Frankfurter Gemeine Zeitung

Die gefährlichen Blasen aus dem Betongold

Während die Kommunalpolitik quer durch die Republik und regierungsfähigen Parteien Hymnen auf die freien Immobilienmärkte in den Großstädten singt, gab es in Berlin die Tage einen kleinen Schluckauf zum bundesdeutschen Betongold.

Während die schwarz-grünen Weisungsbefugten in Frankfurt noch die “ungebremste Dynamik” in der Stadt feiern, sieht der Finanzminister des Bundes, Schäuble von der CDU schon Gefahren am wirtschaftlichen Horizont.

Anlässlich eines Besuchs aus den USA, erinnerte man sich im Regierungsviertel, dass Auslöser der weltweiten Finanzkrise 2007 tatsächlich ein “überhitzter Immobilienmarkt” in den USA war, der dort nebenbei Millionen Bewohner aus ihren Unterkünften vertrieb. Seitdem gibt es sogar im Urland der Märkte eine gewisse Zurückhaltung gegenüber Hymnen auf die freien Immobilienmärkte.

Dieser US Habit zum Immobiliensektor wirkte in Berlin wohl kurzzeitig ansteckend:  es gebe Anzeichen für Preisentwicklungen, „die gefährlich sind“, sagte Schäuble am letzten Donnerstag in Berlin nach einem Gespräch mit dem amerikanischen Finanzminister Jacob Lew.

Er bezieht sich dabei auf die Warnungen der Bundesbank (“Preisblase“), die zwar in Frankfurt sitzt, aber von den Entwicklungen auf dem Immobiliensektor nicht ganz so begeistert ist, wie der hiesige Magistrat. Selbst die FAZ warnt inzwischen: “Überteuerte Immobilien – Am Häusermarkt braut sich etwas zusammen“. Eine Forschergruppe bestätigte, dass sich das Risiko “vor Übertreibungen” auf den Märkten erheblich erhöhe.

Dabei wird klar, dass nicht nur Mieter von der Dynamik und den Vertreibungen betroffen sind, sondern eine Veränderung der Kreditbedingungen auch scharenweise Leute mit Wohneigentum in existentielle Probleme kommen, wenn sich für ihre teure Eigentumswohnung die Zahlungen rasant erhöhen. Von der schlechten Bausubstanz, von der in Frankfurt schon viele munkeln, ganz zu schweigen.

Es verdienen eben meistens die Immobilienfirmen, die solche “Produkte” schnell durch den Markt hieven. Das heißt dann “belebende Marktdynamik”.

Um unsere Sensibilität für Betongold und Blasen, für die fehlenden Gegenmechanismen in den Städten (wie in Frankfurt), sowie die vielfältigen Enteignungen und Verluste um sie herum zu erhöhen, folgen zwei Videos zu den Mechanismen und Folgen.

 

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“Betongold – wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam” (Grimme-Preis 2014)

Der Film zeigt die drastischen Vorgänge, wenn die eigene Mietwohnung plötzlich in die Mühlen der “freien Märkte” gerät.


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