Frankfurter Gemeine Zeitung

Ostdeutsche Geschichten: Spielarten Berliner Neo-Preussentums

Eine Fußnote um die “Wendehälse” zwischen Ost und West in Deutschland sei ob des aktuellen Medienhypes um Mauern erlaubt.

Die DDR hat uns manche hinterlassen, die sich prima in das neue Preußentum in Berlin einpassen. Die alten Mitläufer großer Karriere, den zeitgeistigen Militärpfarrer Gauck und die regierende Wirtschaftsphysikerin Merkel kennen wir bestens, und Resteuropa graust genug vor ihnen. Dazu kommt noch ein Ex-DDR Bänkelsänger, der sich in seiner Jugend links-gewirkt in West-Germany einen Namen als anti-preussischer Widerständler machte. Der bornierten Staatsräson im Osten stieß das auf, und sie verbannte ihn über die Mauer in den Westen.

Das ist 40 Jahre her, und wie so viele im goldenen Westen machte er den vehementen Schwenk von links nach rechts mit, der in den letzten Jahrzehnten so viele links-kulturelle Sternchen hierzulande beglückte – gerade in Frankfurt kennen wir dieses Phänomen zur Genüge. Im Gesamtdeutschen wirkt Biermann immer noch, heute eher in der Art “Empört euch” mit Lodenmantel.

Der Barde, dessen Ruf und Bekanntheit sich im wesentlichen allein auf seine müpfigen Jugendstücke gründet, begreift es heute altersbesoffen als mutig, im besten Einklang mit neu-preussischer Staatsräson und deren Schutzwall auf das bißchen Opposition einzuschlagen, das sich hier und dort noch findet.

Drachentöter nennt er sich, meint aber “Man wird doch mal sagen dürfen”, wie es seine neokonservativen Freunde im Geiste Sarrazin und Broder auszudrücken pflegen. Der Barde hat einen Ostgeist bei sich selbst bestens konserviert, der als wohlgefälliger Machtopportunismus gerade in die deutsche Geschichte seit langem einging.

Solches Gebräu passt bestens zur Attitude Gaucks, der kürzlich zur Führungsriege deutscher Großbanken dozierte, dass das große Unheil der DDR darin bestand, dass in ihren Banken nicht die Richtigen saßen – so wie hier jetzt. Derartige Statements vorauseilenden Gehorsams führten selbst beim Deutschen Bankentag zu einiger Verblüffung, und zwar ohne Liedbeigabe.

Ich verweise auf einen treffenden Kommentar zu Biermann im Bundestag in der taz: “Zentrum für politische Hässlichkeit


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