Frankfurter Gemeine Zeitung

Blockupy ist wieder in der Stadt

Ab heute vier Tage Festival mit Diskussion, Kultur und Aktion

Podiumsdiskussionen:
+ “Die Macht und ihre Plätze – Streifzüge durch ein linkes  Europa”; Donnerstag , 20.11., 20 Uhr, DGB-Haus, Wilhelm-Leuschnerstr. 69-77, Frankfurt
+ “Sieben Jahre Krise in Europa – Kontroverse Erklärungen und   Perspektiven”; Freitag, 21.11., 20 Uhr, Haus der Jugend, Deutschherrnufer 12, Frankfurt

Kundgebung und Demo:
+ Umzug zur neuen EZB – wir packen mit an!; Samstag, 22. 11.  14 Uhr, Paulsplatz, Frankfurt

Blockupy ist wieder in der Stadt: Von heute an vier Tage lang kommen Aktivistinnen und Aktivisten aus ganz Europa zu einem internationalen  Festival unter dem Motto “Talk, dance, act – runter vom Balkon!” in  Frankfurt zusammen. Gemeinsam mit allen Interessierten wollen sie  weitere Schritte gegen die europaweite Verarmungspolitik beraten,  miteinander feiern und sich einstimmen auf den Protest gegen die  Eröffnungsfeier der Europäischen Zentralbank in 2015.

Auf dem Programm stehen zwei große Podiumsdiskussionen, zahlreiche Arbeitsgruppen und Workshops, viel Kultur und ein aktivistischer Umzug  zum neuen Gebäude der EZB am Samstag.

Los geht es am heutigen Donnerstag um 20 Uhr mit einer Podiumsdiskussion über “Die Macht und ihre Plätze – Streifzüge durch ein linkes Europa” im  DGB-Haus. Costas Douzinas, Andrea Ypsilanti (Institut Solidarische Moderne) und Sandro Mezzadra (Euronomade) gehen der Frage nach, wie eine transnationale politische Strategie zwischen sozialen Bewegungen, Parlamenten und Regierungen aussehen könnte.

Bei einer weiteren Podiumsdiskussion über ” Sieben Jahre Krise in Europa – Kontroverse Erklärungen und Perspektiven” am Freitagabend ab 20 Uhr im Haus der Jugend debattieren Ulrike Herrmann (Taz) und Jannis Milios (TU Athen, Syriza) emanzipatorische Wege aus der Krise.

“Umzug zur neuen EZB – wir packen mit an!” lautet das Motto der aktivistischen Demonstration am Samstag, die um 14 Uhr mit einer Kundgebung am Paulsplatz startet. Blockupy-Sprecher Christian Linden: “Während viele Menschen in Südeuropa weiterhin gegen die Verarmungs- und  Verelendungspolitik der Troika rebellieren, zieht die EZB in ihren neuen Palast ein. Dagegen ziehen wir auf die Straße: Wir machen selbst einen Umzug zur neuen EZB und bringen ihr – in und mit Umzugskartons – all das
zurück, was auf den Müllhaufen der Geschichte gehört.”

Blockupy ist Teil eines europaweiten Netzwerks und wird koordiniert von vielfältigen sozialen Bewegungen, Gewerkschaften, Parteien und Flüchtlingsinitiativen aus Italien, Spanien, Griechenland, Belgien, Niederlande, Dänemark Frankreich und anderen Ländern. Das bundesweite Blockupy-Bündnis wird getragen von Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener emanzipatorischer Gruppen und Organisationen, darunter die Interventionistische Linke, Attac, Occupy Frankfurt, Gewerkschaften, Jugend- und Studierendenverbände, das Erwerbslosen-Forum Deutschland, die Partei Die Linke, das Netzwerk Friedenskooperative und das Bündnis “Ums Ganze”.

Das Blockupy-Festival:
http://blockupy.org/festival2014/

Programm:
http://blockupy.org/festival2014/programm


Der DGB, die Polizei und Blockupy…

Demonstrantin auf Liegefahrrad
vor Beginn der Blockupy-Demo am
1. Juni 2013 (alle Fotos:
eigene Archivbilder)

Hintergrund dieses Textes sind die Geschehnisse am 1. Juni 2013, die in der Einkesselung von rund 800 Männern, Frauen und Kindern in der unmittelbaren Nähe der EZB  in Frankfurt am Main gipfelten, und die bevorstehenden Tage: Vom 20. bis 23. November 2014 werden zahlreiche Polizeikräfte in Frankfurt am Main eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel “Frankfurter Blockupy Festival” begleiten. Hierüber hinaus wirft die EZB-Eröffnung 2015 bereits ihre Schatten.

Boris Rhein (CDU), am 1. Juni 2013 hessischer Innenminister, wollte anscheinend um jeden Preis – Vereinbarung mit der EZB? – die Fortführung der friedfertigen und für diesen Tag angemeldeten Blockupy-Demonstration verhindern und veranlasste die Einkesselung – Es ist kaum anzunehmen, dass die Einkesselung ohne Rheins Kenntnis und Billigung bzw. Anordnung statt fand (Frankfurter Kessel, auch als Blockupy-Kessel bezeichnet). Selbstverständlich bekam Rhein, immer noch als hessischer Landesminister Staatsknete verdienend – den Grünen sei Dank -, vor dem frankfurter Verwaltungsgericht recht. Dumm gelaufen, dass zahlreiche “Journalisten” hautnah persönlich die Einkesselung live miterleben mußten. So heißt es selbst in der inzwischen weitgehend neoliberalen Frankfurter Rundschau beiläufig und dennoch entlarvend:

Die Hubschrauberaufnahmen zeigen eine durch und durch friedliche Demonstration, die plötzlich von mehreren Linien weiß- und schwarzbehelmter Polizisten umzingelt wird. Zumindest strategisch eine Meisterleistung, die kaum glauben lässt, dass dieser Kessel auch nur halbwegs spontan zustande gekommen sein könnte.

Weiterlesen »


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.