Frankfurter Gemeine Zeitung

18. September: Träumen Menschen von elektrischen Schafen?

Über Google Glass und andere Dinge
Lectureperformance über die digitalisierte Welt (Politische Dämonologie 1)
von
Frankfurter Gemeine Kultur und Forschungsgruppe Performance im Kellertheater

19.30 UHR  im Kunstverein Familie Montez, Honsellbrücke am Hafenpark, Frankfurt  – Eintritt frei

1968 erschien der dystopische Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep? „ des legendären ScienceFiction-Autors Phillip K. Dick, dessen Verfilmung als „Blade runner“ später Furore machen sollte. Roman und Film stellen die Frage nach der Grenze zwischen Mensch und Androide. Die Androiden erscheinen als das gefürchtete „Andere“. Ständig wird die Frage umkreist: Können Androiden eines Tages „fühlen“, „begehren“ wir „wir“ und wenn ja, WAS begehren sie? 2014 erscheint diese Frage anachronistisch. Das menschliche Begehren selbst verlagert sich immer stärker in das Feld des Technologischen und das heißt heute: des Digitalen, es lässt sich nicht mehr ohne weiteres von diesem Feld ablösen. Das ist nichts neues.

Die Lectureperformance verändert aber in zweierlei Hinsicht den Blick auf dieses Phänomen. Üblicherweise betont die „Kritik am Digitalen“ völlig zu Recht die nie zuvor in der Menschheitsgeschichte dagewesenen Möglichkeiten der Überwachung, sei es durch staatliche Behörden wie die NSA oder durch Großkonzerne wie Google. Das Subjekt erscheint dabei häufig als das mehr oder minder hilflose Opfer einer Riesenmaschinerie. Wir konzentrieren uns eher darauf, inwieweit der Einzelne sich selbst in diese Prozesse involviert – und sie genießt. Es also um die Frage, inwieweit die Digitalisierung einen neuen Menschentypus hervorbringt. Zum anderen betrachten wir die Digitalisierung der Welt nicht einfach als einen technologischen Prozess. Ihre Kraft erhält sie erst durch die Verbindung zu unserem Wirtschaftssystem, das ein Konservativer wie der Ex-FAZherausgeber Frank Schirrmacher als „entfesselter Informationskapitalismus“ bezeichnet hat, der im Begriff sei, “konstitutionelle und völkerrechtliche Ordnungen umzuschreiben“. Dem ist nachzugehen.

Träume von SchafenWie es sich gehört, findet ihr Kritik auch in FB: https://www.facebook.com/events/290364767832800/?source=1

Die “Frankfurter Gemeine Zeitung” wird als Medienprojekt gefördert von der Frankfurter Gemeine Kultur gemeinnütziger e. V.


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