Frankfurter Gemeine Zeitung

Gedanken zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkrieges – Teil 4

- Link zum Teil 3 -

von Dr. Peter Scherer

Der Erbfeind

Trotz aller Bemühungen seit 1870/71 war es den herrschenden Kreisen nicht gelungen, den Franzosenhass in die Masse der organisierten Arbeiter zu tragen. Zu groß war die Achtung vor den revolutionären Traditionen des französischen Volkes, zu tief saß die Erinnerung an den heldenhaften Kampf der Pariser Kommunarden 1871. Bezeichnend für die enge Verbindung war der Brauch, die Marseillaise mit deutschem Text zu singen, als „Arbeiter-Marseillaise“: „Wohlan, wer Recht und Wahrheit achtet…“

So konnten die Kriegstreiber nicht sicher sein, wie sich die deutschen Arbeiter verhalten, wenn der große Krieg mit einer Kriegserklärung an Frankreich beginnen würde, wenn die deutschen Soldaten ihren französischen Kameraden das Bajonett in den Bauch stoßen sollten (nicht in die Rippen, das hatten sie exerziert). Zweifel bestanden, ob die patriotische Gehirnwäsche genauso erfolgreich war.

Unter der Führung von August Bebel hatte die Partei eine große Erziehungsarbeit besonders unter der Jugend geleistet. Würden die jungen Männer womöglich Rosa Luxemburg folgen, die 1913 in Frankfurt unter tosendem Beifall erklärt hatte:

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Erst kritisieren, wenns schon durch ist: Fernsehsatirisches zu Gabriel und dem Freihandelsabkommenn

Sigmar Gabriel meint, es gibt ja gar keinen Text des Freihandelsabkommens – warum also sich drüber aufregen? Diese Logik ist grandios: wenns verabschiedet ist, kann man ja immer noch dagegen sein. So funktioniert heute sozialdemokratische Politik (und nicht nur die)


Capulcu – Die Gezi-Park-Bewegung und die neuen Proteste in der Türkei

Lesung und Diskussion mit dem Autor Tayfun Guttstadt

* Montag, den 09.06.2014, 20:00 Uhr
* Frankfurt/M., Koblenzer Str. 17, Internationales Zentrum (IZ)

Mai-Juni 2013, aus einer Mahnwache von ca. 50 Menschen gegen den Abriss eines Parks und das Fällen von Bäumen für ein neues Einkaufszentrum und den Bau einer Kaserne in Istanbul entsteht innerhalb weniger Tage eine Massenbewegung von Millionen in der gesamten Türkei. Die sogenannte „Gezi-Bewegung“ ist nicht nur ein urbaner Aufstand, ein Kampf um den städtischen Raum, gegen die Enteignung durch Gentrifizierungsprozesse. Sie ist auch ein kultureller Aufbruch, das Entdecken der eigenen Individualität in der Vielstimmigkeit der Menge, in der neue soziale Bande geschlossen werden. In ihr kommt die Hoffnung vieler Menschen auf eine andere, demokratischere Gesellschaft zum Ausdruck – der Bezug zur „Bewegung der Plätze“ – Occupy – Puerta del Sol – Syntagma – liegt auf der Hand.

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