Frankfurter Gemeine Zeitung

Neue Dorfumgehung für HartzIV Empfänger

Wir alle wissen es, seitdem Bayern sein politisches Jahrhundertprojekt, die PKW-Maut forciert: die Infrastruktur in Deutschland ist hinüber, für Dutzende Millionen Autos ruckelt es hier und dort zuweilen.

Wegweisende Projekte für die Förderung kommen deshalb auch aus Bayern, und Mittelfranken prescht für Umgehungsstraßen (Infrastruktur!) besonders weit nach vorne: Die Gemeinde Reichenschwand hat gut 2.000 Einwohner, und für sie wird ein Umgehungstunnel geplant, der glatte 80 Millionen Euro kosten und Reichenschwand “erlösen” soll. Wat mut, dat mut. “Ist die einzig gangbare Lösung”.

Vermutlich wurden die 80 Millionen für den Dorftunnel in Berlin als Richtwert für eine aktuelle Entscheidung genommen: 8 Euro im Monat gibt es bald mehr für HartzIV Empfänger, mithin für eine Million HartzIV Empfänger ungefähr soviel im Jahr, wie der Reichenschwander Tunnel kosten soll.

Anders gewendet: wenn die paar Reichenschwander denn auf ihr gelegentliches Tunnelfeeling verzichten würden, könnten eine Million HartzIV Empfänger nächstes Jahr glatt doppelt soviel dazu bekommen. Jeder einzelne Reichenschwander für 500 Empfänger.

Aber das wär vermutlich ungerecht.


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