Frankfurter Gemeine Zeitung

BLOCKUPY 2015: Die kurze Amtszeit des Königs Karneval- Von Militanz und ritualisiertem Protest

Am 18.03.2015 konnte man in Frankfurt, mitten im Herzen des verschlafenen Merkel-Deutschlands, Bilder sehen, die man hier schon länger nicht mehr in dieser Intensität gesehen hatte: Brennende Autos, Barrikaden und heftige Straßenschlachten von Morgengrauen an.

Sich hiervon zu distanzieren mag durchaus notwendig sein, dennoch bleibt es eine bequeme Haltung. Natürlich wird es den Kapitalismus nicht stoppen, lokale Infrastruktur wie Straßenbahn-Haltestellen zu zerdeppern und natürlich ist es erst Recht hirnrissig und moralisch verwerflich, Rettungskräfte zu attackieren, indem man Steine auf Feuerwehrautos und Krankenwagen wirft. Politisch gesehen, wird man damit gewiss keinen Blumentopf gewinnen. Und wenn irgendwelche Polizisten nach dem Protest mit Prellungen und Gehirnerschütterung heimgehen müssen, so hat man damit keinesfalls ein wirksames Zeichen gegen Polizeigewalt gesetzt, sondern liefert vielmehr genau jenen repressiven Diskursen die Munition, welche Polizeigewalt hervorbringen und legitimieren.
Das Anzünden von Autos oder das Einwerfen von Scheiben wird den Otto-Normalverbraucher gewiss nicht zur Solidarisierung mit dem Protest motivieren, sondern zum genauen Gegenteil.

Diese Erkenntnisse sind allerdings so trivial, dass ich mich hier nicht weiter mit ihnen beschäftigen will.
Die Frage nach der politischen Militanz bleibt nämlich eine interessante und sie ist keinesfalls durch ein einfaches Gut-Böse-Schema im Sinne von „hier die friedlichen Demonstranten und dort die unverbesserlichen Randalierer“ zu lösen.
Tatsächlich ist nämlich ein Protest, dem keine gesellschaftliche Sprengkraft innewohnt, ein wirkungsloser Protest, der über das wohlfeile „ein Zeichen setzen gegen Pegida/Kapitalismus/Rassismus/Whatever“ nicht hinauskommt.
Kurzum: Ein Protest der nichts lahmlegt, der keine Abläufe stört, der niemandem unbequem ist, vor dem keiner Angst haben muss, ist sich selbst genüge. Er ist ein Ritual, welches nicht die Kraft hat, die Verhältnisse zu ändern, sondern vielmehr die Verhältnisse dadurch zementiert, dass er Widerstandspotentiale gesellschaftskonform integriert.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund protestierte etwa zeitgleich mit den Ausschreitungen rund um die EZB friedlich auf dem Römerberg und distanzierte sich hierbei natürlich simpel, reflexhaft und konsensfähig von jeder Gewalt. Dennoch sollte auch ein Gewerkschaftsfunktionär nicht vergessen, dass die Tatsache, dass es heutzutage überhaupt so etwas wie einen Deutschen Gewerkschaftsbund geben kann, den politischen Kämpfen vergangener Zeiten zu verdanken ist und dass diese Kämpfe eben nicht in Form von „friedlichen Demonstrationen“ mit Lichterketten und bunten Luftballons geführt wurden, sondern auf Barrikaden.
Soziale Rechte wurden der Bevölkerung immer erst dann zugestanden, wenn den Mächtigen der Arsch gehörig auf Grundeis ging. Ein Bismarck hätte beispielsweise ohne die Angst vor einer militanten Arbeiterbewegung niemals daran gedacht, ein mehr oder weniger flächendeckendes Sozialversicherungssystem für die Arbeiter einzuführen. Und wer noch weiter gehen will, wer nicht nur von den Mächtigen Rechte zugestanden bekommen will, sondern die Machtverhältnisse in Gänze angreifen will, der wird um Formen der Militanz kaum herumkommen.
Die Mechanismen heutiger globalisierter Ökonomie, sowie die unüberbrückbaren Distanzen zwischen den Mächtigen und den Ohnmächtigen, machen die politische Militanz in ihrer straßenorientierten Form dennoch zu einer unwirksamen bis kontraproduktiven Farce.

Von seiner erhabenen Position aus kann ein Anshu Jain ein mondän-großzügiges Verständnis für die Proteste äußern, selbst wenn auf Frankfurter Straßen die Autos brennen. Sein eigenes Auto wird gewiss nicht dabei sein und wenn doch, könnte er schnell einen Mietwagen nehmen und den Verlust von der Steuer absetzen. Ein Anshu Jain wird ungeachtet aller Barrikaden stets dorthin kommen wo er will.
Während der Durchschnittsbürger aufgrund der lahmgelegten öffentlichen Verkehrsmittel zu spät zur Arbeit kommt, machen die Führungsetagen der Banken und Konzerne ihren Job weit entfernt von den protestierenden Massen, den genervten Pendlern und den in ihren Uniformen schwitzenden Polizisten unbehelligt weiter. Die Kosten für kaputtrandalierte Straßenbahnen werden einfach bei der nächsten Preiserhöhung des RMV auf die Fahrgäste umgelegt und die Bild-Zeitung kann ihren zahlreichen Lesern selbstgefällig vorrechnen, was die „Blockupy-Chaoten“ den Steuerzahler gekostet haben.

Angesichts dieser Verhältnisse sind die brennende Barrikade und der geworfene Pflasterstein anachronistisch und haben längst nichts mehr mit einer militant linken Position zu tun. Sie sind vielmehr ebenso zu Politritualen geworden, wie Lichterketten und die alljährliche Maidemonstration, zu der sich die linke Szene zwecks Nabelschau, Selbstvergewisserung und Traditionspflege trifft. Die geradezu tragikomische Hilf- und Nutzlosigkeit ritualisierter Randale ließ sich nur allzu gut an den Chaostagen beobachten, jenen folkloristischen Punker-Festen, die früher mal in zahlreichen Städten stattfanden und von denen inzwischen wirklich keiner mehr spricht.
Wer noch immer in Bezug auf antikapitalistische Proteste wie Blockupy die Meinung vertritt, dass sich auf den Barrikaden sehr wohl noch etwas erreichen ließe und dies damit begründet, dass der militante Kampf auf der Straße auf dem Maidan oder im arabischen Frühling durchaus Erfolge gezeigt habe, der verkennt einen wichtigen Unterschied. Barrikadenkämpfe mögen sich zwar als Mittel bewährt haben, bestimmte diktatorische Nationalregierungen wegzuputschen (und oftmals durch andere Diktatoren zu ersetzen), aber den Kampf „ums Ganze“ wird man mit ihnen kaum gewinnen können.
Dem Kapitalismus macht es im Gegensatz zu einem klassischen Diktator herzlich wenig aus, wenn man seine Schergen verprügelt oder seine Denkmäler umstürzt. Es erweist sich hingegen sogar als kontraproduktiv und lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit weg von den eigentlichen Krisen hin zur puren Sensation um die Randale und zu letztlich fruchtlosen Diskussionen über die Schuldfrage an der Eskalation oder die Rechtfertigung bzw. Nichtrechtfertigung politischer Gewalt.

So waren auch die Ausschreitungen bei den Blockupy-Protesten eine durch und durch systemkonforme und karnevaleske Angelegenheit, in der (berechtigter) Zorn ausagiert wurde, anstatt ihn in tatsächliche gesellschaftliche Veränderung zu transformieren.
Das karnevaleske Element ließ sich denn auch gut in einigen der Aufrufe zu Blockupy-Demo erkennen, in denen Arbeitnehmer zum Blaumachen und Schüler zum Schuleschwänzen aufgefordert wurden, um an den Protesten teilzunehmen. Die Arbeitnehmer und Schüler werden nach einer solchen Veranstaltung wieder an ihre Arbeitsplätze und Schulen zurückgehen, im Bewusstsein, gegen die immer zudringlicher werdende Kapitalisierung aller Lebensbereiche, ihr Möglichstes getan zu haben. Nach dem kollektiven und emotional befreienden Ausrasten kommt aber bloß die Fastenzeit. König Karneval durfte einen tollen Tag regieren, doch danach wird seine Puppe verbrannt. Es werden ein paar Häupter mit seiner Asche bestreut und die Karnevalsvereine beginnen mit der Vorbereitung der nächsten „tollen Tage“ im nächsten Jahr.

Ein militantes politisches Bewusstsein hingegen würde die politische Aktion nicht aus den Arbeitsstätten hinaus in einen letztlich abgezirkelten und eingehegten öffentlichen Raum tragen, sondern sich dort betätigen, wo die kapitalistische Gesellschaft sich in ihrer hierarchischsten und klarsten Form zeigt, nämlich genau in den Schulen, Arbeitsstätten u.s.w.
Hier allerdings werden naturgemäß auch viele der sonst so militanten Linken zurückschrecken, denn hier geht es wirklich um die eigene wirtschaftliche Existenz.

Militanz in diesem Sinne müsste noch nicht einmal bedeuten, körperliche Gewalt anzuwenden und dennoch wäre sie eine Militanz im Sinne einer politischen Haltung, die kompromisslos das Äußerste wagt. Wer sich beispielsweise entschlösse, aufgrund der ungerechtfertigten Kündigung eines Arbeitskollegen einen spontanen solidarischen Protest zu starten und im Clownskostüm mit einer Vuvuzela bewaffnet in das Personalbüro seiner Firma zu stürmen um dort so lange die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen, bis man ihn in Handschellen abtransportierte, dem wäre nicht nur die Kündigung sicher, sondern er könnte nach den gegenwärtigen Verhältnissen auch weder auf die Solidarität seiner Arbeitskollegen, noch auf die der institutionalisierten Träger der Solidarität (Gewerkschaften, Betriebsräte) bauen. Dies gälte es zu ändern. Denn wo kämen wir da hin, wenn das alle täten? Nun ja… vielleicht raus aus dem Kapitalismus…

Eine derartige Solidarität wäre in jedem Fall militanter, als im DB-Sonderzug aus Berlin zu den fröhlichen „EZB-Chaostagen“ in Frankfurt anzureisen, ein Bisschen Räuber und Gendarm zu spielen, noch ein paar Tage in der Jugendherberge zu verbringen, Sightseeing in der Stadt zu betreiben und ordentlich auf der Zeil shoppen zu gehen, um dann wieder abzureisen und weiter an der eigenen wirtschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Karriere zu stricken.


16 Kommentare zu “BLOCKUPY 2015: Die kurze Amtszeit des Königs Karneval- Von Militanz und ritualisiertem Protest”

  1. Merzmensch

    Und hier auch: Ritual, ja genau so isses, genauso wie bei den Katholiken die Sünden-Amnestie in Form von Indulgenzen monetarisiert wurde, werden hier die völlig falschen Objekte destruiert, die Bushaltestellen zerschmettert und Müllcontainer angezündet. Damit man dann ruhigen Gewissens aufatmet, und weiter in das Simulacrum der freiheitlichen Demokratie einsteigt.

    Die Frage bleibt, mit welchen Mitteln und Verfahren könnte man die eigentliche Zielgruppe erreichen, über die Köpfe des im gecancelten Bus steckenden Präkariats.

    Der Aktionismus ohne klare Zielsetzung schiesst an das Ziel vorbei und die dadurch entstehenden Kollateralschaden sind sowas von kontraproduktiv für die ganze Protestbewegung.

    Was aber viel Mutiger wäre: auszusteigen. Aus dem Konsum-Loop. Aus den gesellschaftlichen Zwängen. Aus der einschläfernden Bequemlichkeit (die Geheimwaffe des Kapitals). Aber wer kann das schon, auf Apple-Watch, Zeil-Shopping und Social Networks zu verzichten? Sogar der Thoreau ist zurück gekommen.

    Es gibt bestimmt einen dritten Weg.

  2. Das revolutionäre humanistische Kapital des Kapitals | psychosputnik

    [...] BLOCKUPY 2015: Die kurze Amtszeit des Königs Karneval- Von Militanz und ritualisiertem Protest [...]

  3. gaukler

    Lieber Flo K.: ja, die unsinnigen Rituale, ob mit oder ohne Tumult. Mehr als 2, 3 Seitenstrassen um die EZB betrafen die “heftigen Strassenschlachten” kaum. Allerdings verkörpern alle Rituale Sinn wie Unsinn, je nach Perspektiven und Varianten.

    Das ändert wenig an der Gesamtdiagnose: Viele deiner Bemerkungen treffen genau das breitere politische Problem.
    Dazu noch 2 Bemerkungen.
    Zum einen: Vielleicht sollte sich politische Bewegungen noch klarer darüber werden, wie sie mit den recht verschiedenen Gewaltformen bei Großveranstaltungen umgehen, denn diese reichen von blinden Hooligans bis zu Gewaltexzessen der Exekutive. Dazu gehört deren mächtige Verwertung durch die Leitmedien. Es gibt eben eine Vielzahl von Gewaltformen, akzeptierte und nicht-akzeptierte, offensichtliche und verdeckte. Die geläufigen Sinne dafür sind wenig entwickelt, ein Problem subversiver Bewegungen, das sich in den medialen Mechanismen fortsetzt.

    Zum zweiten: das “Karnevaleske” der Bewegung, eine Diagnose, die auf die meisten “Kampagnen” zutrifft und sie nahe an Events wie Public Viewing oder “Nike place” bringt. Solcher Habit ist ein Zeichen der Schwäche, da in einem echten Untertanen-Land wie Germany die vielen kleinen Bewegungen und ihre Vernetzungen so schwierig sind. So sind Events wie Blockupy zum einen Substitute dessen, dann eine Vergewisserung, dass es noch ein paar mehr gibt, und zudem der hilflose Versuch, “Outsider” zu “mobilisieren”.
    Zugegeben: recht wirkungslos gegen den ganz großen Karneval der um uns von früh bis in die Nacht wogt, und uns selbst im Dauerdruck noch ein bißchen happy sein lässt.

    Ein wichtiges Problem auch bei deinen Ausführungen: der Anfang, lässt sich grundsätzlich eines gegen anderes ausspielen? Es kann, sollte durchaus Versammlungen geben, gerade auch dann, wenn es um die “echten militanten” Auseinandersetzungen um Betriebe und alltägliche Lebenskontrolle geht. Das gilt insbesondere dann, wenn die Arbeitsbedingungen nicht mehr einfach durch räumliche Grenzen, sondern durch “prekäre”, weit verteilte und gelenkte Aktivitäten bestimmt werden.
    Wir wissen doch bestens, wie schwer es ist, die Energie selbst für kleinste Unbootmäßigkeiten oder Aktivitäten aufzubringen, die nicht direkt im normalen Belohnungssystem verankert sind. Und dann noch aus vereinzelten Aktivitäten mehr und länger etwas aufspannen.
    Und deswegen gibt es auch ein Problem damit, sich in den ganz großen Kanon derer einzuordnen, die sich jeglichem Konflikt verweigern, etwa mit: bringt eh nix, nicht fertig durchdacht, falsches Ziel, keine eindeutige Agenda, althergebrachte Rituale, kommt bei Publikum nicht immer gut an, doch nur Tumult…, bis zu den Haßsprüchen, die im Web so wunderbar leicht zu zirkulieren sind.

    Lieber Merzmensch: zu den “Ritualen” gehört auch das “Aussteigen” schon lange, ist sogar ein lohnendes Geschäftsmodell.
    Und “Exit” ist schwer als dauerhafte Massenstrategie denkbar.
    Oder es müssten ganz neue Konzepte dafür her.

  4. Wohlgemuth

    Dann lassen wir doch mal einen Beteiligten zu Worte kommen:

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/965349.gewalt.html

  5. Florian K.

    Ich finde den Beteiligten, der in dem von Dir zitierten Artikel zu Wort kommt, an manchen Stellen etwas gruselig. Zumindest in den ersten Absätzen liest man doch recht deutlich die Mischung aus Adrenalin und Testosteron heraus, die bei dem (wahrscheinlich) jungen Mann wohl noch immer im Hirn nachpulsiert.
    In den letzten Absätzen finden sich dann aber doch ein paar kluge Gedanken. Insgesamt kann ich dem Artikel aber so nicht zustimmen.

    Es besteht ein feiner aber doch sehr bedeutender Unterschied zwischen der Erkenntnis, dass Gewalt manchmal eine Notwendigkeit zur Änderung der politischen Verhältnisse sein mag und dem abgebrüht-instrumentellen Verhältnis, welches dieser Aktivist hier zu politischer Gewalt offenbart.
    Die Argumentationsweise, eigene Gewalt mit der abstrakteren und strukturellen Gewalt des Kapitalismus, meinetwegen auch mit dessen vergangenen und gegenwärtigen Kriegen zu rechtfertigen, ist so oft gehört wie abgeschmackt und ließe sich, so lange es den Kapitalismus noch in irgendeiner Form gibt, beliebig zur Legitimation jeglicher eigener Gewaltanwendung erweitern. Das ganze mischt der Aktivist dann noch mit dem Verweis auf „Oktoberrevolution, spanischen Bürgerkrieg, kurdischen Befreiungskampf“ in deren Tradition/Fahrwasser/Whatever er sich offensichtlich wähnt, zu einer Mélange ab, die für meine Begriffe gehörig müffelt.

    Nach meinem persönlichen Eindruck bewegt sich unser Aktivist da ganz nahe an der feixenden Genugtuung, die manche Andere daran empfinden mögen, einer „Bullensau mal ordentlich in die Fresse gestiefelt“ zu haben und das ist weder emanzipatorisch, noch marxistisch, noch revolutionär, noch antikapitalistisch, sondern nur völlig daneben und macht den so Denkenden buchstäblich nicht besser als jene, die er zu bekämpfen vorgibt.

    Dennoch stimme ich mit dem Aktivisten hier an dem Punkt überein, dass die reflexhafte Distanzierung von jeglicher Gewalt keine passende Antwort auf ein kapitalistisches System sein kann, welches mit Gewalt immer weiter in alle Lebensbereiche vordringt.

    Die Unterscheidung zwischen Gewalt als legitimer und konkreter Gegenwehr und Gewalt als politischem Instrument halte ich dennoch für fundamental wichtig. Wenn zum Beispiel die Polizei eine Demo ohne vernünftigen Grund einkesselt und die Eingekesselten sich den Weg freiprügeln, so würde ich dies deutlich anders beurteilen als das „Entglasen der örtlichen Bullenwache“ (um mal im seltsamen Szene-Jargon des Aktivisten zu reden).

    Leider ist hierzulande der, der sich gewaltsam gegen Übergriffe der Polizei wehrt, letztlich immer der Gelackmeierte, obwohl eigentlich sogar unser bundesdeutsches Rechtssystem ein Notwehrrecht gegen illegitime Übergriffe von Staatsbediensteten anerkennen würde, was aber in der Praxis selten zum Tragen kommt.
    Tatsächlich wird eine Gegenwehr seitens bedrängter und eingekesselter Demonstranten, die teilweise stundenlang in sengender Sonne festgehalten werden und denen oft Wasser und Toilettengang verweigert werden, in unseren medialen Diskursen nie unter der Überschrift „Notwehr“ verhandelt.
    An diesen Diskursen gälte es ohne Zweifel zu rütteln. Hierbei aber ist das „Entglasen örtlicher Bullenwachen“ am besten noch in der angeblichen „Tradition spanischer Bürgerkriege und der Oktoberrevolution“ völlig fehl am Platze. Es verspielt nämlich die Möglichkeit eine gesellschaftliche Legitimation für eine gewaltsame Gegenwehr gegen konkrete repressive Maßnahmen überhaupt auf breiterer Front diskutabel zu machen.
    Zwar mag das „Entglasen der Bullenwache“ in manchen Fällen eine direkte Konsequenz einer gewaltsamen Gegenwehr und der damit verbundenen entfesselten Stimmung sein, doch selbst in diesem Fall wäre es ein bedauerlicher Kollateralschaden (letztlich auch an der eigenen Sache) und eben nicht politisches Mittel oder gar politischer Zweck.

    Tatsächlich, so denke ich, ist die physische Gewaltanwendung auf der Straße heute in den meisten Situationen obsolet geworden, zumindest wenn es gegen den Kapitalismus und nicht gegen irgendeine Nationalregierung, den russischen Zaren, einmarschierende faschistische Heere oder dergleichen gehen soll. Der Kapitalismus in seiner heutigen Form lässt sich durch diese Form der Gewaltanwendung nicht erschüttern. Bestenfalls lassen sich damit Nationalregierungen durch „revolutionäre Räte“, „Übergangsregierungen“, „unseren lieben Führer, den Vater der Massen“ oder ähnliche Konstrukte ersetzen, wobei ich wenig Hoffnung habe, dass so etwas irgendwie zur Verbesserung der Verhältnisse beitragen würde.

    Und an dieser Stelle möchte ich auch noch auf meine in dem Artikel geäußerte Kritik an den karnevalesken und rituellen Versammlungen im öffentlichen Raum kommen.

    Letztlich ist der öffentliche Raum inzwischen der abgezirkelte Raum, in dem das System derartige Veranstaltungen überhaupt duldet.
    Um auf mein Beispiel aus dem Artikel mit dem Clownskostüm und der Vuvuzela zu kommen: Im Raum des Personalbüros wäre es heute fast undenkbar, dass jemand überhaupt auf die Idee käme, solch einen Protest wirklich durchzuführen. Da nämlich wäre die Repression (Kündigung, keinen Job mehr finden, Verarmung) zu gewaltig und gegen diese Repression gälte es, sich zu wehren.
    Im öffentlichen Raum hingegen macht man von einem Demonstranten im Clownskostüm ein nettes Foto und findet Gefallen an dem „schrillen und kreativen Protest“, welcher allein damit, dass man in dieser Form Gefallen an ihm finden kann, seine Wirksamkeit als Protest bereits verspielt hat.
    Wenn der eingehegte Protest im öffentlichen Raum so nur noch ein Substitut für den Protest ist, den man sich nicht mal mehr zu denken traut, dann ist er wirklich karnevalesk, indem er eine gesellschaftlich akzeptable Möglichkeit bietet, sich vor der Fastenzeit noch einmal abzureagieren, um dann doppelt so devot fasten zu können.
    Übrigens beziehe ich das auch ganz bewusst auf den gewaltsamen Protest. Im Gegensatz zur Meinung unseres Aktivisten sehe ich das Einkloppen auf Riot-Cops in ihren Rüstungen eben nicht als ein Verlassen der ausgetretenen und vom System vorgeschriebenen Bahnen, sondern als ein Bewegen in diesen. Letztlich hält das System seine Aufgebote doch genau zu diesem Zweck bereit, auch wenn es nach solchen Spektakeln seine Empörung medienwirksam inszeniert.
    Man mag damit zwar für einen Moment aus der Alltagserfahrung der Ohnmacht ausbrechen aber das sei geschenkt. Das kann man auch nach ein paar Pillen auf der Technoparty. Letztlich lässt man sich doch (man hat es in Frankfurt gesehen) vom System am Nasenring durch die Manege zerren und vorführen wie einen Tanzbären. Und nachdem man so besoffen von seiner “Selbstermächtigung” war, folgt unweigerlich der Kater, wenn das Imperium mit noch mehr repressiven Maßnahmen zurückschlägt und man mit seinem eigenen Verhalten die Grundlage dafür geliefert hat, dass diese Maßnahmen von einer breiten bürgerlichen Mehrheit unwidersprochen geschluckt werden.

    Ungeachtet dessen mögen Rituale als verbindendes Element dennoch wichtig sein. Das magische Denken, welches das Ritual bereits für die Handlung nimmt, sollte dabei allerdings vermieden werden.

  6. Wohlgemuth

    @Florian: Viel treffendes in deinen Bemerkungen. Den Beteiligten anzuführen, verlangte natürlich nach keiner einfachen Entscheidung dafür/dagegen – aber das machst du dann ja auch nicht.
    Das mit den Adrenalin des Beteiligten: es entspricht höchstens dem Adrenalin, was um “Gewalt” hier medial zirkuliert wird.
    Mir scheint, wenn von Ritualen und (politisch inspirierter Straßen-) Gewalt im Lande die Rede ist, sollten wir uns auch um Erklärung der “Publikums”-Erregungen kümmern, um die herrschende “Noopolitik”, mit der eine Melange von Stimmungen und Ideen für unsere Lebensweisen und ihre Mächte reguliert wird. (Vor allen Dingen, wenn das “Ritual” eines Straßentumults in Frankfurt ein bißchen nach Märchen klingt: ein Ritual, das nur 1,2,3 Mal in 20 bis 30 Jahre kultiviert wird…)

    Mit der anderen Gewalt gehst du mir etwas zu locker um (“so oft gehört wie abgeschmackt”), da schimmert mir zu viel Deutschland und sein gerne erzähltes “Glück” durch. Bespielsweise bestreiten die hippen Jungspunds hier hinter den Fassaden auch glatt, dass es überhaupt “Sparpolitik” gibt, deswegen solltest du mit “abstrakter Macht” vorsichtiger sein. In Südeuropa würden sie vermutlich dafür was auf die Nase kriegen. Wir haben eben Probleme mit dem “Sinn für Herrschaft”, in den herrschenden Zitadellen haben sie das weniger.

    Zudem sollten wir bedenken, dass es immer mehr Formen von “geordneter Kritik” gibt, die eher den Status quo fördern, als ihn anzukratzen – man denke an die Akademie. Manchmal eröffnen Erruptionen auch etwas.

    Gauklers Punkt zu “Anfang” und politischer Kontinuität in verschiedenen Aktivitäts-Formen bleibt offen.

  7. Muffiger Bürger

    @Merzmensch: Ein Müllcontainer ist kein Ziel, sondern höchstens ein Hilfsmittel, soviel müsste doch klar sein.

    Zum großen Leiden am verspäteten Bus, der das Prekariat so schwer trifft: Radiosender in Rhein Main brachten Sondersendungen, in denen (gerne Jugendliche) ihren Dampf über Verspätungen wegen politischer Proteste loslassen konnten.

    Zudem: hast du drüber nachgedacht, dass es politische Strategie sein kann, Schulen, Strassen und Verkehrsmittel in 5 bis 10 km Entfernung zu schliessen oder zu sperren?

  8. trickster

    @Forian .K: hast du den Artikel wirklich gelesen? Zu Ende? Ist dir die Unterscheidung von Beschreibung und Reflexion ein bisschen entgangen?

  9. Merzmensch

    @Muffiger Bürger:
    Das stimmt schon, eine gewisse Wirksamkeit wird durch das Sperren der Strassen und Verkehrsmittel erreicht, doch in meinen Augen sind diese Massnahmen im Grunde antiquiert. Zudem erreicht man imho die falschen Zielgruppen: die durch die Schulschliessung verärgerte Eltern, die zufällige Fahrer vor der Strassenblockade etc.

    Die holde Idee, dass man dadurch die Aufmerksamkeit dieser Gruppen erreicht, und sie sich dann unmittelbar der Protestbewegung anschliessen und mitprotestieren (i.e. “Das eigentliche Problem sind nicht wir, sonder XY [die zu kritisierende Instanz/Zustand, im weiteren: System]” – ist leider idealistisch und romantisch (wirklich sehr schön) und aufgrund einer völligen Egozentrisierung und Abgebrühtheit unserer Gesellschaft kaum haltbar. Das einzige, was man dadurch erreichen wird, ist eine dumpfe Abneigung gegen diese (und dann alle andere) Protestformen in der Bevölkerung (und das ist mal was ganz anderes als Solidarität). Durch solche Aktionen verschliesst die Öffentlichkeit die Augen auf die eigentlichen problematischen Zustände.

    Woran wurde nach Blockupy 2012 in der breiten Öffentlichkeit erinnert? An einen völlig übertriebenen Polizeiaufgebot auf Kosten der Steuerzahler bei minimalen Zwischenfällen, so dass die Boris Rhein Presskonferenz (“Sonnenbrille = Vermummung”) echt den Unterhaltungsgrad der Lächerlichkeit erreichte. An eine riesige friedliche vielfältige Demonstration mit konstruktiven Vorschlägen auf den Plakaten. Das friedlich-böse Karnevaleske dieses Protests war schlicht und einfach genial, da man darauf kaum mit Polizeigewalt antworten konnte, auch wenn die Botschaft sehr klar übergebracht war. Das war ein richtiger Protest – wo das System sich selbst verrät, nicht weiter weiss, nach Schwächen des Protests sucht und sie nicht findet.

    Woran wird man sich an Blockupy 2015 in der Öffentlichkeit errinnern? An Römer-Kundgebung? Wohl kaum. Eher an brennende Autos und Kinderwagen, Und Frankfurt Skyline voller Rauch. (Ob da Polizeiwagen oder anderes war, wird gerne im populistischen Publikumsgedächtnis ausgeblendet, brennenden Kinderwagen und Privatfahrräder bleiben eher im Speicher präsent). Das System hat gewonnen. Gratulationen.

    Ein Protest soll strukturiert sein, gut durchdacht, es soll alle Eventualitäten einbeziehen und immer eine vernünftige Antwort darauf parat haben. Das, was in Ostend sich abspielte, ist in meinen Augen eher ein spontanes selbstbezogenes Aktionismus, eine Selbstgenugtuung (da stimme ich Flo zu), egozentrisch, wie das zu kritisierende System selbst. Da hat man sehr gut dem System beigespielt, als ob diese Art des Protests ein weiterer Auswuchs des Systems selbst sei, als eine autodestruktive Liturgie der eigenen Macht des Systems mit dem Zwecke, jede andere Meinung im nächsten Moment auszuschalten.

    Tatsächlich, es muss ein anderer Weg des Protests her – eine aktive und intensive Aufklärung in der Bevölkerung, eine subversive Whisleblower-Gesinnung, das System ad absurdum führen, ins Leere laufen lassen, in das System reinhacken, von innen zu verändern – das ist es, was das System nicht mag, das ist es, was das System ausser Gefecht setzen kann. Inception stat Draufhauen.

    Mag ich in meinen Ansichten eher konservativ klingen, doch Mühlcontainer anzünden – sei es ein Mittel oder Ziel – wird vielleicht das Vorhaben einer limitierten Gruppe der Aktivisten befriedigen – dem Protest an sich wird es imho kaum dienen.

  10. Muffiger Bürger

    @Merzmensch: Da ist wohl was gründlich bei dir daneben gegangen!

    Nicht die “Protestbewegung” kam auf die Idee, weit entfernte Autobahnen zu sperren, Busse ausfallen zu lassen oder Schulen in im Norden Frankfurts zu schließen!
    Das stammte aus dem hessischen Innenministerium respektive Polizeiführung, z. T. bereits längst vor irgendeiner Randale am Mittwoch.
    Anders gesagt: die sind nicht so romantisch und idealistisch, wie du es der “protestbewegung” unterstellst – übringens die meisten Medien und ihre Kampagnen auch nicht.
    Ich glaube, ein romantischer Idealismus findet sich gerade bei dir: “Erlösung durch Aufklärung”, long,long ago, wie du gerade jetzt, oder im erregten letzten Jahr sehen konntest: was wurde da nach Gewaltmaßnahmen gerufen. Mit “Aufklärung” bekommt man höchstens eine Auszeichung in der Bachelor-Arbeit.

    Ach “Erinnern”: mal ehrlich, wer würde sich denn nächste Woche noch an Blockupy erinnern… Das Argument zieht nicht. Auch nicht das Karnevaleske 2012: die Initiative liegt (fast) immer bei der Exekutive.

  11. Merzmensch

    @Muffiger Bürger
    Bei Schul- und Strassensperrungen habe ich übrigens nicht die aktuelle durch das Innenministerium veranlasste Blockade bezogen, sondern an meinen Beispiel mit der Oberstufe (s. oben). Daher empfehle ich, meinen Eintrag aus dieser Perspektive aus zu lesen.
    UPDATE. Tatsächlich, muss Dir recht geben, der Bezug fehlt, mein Oberstufen-Beispiel steht nicht hier, sondern in unserer Facebook-Diskussion, daher hier in Kürze: (der Nachteil, den gleichen Artikel parallel in mehreren Channels zu diskutieren):

    In der Obersufe, als wir gegen Bildungsabbau protestierten, und die Massen der Protestierenden aus Protestgründen die meistbefahrene und zufälligerweise neben der Schule liegende Kreuzung unserer kleinen Stadt blockierten. Statt zu dem Schulamt vereint zu marschieren und dort die Gegenargumente zu verlauten. Das Schulamt war an einer abgelegenen Strasse, zu weit zu laufen und nicht publikumswirksam. Dieser Aktionismus, schnellebig und spontan, schadet jeder Protestbewegung, da es Zeichen setzt, wo keine sind.

    Bin immernoch nicht überzeugt, dass die Aufklärung den Bereich des Akademischen nicht mehr verlassen kann/darf. Um die Erlösung geht es mir nicht, sondern Aufklärung als ein wichtiges Hilfsmittel (und nicht im Sinne eines reaktionären Kants), und natürlich nicht als einzige Lösung. Mit Wissenschaffung macht man die nicht-involvierten an die Missstände aufmerksam. Mit Ostend-ähnlichen Aktionen macht man sie eher an die Protestierenden aufmerksam (und keineswegs im positiven Sinne). Wenn man mit dem Protest tatsächlich etwas erreichen möchte, dass das System an Arbeit gehindert wird, dass da sich was bewegt, sich in die erhoffte Richtung verändert – da bringt die Gewalt herzlich wenig. Womöglich wird mal damit den Gang des Systems, der Wirtschaft um mehrere Minuten aufhalten können, doch nach den Krawallen ist wie vor den Krawallen – verbrannten Autos weggeräumt, Gläser neu-eingesetzt und weiter geht’s mit der all-zermalmenden Maschinerie des Alltags. Mit Inception könnte man aber die Bevölkerung aufwühlen – ohne dass man sie gegen sich stellt – DAS wäre der wahre Erfolg eines Protest.

    Und zu erinnern, klar, da stimme ich zu (hat ja auch Snowden zu Recht befurchtet): die Gesellschaft hat Kurzzeitgedächtnis, an Blockupy wird man auch nächste Woche schon nicht mehr erinnern. Aber wenn – dann nur im negativen, asympatischen Kontext der Glassplitter. Und das finde ich schade, denn Blockupy konnte ohne diese Sachen weitaus viel mehr erreichen. Daher ist Gewalt als Protest in meinen Augen immernoch eine Schwachstelle des Protest, denn bald geht es nicht mehr um die Inhalte, sondern um die AKtionen und Inter-Aktionen mit der Exekutive des Systems, während das Eigentliche im Hintergrund sich ins Fäustchen lacht und weiter funktioniert.

  12. gaukler

    Lieber Merzmensch:
    Ich finde, Flo. K. war da schon zu Beginn ein bißchen weiter: es geht nicht um ja/nein zu Gewalt. Es geht vernutlich eher um eine differenzierte Rezeption von “Gewalt”, ihren vielen Formen, ein Sinn für Machtrelationen und Situationen.
    Und die Rede-Herrschaft darüber, was wo wie Gewalt ist, wann zu rechtfertigen und wann legitim, liegt meist bei symbolischen oder medialen Instanzen. Deswegen betreffen solche Ereignisse auch den symbolischen Raum und nicht bloß die Physik der Strasse, und ihre Effekte.
    Wie oben schon erwähnt (auch bei K.) muß es um Aktivitäten in diversen Dimensionen gehen sowie um gewisse symolische Neueinordnungen, aber “subversive Kräfte” sind hierzulande sehr schwach. Deswegen sehe ich Flo´s Nonchalance gegenüber dem, was einst “strukturelle Gewalt” hieß, als sehr problematisch, buchstäblich Sinnzerstörend.

    Denken wir mal spitzbübig den Karneval weiter: kein Tumult vor EZB am Mittwoch morgen. Strassen, Schulen und selbst die Kleinmarkthalle trotzdem zu. 20.000 einmal um den Anlagenring. Schluß, nette kleine Erinnerung: “Protestieren geht doch”, auf wenn viele in und um die Stadt sich über die Behinderungen erregen – wie immer. So wie sich einige wenige an die witzigen Dinge 2012 erinnern: “war doch eine nette Fußnote”, und manche an 2013: ach die unfaire Polizeiführung und die wenig einsichtigen Gerichte.
    Mediales Hauptthema des gestrigen Tages dann statt dessen: die (symbolische) Gewalt eines griechischen Professors der in England lehrte und bei einem Subversiven Kongress in Kroation stinkefingerte – und jetzt müpfigen Minister spielt. Das geht doch wirklich nicht, auch bloß Karneval.
    Na gut, beides bald vergessen, ist aber letztendlich erlaubt, gar gewünscht, wenns nicht wehtut. Tuts ja kaum.

    Das Problem ist, wie wann der politische vorgeschnittene Rahmen aufzubrechen ist, oder er zumindest ein paar Risse erhält. Und die Vorgabe des Rahmens ist Machtspiel, und leichtfertige Hingabe an sie hat Folgen: wir müssen nur an die braven Gewerkschaften im Westen denken, die sich mit Gefügigkeit (“Ordnungsmacht”) selbst zerlegt haben, oder an eine Friedensbewegung, die im Kerzenschwenken verschwand. Ihre Sitzblokaden wurden vorher als “Gewalt” deklariert.

    Interessant sind doch die Aspekte der Gewalt-Hysterisierung, die hoch selektiv ist, und gewisse, heterogene soziopolitische Affekte kultiviert, über hübsches Frankfurt, brave Institutionen, ordentliche Haushaltsführung, gebotene Notwendigkeiten, Abblenden eigener Rollen, vielleicht sogar eine gewisse Scham vor eigener “Untertanen-Besonnenheit”.

    Eine ähnlich isolierte, teils karnevaleske Situation wie im Ostend bietet akademische Kritik heute meist, die sich im wohlgefälligen Rahmen z. B. in Frankfurt um Rechtfertigungs- und Anerkennungskulturen dreht: da schimmert es schwarz-grün, erzählt sich nur aufwendiger. Eine praktische Dialektik der Aufklärung höherer Ordnung.

    Dazu wäre noch vieles zu sagen, zum Schluß noch ein Aufreger: Auch wenn viele Kritik an dem Tumult der 200, 300 im Ostend und den dummen Aktionen von Hooligans darunter stimmt: es bleibt noch die vage Erinnerung, dass die EZB irgend etwas mit paramilitärischen Zuständen zu tun hat, an Zuständen, die Institutionen wie die Troika anderorts ganz selbstverständlich initiieren. Irritiert zumindest etwas.

    P. S.: was meinst du hier mit “Inception”? Eine Art Kontra zu “Noo-Politik”?

  13. Merzmensch

    Lieber Gaukler,

    das stimmt, die Eröffnung von EZB wird in der Zukunft auf jeden Fall mit Tumulten in Verbindung gebracht, ist nicht mehr bloß ein schöner Glamour-Event am Wirtschaftsstandort Frankfurt.

    Es gibt aber wohl (mindestens) zwei Arten des Protests: der dionyssische, emotionale, irrationale, spontane, destruktive Protest und apollinische, konstruktive, rationale, geplante Protest. Die erste Art hat nun in Ostend stattgefunden, und ich bin mir nicht sicher, ob diese Art Protest das Wirtschaftsmonstrum Frankfurt mindestens um ein Haar beeindruckte – die Aktien gingen weiter, EZB wurde eröffnet, Champagner floss (auch wenn bescheidener, als erwartet). Doch beeindruckt war auf jeden Fall das Präkariat, der Otto Normalverbraucher, denn sein Fahrrad wurde für die Barrikaden verwendet, sein Müllcontainer als Zeichen des Unmutes angezündet. Und ich denke, auch wenn der besagte Herr Normalverbraucher die Aktionen in Verbindung mit EZB brachte, doch nicht in einem solidarisch-konstruktiven Blockupy-freundlichen Konsens (ist ja nachvollziehbar irgendwie). Was hat nun diese Wutaktion gebracht, ausser erwarteten freudigen Ausrufen der Leitmedien: “Haben wir doch gesagt, Blockupy ist voll die Assos!” und zustimmenden populistischen Heiterkeit des Innenministeriums: “Der Riesenpolizeiaufgebot hat sich gelohnt, da wird uns der Steuerzähler danken, dass das Schlimmste verhindert wurde, das nächste mal sind wir noch vielzähliger”. Es gibt keine Bewegung, keine Entwicklung in dem Sinne, kurze Irritation, nicht mehr.

    Wo doch man so vielfältige konstruktive Protestaktionen machen könnte. Guerilla-Aktionen, Drohnen als Transparenten-Träger, Verteilen von Fake-Einladungen zur Eröffnung, Faken von offiziellen Seiten, Verwirren von EZB-Personal, Social Hacking, was weiss ich – der Blick in das Portfolio von “Yes Men” wird bestimmt inspirieren. Solche von der Presse als kuriös und publikumswirksam aufgegriffene, das Innenministerium irritierende, von dem Publikum belächelte, viral verbreitete Performance bringen imho weitaus mehr als die signifikanzlose asemantische Reifenverbrennungen. Denkt doch an die schlichten und witzigen Aktionen von Yes Men bezüglich Bhopal, nach welchen die Aktien von Dow Chemical in kürzesten Zeit um mehrere Milliarden Dollar sanken.

    Klar, ist natürlich komplizierter, sophisticated zu planen und ist nicht mehr so anonym wie Mühlcontainer anzünden. Doch bringt weitaus mehr. Oder: die Anleger auf Kosten deren Aktiengeber verärgern – mhh, lecker. So eine Art Protest begrüsse ich. Und ausserdem: die Zusammenhänge in volksverständlicher Form servieren (das tun wir hier übrigens bereits ;-) , oder auch siehe die Diagrammen aus “Die Anstalt”), Whistle-Blowing anregen und unterstützen, es gibt so viele Aktionen, die ohne unmitellbar physikalische Gewalt weitaus mehr anrichten können. Hier ist sogar das hässliche Bullshitbingo-Buzzword “nachhaltig” sehr passend: ein Protest sollte nachhaltig sein, und auch unverwundbar, ohne Schwachstellen, so dass jegliche versuche zur Gegenwehr zu einem Streisand-Effekt werden (im Sinne der asiatischen Martial Arts Philosophie: je stärker der Angriff des Gegners, umso schneller fliegt der Gegner auf die eigene Fresse). Das ist es, was ich mir unter einem konstruktiven Protest vorstelle.

    Unter “Inception” meine ich die Einpflanzung der Gedankengänge in die Mentalität der Öffentlichkeit, so dass das Publikum auf die bestimmte gestreuten Ideen plötzlich stutzig wird, nachzudenken anfängt. Klingt manipulativ, das weiss ich, aber die schlafe Gesellschaft wird nur kurzzeitig wach durch brennenden Polizeiautos, dagegen wenn eine Idee im Gehirn sitzt, an denen nagt, nicht schlafen lässt – da ist Inception erfolgreich.

    Vielleicht bin ich hier zu romantisch, wie @Muffiger Bürger sagt, mag sein. Snowden hat ja auch keine Hoffnung in die nachhaltige Selbstaufrüttelung unserer Gesellschaft. Aber er hört nicht auf, seine erschreckenden Offenbarungen bit for bit weiterhin zu versenden, er lässt die Gesellschaft nicht einschlafen. So müsste man auch vorgehen, die monströsen Zustande aufdecken, aufzeigen, den Menschen vor den Augen zu reiben, doch sich selbst im Hintergrund halten (nicht wegen Selbstsicherheit, sondern weil es eigentlich um eine grössere Sache geht als um die narzisstische Genugtuung eines eigenen Destruktionsdrangs, gerechtfertigt durch den entsprechenden Termin-Event). Und wenn man oben über die Revolutonen spricht: die meisten Revolutionen gingen nur bei einem gesamt-gesellschaftlichen Unmut, was in unserer Konsumgesellschaft schnell mit dem nächsten iPhone eingeschläfert wird. Es sei denn, man nagt und nagt und nagt.

  14. gaukler

    Lieber Merzmensch,
    das brennende Fahrrad im Ostend muß dich ja wirklich geschockt haben, dein Seins-Vertrauen…

    Nun denn, wer wollte etwas gegen solche netten Aktionen haben, die du vorschlägst – sie gab es leider kaum. (Vielleicht nennst du sie zu spät…?)
    Genau dieser Fakt zeigt aber auch ihre Grenzen auf: der arme Snowden veröffentlicht nun seit Jahren, mit diverser medialer Hilfe – aber ohne irgendwelchen bemerkenswerte Effekte (ausser Zugriffs- und Umsatzzahlen). Zudem: Noch nicht mal mit den Effekten, eine bemerkenswerte Zahl von Leuten zu solchen “vielfältigen konstruktiven Protestaktionen” zu veranlassen.
    Vielleicht auch deswegen: sie sind oft zu nah an Spaßaktionen ala Guerillamarketing – zumindest dann, wenn sie im wesentlichen für sich allein stehen. Und diese ganze Wirkungslosigkeit und Ähnlichkeit lähmt ein Stück weiter.

    Leider verzichtest du dabei auch darauf, auf Argumente einzugehen, die solche Formen als affirmative Aktionen (“Rahmen”) verwerten. Mehr noch: wenn du die von mir wiederholt angemahnte Differenzierung und Übergänge zwischen den verschiedenen “Widerstands”-Formen verweigerst, und z. B. fast stereotyp (und etwas althergebracht) die Binarität von physikalisch zu symbolisch oder dionysisch zu apollinarisch wiederholst, wird es problematisch. Es sind schließlich erhebliche soziale und politische Fragen, die solche Formen und die mächtigen Selektionen ihrer betreffen. (etwa “erlaubter und verbotener Widerstand”)

    Und es wird dabei ohne Ende herrschaftlich selektiert: Denke an die hier bejubelte, exzessive Gewalt auf dem Maidan, die über Wochen dauerte, nach Deutschem Strafrecht Tausende in die Gefängisse hätte bringen müssen (dort gab es tatsächlich Barrikaden, wochenlang), aber eben gut in ein herrschendes Kalkül bei uns passte. Von den ganzen Militarisierungsinitiativen hier, und den öffentlich eifrig befüworteten Zwangsmaßnahmen Deutschlands in Europa gar nicht zu reden.
    Dagegen sieht es schon anders aus, wenn (polizeiliche) Gewalt an der Grenzlinie von Zwangsräumungen eingesetzt wird: eine legalisierte Gewalt durch Polizeikräfte, die (z. B.) in Spanien Hunderttausende existentiell betrifft, nicht nur ein paar Augenrötungen verursacht und der nicht bloß durch Papierflieger, sondern durch hybride Formen genau an der Grenzlinie widerstanden werden kann.
    Oder denken wir an ein Beispiel, das an Flo´s Intentionen lokalen Widerstands ansetzt: die Vorgänge bei Maredo, besonders hier in Frankfurt. Der Besitzer des Ladens – ein Investitionsfond, also die gleiche Liga wie die EZB – setzte ein Jahr lang (nicht 2 Stunden) gegen die (rauszuschmeissenden) Beschäftigten einen Chorus von Zwangsmaßnahmen bis Gewalt ein. Dies war ein Frankfurter Zwangs-Chorus, der gerade die jetzigen Ereignisse im Ostend besonders laut beklagt: private Sicherheitsleute, Consultants, Anwälte, Marketing- und Medienarbeiter*innnen… Sie waren erfolgreich mit ihren Maßnahmen, und die Beschäftigten danach psychisch und ökonomisch ruiniert. Die Aufschreie der ach so gewaltempfindsamen Stadtbevölkerung waren kaum zu vernehmen – obwohl das Geschehen in der Fressgaß einen prominenten Ort hatten…
    So ist das in unserem schönen Frankfurt – anders gesagt: besonders lautes Geschrei über das eine Eregniss lässt die vielen anderen Geräusche von Zwang und Gewalt verstummen.

    Die Selektionen der Bewertung, Darstellung, Reaktion auf mächtige und widerständige Aktivitäten sind also selbst Teil von Herrschaftsausübung – und genau deswegen gehören sie differenziert diagnostiziert. Warum sollten wir uns dagegen wehren, und den einfachen, herrschenden Selektionen nachrennen?

    Ich gebe dir Recht, dass eine Menge anderer Formen nötig wären, aber die Vielfalt und das Changieren heutiger Machtformen trifft das noch nicht. Wie ich oben schon sagte: um den sensiblen “Sinn für Herrschaft” geht´s. Das betrifft die Vernetzungen und Verknotungen von Macht- ebenso wie von Widerstandsformen und ihre Effektivität.

    Meine distanzierende Bemerkung über Gewaltspinnereien von Hooligans, und was sonst noch bei solchen politisch hybriden Massenveranstaltungen denkbar ist, gilt weiter, auch wenn ich nicht in den hysterischen Chor der Macht über “unbeschreibliche Gewaltexzesse” einstimme. Neben der Diagnose: bitte die Kirche im Dorf lassen!

    PS.: was meint “die Anleger auf Kosten deren Aktiengeber verärgern”

  15. Merzmensch

    Lieber Gaukler,

    Da stimme ich auch zu: die Protestbahnbreite kann und darf nicht binär differenziert werden, und auch die manichäischen Heucheleien der Westeuropäer (“was drüben ein Befreiungsprotest ist, ist hier ein unnötiger Krawallakt”) ist mir auch zuwider.

    Die brennende Fahrräder machen mir weniger Sorge als folgende Überlegung: Ein Protest stellt sich ja ein Ziel (hoffentlich) etwas zu bewirken, etwas zu erreichen. Was haben denn die besagten quantitativ beschränkten Tumulte erreicht? Nur ein Paar negative Zeilen in der PResse (klare Sache, “Leit”Medien) und die Vorurteil-Welle der Ablehnung in der Bevölkerung gegenüber der nächsten Blockupy – so habe ich zumindest das Gefühl gehabt, und ich werde mich freuen, wenn ich da falsch liege.

    So kann ein Protest ziemlich schnell in eine elitäre Beschäftigung der Neo-Hipster ausarten, die statt ein Stadtviertel zu gentrifizieren, eine Art aktionistische Anarchotourismus veranstalten mit coolen Trips und Actions. Denn wenn man für die Gesellschaft irgendetwas erzielen möchte, muss man auch irgendwie die besagte Gesellschaft mit-involvieren und auf die eigene Seite ziehen, überzeugen, Solidarität ernten, nicht abschrecken, an die PR im Wort PRotest denken (tut mir leid, so ist es – natürlich im wahren Sinne, nicht in dem eines Bullshit-Bingos aus dem Marketingsektor). Nur so kann ein Protest konstruktiv sein. Alles andere ist Spielchen der Eliten.

    Wenn meinetwegen halb Frankfurt auf die Barrikaden geht und ein Maidan nachspielt, das wäre schon mal eine andere Dimension, das war eine richtige Zeichensetzung. War es ja auch schon mit einer Riesendemo, die leider aus den Medien ausgeblendet wurde, weil die medienwirksamen Glassplitter sind doch spannender für die Kameras und Berichterstattung.

    Klar, ein gesetzkonformes kollektives und braves Ausüben des demokratischen Rechts auf die freue Meinungsäusserung ausserhalb der deklarierten Ruhezeiten bringt auch als Protest herzlich wenig, zu wenig Subversion drin…

    Und das stimmt, eine Menge anderer Protest-Formen muss her, vieleicht mit einer medialen Subversivität eines Böhmermanns (oder auch der Yes Men)? Vielleicht gibt es dann was zum nächsten Blockupy ;-)

    Denn manchmal eine mediale/ideele Subversivität kann weitaus mehr anrichten/erreichen als so ein Paar kapute Fenster.

    P.S. Mit “Anleger verärgern” meine ich die köstlichen Aktionen, die “Yes Men” veranstalteten, in welchen sie die symbiotisch-parasitäre Beziehung der Aktionäre und der Firmen so durcheinander brachten, dass die beiden Parteien sich in Teilen voneinander trennten, was zu schönen Aktienverlusten beiderseits führte. Ist natürlich ein komplizierteres Event, das muss gut geplant und inszeniert werden.

  16. gaukler

    Lieber Merzmensch,
    gewiß bin ich dir bei Beurteilungen von unmittelbaren Machteffekten bei Demonstrationsgewalt nahe. Hier in Frankfurt geht es um keine “Massenbewegung”, und mir geht es (deshalb) ebensowenig darum Demonstrationsziele durch buchstäblichen Gewalteinsatz auszumachen.

    Es dreht sich um anderes: erstens um die differenzierte Einschätzung von Gewalt und Gewaltquellen bei solchen und anderen Ereignissen. Da lässt sich neben intendierten politischen Zielen einiger manches andere denken, das bereits angedeutet wurde: Blockade, berechtigter Selbstschutz, Hooligans, die bloß wegen etwas Putz vor Ort sind, rechtsradikale Nationalisten oder Agents Provocateurs. Mehr lässt sich denken, und so etwas ist Teil gesellschaftlicher Realität ausserhalb der Hofberichtserstattung, sozusagen im Schatten der Troika-Mächte.
    Bemerkenswert ist, dass gerade eine Opposition wie Blockupy für all diese widersprüchlichen sozialen Phänomene “Verantwortung übernehmen”, sich quasi selbst mit innerer Polizei gegen Unruhen immunisieren, und die eingespielten Bedingungen unserer Gesellschaft gleich auch noch wattieren soll.

    Mit innerer Polizei komme ich zum zweiten, nämlich dem Modus der medialen, machtvollen Behandlung von Gewalt: Es wird nämlich völlig indifferent, viel zu generös über die verbreiteten Gewaltformen durch eingespielte Politik und Ökonomie hinweggesehen; die Widersprüche und Heuchlereien drum herum werden von Medien und vielem Publikum einfach hingenommen, häufig noch mehr Gewaltmaßnahmen befürwortet. Das geschieht fast ohne Zaudern, besonders wenn es nützt, obwohl die Machtmaßnahmen oft um Größenordnungen über das kurze Frankfurter Geschehen reichen, oder 100 Milliarden Euro Sozialkürzungen vernachlässigbar sind gegenüber 100 Tausend Schaden an Polizeiwagen. Und dann lässt sich alles Mißliebige ganz fix unter “Gewalt” einordnen, eben auch Blockade und Selbstschutz.

    Da brechen selbst bei linksliberalen Blättern schnell die Dämme, und trotz einiger bekannt gewordener Ungereimtheiten und dem Sachverhalt, dass auf Polizeiseite niemand ernsthaft verletzt wurde, wird von “Tausenden Gewalttätern” gegeifert. Und den üblichen Konsens gibt es unter den schwarz-grün-rot-gelben Blockflöten und ihren Sprachrohren: “wer sich nicht ordentlich distanziert gehört weg”, wie das elende Spiel um Ulrich Willken oder einen Frankfurter Piraten in den Parlamenten zeigt. Markant hier die Grünen, weil bei ihnen besonders viele Widersprüche brodeln, die oft nonchalant weggeheuchelt werden. Gerade solche, die sonst kaum das Maul aufkriegen, können hier nicht die Kirche im Dorf lassen – Es lebe die Postpolitik.

    Um dieses Problem herrschender “symbolischer Nachbereitung” geht es mir, dem (auch von Flo reklamierten) Alltagskampf, der Entscheidung darüber, was wie in politischen Formen aufzutreten hat, wer wann wie reden muß, was Gewalt ist etc. So richtig die von dir geforderten symbolischen Interventionen sind, so sehr gehört eine Strategie auf verschiedenen Ebenen dazu, gegen diese herrschenden symbolischen Selektionen von Macht/Gewalt zu agieren.
    Im Rahmen dieser indifferenten Selektionen, dem wir schwer widerstehen können, wird vermutlich eine “Gewaltmarkierung der EZB” ins Leere laufen – besonders wenn sich zu viele schnell fremdschämen.

    So schöne Aktionen wie der Yes-Man hätten wir gerne, mit Einschränkungen: manche Strategien sind Gegenseite bekannt, sind oft nur sehr aufwendig realisierbar, lassen sich alleinstehend schnell in herrschenden Karneval eingliedern.

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