Frankfurter Gemeine Zeitung

Hungerstreik – Massenmedien schweigen Ralph Boes tot

Suchergebnis auf zdf.de1 [8. Sept. 2015, ca. 12:00 Uhr MESZ]

Am 8. Sept. 2015 führte ich zwischen 12:00 und 13:00 Uhr eine Internet-Recherche durch. Auf den Webseiten renommierter Internetmedien, darunter die Internetpräsenzen der am häufigsten gelesenen seriösen Tageszeitungen Deutschlands suchte ich Artikel mit den Suchbegriffen »Ralph« und »Boes« (beide Suchbegriffe müssen zwingen vorhanden sein). Hintergrund meiner Recherche war der Sachverhalt, dass sich Ralph Boes im Hungerstreik gegen seine Hartz-IV-Sanktion befindet.

Das Thema “Flüchtlinge” ist die mediale Sau, die derzeit hierzulande durch die Dörfer getrieben wird. Das ist genug Ablenkung, um die Sanktion gegen Ralph Boes endlich abschließend durchzusetzen, der Fall Boes ist schon jahrelang in der Schwebe. Erwartungsgemäß nahm Boes die Sanktion zum Anlaß, um gegen die die Beschneidung seiner Grundsicherung (das ist Hartz IV, auch als Arbeitslosengeld II bezeichnet) zu protestieren. Es ist eine einfache Logik: Das grundgesetzlich garantierte Existenzminimum durch Rechtsakte, Urteile zu unterschreiten, ist ein Widerspruch in sich. Genauso wie sich Deutschland und die Europäische Union bei Griechenland über demokratische Grundregeln bekanntermaßen hinwegsetzen, setzt man sich in unserem neoliberalen, kapitalistischen Land über die Grundrechte hinweg. In Deutschland haben Menschenrechte nur einen relativen Wert, der sich an den Herrschaftsinteressen ausrichtet. Das Beispiel von Ralph Boes Protest in Form eines Hungerstreiks verdeutlicht dies.

Die Mainstreammedien berichteten in den letzten Tagen nicht über den Hungerstreik. Nur Außenseitermedien wie die taz oder die Junge Welt berichteteten über Ralph Boes Hungerstreik. Die Junge Welt titelt Ihren Artikel über Ralph Boes vom 31. Aug. 2015: “Nicht mein Wille zu sterben” (Autorin: Susan Bonath). Am 7. Sept. 2015 hungert Boes seit 67 Tagen und befindet sich aufgrund seines Hungerstreiks nunmehr im Krankenhaus.

Das ist ein politischer Hungerstreik, den die deutschen Massenmedien tot schwiegen und schweigen. An der nachfolgenden Liste erkennt man wieder einmal mehr, wie es um die Berichterstattung in unseren Mainstream-Massenmedien bestellt ist. Nicht berichteten1:

zdf.de (ZDF), tagesschau.de (ARD), abendblatt.de (Hamburger Abendblatt), faz.net (Frankfurter Allgemeine Zeitung), fr-online.de (Frankfurter Rundschau), mopo.de (Hamburger Morgenpost), spiegel.de (auch »Der Spiegel« und manager-magazin.de), sueddeutsche.de (Süddeutsche Zeitung), tagesspiegel.de (Der Tagesspiegel), heise.de/tp (Telepolis, Artikel folgt hier vermutlich noch), derwesten.de (WAZ), welt.de (Die Welt).

Ein Bericht mit Hintergründiges zum Hungerstreik findet sich in den NachDenkSeiten (Autor: Lutz Hausstein)2. Zum Hungerstreik selbst berichteten Neues Deutschland, Junge Welt, taz und gegen-hartz-IV.de3.

1 kein Text in den letzten zwei Wochen mit einem Hinweis auf Ralph Boes (Suchbegriffe: Ralph und Boes)
2 mindestens ein Text in den letzten zwei Wochen mit einem Hinweis auf Ralph Boes (Suchbegriffe: Ralph, Boes und Sanktionshungern)
3 mindestens ein Text in den letzten zwei Wochen mit einem Hinweis auf den Hungerstreik von Ralph Boes (Suchbegriffe: Ralph, Boes und Hungerstreik)


Veranstaltung Studierendenhaus Bockenheim

Wie weiter mit dem Studierendenhaus?
Donnerstag, 10. September, 19 Uhr // Café KoZ

Das Studierendenhaus ist einer der wichtigsten politischen und kulturellen Orte Frankfurts. Aber was geschieht mit dem Haus, wenn der AStA das Gebäude 2018 verlässt und es in den Besitz der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding übergeht? Die Entscheidung hierüber wird bald fallen – höchste Zeit also, sich die Zukunft auszumalen und gemeinsam für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Hauses zu kämpfen. Wir – eine Initiative von Bürger*innen, Kulturschaffenden und politischen Aktivisten – haben Ideen für ein selbstverwaltetes Kulturzentrum entwickelt, die wir vorstellen und diskutieren möchten. Ausserdem gibt es Informationen zum Stand der Planungen auf dem Campus Bockenheim, die Kampagne “Eine Stadt für Alle – Wem gehört die ABG?” und die Möglichkeiten, sich hier einzubringen.

Die an diesem Abend gesammelten Ideen sollen in den Werkstatt-Tagen der Kampagne Eine Stadt für Alle – Wem gehört die ABG: “Campus Bockenheim selber machen!” vom 25.-27. September im Studierendenhaus aufgegriffen und weiter entwickelt werden.

anschließend Bar-Abend

Veranstaltet von Offenes Haus der Kulturen und der Kampagne “Eine Stadt für Alle – Wem gehört die ABG?

Offenes Haus der Kulturen

http://www.offenes-haus-der-kulturen.de


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