Frankfurter Gemeine Zeitung

Frankfurter Initiative: “Eine Stadt steht auf! FRAGIDA? Ohne uns!”

In und für Frankfurt hat sich eine Initiative auf Facebook gegründet, die einer Verbreitung fremdenfeindlichen Taumels in Deutschland bis nach Frankfurt hinein Einhalt gebieten möchte:

Eine Stadt steht auf! FRAGIDA? Ohne uns!

Nachdem neueste Medienbefragungen melden, dass die PERIGA-Bewegung angeblich mehr Freund_Innen als Gegner in der Bevölkerung Deutschlands findet, ist es geboten, dem vor Ort entgegen zu treten.

Für Frankfurt gründeten sich ausgeprägt rechtslastige Seiten auf Facebook unter “FRAGIDA”, die den Massenauflauf in Dresden am Main wiederholen möchten. Innerhalb kurzer Zeit erklärten sich allerdings 5.000 Menschen bereit, aktiv gegen entsprechende Demonstrationen in Frankfurt auf der Strasse entgegen zu stehen.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass maßgebliche Medien im Lande an der Stilisierung einer vermeintlichen islamischen Gefahr “für den Westen” hohen Anteil haben.

Während eine Geiselnahme oder ein Attentat mit Islamismus-Verdächtigen bei uns zu einem Weltereignis des TERRRORS gekürt wird, das über 10.000 Kilometer hinweg gleichsam an die eigene Wohnungstür klopft,  verbucht nicht nur die Springerpresse  Auslöschungen von Hochzeitsgesellschaften oder Familien durch Drohnen und Fernlenkraketen für den Machtkanon des Westens als Kollateralschaden weit ab von uns unter “weitere Meldungen”. Von anderen organisierten Verbrechen und Massenmorden ganz zu schweigen.

Derartige Beispiele bis in eine differenzierungsarme und erregungsbereite Parteienpolitik lassen sich leicht fortsetzen. Entscheidend ist, dass die Wahrnehmung von Ereignissen und Zuständen unter einer erheblichen Störung leidet, ein prima Nährboden für den fremdenfeidlichen Taumel.


4 Kommentare zu “Frankfurter Initiative: “Eine Stadt steht auf! FRAGIDA? Ohne uns!””

  1. Geyer

    “Nachdem neueste Medienbefragungen melden, dass die PERIGA-Bewegung angeblich mehr Freund_Innen als Gegner in der Bevölkerung Deutschlands findet, ist es geboten, dem vor Ort entgegen zu treten.”

    Was ist demokratisch daran, sich als Minderheit einer Mehrheit in den Weg zu stellen?
    Liest sich irgendwie faschistisch.

  2. wippi

    Oh je, oh je. Ich empfehle den Gebrauch eines Lexikons.
    Sagt aber einiges ueber die geistige Verfassung dieser “Retter westlicher Zivilisation”. Wie kann sich eine Minderheit einer Mehrheit entgegenstellen? Tja. Schon mal irgendwas von demokratischen Prinzipien gehört, die angeblich verteidigt werden sollen?
    Vermutlich eher islamistischem Autoritarismus nahe… am besten Opposition kalt stellen.

  3. Bernhard Schülke

    fragida* oder pediga* – Zum Thema: Hört Euch bitte den Podcast “WR373 Armleuchter” der Reihe »Wer redet, ist nicht tot!« an.

    * der Großschreibung für unwürdig befunden.

  4. moller

    @Bernhard Schülke: Ich empfinde es allein schon als sehr befremdlich, wenn Medien derartige Akronyme so einfach in ihren Sprachgebrauch übernehmen! Egal ob in Versalien oder in Minuskeln.

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