Frankfurter Gemeine Zeitung

Lead or die. Eine Universität lädt ein.

Heute, als es mich zufällig an Campus Westend verschlagen hat, wurde ich von einer folgenden Ankündigung einer Veranstaltung völlig aus dem Konzept gebracht.

Nochmals als Text für die googlefreudige Genossen:

Marketing Horizonte 2015 Frankfurt
LEAD OR DIE
Führt Marketing in Zukunft

Klar, nach einigen Recherchen stellt es sich heraus, dass die Unterüberschrift “Führt Marketing in Zukunft” eigentlich mit einem Fragezeichen versehen ist, also:

Also wird hier etwas evtl. ggf. vermutlich hinterfragt (oder auch nicht) – das Programm lässt einen im Unklaren. Es geht hier kurz um die “neuen Helden des Marketings” im Kontext der starken Marketing-Konkurrenz. Mit Vertretung von Marketinggurus von Nestlé und Co. Denn die Kunden werden quantitativ und qualitativ gefährlich, denn ich zitiere:

Die steigende Konsumentenmacht bringt das Marketing in Zugzwang, es soll immer für die Kunden verfügbar sein, auf Augenhöhe mit ihnen agieren und dabei natürlich erfolgreich sein. (Quelle)

Doch wenn du so inmitten der Uni stehst und von der Message “Lead or die” überewältigt wirst, denkst Du nicht an Marketing, sondern in erster Linie an die untergehenden Institute, an die herbeijagenden Bachelor-Hochleistungspferde, an die Helikoptereltern, an den Gesellschaftsdruck und an eine immer stärker (bis zum Burnout und Suizid) geforderte Wettbewerbfähigkeit in diesem unseren Junglebuch der Rekorde namens Europa.

Leite oder sterbe. Führe order sterbe…

Und schon beginnen sich Assoziationen zu entwickeln, wie…

oder

Fürwahr, fürwahr…


Campus, mon amour

Was tun am Sonntag nachmittag?

Ab dem 3. Mai ganz einfach – auf den Campus Bockenheim kommen. Dort veranstaltet das Offene Haus der Kulturen im Rahmen der Kampagne “Eine Stadt für Alle” diesen Sommer immer ab 14 Uhr ein Sonntagscafé mit Essen und Getränken, netten Menschen, Musik, Djs, Flohmarkt, Kinderprogramm – sowie Informationen und Diskussionen über die neuesten Entwicklungen auf dem Campus und in der Stadt.

Campus, mon amour

Sonntagscafé auf dem Campus Bockenheim ab 3. Mai, 14 Uhr

Veranstaltet von Offenes Haus der Kulturen und der Kampagne “Eine Stadt für Alle – Wem gehört die ABG?
Unterstützt vom AStA der Goethe-Uni.


Architektur und Hochschulpolitik in Frankfurt – Universität von Kritischer Theorie zum Drittmittelzirkus

Wissens-Räume im Umbruch

Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat die Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität ihren Standort gewechselt. Schrittweise wurden die verschiedenen Institute und Fachbereiche vom Stadtteil Bockenheim in das Westend verlagert. Dieser Ortswechsel steht zugleich für eine gesellschafts- und wissenschaftspolitische Transformation: Während der alte Campus mit seinen funktionalen Zweckbauten die fordistische Massenuniversität verkörpert, vermittelt die neue Universität mit ihrer repräsentativen Architektur den Eindruck eines neoliberalen „Exzellenzclusters“. Doch Bauformen sind nicht unmittelbar bestimmten gesellschaftlichen Verhältnissen zuzuordnen. Sie haben keinen „Sinn“ an sich, er wird ihnen vielmehr durch bestimmte Diskurse zugeschrieben. Entsprechend muss eine Analyse der Universitätsarchitektur den jeweiligen historischen Kontext und die spezifischen Auftragsbedingungen berücksichtigen.

Bürgerliche Stiftungsuniversität und Frankfurter Schule
Die Johann Wolfgang Goethe-Universität war 1914 als einzige Bürgerstiftung des Deutschen Kaiserreiches gegründet worden. Der bis heute bestehende schlossartige Gebäudekomplex, sichtbarer Ausdruck großbürgerlicher Repräsentationsbestrebungen, bildete für viele Jahrzehnte den baulichen Kern des universitären Betriebs. Als nach dem Ersten Weltkrieg infolge der Inflation die Stiftungsgelder weitgehend verloren gingen, kam es 1923 zu einem Vertrag zwischen dem Land Preußen und der Stadt Frankfurt, demzufolge die Defizite der Universität jeweils zur Hälfte vom Staat und von der Kommune zu tragen seien (vgl. Schardt 2014).

Im selben Jahr wurde auch das Institut für Sozialforschung (IfS) dank einer großzügigen privaten Stiftung gegründet. Das dafür eigens errichtete Gebäude entsprach aus Sicht des ersten Direktors Carl Grünberg (1861-1940) einen neuartigen Typus von wissenschaftlicher Arbeitsorganisation. Tatsächlich handelte es sich um eine schmucklos-sachliche Architektur, basierend auf einer Eisenbetonstruktur, allerdings verliehen die mit Muschelkalkbruchsteinen verkleidete Außenfassade und ein voluminös gestalteter Säulenportikus im Eingangsbereich dem Bau eine heroische Monumentalität. Konzeptionell sollte das Institut nach dem Willen seiner Stifter dem Marxismus eine unabhängige Position im akademischen Raum sichern. Die anvisierten Themen kreisten um Gewerkschaften, Antisemitismus und Bolschewismus. 1930 übernahm der Sozialphilosoph Max Horkheimer (1895-1973) die Leitung des Instituts, der als Direktor das Projekt eines interdisziplinären Dialogs zwischen den Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften initiierte. Die Stoßrichtung des Vorhabens richtete sich u.a. gegen das Spezialistentum im Forschungsbetrieb und beruhte auf einem Bildungsbegriff, der letztlich im deutschen Idealismus Humboldtscher Prägung (philosophische Einheit der Wissenschaften) wurzelte (Zwarg 2013: S. 20).

Schon frühzeitig hatte Horkheimer die Gefahr eines drohenden Faschismus erkannt und deshalb eine Institutszweigstelle in Genf eröffnet sowie Teile des Stiftungsvermögens ins Ausland transferiert. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde am 13. März 1933 das IfS von der Polizei geschlossen und wenig später vom Staat beschlagnahmt. Die Vertreter der Frankfurter Schule (darunter u.a. Theodor W. Adorno, Siegfried Krakauer und Herbert Marcuse) verließen Deutschland und das Institut emigrierte in die USA. Während des Zweiten Weltkriegs zerstörten alliierte Bombenangriffe große Teile des Bockenheimer Campus, darunter auch das IfS-Gebäude.

Im Herbst 1946 bekundete die Frankfurter Universitätsleitung gegenüber Horkheimer den Wunsch, die Gesellschaft für Sozialforschung möge doch zurückkehren. Man sei an der „Wiederherstellung der unterbrochenen Verbindung“ interessiert, da dadurch die Universität in die Lage versetzt werde, „den ihr zukommenden Anteil an den kulturellen Aufgaben zu leisten, die uns in Deutschland heute gestellt sind.“ (Zit. nach Wiggershaus 2014: S. 109). Über die Beweggründe dieser wenig sensiblen Anfrage lässt sich nur spekulieren, aber sicherlich setzten die Amtsträger darauf, mit dem „heimgeholten“ Institut im Ausland ein renommiertes Aushängeschild für das demokratisch geläuterte Deutschland vorweisen zu können. Zunächst war Horkheimer aus verständlichen Gründen skeptisch, ob er wirklich auf Dauer zurückkehren sollte, aber schließlich überwog die Hoffnung, dass er mit seiner Lehrtätigkeit einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung der deutschen Studentenschaft leisten konnte. Im Sommer 1949 wurde Horkheimer wieder als ordentlicher Professor für Sozialphilosophie an die Universität Frankfurt berufen, 1951 dann zum Rektor gewählt und 1952 für eine weitere Amtszeit bestätigt. Am 14. November 1951 fand auch die feierliche Wiederöffnung des neu errichteten Instituts für Sozialforschung statt. Ein kühl-ornamentloses Gebäude im Stil der neuen Sachlichkeit, entworfen von den Architekten Alois Giefer und Hermann Mäckler, die durch die Verkleidung der Außenfassade mit Muschelkalkplatten offensichtlich an die monumentale Charakteristik des ersten Institutsbaus anknüpfen wollten.

Für Horkheimer hatte die Institution der Hochschule einen enormen Einfluss auf die weitere Entwicklung der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft, denn nur dort konnte nach seiner Überzeugung ein selbständiges und humanes Denken eingeübt werden (Horkheimer 1981 [1952]: S. 159). Doch eine „Erziehung nach Auschwitz“ (Theodor W. Adorno) erwies sich an der Johann Wolfgang Goethe-Universität als ausgesprochen schwierig. Viele Lehrstühle waren wieder mit ehemaligen Parteigängern der NS-Zeit besetzt und die jüdischen Emigranten sahen sich nach ihrer Rückkehr mit antisemitischen Polemiken aus den Reihen der Professorenschaft konfrontiert (Hammerstein 2012: S. 801). Bis in die späten fünfziger Jahre herrschte an allen westdeutschen Universitäten ein ausgesprochen restauratives Klima und ein Großteil der Akademiker versuchte ideologisch an Traditionen vor 1933 anzuknüpfen. Während der „Mythos Humboldt“ geradezu beschworen wurde, fanden grundlegende Aspekte des Universitätsbetriebs wie Selbstverwaltung oder Ausbildungsfunktion der Lehre wenig Beachtung. Es galt vielmehr „das selbstherrliche Bild einer geistesaristokratischen Ordinarienkorporation zu konservieren, die eine kleine Zahl von Studierenden für die Wissenschaft rekrutierte.“ (Söllner 2013: S. 79).

Ganz auf Integration und Reputation bedacht, knüpfte Horkheimer als Rektor an überkommene Repräsentationsformen an. „Seine Vorstellungen von einer Universität leitete sich von der ‘großen Vergangenheit’ der deutschen Universitätstradition ab, so, wie sie im deutschen Idealismus formuliert worden war. Er hatte keinerlei Schwierigkeiten, für eine hierarchisch klar gegliederte Universität einzutreten, in der die Ordinarien die Spitze der Hierarchie verkörperten.“ (Hammerstein 2012: S. 130). Antrittsvorlesungen in der Aula fanden in feierlicher Form mit Talaren und Amtskette statt. Jenseits solcher ständischen Inszenierungen setzte Horkheimer eine vorsichtige Demokratisierung an der Hochschule in Gang.

Die Kramer-Universität: Standardisierung und Chancengleichheit
Im Jahre 1952 kehrte auch der Architekt und Designer Ferdinand Kramer (1898-1985), ein Jugendfreund von Adorno (1903-1969), aus den USA in seine Geburtsstadt Frankfurt zurück. Horkheimer hatte lediglich eine Europareise des Emigranten finanziert, doch Friedrich Rau (1916-2001), damals Kurator der Frankfurter Universität, konnte Kramer zum Bleiben überreden. Als Leiter des Universitätsbauamtes sollte er planerisch und architektonisch an der Neugründung einer demokratischen Hochschule mitwirken, wie sie Rau vorschwebte. Das Denken in hierarchischen Ordnungen und der eigenbrötlerische Gelehrtenindividualismus gehörten für den sozialdemokratischen Bildungsreformer endgültig der Vergangenheit an. Die moderne Universität musste nach seiner Überzeugung die patriarchalische Institutsverfassung durch das Kollegialitätsprinzip ersetzen und die räumliche Zusammenfassung aller Fakultäten und Institute zur Erleichterung kooperativen Arbeitens an einem Ort ermöglichen (Wurm 1989: S.144 ff.). Weiterlesen »


1. Mai: “Internationales Fest der Solidarität” im Frankfurter Gallus

Anlässlich des 1. Mai lädt ein breites Bündnis von migrantischen Gruppen, Kulturvereinen und linken politischen Zusammenhängen zu einem “Internationalen Fest der Solidarität” im Gallus ein.

Neben einem vielfältigen Kulturprogramm, getragen von Musik- und Theatergruppen, werden interessante Diskussionsveranstaltungen über Alltagsprobleme und politische Fragen stattfinden.

Themen werden u.a. sein die Verdrängung durch steigende Mieten, Umweltfragen, prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse und antirassistische Solidarität mit Flüchtlingen – alles Fragen, die sich nicht allein im Gallus stellen.

Für Essen und Trinken und ein Kinderprogramm ist gesorgt. Das Fest findet am 1. Mai ab 15:00 Uhr in der Frankenallee (Höhe Quäkerwiese, Wochenmarkt) statt.

Alle sind herzlich eingeladen, den 1.Mai im Gallus zu einem Fest der Solidarität und des multikulturellen Zusammenlebens zu gestalten.

Kontakt: Eyup Yilmaz Tel: 0172 6974439

2. Internationales Fest der Solidarität


Attac-Video: Ist Griechenland noch zu retten?

Welche Folgen hat die Sparpolitik in Griechenland? Welche Reformen will die Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank durchsetzen? Gibt es einen Weg, der aus der Schuldenspirale herausführt? (Attac-Quelle Hier ) Ein Film von Attac und Pudelskern: X http://www.attac.de/eurokrise X http://pudels-kern.net – – – ! Link zum Griechenland-Solidaritätskomitee Frankfurt/Rhein-Main

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Blockupy: Widerstand gegen die Absetzung Ulrich Wilkens als Landtagsvizepräsident

In Hessen kuschelt eine bürgerliche Regierung nach der anderen seit Jahrzehnten mit rechtem Zeitgeist. Das gestaltete sich unter dem Ministerpräsident Walter Wallmann mit seinem Staatssekretär Gauland (heute Rechtsaussen bei der AFD) nicht anders als bei der hessischen Landes-CDU unter ihrem langjährigen Chef Alfred Dregger. Die Grünen haben sich inzwischen in diese Tradition eingeordnet, allerdings mit einer Art [...]

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Freitag, 24. April 2015 in Frankfurt: Diskussionsveranstaltung »DEUTSCHE KRIEGSSCHULDEN – NACH 70 JAHREN ALLES ERLEDIGT?«

Griechenland-Solidaritätskomitee Frankfurt / Rhein-Main (Komitee-Webseite) DEUTSCHE KRIEGSSCHULDEN – NACH 70 JAHREN ALLES ERLEDIGT? .Diskussionsveranstaltung am Freitag, 24. April 2015 .um 18 Uhr im DGB-Haus in Frankfurt Am 10. Juni 1944 verübte das SS-Panzer-Grenadier-Regiment 7 eines der grausamsten Massaker an der Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkrieges. Im griechischen Ort Distomo wurden 218 Dorfbewohner brutal ermordet, Männer, [...]

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Video: ABG-Kampagne – Auftakt Spaziergang Gallus 10.4.15

Eine Veranstaltung der Kampagne “Eine Stadt für Alle! Wem gehört die ABG?“

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“Die braunen Schattenpflanzen wurden gedüngt und wuchsen”

von Jutta Dithfurth “Die braunen Schattenpflanzen wurden gedüngt und wuchsen” Wer sind die verschiedenen völkisch-rassistischen Gruppen in Frankfurt/Main? Wir haben in Frankfurt/Main ZWEI verschiedene rassistisch/völkische Gruppen, die gelegentlich wöchentlich demonstrieren und die wohl beide auch zur Kommunalwahl 2016 antreten wollen 1.) “Pegida Rhein-Main” (Gegendemo heute, Di. 21.4., 18 Uhr, Hauptwache) Dahinter steht die sich immer [...]

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Film und Information zur spanischen Plattform der Hypothekengeschädigten (PAH)

Am Samstag, den 25. 4. 2015 wird um 19 Uhr im Studierendenhaus der Universität Frankfurt (Campus Bockenheim) der Film “Si se puede!” der spanischen Plattform der Hypothekengeschädigten (PAH) über ihre Arbeit gegen Zwangsräumungen und Vertreibungen von Menschen aus ihren Wohnungen gezeigt.

Maka Suarez, Aktivistin der PAH-Barcelona und Sozialwissenschaftlerin, die zur Zeit auf einer Tour durch verschiedene Städte der BRD über die Arbeit ihres Netzwerks berichtet, wird gerne für Fragen zur Verfügung stehen, wie es der PAH gelingt, dass aus “Betroffenen” selbst Aktive werden, die in einem Prozess der Selbstermächtigung die Arbeit des Netzwerks tragen, das mittlerweile in allen größeren Städten in Spanien präsent und durchsetzungsfähig ist.

Eine Veranstaltung der Kampagne “Eine Stadt für Alle! Wem gehört die ABG?

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“Like mich” und TTIP am Arsch

Inzwischen auch bei uns angekommen (Meldung von SatireSenf): Deichkind sind voll hipp, was so Facebook angeht. Schade, dass sie nicht noch ein bißchen politischer sind. Gerne würde ich “TTIP am Arsch” hören, genauso überflüssig wie ein Kropf. Hier das zusammengerappelte Mundpropaganda-Viral-Marketing-Video für Facebook-Nutzer, ein besonderer Genuß für Hop-Hip-Fans: – cross-gepostet -

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Rede über Griechenland auf dem Strassenfest “Auf Recht bestehen. 10 Jahre Hartz IV-Gesetze sind genug.”

Auf dem heutigen Strassenfest zum 10jährigen Jubiläum zur Hartz-IV-Gsetzgebung hielt FGZ- Autor Bert Bresgen folgende Rede:

Über dem eisernen Steg, der von Alt-Frankfurt nach Sachsenhausen führt, verkündet eine Inschrift auf altgriechisch: pléōn epí oínopa pónton ep’ allothróous anthrópous „Segelnd auf weindunklem Meer hin zu Menschen anderer Sprache“ , ein Vers aus Homers Odyssee. Wir nehmen den Vers beim Wort und segeln jetzt in Gedanken hin zu Menschen anderer Sprache, dieser Sprache, nämlich zu den Toten der Sparpolitik in Griechenland. Was hat das mit Hartz IV in Deutschland zu tun? Die von der Deutschen Regierung verordnete Sparpolitik setzt inzwischen ganze Länder auf Hartz IV. Heute ist es Griechenland, morgen vielleicht Portugal, Spanien oder Italien. Die hiesige Presse, und keineswegs nur BILD , bucht das unter „faulen Südländern“ ab, die „über ihre Verhältnisse gelebt haben“, ähnliches kriegt man von den Medien auch über Hartz IV-Empfänger zu hören.
Von den Griechen wird ultimativ von Seiten unserer Regierung und unserer Medien gefordert eine gescheiterte Spar-Politik fort zu setzen, die Tote produziert. Manch einem mag dieser Ausdruck „Tote der Sparpolitik“ zu dramatisch erscheinen. Aber was in den letzten Jahren in Griechenland passiert ist, war eine Tragödie mit absehbar tödlichem Ausgang für viele. Geschrieben und Vorschrieben wurde sie von der Troika, vor allem von der Deutschen Bundesregierung.Laut einer Studie der Universitäten Cambridge, Oxford und London ist die Zahl der Suizide in Griechenland zwischen 2007 und 2012 um 45 Prozent gestiegen, die der Totgeburten zwischen 2008 und 2010 um 20 Prozent. Die Sparauflagen haben das griechische Gesundheitssystem ruiniert. Da Arbeitslose zudem nach zwei Jahren ohne Job ihre Krankenversicherung verlieren, stehen mittlerweile 800.000 Griechen komplett ohne Schutz da. Die Ausgabe von Spritzen und Kondomen an Drogenabhängige wurde zusammengestrichen . Die Folge: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen unter Drogenabhängigen stieg von 15 im Jahr 2009 auf 484 drei Jahre später. Den Krankenhäusern nahm man ein Viertel ihres Budgets weg, die Ausgaben für Medikamente wurden kurzerhand auf die Hälfte reduziert. Das auf die Behandlung von Krebspatienten spezialisierte Métaxa- Hospital in Athen verfügt nur noch über 50 % seiner Mitarbeiter. 250 staatliche Polikliniken wurden ganz geschlossen, wodurch 8000 Mitarbeiter auf die Straße flogen. Ja, ja, so ist das, wenn der “aufgeblähte Staatsapparat” abgebaut wird…
Schäuble und Merkel bezeichnen dies alles als „Reformen“ und lobten die alte griechische Regierung. Sie bezeichnen dies als „Griechenland muss seine Hausaufgaben machen.“ Was für ein Gefühl ist es Hausaufgaben zu machen in einem Haus, das in Flammen steht? Die hiesigen Medien rufen den Sterbenden wohlgemut hinterher „Verkauft doch Eure Inseln , ihr Pleitegriechen!“ oder beschwören mit ernster Miene den „langen, steinigen Weg“, der dann irgendwann aus dem Tal herausführt. Seinen Homer schätzt der hiesige Bildungsbürger immer noch, auch Multikulti mit mediterranem Flair, das Olivenöl aus erster Pressung, aber die heute lebenden und ausgepresst sterbenden oder “unverschämten” Griechen gehen ihm schon ein bisschen auf den Geist, ebenso wie die stets jammernden Hartz Ivler.

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Nu schon wieder: Gewalt gegen EZB!

Mario Draghi, Chef der EZB und ehemaliger Manager einer internationalen Investmentbank steht für seine Institution.
Manchmal ist der einflußreiche Job mit Überraschungen abseits des europäischen Finanz-Regimes verbunden: Dann kann es für den Glücklichen sogar Konfetti regnen!

 

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Ein Schlaglicht auf die deutsche Presselandschaft

In der “Deutschen Qualitätspresse” findet sich heute eine seltene Ausnahme, die das Politainment oder ihre anderen Formen des Entertainments unterbricht, die inzwischen deren Hauptachse bilden: Während Faz, Welt, Süddeutsche und wie sie alle heißen, die weltbewegende Nachricht eines Trainerwechsels (!) auf ihre erste Seite setzen, bekundet die taz ihre Erschütterung über eines der größten Schiffsunglücke [...]

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Aktionstag gegen TTIP, CETA, TISA

Von Stockholm bis Sidney, von Quebec bis Tokio: Am globalen Aktionstag am 18. April protestieren die Menschen weltweit an mehr als 500 Orten gegen Investitionsschutz- und Freihandelsabkommen! Mit dabei sind Aktive auf Hawaii, La Reunion oder den Philippinen, in Sidney, Tokio, in Pakistan, Mexiko, Panama und Ecuador. Diemeisten kommen aus der EU, den USA und [...]

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Fraport baut Terminal 3: Aussagen im schwarzgrünen Koalitionsvertrag sind Makulatur

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport beginnt Ende des Jahres mit dem Bau eines dritten Terminals. Dies habe der Aufsichtsrat beschlossen, teilte Fraport heute mit. Dazu erklärt Janine Wissler, Vorsitzende und verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag: „Niemand ist wohl ernstlich von dieser Entscheidung überrascht. Sie ist nur noch der Vollzug dessen, was Fraport [...]

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Einladung: 3. Plenum des Griechenland-Solidaritätskomitees Frankfurt/Rhein-Main am 17.4.2015

Arbeitsausschuss des Griechenland-Solidaritätskomitees Frankfurt/Rhein-Main Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, hiermit laden wir zum 3. Plenum unseres Solidaritätskomitee ein: Datum: Freitag, den 17.4.2015 Wann:  18.30 Uhr Wo:       Raum 3 im Frankfurter Gewerkschaftshaus Wir wollen gemeinsam folgendes besprechen: – Bericht über die erste Sitzung des Arbeitsausschusses, am 2.4.2015 – Berichterstattung über Vorbereitung, Mobilisierung und [...]

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Goldgräberstimmung in der Pharma- und Medizintechnik-Industrie: Verband BIO Deutschland e. V. fordert Zugriff auf Patienten- und Behandlungsdaten

BIO Deutschland e. V. ist kein Verein, der sich mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln beschäftigt. Das wird deutlich, wenn der vollständige Name des Vereins genannt wird: Biotechnologie-Industrie-Organisation Deutschland e.V. Noch deutlicher wird der Zweck von BIO Deutschland e. V. beim Blick auf die Fördermitglieder des Vereins: Quelle: BIO Deutschland e. V. Dieser Verband hat vor wenigen [...]

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ABG-Kampagne in Frankfurt gestartet

Macht schon was her, dieser neue Bau der ABG-FH am Rande des Commerzbank-Areals hinter dem Hauptbahnhof. Ist zwar auch neuere Frankfurter Einheits-Architektur, zeigt jedoch deutlich, wer hier zu Hause ist. Medien-Präsenz am Freitag, dem 10. April: zahlreich. Von den diversen grossmundigen Stadtpolitiker*innen war natürlich, möchte ich meinen, nichts zu sehen (Peter Gärtner von der Fraktion [...]

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“Hologramm-Demo” in Madrid: digitalisierte Gewaltlosigkeit mitten auf der Strasse

Gestern fand in Madrid vor dem Parlament eine “Hologrammdemo” statt, an der Tausende teilnahmen (“Holograms for Freedom”). Demonstriert wurde gegen die sogenannte “ley Mordaza” (Maulkorbgesetz), die zum 1. Juli in Spanien – nicht in Saudi-Arabien – in Kraft tritt und das Demonstrationsrecht stark einschränken , um nicht zu sagen: ausser Kraft setzen wird. Demonstranten werden [...]

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Diskussions-Veranstaltung: Nachdenken über BLOCKUPY

Freitag, 10.04.2015 | 19:00 Uhr bis 21:30 Uhr
Saalbau Gutleut, Frankfurt am Main / Rottweiler Str. 32 / 60326 Frankfurt am Main

Der 18. März in Frankfurt/M. hatte zwei Gesichter: In den frühen Morgenstunden Krawalle, brennende Polizei- und Privat-PKW, Übergriffe auf Polizei- und andere Einsatzkräfte, zerstörte Geschäfte und zerborstene Scheiben. Reizgaseinsätze der Polizei. Ab Mittag 20.000 friedliche Kundgebungs- und Demonstrationsteilnehmer die gegen die zerstörerische Austeritätspolitik von IWF, EZB und EU-Kommission protestieren.

Daraus ergeben sich Fragen: Wie ist die Situation in den Morgenstunden zu erklären? Woraus speiste sich der »Furor« – sowohl der Gewalttäter am Morgen als auch der politische im Anschluss der z.B. das Verbot von Blockupy forderte. Und wie sieht die Zukunft von Blockupy aus? Einer Initiative die sich einerseits mit dem Vorwurf der mangelnden Gewaltabgrenzung auseinander setzen muss andererseits mit ihren Forderungen und ihrem Protest Zehntausende mobilisieren kann.

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16. April 2015: Aktionstag des Bündnisses »AufRecht bestehen« unter anderem in Frankfurt/M. (“Straßenfest”/Kundgebung)

Am 16. April 2015 veranstaltet das bundesweite Bündnis AufRecht bestehen einen dezentralen Aktionstag in mindestens zehn Städten Deutschlands*. Das Motto des Aktionstages lautet: 10 Jahre Hartz IV sind genug! Dessen Ableger AufRecht bestehen Rhein-Main  organisiert für das Rhein-Main-Gebiet ein “Straßenfest” (Kundgebung) in Frankfurt am Main. Auf dem Bündnis-Flugblatt heißt es:

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Diskussionsveranstaltung: Von den “Commons” zum sozio-kulturellen Existenzminimum

Anknüpfend an eine erste Veranstaltung im Februar zum Alltagswiderstand in der Krise und der Forderung nach einem “Guten Leben” laden wir für den 23.4. erneut zu einem dreistündigen Austausch ein. Im ersten Teil wollen wir zunächst allgemeiner dem Begriff und der Bedeutung der “Commons” nachgehen. Im zweiten Teil wollen wir dann sehr konkret und aus verschiedenen Bewegungserfahrungen diskutieren, ob und wieweit die Forderung nach einem regionalen sozio-kulturellen Existenzminimum unterschiedliche Kämpfe in Rhein-Main zusammenbringen könnte.

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Start der ABG-Kampagne in Frankfurt

Hiermit laden wir sie herzlich zur Eröffnung der Kampagne „Eine Stadt für Alle! Wem gehört die ABG?“ ein. Um 14 Uhr findet dazu vor der ABG Zentrale in der Niddastraße 107 eine öffentliche Pressekonferenz statt. Dort werden wir das Selbstverständnis, die Forderungen sowie erste Aktionen der Kampagne vorstellen. Nach der Pressekonferenz beginnt ein gemeinsamer Spaziergang [...]

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Politische Dialektik der Farbe Orange

Eine sozio-kulturelle Besinnung zu Ostern

Die Farbe Orange wird in ihren Tönungen für Erfrischung, Fröhlichkeit und Jugend gesetzt. Sie steht so für Freude, aber auch Reife. Orange gilt in der Psychologie als stimmungsaufhellend, stimulierend und wird mit Lust verbunden. In Kombination mit Terrakotta-Tönen betont es einen „mediterranen“ Stil, wirkt belebend und optimistisch.

Im ersten Schub der Orange-Dialektik zwischen West und Ost kam dieser nette Stil, die mediterrane Freundlichkeit zum Tragen, Lust und Optimismus wurden von Ost nach West verwertet und dort als echte Erfrischung rezipiert.

1980: Weise Stimmung aus Osten in westliches Orange

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Stadtteil-Spaziergang durchs Gallus – Wem gehört die ABG?

Wir lancieren die Kampagne “Eine Stadt für Alle! – Wem gehört die ABG?” mit einem Stadtteil-Spaziergang durchs Gallus am Freitag den 10. April um 13 h

Treffpunkt ist die Niddastraße 107 – bei der ABG-Holding – 13h Infostand | 14h Pressekonferenz | 14:30h Spaziergang

Seit einiger Zeit diskutieren wir, das sind Aktive aus stadtpolitischen Initiativen, Stadtteilgruppen, Mieterorganisationen etc., die Möglichkeit in Frankfurt und der Rhein-Main-Region die Wohnungsfrage sowie die Frage von sozialer und politsicher Teilhabe am städtischen Leben neu zu stellen. Die Mieten steigen, beim Wohnungsneubau wird (fast) nur noch das Luxussegment bedient, Menschen werden rücksichtslos verdrängt und Büroräume stehen leer: Das Recht auf Wohnen wurde in der “Finanz-Metropole” für Menschen mit niedrigem oder geringem Einkommen faktisch abgeschafft.

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Milieuschutz – eine eher stumpfe Waffe

Eine Veranstaltung verschiedener Mieterinitiativen zu Wirkung und Grenzen von Milieuschutz-Satzungen mit dem Berliner Stadtsoziologen Sigmar Gude von T.O.P.O.S verlangt, die ambivalenten Auswirkungen einer Orientierung an ihnen zu beleuchten. Da diese Debatte im Kontext von “Wohnungsmangel” in Frankfurt gerade vehement geführt wird und der beginnende Kommunalwahlkampf sie auf die Tagesordnung jeder Versammlung setzt, scheinen einige kritische [...]

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Jenseits blosser Empörung: Crowdfunding für das griechische Volk

Das französische Kollektiv INTERDEMOS startete Crowdfunding für das griechische Volk Um nicht im Stadium des Empörtseins und der Appelle stehen zu bleiben und in der Erkenntnis, dass sie für die Griechen nicht viel bringen, hat eine Gruppe französischer Intellektueller und Künstler das Kollektiv INTERDEMOS gegründet und die Kampagne „de peuple à peuple“ („von Volk zu [...]

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