Frankfurter Gemeine Zeitung

Zur Ermordung der deutschen Kriegsreporterin Anja Niedringhaus in Afghanistan

Sowjetischer Panzer in Leipzig am 17. Juni 1953.

Morgen, Samstag, 5. April 2014, ist in Afghanistan “Präsidentenwahl”. Die “Präsidentenwahl” wird von der westlichen Militärpräsenz ermöglicht und getragen – von den deutschen Masssenmedien als Befreier, hingegen von den Menschen in Afghanistan zumeist als Besatzer angesehen. Anja Niedringhaus war dort als eingebettete Fotojournalistin (vgl. embedded journalism, bitte Kommentare beachten) aktiv:

Auf der Webseite if-zeitschrift.de, Stand: 04.12.13, (»if – Zeitschrift für innere Führung«) heißt es selbst-entlarvend und treffend zugleich:

Ihre Fotos dokumentierten das dramatische Geschehen vor Ort – allerdings, und das ist das Entscheidende, ohne einen Verwundeten erkennbar abzubilden. Mit ihrer Arbeit befand sich Niedringhaus nicht nur in völliger Übereinstimmung mit den Medienregeln, den „Media Ground Rules“, der amerikanischen Armee – sondern auch im Einklang mit den Bestimmungen der ISAF, die als NATO- und Koalitionsregeln zunächst für alle beteiligten Nationen gelten.

Eingebetteter Journalismus kann nur bedingt Journalismus sein. Im obigen Zitat erkennen wir klar die Diktion: Keine Verwundete erkennbar abbilden, die Kriegsgrausamkeiten kaschieren, die Kriegsfolgen weichspülen – ganz klar ein Fall von Meinungsmache. Wer den Krieg führen will, kann keine beängstigenden Bilder gebrauchen, sondern nur Weichspülfotos. Ein derartig eingebetteter Journalist ist nicht unabhängig, sondern Teil einer Kriegspartei.

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