Frankfurter Gemeine Zeitung

Terminator: auf dem Weg zur Roboter-Invasion

Am Wochenende fand in den USA die DARPA Robotics Challenge statt: es ging bei diesem legendären Wettbewerb um robotisierte Rettungsmaßnahmen, und aus der ganzen Welt traten Teams mit den besten Robotern zur Überwindung eines Parcours an. Klar, der DARPA geht es letztlich wenig um Rettung, sondern um die militärischen Potentiale von Robotern – sie ist schließlich an das Pentagon angeschlossen. Mit dem Challenge lässt sich deshalb beurteilen, wie weit die Robots noch vom legendären Terminator oder den Hubots entfernt sind.

Unser Ethos der Nachforschung richtet sich auch immer wieder auf fragwürdige digitale Technologien: Der FGZ ist ein Video zugespielt worden, der die überraschenden Strategien und Taktiken der Roboter des “State of Art” zeigt.

Da können wir nur noch staunen, wie nah die schon dran sind!


Initiative: ein selbstverwaltetes Zentrum für obdachlose Geflüchtete

Am 13. Juni demonstriert Project Shelter für ein selbstverwaltetes Zentrum für Geflüchtete und Migrant*innen in Frankfurt. Wenn Geflüchtete in Frankfurt ankommen, wartet oftmals nur die Obdachlosigkeit sie. Deswegen wird von der Stadt ein Gebäude gefordert, in der sie ein Zentrum errichten können, das für diese Migrant*innen als Anlaufstelle dient. Es soll gemeinsam mit den Migrant*innen verwaltet werden und Kultur-, Beratungs- und Wohnangebote bündeln.

„Geflüchtete enden in der Obdachlosigkeit, weil ihnen hier die Hilfe verweigert wird“, erklärt Matti Klieme von Project Shelter: „Wir demonstrieren deswegen für ein solidarisches Miteinander statt Ausgrenzung!“. Man habe schon dutzend ehemals obdachlose Geflüchtete in Zimmern in unter anderem in privaten Wohnungen unterbringen können. Das sei aber nur eine kurzfristige Lösung gewesen: „Uns droht jederzeit wieder die Obdachlosigkeit“, erzählt Aziz Ahmed – er ist bisher in der Gutleutkirche untergebracht, die die Stadt jetzt schließen möchte, ohne Alternative zur Unterbringung. Die Unterstützer*innen und Migrant*innen haben sich deswegen zusammengeschlossen, um für eine dauerhafte Lösung zu kämpfen.

In Frankfurt stehen viele Wohngebäude leer, die im Besitz der Stadt bzw. ihrer ABGHolding sind. „Die Stadt könnte also sozialen Wohnraum zur Verfügung stellen – wir haben die Ideen und die Motivation, dort ein Zentrum zu errichten“, sagt Matti Klieme. Deswegen fordere man eine Gebäude von der Stadt, um gegen die Obdachlosigkeit zu kämpfen. Zur Demonstration werden mindestens 700 Menschen erwartet, die dieses Ziel unterstützen. „Ein selbstverwaltetes Zentrum wäre ein wichtiges Zeichen gegen Rassismus“, sagt Aziz.

Ohne Arbeit keine Wohnung, ohne Wohnung keine Arbeit – der Teufelskreis der Geflüchteten Viele Geflüchtete kommen mit einer Aufenthaltserlaubnis aus Länder wie Italien und Spanien nach Deutschland. Als im Zuge der Krise immer mehr Menschen  entlassen wurden und gleichzeitig die Sozialsysteme gekürzt wurden, sahen sie keine andere Möglichkeit als sich in anderen Staaten nach Arbeitsmöglichkeiten zu suchen. In Deutschland bekommen sie allerdings keinerlei Unterstützung vom Staat – innerhalb von drei Monaten müssen sie Arbeit finden, um eine Chance auf dauerhaften Aufenthalt zu erhalten. Hier beginnt der Teufelskreis: Ohne Arbeitsstelle können sie sich keine Wohnung leisten; ohne einen festen Wohnsitz dürfen sie keine Arbeitsstelle annehmen. Dies führt ohne Unterstützung zwangsläufig in die Obdachlosigkeit.

Bei den Kundgebungen sprechen auch Geflüchtete und Migrant*innen: „Wir möchten, dass unsere Stimme endlich gehört wird und die Menschen erfahren, warum wir nach Deutschland kommen und warum wir keine Unterstützung bekommen“, sagt Aziz Ahmed.

Project Shelter: „Wir sind keine Hilfsorganisation“

Die Gruppe Project Shelter hat sich vor etwa einem halben Jahr als aktiver Zusammenschluss von gut 50 Unterstützer*innen und Migrant*innen und Geflüchteten gegründet und versteht sich nicht als Hilfsorganisation: „Wir arbeiten gemeinsam an unseren Zielen und machen in der Praxis keine Unterschiede zwischen Menschen, welchen Status oder welche Staatsangehörigkeit sie auch immer haben mögen“, sagt Matti Klieme.

Das zentrale Ziel: ein selbstverwaltetes Zentrum. Die entsprechende Petition hat schon rund 4000 Unterschriften und läuft noch bis 19. Juli 2015. Bis zur Eröffnung versucht die Gruppe, ihre Ideen so gut wie möglich ohne eigene Räumlichkeiten umzusetzen: Das Projekt organisiert alle zwei Wochen eine Küche für alle im Internationalen Zentrum, wo Geflüchtete und Unterstützer*innen sich austauschen und gemeinsam kochen und essen können. Es wird versucht bei Job- und Wohnungssuche behilflich zu sein, in Zusammenarbeit mit den Teachers on the Road  werden Deutschkurse und Sprachtandems angeboten.

Gemeinsam kämpft die Gruppe gegen Rassismus und Ausgrenzung und für eine solidarische Gemeinschaft. „Unsere Aktionen sollen endlich einen festen Ort bekommen, damit sich neu ankommenden Geflüchtete leichter eine Unterkunft bekommen und sich in dieser Stadt orientieren und selbstständig eine Existenz aufbauen können“, sagt Matti Klieme. „Ein solches Zentrum wäre auch ein geeigneter Ort, um mehr kulturellen Austausch zu betreiben“, ergänzt Aziz Ahmed.

Die Demonstration beginnt am 13. Juni um 15 Uhr am Hauptbahnhof und endet gegen 18:30 Uhr mit einer Abschlusskundgebung am Goethe-Platz.

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