Frankfurter Gemeine Zeitung

Universität verweigert Räume

Goethe-Universität verweigert Raumzusage für die SDS Regionalkonferenz „EU: Neoliberal, undemokratisch, militaristisch?“ nach zwei Monaten Verhandlung – Umzug der Konferenz ins DGB-Haus

Einen knappen Monat vor der geplanten Regionalkonferenz des Studierendenverbandes DieLinke.SDS entzieht uns das Präsidium der Goethe Universität die Räume und wiederholt damit das gleiche Spiel wie im vergangenen Jahr bei der Sarah Wagenknecht-Veranstaltung: Die bewusst gewollte, politische Entscheidung keinen Raum für kritisches Denken an der Uni Frankfurt zuzulassen.

Als Teil der weltweiten Wirtschaftskrise ist das Thema Eurokrise und EU in den letzten Jahren stark in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt. Daher ist es unerlässlich geworden für die gesamtgesellschaftliche Linke, sich ausgiebig mit dem Thema Europa auseinanderzusetzen, um auf der Konferenz eine differenzierte linke EU-Kritik möglich zu machen. Aktivisten und Aktivistinnen, Politiker und Politikerinnen, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus werden in Frankfurt zusammenkommen und sich in Podien, Diskussionsrunden und Workshops mit den Ursachen, den Auswirkungen sowie möglichen Lösungsansätzen der Krise beschäftigen.

Aus Sicht der Universitätsleitung ist dies offenbar nicht gewünscht. Sie sieht ihre „Neutralität“ vor der EU-Wahl verletzt. Dies steht im Zeichen des Zurückdrängens von kritischer Wissenschaft und des neoliberalen Umbau der Hochschule. Die Universität will Raum und Zeit für kritisches Denken und Debatten unterdrücken. Das Argument, dass sie dazu benutzt, ist das ihrer sog. „Neutralität“. Mal abgesehen davon, dass die Universität keine „neutrale“ Institution in der Gesellschaft ist und ihre eigentliche Aufgabe seine müsste, Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu leisten, macht die Universität mit ihrer Entscheidung deutlich, was sie nicht will: Menschen, die sich selbstbestimmt und bewusst bilden.

Daher verurteilen wir das Agieren der Universitätsleitung. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Dies trifft auf die Universität zu, die sich gerne als „Harvard“ am Main sehen würde.
Wir ziehen mit dem Kongress ins DGB-Haus um und leisten dort einen entscheidenden Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung. Kommt zahlreich und lasst uns eine spannende Konferenz mit interessanten Debatten erleben.

Kontakt: http://dielinke.sds-ffm.de/


7 Kommentare zu “Universität verweigert Räume”

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