Frankfurter Gemeine Zeitung

Offener Protestbrief der »Hartz IV Hilfe Offenbach« an Oberbürgermeister Schneider

Oberbürgermeiser Horst Schneider spricht auf der ver.di-Mindestlohnkundgebung in Offenbach (2014-06-02).
Foto: Bernhard Schülke

[Redaktionelle Vorbemerkung: Nachfolgend der Offene Brief der Hartz IV Hilfe Offenbach an den derzeitigen offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider ("SPD" - eine der Parteien, welche die Hartz-Gesetze verbrochen haben) zu den Zuständen der MainArbeit, dem kommunalen Jobcenter der Stadt Offenbach. Wir berichteten bereits über die MainArbeit im Artikel »Geschäftsführer Schulze-Böing der MainArbeit (Offenbach) vor dem Rücktritt?«. Inoffiziellen Angaben zur Folge stehen "FDP", "Grüne", "SPD" und "CDU" immer noch felsenfest hinter dem MainArbeit-Geschäftsführer Dr. Schulze-Böing. Was muss eigentlich noch passieren, dass sich das gravierend ändert? Ob die aufziehenden hessischen Kommunalwahlen in gut zwei Jahren hieran etwas ändern werden?

Sicherlich wird sich Oberbürgermeister Schneider (der viel auf seine ver.di-Mitgliedschaft gibt) in diesem Zusammenhang schon jetzt freuen, Ihre Meinung zu hören oder per E-Mail zugeschickt zu bekommen: Link zur Kontaktseite der Stadt Offenbach.]

 3. Okt. 2014

Offener Brief an Oberbürgermeister Schneider

Sehr geehrter Herr Schneider,

Letzte Woche wandten sich vier Offenbacher Bürger, die bei der MainArbeit Leistungen beziehen oder bezogen haben an mich, um Unterstützung bei der Kommunikation mit dem Jobcenter zu bekommen.

Da sich in der Vergangenheit sowohl der Geschäftsführer des Jobcenters Hr. Schulze-Böing als auch der Sozialdezernent Felix Schwenke niemals in der Lage sahen, meine Anfragen zu beantworten, darf ich heute Sie als Oberbürgermeister um einen Gesprächstermin bitten, um vier aktuelle Problemfälle bei der MainArbeit zu erörtern.

Im Folgenden seien die vier Fälle schon einmal kurz geschildert, damit Sie sich auf unseren Termin ausreichend vorbereiten können.

Weiterlesen »


Initiative auf Naxos: Studio für junge Künstler*innen

Willy Praml, sein Team und das Theater auf Naxos ist inzwischen eine Frankfurter Kulturinstitution.  Spiele an ungewöhnlichen Orten, mitten in der Stadt, mit Laienpublikum und neuartigen Inszenierungen in der alten Naxos-Halle, einer ehemaligen Metallfabrik skizzieren seit dem Jahr 2000 die ganze Breite der Aktivitäten des Theater Willy Praml im Ostend.

Nachdem das Theater auf Naxos bereits letztes Jahr eine Kooperation mit dem “Lab” versuchte, soll es dieses Jahr zwischen Oktober und Dezember die Spielstätte für eine ganze Reihe junger Künstler*innen aus Hessen sein. Sie bieten zwischen dem 15. Oktober und dem 30. November ein Programm aus Theater-, Musik- und Performance-Projekten.

Die meisten Beteiligten kommen aus theaterwissenschaftlichen Fachbereichen rund um RheinMain, aus Frankfurt und Offenbach, Wiesbaden und Gießen. Sie stehen kurz vor dem Studienabschluß oder haben ihn bereits hinter sich. Und es geht ihnen um möglichst viel praktische Erfahrung, den ganzen Bereich einer Theaterproduktion und ihr Umfeld, um neue Formen und Stilmittel. Und es geht um die Beschäftigung mit den eigenen Lebens- und Arbeitsbedingungen, die wie viele andere von einer gewissen Prekarität geprägt sind. Aber: wann war das beim Theater der “freien Szene” schon wirklich anders?

Mit dem guten Dutzend Teams und lockeren Gruppen soll eine Vielzahl Veranstaltungsformen durch Naxos ziehen. Neben den musikalisch zentrierten Aufführungen drehen sich die meisten um Erfahrungen in einer Geldzivilisation, die es sich meist zu leicht mit sich macht, oder zu schwer zu ihrer praktischen Kritik kommt. Bei Neuinterpretationen von Shakespeare als Zivilisationskritiker oder mitten im Kampf der “Blauen gegen die Grünen” soll das Publikum Spielarten unserer wohlgeordneten Gewalt erfahren.

Die Brüche zwischen Subjekt und Gemeinschaft werden mit autistischen Kindern verfolgt, die vielleicht Machtformen herauspräparieren, die anschließend in Lecture-Performances rund um Kapital, Kunst und Widerstand ausbuchstabiert werden – zumindest prinzipiell.

Die Gruppe Arty Chock geht fürs Geld gar raus aus dem Theater, und führt “Money Talks” direkt an verschiedenen Orten in der Stadt vor: viel Geld wird hier schließlich an jeder zweiten Ecke bewegt.

Die Gruppen haben als Initiative “studioNAXOS” sogar noch mehr vor: sie möchten ihre Arbeit einer laufenden Ko-Kritik unterziehen, andere Theatermacher von Instituten zu Proben einladen und sich Einwänden stellen. In diesem Sinne könnte studioNAXOS als Versuch einer dauerhaften Plattform für junge Künstler*innen der freien Szene gelten.

Dazu ist allerdings mehr nötig als eine Fall-zu-Fall Projektfinanzierung, auf die auch das Theater Praml seit eineinhalb Jahrzehnten angewiesen ist. Es ist zu hoffen, dass dies in Frankfurt nicht als Nulllsummenspiel in der freien Szene funktioniert, wo den einem gegeben wird, was den anderen genommen wurde – oder sogar noch weniger.

Programm des studioNAXOS


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.