Frankfurter Gemeine Zeitung

Europas Normalisierung

Die verehrte Charlotte Wiedemann, die selbst viel mehr als die deutsche Provinz und ihre Enklaven kennt, hat einen lesenswerten Artikel über den Niedergang des Abendlandes geschrieben.

Sie markiert allerdings einen Niedergang der europäischen Relevanz, sprich: vieles was global gegenwärtig geschieht, hat uns nicht mehr als Zentrum, sondern seinen Eigensinn und andere Ziele.

Vor allen Dingen scheinen die gewöhlich propagierten Wertmaßstäbe, mit denen wir geschäftlich wie militärisch intervenieren, bis in die Grundfesten irritiert. Ein Zitat aus dem Beitrag verdeutlicht es:
“Faktisch aber werden die Attribute “westlich” und “antiwestlich” immer funktionsloser. Beispiel Säkularität: Darin einen Ausweis demokratischer Gesinnung zu sehen, war schon früher dubios. Die Regierung al-Sisi geht in Ägypten mit einer Härte gegen Homosexuelle vor, die es während der Herrschaft der Muslimbrüder nicht gab.

Das Geheuchel “des Westens” rund um immer obskurere Werte ihrer eigenen Regime verschärft diese Situation weiter.

Der Auftritt rechter Nationalismen quer durch Europa hat gewiß auch mit diesem Gefühl des Verlusts zu tun.
Tja: und selbst Islamisten kümmern sich nicht mehr so viel um uns…

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2014%2F12%2F31%2Fa0101&cHash=f9b6e1a46cbb39b4b7ba25cb4ec7d7a5


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