Frankfurter Gemeine Zeitung

Gut, dass wir drüber geredet haben – eine Nachlese zu einer Veranstaltung über Wohnungspolitik in Frankfurt am Main.

Der hessische Rundfunk lud ein und gekommen sind der OB der Stadt, der Vorsitzende von Haus & Grund, ein professoraler Immobilien-Ökonom aus Regensburg, der Vertreter des Mieterschutzbundes, mitreden durften auch Vertreter der Nachbarschaftsinitiative NBO und der AG Westend. Um den Ton der Veranstaltung am 3. Dezember  vorzugeben wurden Szenen aus „Frau Lenke wohnt hier nicht mehr“ eingeblendet und der Filmemacher kam auch zu Wort. Ab dann hatte alles Kreide gefressen und suchte nach gemeinsamen Lösungen, zumindest auf dem Podium.

Was blieb?
Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung. Die Fragen sind die gleichen geblieben und das vorherrschende Gefühl ist: gut, dass wir drüber geredet haben. Hat sich gezeigt, dass sich in der Frankfurter Kommunalpolitik und gerade hinsichtlich des Wohnungsproblems in dieser Stadt auch nur ein Jota geändert hat?
Kaum, denn die Aussagen bleiben alle wohlfeil, solange die Entschuldigung für das Ausbleiben von Veränderungen gleich mitgeliefert werden. Der Politiker verweist auf die Mehrheitsverhältnisse, der Vertreter der Grundbesitzer auf die Politik im Allgemeinen, der professorale Immobilien-Ökonom auf die ungenügende Geschwindigkeit der Prozesse, der Vertreter der Mieter*innen kann die Situation nur beschreiben – und bedauern, der Rest äußert seinen Unmut und benennt die Verzweiflung, die sich hier und da breit macht und das Publikum bleibt anständig.

Es greift etwas kurz aber auch nicht völlig daneben, dies als Wahlkampf-Gedöns abzutun, wird es doch offensichtlich, dass außer einem „So geht es nicht weiter“, wenig kommt und sich auch keine Mehrheiten verändern, was aktuell eine Voraussetzung wäre, um überhaupt weitere Bewegung mit Erfolgsaussichten anzustossen. So bleiben auch Vorstösse aus dem Publikum und hier aus dem linken Spektrum marginal, weil auch hier nur allgemeine Überschriften geliefert werden, deren inhaltliche Füllung zwar allgemein akzeptiert, deswegen aber noch lange nicht wirklich angegangen wird.
Ganz umsonst sind solche Veranstaltungen jedoch nicht, denn aus der Notwendigkeit, sich ein Stück abgrenzen zu wollen, werden Informationen herausgegeben, die so nun wirklich nicht fürs breite Publikum gedacht sind, man muss sich nur Mühe geben, sie etwas quer zu lesen.
Weiterlesen »


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.