Frankfurter Gemeine Zeitung

Die Freien Wähler rufen

Am Samstag, den 10.01.um 14 Uhr hat der berüchtigte Huber von den FW zu einer Kundgebung auf der Hauptwache aufgerufen, wo er und seinesgleichen gedenken, ihre rechten Parolen unter das Volk zu bringen.
Mal seh’n, gell!


CHARLIE HEBDO ist CHARLIE

Drei Zeichner von CHARLIE HEBDO (CABU, WOLINSKI und TIGNOUS) sowie der Chefredakteur S. CHARBONNIER (CHARB) sind gestern ermordet worden. CHARB hatte übrigens das Titelblatt der gestrigen Ausgabe gezeichnet: „Immer noch kein Attentat in Frankreich“ mit einem Taliban der entgegnet: „Wartet mal ab: Neujahrswünsche können bis Ende Januar überbracht werden“. Es wurden insgesamt 12 Personen getötet inkl. 2 Polizisten.

CHARLIE HEBDO (der Name ist abgeleitet von Charlie Brown) wurde in den 70er gegründet und ist der Nachfolger von L´Hebdo HARA KIRI ein linksradikales Blatt, das mehrfach verboten wurde und definiert sich als „satirisch, politisch, sozial ohne Werbung“. Bekannt wurde es hierzulande durch die Veröffentlichung der Mohammed-Satire und seine antiklerikale Haltung (rechte katholische Gruppen haben in der Tat 14 mal gegen CHARLIE HEBDO prozessiert).

Unerwähnt bleibt in der Presse, dass Charb, Wolinksi und Tignous mit der Zeitung l´Humanité zusammengearbeitet haben. Dazu ein Ausschnitt aus einem Interview von Charb in der Humanité in Juli 2011: ….“die Humanité ist die einzige Zeitung, wo sich meine Ideen wiederfinden….Die Revolution, man weiss nicht, wann sie stattfinden wird und wohin sie gehen wird….davon abgesehen, dass das Wort Revolution mittlerweile ausschließlich als „arabische Revolution“ gebraucht wird….“. Bernard Maris, Ökonomieprofessor und ausgewiesener Gegner des Neoliberalismus (letzte Bucherscheinung: „Offener Brief an die Gurus der Wirtschaft, die uns für Idioten halten“) schrieb unter dem Name „Onkel Bernhard“ jede Woche eine Kolumne in CHARLIE HEBDO. Er wurde ebenfalls ermordet.

Heute wurde in Frankreich ein Tag der Nationaltrauer ausgerufen. In vielen Unternehmen wurde eine Schweigeminute gehalten, und zwar in der Bankbranche: PARIBAS, Société Générale, in der Tourismusbranche, TUI, in der Aeronautik: DASSAULT AVIATION.

Die Merkels und Hollandes und Co. verurteilten mit Trauermine den Anschlag auf unsere „Freiheit“. Mittlerweile haben sich Tausende für eine – kurzzeitige – Namensänderung entschieden und behaupten, sie seien CHARLIE(ob sie jemals diese Zeitung gelesen haben?).

Ich stelle mir die vier Zeichner vor: sie sitzen auf einer Wolke und amüsieren sich blendend in Anbetracht dieser umfassenden Umarmung und Instrumentalisierung, vielleicht haben sie ihren Stift bereits gezückt…
“Es ist hart von Idioten geliebt zu werden“ heisst es in einer ihrer Karikaturen.

Eins steht fest: eine „Charlisierung“ der Gesellschaft à la CHARLIE HEBDO wird es nicht geben, so wünschenswert dies auch ist.

CHARLIE HEBDO ist CHARLIE HEBDO

Messen, La Marseillaise, für uns ?!? — Es ist hart, von Idioten geliebt zu werden! (“Liberation”, 9. 1.)

 


»Je suis Charlie«: Heute Abend (8. Jan. ’15) Gedenk- und Protestveranstaltung in Frankfurt/M.

Heute, Donnerstag, 8. Jan. 2015, 19:00 Uhr – Frankfurt am Main, Hauptwache

(Die Kundgebung ist angemeldet)

Aus FaceboooK:

Je suis Charlie – Frankfurt gedenkt

Wir sind frei, wir sind Charlie

Wir alle sind geschockt von den Ereignissen in Paris!

Wir wollen unsere Trauer, unsere Wut nicht einfach
alleine verarbeiten, sondern dies mit vielen Menschen gemeinsam machen. Wir wollen das mit der Würde tun, die wir für angemessen halten für diese schier unglaubliche Tat!

Der Angriff auf Menschenleben geht einher mit einem Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Bringt bitte Plakate mit “Je suis charlie” mit. Wir wollen zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen und Satire und Meinungsfreiheit zu unserer Kultur gehören.

Um all dem einen würdigen Rahmen zu geben, bitten wir euch Kerzen, Teelichter etc. mitzubringen.

Wir haben keine Technik, wir wollen leise sein. Sollte es Menschen geben, die Gitarre spielen können oder andere Ideen einbringen möchten, so meldet euch bitte über diese Seite.


Zur F.A.Z.: “Bildung” kostet [Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte]

Es heißt doch so schön: »Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte«. Ob dies auch für Bildschirmfotos gilt?

Wie dem auch sei, sicher ist jedenfalls, dass ein einfacher F.A.Z.-Artikel, den man sich bei genios.de herunter laden kann, vom Betrag her gesehen höher ist als der Anteil der Regelleistung, die einem Leistungsbezieher von Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV) an einem Tag für Essen und Trinken zur Verfügung steht (weniger als 4 €). Möchte ein Hartz-IV-Leistungsbezieher sich einen solchen Artikel leisten, muß er folglich über einen Tag hinaus hungern. Wenn das keine Form der Ausgrenzung ist…

Hier jetzt das Bildschirmfoto:

Bildschirmfoto: vorgefunden auf der Genios-Webseite (2015-01-07).

- Crosspost -


Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt Mediendesign und tech-a • Beiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.