Frankfurter Gemeine Zeitung

Künstler protestieren gegen Pegida – zwei Mitsingstücke…

eigene Dregida-Illustration

Vielleicht kennt Ihr schon den einen oder anderen No-Pegida-Song. Mir sind zwei bekannt: Extra 3 vom NDR ist bekannt für seine Satiren und bezog mit seinem Pegida-Song satirisch Stellung  – Verfremdet wurde Costa Cordalis Schlager »Anita« aus dem Jahr 1984. Die extra-3-ler geben auf der NDR-Homepage zum Besten, dass »die Lügenpresse© endlich den Soundtrack zur Pegida-Bewegung« hier als »Dank« für den Einsatz der Teilnehmer präsentiert. Ein weiterer Song, ein No-Pegida-Reggae-Song, stammt aus einer Gemeinschaftsarbeit der Ska-Reggae-Band Yellow Umbrella, dem Dancehall-Reggae-Sänger Ronny Trettmann und dessen Produzenten Tiny Dawson. Trettmann äußerte in einem taz-Interview, dass er sich für Pegida schäme.

Die zu den Songs zugehörigen Videos findet man wie gewöhnlich bei youtube.com, Ihr könnt sie aber auch hier in der Frankfurter Gemeinen Zeitung anschauen. Zum Mitsummen/-singen habe ich noch die Songtexte hinzugefügt. Den Text zum Extra-3-Song habe ich beim Zuhören mitgeschrieben, der Songtext für den Rapper-Raggae-Song stammt von Don Ricos Weblog.

Es gibt bestimmt noch weitere Pegida-Demonstrationen: Da macht es bestimmt Laune, die Musikstücke einzustudieren und bei Gelegenheit den Pegida-Demonstranten zu präsentieren. Die freuen sich bestimmt!

Hier der Extra-3-Song (bei Youtube hier zu finden // Link zur mp3-Datei bei music-clips.net):

Vorgeplänkel im Video (nachfolgende Hintergrundkommentare lasse ich weg):

wir sind das Volk,
wir sind das Volk!

Ach Du bist das Volk,
na dann…

Der extra-3-Pegida-Songtext, wie ich ihn verstand:

»Man fand sich irgendwo,
in Dresden oder so:
Pegida!
Pegida (Chor)!

Plakat in der Hand,
so retten sie das Abendland.

Da sind schon mal zwei, drei,
Hooligans dabei:
Pegida!
Pegida (Chor)!

Nehmt Euch doch heut
ein kleines bißchen Zeit
für Fremdenfeindlichkeit.

Wir seh’n Euch an:
Ihr seid echt tolerant,
die Herzen voller Liebe.

Die AfDler
brauchen neue Wähler,
die finden sie bei Euch.
woh-oo-oo-woo-hoo.

Dummerweise war
der Chef von Pegida
ein Dealer!
Ein Dealer (Chor)!

Aber egal:
Es weiß doch jedes Kind,
dass Moslems schlimmer sind.

Populisten herbei,
NPD findet’s geil,
haut der Presse eins rein -
Trotzdem wollt Ihr gern Charlie sein.

Deutsche Leitkultur,
garantiert und nur:
Pegida!
Pegida (Chor)!

Ihr habt’s erkannt,
der böse Asylant
macht uns alle krank.«

Wenn der eine oder andere textliche Verbesserungen hat – her damit: Tragt sie bitte als Kommentar ein. Dann haben wir alle etwas davon!

- – -

Der No-Pegida-Reggae-Song (Youtube-Quellenlink // Webseite mit mp3-Datei zum Herunterladen, als zip-Datei komprimiert):

Songtext:

“No PEGIDA!

Pegida, Legida, mal im Ernst ihr tut mir leid,
ist es wirklich der Islam, der euch auf die Straße treibt?
Ich muss euch nur einmal seh’n und weiß sofort Bescheid,
euch reitet Angst, Ignoranz und simpler Futterneid!
Schaut euch doch mal um, müsst ihr euch nicht fragen,
links von euch nur Menschenfeinde, rechts braune Kameraden.
Euer ganzer Mob samt euren Hasstiraden,
erinnern mich an Hoyerswerda, Mölln und Lichtenhagen.

No, nononono, no Pegida!

Ihr habt schon recht, ihr seid das Volk und das ist das Problem,
wenn ich wieder mal im Westen spiel, muss ich mich für euch schäm’n.
Dort wo’s Volk mal helfen kann, macht ihr euch’s bequem,
ich hab schon dran gedacht, mir das säggsch abzugewöhn.
Ich appellier an jeden, der in euern Reihn noch denkt,
was ist los mit euch, warum seid ihr so faktenresistent?
Euer ganzer Hass vergiftet unser Klima,
von Elbflorenz bis LPZ wir sagen No Pegida!

No, nononono, no Pegida!

Hört nicht auf die Brandstifter, fürchtet kein Kopftuch,
macht den Fernseher aus und lest doch mal ‘n Buch.
Wir grüßen jeden Moslem in unserm Heimatland,
der Feind steht ganz woanders und setzt unser Haus in Brand.
Wir brauchen keine radikalen inhumanen Spinner,
wir alle wissen Glaubenskrieg kennt keine Gewinner.
Ihr macht mir wirklich Angst mit euern Deutschlandfahnen,
wo wart ihr als die vom NSU gemordet haben?

Glaubt ihr, dass einer von euch ein größ’res Auto fährt,
wenn man in Berlin das Asylgesetz verschärft?
Mal wieder lauft ihr blind und stumpf den Falschen hinterher,
aber nicht mit uns, Leipzig, Dresden stellt sich quer!
Wir solln unterscheiden zwischen Bürger und Rassist,
dann unterscheidet bitte zwischen Moslem und Islamist.
Euer ganzer Hass vergiftet unser Klima,
von Elbflorenz bis LPZ wir sagen No Pegida!

No, nononono, no Pegida”

- Crosslink -


4 Kommentare zu “Künstler protestieren gegen Pegida – zwei Mitsingstücke…”

  1. Florian K.

    Das ist ja unfair den Pegidisten gegenüber, dass man Musik gegen sie macht.

    Wie der olle Patzelt schon festgestellt hat, haben die Gegner die bessere Musik.

    Daher hier ein Lied für alle Pegidisten zum Mitsingen. Leider gibt es das hier nur in der politisch korrekten Version und Textpassagen wie “Jeder Zuluneger hat sein Bettvorleger, aber unsereiner der hat nix” wurden weggelassen.
    Auch die Strophe “Jeder Hinterinder hat ein Haufen Kinder, aber unsereiner der hat nix” haben uns die politisch korrekten Gutmenschen unterschlagen. Dabei hätte man das ja wohl noch sagen dürfen!!!

    Wer die einfache Melodie kann, der kann sich die einfachen Aussagen aber einfach dazudenken.

    Also für alle Pegidisten zum Mitsingen:

    https://www.youtube.com/watch?v=cWYZ8oxCP9U

  2. gaukler

    Naja, manchmal schleicht sich bei mir ein ganz klein wenig der Verdacht ein, dass sich im Modus des “no pegida” etwas von pegida spiegelt.
    Und dass trotz
    http://www.sueddeutsche.de/politik/kritik-an-politik-und-medien-kolossale-buehne-fuer-die-rassisten-von-pegida-1.2322788
    in Berlin letztlich eitel Freude herrscht, weil sich alle einig sind, dass der Status quo gegen alle möglichen Feinde zu verteidigen ist…

    Siehe auch die lesenswerte Analyse: http://www.rosalux.de/publikationen/publication/41101/rechtspopulistische-fruechte-der-vermarktlichung.html

  3. Don Rico

    Danke für die Verlinkung ;) . Beim Pegida-Song von extra3 würde ich folgende Zeile “auf der Fresse eins rein -” durch “haut der Presse eins rein”, ich habs zumindest so verstanden.

    Die Pegidisten so oft wie möglich durch den Kakao ziehen ist die oberste Pflicht eines jeden besorgten Bürgers :D

  4. Bernhard Schülke

    Hallo »Don Rico«,

    nach mehrmaligem Hören – stimmt: es muß “haut der Presse eins rein” heißen.

    auf der Fresse eins rein” passt aber auch ganz gut.

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