Frankfurter Gemeine Zeitung

An alle Patrioten

Ich habe so oft mit Leuten diskutiert, die sich selbst als „deutsche Patrioten“ bezeichneten und sich beklagten, dass es so „deutschenfeindlich“ zugehen würde, man uns „den Nationalstolz verbieten“ würde u.s.w.
Diese ganzen hohlen Phrasen.
Doch wenn ich mal einen dieser „Patrioten“ fragte, ob er denn ein gutes deutsches Wanderlied oder ein gutes Sauerbratenrezept kenne, dann mussten diese „Patrioten“ meistens passen.
Auch von deutscher Geschichte oder deutschem Wein hatten diese Leute meist erstaunlich wenig Ahnung.

Scheinbar ist das, was landläufig als „deutscher Patriotismus“ firmiert, nur darauf fixiert, sich gegen Andere (Moslems, Linke, Flüchtlinge u.s.w.) zu richten. Irgendwelche deutschen Kulturgüter, die vielleicht tatsächlich bewahrenswert wären, kennen die PEGIDA/HoGeSa-Idioten, Sarrazinisten und „Mal-sagen-Dürfer“ meist gar nicht.
Wenn solche Patrioten wirklich wollen, dass die deutsche Kultur nicht untergeht, so sollten sie sich vielleicht einfach mal mit ihr beschäftigen.
Sie könnten Mitglied im Gesangs- oder Trachtenverein werden. Sie könnten lernen, wie man Sauerkraut und Klöße (nicht aus der Packung!) herstellt. Sie könnten mal durch Deutschland wandern und schöne Regionen wie die Fränkische Schweiz erkunden. Sie könnten sich ehrenamtlich in der Denkmalpflege engagieren.
Dies alles wäre jedenfalls besser, als immer die gleichen beleidigt-blöden Parolen auf Demos von verkappten Nazis zu kläffen oder sie ins Internet zu posaunen.

Vielleicht wäre deutscher Patriotismus nicht ganz so unerträglich, wenn die „Patrioten“ anfangen würden, ihre Kulturgüter zu erhalten, anstatt den Patriotismus nur als Vehikel zur Projektion ihres Hasses gegen alles Fremde zu nutzen.

Ein wirklich aufgeklärter Patriot könnte seinen muslimischen Nachbarn vielleicht sogar zu einem Rinderschmorbraten mit anschließendem Liederabend einladen oder mit ihm auf eine Wandertour durch den Westerwald gehen.
Ein solcher Patriotismus könnte von der Freude leben, das Eigene mit einem Fremden zu teilen. Er könnte gastfreundlich statt ausgrenzend sein.
So lange deutscher Patriotismus aber so nicht ist, so lange will ich kein Patriot werden.


Zum PKK-Verbot, dem Islamischen Staat und den Kriegsursachen…

Aus meiner Sicht hat die Stadtteilgruppe Bornheim-Ostend, eine untere Parteigliederung der Linken in Hessen (Frankfurt a. M.), ein recht interessantes und diskussionswürdiges Papier verabschiedet (November 2014), das ich Euch hier gerne vorstellen möchte. Es ist immer noch aktuell:

Menschen soweit das Auge reicht: Auf der Pro-Kobane-Demo am 1. November 2014, Frankfurt/M. (eigenes Archivfoto)

PKK-Verbot aufheben!
Kapitalistische Ursachen von Krieg und Unterdrückung beseitigen!

Thesen der LINKE-Stadtteilgruppe Bornheim-Ostend:

  1. Das Verbot der PKK muss sofort aufgehoben werden! Es ist zynisch und absurd: Diejenigen, die sich den reaktionären IS-Milizen entgegenstellen, werden hierzulande kriminalisiert. Die PKK als authentische Massenorganisation der Kurdinnen und Kurden muss von der EU-Terrorliste gestrichen werden.
  2. Die imperialistischen Bestrebungen im Nahen Osten sind ursächlich für die Erstarkung des Islamismus in der Region. Seit 2001 führen die USA und ihre Verbündeten einen Krieg gegen den “Terror”, angefangen mit dem Einmarsch in Afghanistan. Auch gegen den Irak wurde 2003 ein Krieg geführt – unter fadenscheinigen Vorwänden. Die politische Situation im Nahen Osten – speziell im Irak – wird immer instabiler. Übrigens wurde Saddam Hussein in den 80er Jahren noch massiv unterstützt im Krieg gegen den Iran – von den USA, von Frankreich, und auch von Deutschland! Der Freund der USA wurde zu seinem Feind, das Land durch einen verbrecherischen Krieg verwüstet, das Regime durch ein anderes ersetzt. Das Entstehen und Erstarken der IS ist eine direkte Folge dieser US-Militärintervention. Weiterlesen »

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