
    Man muss hierbei aber noch mehrere weitere Schritte der Spezifizierung gehen, damit man tatsächlich (eventuell) etwas Passendes findet.

    Aber dennoch sieht es auch hier ziemlich mau aus.
    Umweltingenieure werden aktuell 3 in FFM gesucht. Umwelttechniker 2, Umweltlaboranten 1, Fachkräfte Abwassertechnik 3, Fachkräfte Abfallwirtschaft und Recycling 1.

    Mit einer unspezifischeren Suche findet man deutlich mehr, aber dabei handelt es sich dann tatsächlich oft um Jobs als sogenannte “Call-Center-Agents” (das ist Newspeak und bedeutet Telefonsklaven).

    Nichtsdestotrotz hast Du in der Sache Recht, dass sich Wirtschaftswachstum entgegen aller neoliberalen Behauptungen eben nicht automatisch in einem Wachstum an halbwegs akzeptablen Arbeitsstellen niederschlägt.

  2. Bernhard Schülke

    Hallo Florian,

    auch wenn meine Suche nicht spezifisch genug war, finde ich die Fundergebnisse, so wie sie sind, schon überraschend.

    Outbound-Telefonieren: Umwelt-Job? Ich bitte Dich! Das Wort “Umwelt” allein sollte die Suche schon wirklich etwas mehr einschränken.

    Da wird Etikettenschwindel betrieben. So einfach isses.

  3. Florian K.

    Ja Etikettenschwindel ist das richtige Wort.

    Diese Callcenter- und Zeitarbeitsfirmen werden ihre Stellenangebote wahrscheinlich mit allen nur denkbaren Suchtags versehen, damit ihre Angebote erscheinen, egal was man auswählt.

    Schließlich haben die ständigen Bedarf an neuen Sklaven zum Verheizen.

    Wahrscheinlich sieht die Liste der Suchtags für “Call-Center-Agents” folgendermaßen aus:
    “Wirtschaft”, “Computer”, “Medien”, “Medizin”, “Umwelt”, “Verkauf”, “Soziales”, “KFZ”, “Technik”, “EDV”, “Personal”, “Sonstiges”, “Industrie”, “Handwerk”, “Einzelhandel”, “Marketing”, “Consulting” u.s.w.

    Allerdings sollte die Bundesagentur unterbinden, dass derartige Firmen solches Schindluder mit ihrer Suchfunktion treiben. Aber die IT-Abteilung der Bundesagentur checkt das wahrscheinlich nicht einmal und kommt nicht auf die Idee, diesen Unsinn zu filtern.
    Letztlich ist das aber eigentlich auch eine Art von Spam.

    IT + öffentlicher Dienst= Trauerspiel
    Was das betrifft, weiß ich wovon ich rede.^^

    Ich denke es würde helfen, wenn die Bundesagentur nicht mehr als 3 Suchtags pro hochgestelltem Stellenangebot erlauben würde. Daran hat aber wohl einfach noch niemand gedacht.

  4. Franzi

    Das Thema Fachkräftemangel gewinnt aus Sicht vieler Branchen in Zukunft noch an Bedeutung. Besonders Zeitarbeitsbetriebe haben häufig Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Nur 10 Prozent berichten nicht von Personalbedarf: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/strategie-personal/fachkraeftemangel-keine-entwarnung-fuer-2014/

  5. Bernhard Schülke

    Franzis Kommentar war Grundlage eines eigenen Artikels: hier zu lesen…. In diesem Text findet sich eine Entgegnung…

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