Frankfurter Gemeine Zeitung

Linken-Presseerklärung: Studie zeigt, Fluglärm benachteiligt die schulische Entwicklung von …

Bildschirmfoto vom Waldbesetzungsblog, 29. Ok. 2014

Wie gesund der Kapitalismus ist, hier in der Ausprägung akustischer Umweltverschmutzung, zeigt die nachfolgende Presseerklärung der Linksfraktion im hessischen Landtag. Sie handelt (emotional anrührend) von (Grundschul)Kindern (unsere Kinder, unsere Zukunft, die wehrlosen Kleinen), betrifft aber uns alle. Fluglärm schädigt schließlich alle. Es heißt Arbeitsplätze (am Flughafen) sichern unsere Existenz, unser Überleben, unser Wohlstand. Doch was bringen Arbeitsplätze, die sich am Profit, dem Motor des Kapitalismus ausrichten, aber Leben ruinieren, zerstören und letztlich töten? …

Genug der Polemik, hier jetzt in voller Länge die ein klein wenig lauwarm geratene Presseerklärung der Linksfraktion im hessischem Landtag:

NORAH-Studie belegt: Fluglärm benachteiligt die schulische Entwicklung von Grundschulkindern

Zur Vorstellung der Ergebnisse der sogenannten Kinderstudie – im Rahmen der NORAH-Studie des Umwelt- und Nachbarschaftshauses (UNH) – erklärt Hermann Schaus, innenpolitischer Sprecher und Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Die Studie belegt ganz deutlich, was viele Mediziner seit Jahren sagen: Fluglärm beeinträchtigt die Leseleistung bei Grundschulkindern und ist Ursache für eine als schlechter empfundene Lebensqualität im Rhein-Main-Gebiet. Die wissenschaftlichen Ergebnisse bestätigen damit auch die Erfahrungen von Eltern und Lehrern: Fluglärm im Klassenzimmer und im Elternhaus ist der Konzentration abträglich und beeinträchtigt die Entwicklung der Kinder.“

Um die Kinder in ihrer schulischen Entwicklung nicht zu benachteiligen und ihre Gesundheit nicht weiter zu gefährden, müsse es dringend leiser werden, so Schaus. Und zwar nicht nur durch ein längeres Nachtflugverbot, sondern auch am Tag. Notwendig seien ein besserer Aktiver Schallschutz und ein Lärmdeckel weit unter dem aktuellen Niveau.

Schaus: „Es ist überfällig, dass aus der Studie Schlüsse gezogen und Handlungsempfehlungen gegeben werden. Die Ergebnisse zwingen zum Handeln. Dass die Gruppe der Kinder, die regelmäßig unter Lärm von wenigstens 55 Dezibel leiden, mehr Medikamente verschrieben bekommt, dürfte viele Eltern zusätzlich verunsichern. Die Studie wirft einige entscheidende Fragen auf, die dringend beantwortet werden müssen: um welche Medikamente handelt es sich, die vermehrt verordnet werden. Welche Schäden tragen Menschen davon, wenn sie von ihrer Kindheit an bis ins Jugend- oder Erwachsenenalter erheblichem Lärm ausgesetzt sind?

Passiver Schallschutz für das Klassenzimmer reicht nicht aus, um die Beeinträchtigungen der Kinder zu kompensieren. Spätestens jetzt hat Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) auch eine rechtliche Handhabe, den Fluglärm zu deckeln. Die Gesundheit Hunderttausender ist wichtiger als die Profite von Fraport und der Luftfahrtunternehmen.“

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Erste Reaktion der Landesregierung1:

Die Landesregierung erkennt den Zusammenhang zwischen Fluglärmbelastung und verminderter Leseleitung bei Grundschülern an. Das ist ein Fortschritt, hat die vorhergehende Landesregierung den Zusammenhang zwischen Gesundheitsgefährdungen und Fluglärm nie zugeben wollen. Der Staatssekretär Michael Bußer empfahl als Sofortmaßnahme gegen den „moderaten Lernrückstand“ der Kinder, diese doch einfach „mehr lesen zu lassen“. Wir finden diesen Vorschlag einfach nur zynisch.

1 E-Mail von Achim Lotz (Mitarbeiter der Linksfraktion im Hessischen Landtag)  vom 4. Nov. 2014.

- Crosspost -


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