Frankfurter Gemeine Zeitung

Dreist gefälscht im Öffentlich-Rechtlichen

Der Deutschlandfunk ist eine der Säulen der Öffentlich-Rechtlichen Medien in Deutschland, der immer wieder versucht, eine Art “Qualitätsjournalismus” zu kultivieren. Mit EU- und Russland-Krise jedoch verschwimmt dieses Vorhaben. Das jüngste Opfer ist aus der Partei die “Linke”, und zwar der außenpolitische Sprecher der Linken-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Gehrcke.

Die prominente Nachrichtenmeldung nahm mir kurz die Luft, nach der Gehrcke die Reise des SPDlers Walter Steinmeier nach Kuba wie folgt bejubelte: “Gute Beziehungen zu Havanna öffneten das Tor zu weiteren linksorientierten Ländern in Lateinamerika, etwa Brasilien und Venezuela, sagte Gehrke heute früh im Deutschlandfunk. Darüber hinaus könne die deutsche Wirtschaftserfahrung in Kuba auch Standards sozialer Gerechtigkeit transportieren.

Ein Satz ganz nach der Selbstauflösung der SPD 2015: die Deutsche Wirtschaft transportiert Standards sozialer Gerechtigkeit. Wahrlich: Von dieser Deutschen Wirtschaft und ihrer Durchsetzungsgewalt singt gerade ganz Europa ein Lied, und der Rest der Welt staunt nur darüber. Und es ist gewiß nicht das Lied einer “sozialen Gerechtigkeit” und ihren “Standards”, das Gabriel, Merkel und ihre Stichwortgeber singen. Genau dies macht “deutsche Wirtschafterfahrung” sicher zuletzt aus.

Veranlasst etwa der schiere Wunsch nach “Rot-Rot” solche absurden Wahrnehmungsstörungen bei Wolfgang Gehrcke, dem Mann aus der Linken?

Zur Überprüfung klicke ich hinüber zum maßgeblichen Morgeninterview mit Gehrcke im Deutschlandfunk, und sieh an, dort äusserte Gehrcke etwas ganz anderes: “Es geht nicht nur um Kuba, aber auch um Kuba. Und deutsche Wirtschaftserfahrungen können in Kuba helfen, wenn sie mit sozialer Gerechtigkeit gepaart werden.”

Die Nachrichtenmeldung des Deutschlandfunks am Mittag macht aus Gehrckes Aussage genau das Gegenteil des Gesagten: Während er tatsächlich davon spricht, dass deutsche Wirtschaftserfahrungen in Kuba gerade mit sozialer Gerechtigkeit geimpft werden sollten, wird in den Nachrichten behauptet, er wolle deutsche Wirtschaftsgerechtigkeit nach Kuba exportieren.

Eine plumpe Fälschung im Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland, die für einen Gleichschritt vieler Medien, gerade auch der Öffentlich-Rechtlichen funktioniert. Es sei dabei offen gelassen, ob es ein bewußter oder unbewußter Akt von Anpassung in der Redaktion war.


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