Frankfurter Gemeine Zeitung

William! Stern der schönsten Höhe

Eine neue Gedichtanthologie über und an Shakespeare und ein Abend im Goethehaus

Überall auf der Welt wird dieser Tage aus Anlaß des 450. Geburtstags William Shakespeares gedacht. Ein Stückeschreiber und Lyriker, der der ganzen Welt gehört. „Shakespeares Erbe widersetzt sich jeder Einteilung in Hochkultur und Populärkultur, jedem Urteil, das Kunst im Unterschied zu Unterhaltung und Kommerz versteht – seit jeher lebt es von der Überschreitung solcher Gegensätze und von der kreativen Spannung, die sich einstellt, wenn gänzlich Unterschiedliches ins Spiel kommt“, so Tobias Döring, der Herausgeber einer umfangreichen Anthologie mit Gedichten an und über Shakespeare.

„Nicht, daß Dein Name uns erweckte Neid,
Mein Shakespeare, preis’ ich Deine Herrlichkeit,
Denn wie man Dich auch rühmen mag und preisen;
Zu hohen Ruhm kann keiner Dir erwiesen …“

So beginnt Ben Johnsons (1572 – 1637) Gedicht „Dem Gedächtnisse des Autors, meines geliebten William Shakespeare, und dessen, was er uns hinterließ“. Und so wird auch Anthologie Wie er uns gefällt. Gedichte an und auf Shakespeare eröffnet, die zwölf mal zwölf Gedichte an und über Shakespeare versammelt. Gegliedert in Themenkomplexe, von „Zwiesprachen und Anrufungen“ über „Lebensbühnen, Welttheater“, „Spielräume, Vorstellungs- und Handlungswelten“ zu „Figur- und Maskenreden“. Umfangreichen Platz ist Gedichten eingeräumt, die sich mit dem Zauderer Hamlet und der schönsten Wasserleiche aller Zeiten, Ophelia, beschäftigen. Allen fremdsprachigen Gedichten ist verdienstvoller Weise der Originaltext beigegeben.

Jede Generation schafft sich seinen eigenen Shakespeare, von fast kultischer Verehrung bis hin zum postumen Rivalen. Davon gibt die Anthologie beredt Ausdruck, auch in ihrer Formenvielfalt, wenn sie den Bogen über vier Jahrhunderte spannt, Texte aus zehn Sprachen und zwanzig Ländern versammelt.

Am 29. April, um 19.00 Uhr spricht Hubert Spiegel, Leiter des Ressorts Literatur und literarisches Leben der FAZ, mit Heinrich Detering, Ursula Krechel und Albert Ostermaier, die neben anderen Originalbeiträge für die Anthologie geschrieben haben, über ihr Verhältnis zu William Shakespeare.

In einer Vitrine zeigt das Goethehaus an diesem Abend und in den folgenden Wochen verschiedene Exponate, die Goethes Beschäftigung mit Shakespeare beleuchten, darunter Nichola Rowes “The works of Mr. William Shakespeare”, die Goethe im Frankfurter Elternhaus studierte (die achtbändige Ausgabe konnte das Hochstift 2013 erwerben), ein Faksimile der im Hochstift befindlichen Handschrift von Goethes Rede “Zum Schäkespears Tag”, die nicht allein Goethes erster erhaltener Prosa-Text ist, sondern auch ein frühes Zeugnis der Shakespeare-Begeisterung in Deutschland im 18. Jahrhundert.

Tobias Döring (Hg.) Wie er uns gefällt. Gedichte an und auf William Shakespeare. Eine Jubiläumsanthologie, München, Manesse 2014, 335 Seiten, geb., Ln., 24,95 €

“William! Stern der schönsten Höhe“  >Shakespeare und die Dichtkunst heute<

Dienstag, 29. April, 19 Uhr – Frankurter Goethe-Haus / Freies Deutsches Hochstift, Großer Hirschgraben 23-25, 60311 Frankfurt, Tel.: 069 / 13880-259

www.goethehaus-frankfurt.de

 

 


2 Kommentare zu “William! Stern der schönsten Höhe”

  1. ManuelGilla

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