Frankfurter Gemeine Zeitung

Paul Krugmann oder Dieter Nuhr: New York Times versus FAZ zum “Kompromiss für Griechenland”

Paul Krugmann hat den “Kompromiss” für Griechenland in der New York Times als das bezeichnet, was er ist: einen Staatsstreich, “ökonomischen Wahnsinn” und “Mord an Europa”. Aber der Typ ist ja auch Ami und bloß Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften. Die FAZ titelt dagegen: “Dieter Nuhr hat Recht” mit der Unterzeile “Es gibt ein paar Dinge, wo Demokratie nichts zu suchen hat. Schulden zum Beispiel.” So hat eben jeder seine Kronzeugen, die NYT einen Nobelpreisträger und unser Intelligenzblatt einen bekanntermassen allenfalls mittelmäßigen Kabarettisten, auch wenn das blamabel ist. Interessant auch, dass ausgerechnet die liberale FAZ allen Ernstes Zonen ausruft, in denen” für Demokratie kein PLatz ist.”..ob Schulden da allerdings am Platze sind? Schließlich schuldete Deutschland der Welt wg. WK 1 und 2 noch eine ganze Menge, u.a. auch den Griechen, worauf Picketty in der ZEIT hingewiesen hat.

Aber die FAZ ist ja immerhin unsere intellektuelle Pickelhaube, sozusagen ein äh, Intelligenzcluster, wenn auch durch Schirrmachers Abgang empfindlich geschwächt. Von dem Rest a la BILD oder öffentlich rechtlichem, bzw. Privat- Fernsehen wollen wir stille schweigen, ebenso von den Stammtischen grüner Menschenrechtsfreunde, die sich zwar irgendwie schon “in Opposition zu Merkel” und “der Globalisierung” wähnen, denen aber “die Griechen” mit ihrer ständigen Lamentiererei ganz schön auf den Keks gehen, weil Syriza ja angeblich antieuropäisch ist und doch schon längst hätte die Reichen besteuern und den aufgeblähten Beamtenapparat abbauen sollen, so wie das die Grünen ja immer vortrefflich, wo sie an der Macht partizipieren, sofort getan haben! Und man will sich die langen Sommerabende auf dem Balkon ohnehin nicht die ganze Zeit mit dem Zeug beschäftigen…. Zwar sind sie hierzulande selbst oft gerne verbeamtet und das heißt in Schlandland ja GottseiDank noch etwas ganz anderes als in Griechenland, wo Lehrer einen Hungerlohn verdienen, aber trotzdem finden sie es insgeheim ganz gut- um nicht zu sagen, es ergreift sie eine “klammheimliche Freude- dass mit dem Schlendrian durch Merkel, Schäuble und Co. mal ein wenig aufgeräumt wird. Zwar schlüge jetzt eigentlich die Stunde der Opposition, um der Welt zu zeigen, dass es noch ein “anderes Deutschland” jenseits von Merkel, Schäuble und Co. gibt, aber wieviel einfacher und angenehmer ist es, Griechenland ins Gesicht zu schlagen? Gilt natürlich auch für Gabriel, obwohl bei den Sozen fast noch mehr Haare-Sträuben wahrzunehmen ist, ebenso bei den alten etablierten Politik- oder Wissenschaftsschlachtrössern a la Verheugen oder Habermas.

Interessanterweise findet sich am Rand der FAZ ein hauseigener Blogger, dem es grade zu viel wird, aber dieses Spiel über Bloggerbande beherrscht ja auch Spiegel-online. trotzdem lesenswert: Die Stützen der Gesellschaft


Ein Kommentar zu “Paul Krugmann oder Dieter Nuhr: New York Times versus FAZ zum “Kompromiss für Griechenland””

  1. Bernhard Schülke

    FAZ: »Dieter Nuhr hat Recht mit der Unterzeile “Es gibt ein paar Dinge, wo Demokratie nichts zu suchen hat. Schulden zum Beispiel.”«

    Angesichts solcher Zeilen fragt man sich, warum wird die FAZ vom Verfassungsschutz ignoriert und nicht von ihm observiert? Die wahren Verfassungsfeinde sitzen … rechts. Das Grundrecht aller Parlamente ist das Budgetrecht, dazu gehören auch alle Art von Schulden.

    Kurz und knapp: Die FAZ ist außerhalb des Grundgesetzes.

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