Frankfurter Gemeine Zeitung

“Die braunen Schattenpflanzen wurden gedüngt und wuchsen”

von Jutta Dithfurth

Polizei-Nötigung: Zugriff auf Lautsprecheranlage der
Gegendemonstranten am 21. Apr. 2015 bei der Pegida- Demo in Frankfurt/M. (Foto: Bernhard Schülke)

“Die braunen Schattenpflanzen wurden gedüngt und wuchsen”

Wer sind die verschiedenen völkisch-rassistischen Gruppen in Frankfurt/Main?

Wir haben in Frankfurt/Main ZWEI verschiedene rassistisch/völkische Gruppen, die gelegentlich wöchentlich demonstrieren und die wohl beide auch zur Kommunalwahl 2016 antreten wollen

1.) “Pegida Rhein-Main” (Gegendemo heute, Di. 21.4., 18 Uhr, Hauptwache)
Dahinter steht die sich immer weiter nach rechts entwickelnde AfD in Frankfurt/Main und Hessen. Die AfD wird vermutlich zur Kommunalwahl 2016 antreten. Gleichzeitig gibt es heute schon im Römer (dem Frankfurter Rathaus) mindestens ein AfD-Mitglied (Rainer Rahn, der schon durch die Fraktionen von FAG und FDP gewandert ist). Rahn ist (noch) Mitglied der neu gegründeten Fraktion “Die Römer”.

2.) “Freie Bürger für Deutschland” (Gegendemo am Mo. 27.4.).
In Konkurrenz dazu steht die zweite rassistisch-völkische Gruppe. Hinter den “Freien Bürgern” steckt die fundamentalistische Christin Heidi Mund und die “Freien Wähler” im Römer um Herrn Mund und Wolfgang Hübner, welche unter dem neuen/alten Namen “Bund freie Bürger” oder “Freie Bürger für Frankfurt” zur Kommunalwahl 2016 antreten wollen.

Bei der Kommunalwahl im März 2016 in Frankfurt/Main müssen wir mit mehreren rechtspopulistischen bzw. rechtsextremen Kandidaturen rechnen:
AfD, Freie Bürger, Rep, NPD.

Bürgerliche Medien und Fraktionen hatten sich vor Jahren darauf verständigt, sich nicht mit den Rechtsextremen und Nazis im Römer öffentlich auseinanderzusetzen, sie durch Verschweigen zu “bekämpfen”. Das musste ich dort seit 2001 beobachten.

Ich bin seit 2001 mit Unterbrechungen für die ÖkoLinX-Antirassistische Liste (eine kommunale Wähler_innenvereinigung, die es nur in Frankfurt/Main gibt) in das Frankfurter Stadtparlament gewählt und Manfred Zieren in den Ortsbeirat 3 (Frankfurt-Nordend). Unsere Gruppen heissen “ÖkoLinX-ARL im Römer” bzw. “ÖkoLinX-ARL im Ortsbeirat 3″.

Oft war ich, wenn ich mich im Römer mit den Rechten auseinandersetzte, allein oder erfuhr im Rathaus nur wenig Unterstützung (auf der Straße sah es immer besser aus). Ich beobachtete ihre Entwicklung und sah über all die Jahre, wie die meisten Fraktionen mit den Rechtspopulisten einen allzu entspannten Umgang pflegten. Das Ergebnis sehen wir heute, auch auf den Straßen.

Die ÖkoLinX-Antirassistische Liste wird zur Kommunalwahl 2016 wieder antreten. Die intellektuelle und die konkrete Auseinandersetzung mit den diversen rechtspopulistischen und rechtsextremen und neofaschistischen Organisationen gehört zu den wichtigsten Themen der kommenden Jahre, auf der Straße, im Parlament und überall.

Anders ist auch in Frankfurt/Main kein Leben für ALLE möglich, dass frei ist von Rassismus, Angst und Diskriminierung. Auch für Menschen, die durch den Zufall ihres Lebens selbst von Rassismus nicht betroffen sind, ist ein glückliches Leben nur dann möglich. – Von allen sonstigen sozialen Problemen einmal abgesehen.

Erstveröffentlicht am 21. April 2015 auf Facebook.


Film und Information zur spanischen Plattform der Hypothekengeschädigten (PAH)

Am Samstag, den 25. 4. 2015 wird um 19 Uhr im Studierendenhaus der Universität Frankfurt (Campus Bockenheim) der Film “Si se puede!” der spanischen Plattform der Hypothekengeschädigten (PAH) über ihre Arbeit gegen Zwangsräumungen und Vertreibungen von Menschen aus ihren Wohnungen gezeigt.

Maka Suarez, Aktivistin der PAH-Barcelona und Sozialwissenschaftlerin, die zur Zeit auf einer Tour durch verschiedene Städte der BRD über die Arbeit ihres Netzwerks berichtet, wird gerne für Fragen zur Verfügung stehen, wie es der PAH gelingt, dass aus “Betroffenen” selbst Aktive werden, die in einem Prozess der Selbstermächtigung die Arbeit des Netzwerks tragen, das mittlerweile in allen größeren Städten in Spanien präsent und durchsetzungsfähig ist.

Eine Veranstaltung der Kampagne “Eine Stadt für Alle! Wem gehört die ABG?

 


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