Frankfurter Gemeine Zeitung

Wohnungen schaffen ohne zu bauen – Kann Wohnungstausch stärker unterstützt werden?

Die Fraktion DIE LINKE. im Römer fordert in einem Antrag, dass das bereits bestehende Frankfurter Programm zum Wohnungstausch angepasst und ausgeweitet wird.

Die Partei erwartet, dass immer mehr Menschen zukünftig darauf angewiesen sein werden, ihre monatlichen Ausgaben zu senken, da die zu erwartende, zukünftige Rente nicht mehr ausreichen wird. Vor allem die hohen Mietkosten stehen da zur Disposition, ein Umzug in eine kleinere Wohnung wäre eine Erleichterung. Aber in Frankfurt sind günstige Wohnungen rar, bzw. die nach einem Umzug in eine kleine Wohnung zu zahlende Miete wäre meist genauso teuer, wie die Miete für die langjährig bewohnte größere Wohnung. Deshalb sind viele größere Wohnungen von Alleinstehenden belegt, gleichzeitig wächst der Bedarf von jungen Familien nach einer größeren Wohnung.

Carmen Thiele, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion im Römer erklärt: „Wir können nicht warten, bis eine neue dramatische Situation bei den zukünftigen, vor allem bei der Gruppe der alleinstehenden, Rentnern entsteht. Die Versäumnisse, die über Jahre beim Wohnungsbau gemacht wurden, dürfen sich jetzt auf andere Art und Weise nicht wiederholen. Es müssen daher rechtzeitig neue Ideen und Programme her, um den Wohnungswechsel von Altmietern zu fördern und zu vereinfachen.

Immer mehr Mieter werden aus finanziellen Gründen gezwungen sein, in kleine Wohnungen umzuziehen. Die ehemals von einer Familie bewohnte Mietwohnung ist immer häufiger von Alleinstehenden bewohnt, z.B. die Partner sind verstorben oder getrennt, die Kinder außer Haus. Und die zukünftige Rente ist aufgrund der umfangreichen Rentenkürzungen zu gering, um den Lebensstandard in der bisherigen Form aufrecht zu erhalten.“

Die Fraktion fordert deshalb, ein Angebot zu schaffen, z.B. innerhalb der Frankfurter städtischen Wohnungsbaugesellschaft, dass Umzugswillige den Quadratmeterpreis der bisherigen Wohnung für eine neue, kleinere Wohnung „mitnehmen“ können. „Nur dann würden auf Dauer den Mietern, die sich zum Umzug in eine kleinere Wohnung bereit erklärten, monatlich geringere Mietkosten und damit eine Ersparnis garantiert. Zugleich würde das Angebot an vermittelbarem Wohnraum flächenmäßig steigen“, kommentiert Thiele.

Das könnte auch als eine Bremse gegen den laufenden Anstieg der Preise im Mietspiegel wirken, und damit sogar MieterInnen zu gute kommen, die keine Wohnungen der ABG in Frankfurt bewohnen. Es wäre ein Projekt mit etwas wohnungspolitischer Strahkraft.

Bisher gilt das Wohnungstausch/Umzugsprämien-Programm der Stadt ausschließlich für öffentlich geförderte Wohnungen, beziehungsweise für Wohnungen, für die das Amt für Wohnungswesen das Belegrecht ausübt. Und es ist dabei nur von Beihilfen für Umzüge die Rede. Daher muss gleichzeitig überprüft werden, wie für die ABG Frankfurt Holding Gestaltungsspielräume bei den sogenannten frei finanzierten Wohnungen geschaffen werden können, die einen Umzug in eine kleinere Wohnung, mit erheblichen Mietkosteneinsparungen rentabel machen. „Denn es ist dringend notwendig, das Angebot auf alle städtischen Wohnungen auszuweiten“, fordert Thiele.


Ein Kommentar zu “Wohnungen schaffen ohne zu bauen – Kann Wohnungstausch stärker unterstützt werden?”

  1. Bernhard

    Cool, was ist mit denen, die die kleinen Wohnungen schon bewohnen? Der Bedarf an preiswerten Wohnraum ist jetzt schon immens. Krönende Preisfrage: Wo bekommen wir günstige Wohnungen her für alle, die einen Anspruch haben?

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