Frankfurter Gemeine Zeitung

125 Jahre ABG – und kein Ende der Feier

Anmerkung der Redaktion:
uns wurde ein Manuskript geschickt zu den Feierlichkeiten eines bedeutsamen Teils der Stadt-Geschichte und der aktuellen Entwicklungen hier und weil das Gedränge am Mikrophon zu dieser Gelegenheit erheblich sein wird, will sich doch alles im besten Lichte präsentieren, kann es sein, dass solch Rede schlicht untergeht. Dem vorzubeugen und zur besseren Einstimmung auf die Festlichkeiten, zu denen alles aufgeboten wurde, was sich im Quartier (und im Römer) so bewegt, veröffentlichen wir sie vorab.
Aber auch, weil wir befürchten, nicht so ganz grundlos, dass dieser Beitrag seinen Weg nicht ganz bis zum Mikro findet, nichts bestärkt die Annahme, dass ein OB es an sich nimmt und verliest (siehe Ginnheim). Zudem ist auch nicht ausgeschlossen, dass ein ABG-Vertreter und SPD-Mitglied dieses Mal nicht doch den Saft abdreht, aus Erfahrung klug geworden.
Wie dem auch sei, hier kommt sie:

Beitrag zum Jubiläum
von K. Ritik

Geschätzte Frankfurter*innen, Anwohner*innen des Gallus und Mieter*innen, wo immer Sie es auch in nächster Zeit hin verschlagen mag,
wir blicken auf eine lange Tradition in dieser Stadt zurück, ein Teil davon eben diese 125 Jahre ABG – eine Erfolgsgeschichte, ohne Übertreibung, ein Beispiel für die Welt.
Traditionen wollen gepflegt werden und dies tun wir hier und heute mit diesen Festtagen der Gemeinsamkeit. Und welcher Platz (hier in der Nähe der Quäkerwiese mit ihrem modernen Pavillon) wäre geeigneter als diese – nunmehr vorzeigbare – Frankenallee in unserem Gallus. Hier an der Schnittstelle des alten “Neuen Frankfurt” mit dem aktuellen neuen Frankfurt des modernen gehobenen Wohnens und Lebens (wiewohl beides noch zusammenfinden muss – und auch wird).
Lassen Sie und die Fährnisse des Alltags in dieser Stadt in diesen beiden Tagen des Frohsinns vergessen und geniessen wir unsere erfolgreiche Stadt und zollen ihren Baumeistern auch einmal den Tribut, gönnen wir diesen Getriebenen das erfrischende Bad in unserer Menge, einer frohgelaunten, passend zum Anlass. Hören wir einem Kämpen der ersten Stunde zu (wenn auch die unendliche Wiederholung seines leicht trögen Vortrags die Eine oder Andere leicht abstossen mag, die Botschaft gleicht dies mehr als nur aus) und freuen wir uns auf den Aufsichtsrats-Vorsitzenden, dessen einigende Kraft zum Ausgleich der mannigfaltigen Kräfte dieser Stadt beiträgt. Derart bombardiert mit sozialer Verantwortung, zu der, oft übersehen der Planungsdezernent nicht müde wird, seine Beiträge zu finden, das Aufblühen dieses Viertels unmittelbar vor Augen, das wir noch erleben und vor allem mitgestalten dürfen.
Lasst uns die Feste feiern wie sie fallen, auch und gerade, weil wir nicht wissen können, ob wir dies demnächst in dieser Zusammensetzung noch erleben dürfen, das ist der Lauf der Dinge.
In diesem erhebenden Gefühl sind wir diese Tage alle ABG und bereit, uns wegtragen zu lassen (wenn dies auch immer häufiger mit Zwangsräumungen in Zusammenhang gebracht werden dürfte), vergessen wir einmal, unter welchem Kostendruck ABG und ihre Mieter*innen stehen und lassen im Angesicht der vielen Stände, die die Lebendigkeit des Quartiers symbolisieren, die Skepsis fahren, die leider immer mehr an Boden gewinnt. Nicht jede Äußerung ist automatisch eine Mogelpackung, nur weil sie von den zitierten Herrschaften ausgeht und auf einer ABG-Bühne vorgetragen wird. Das hieße der Vielfalt dieser Stadt, dieses Viertels Unrecht angedeihen zu lassen.
Die gesunde wirtschaftliche Aufstellung ist nun wirklich kein Grund zu klagen, ca. 230 Mio. Euro Gewinn in den letzten vier Jahren sprechen für sich, da gibt es nichts zu kritteln. Stets an der Spitze der hiesigen Entwicklung, Grund genug, einmal nachzudenken, was das bedeutet.

Doch an solchen frohen Tagen heisst es auch großzügig sein, wir alle tragen schließlich bei, diese Stadt an der Spitze der globalen Liga zu positionieren, die ABG-FH zu einem wahrhaft prosperierenden Unternehmen zu machen – neue und alte Frankfurter*innen, jede nach ihren Fähigkeiten und Ressourcen. Dass dieses gemeinsame Unterfangen stete und konstante Höchstleistungen von allen abfordert, muss hier nicht besonders betont werden. Unser aller Einsatz zählt.
Setzen wir ein Zeichen – wie vor 125 Jahren – und lassen wir unserer Begeisterung über die Entwicklung freien Lauf, um damit die Beteiligten zu überwältigen wie einst Petra Roth, die sich davon tief beeindruckt, nicht so recht von diesem Überschwang erholte. Ekstase ist noch das Wenigste, um unseren Stolz auf diese Stadt und ihre Regierung, ihre Leistungsfähigkeit, der Welt vor Augen zu führen.

Nicht: klammheimliche Freude, dass die ABG-FH es endlich geschafft hat, die Differenzen in den Miethöhen auszugleichen, offene aktive Zustimmung ist hier geboten zu dieser konsequenten und keine Privilegien achtende Geschäftspolitik. Kein Lamento über fehlende Instandhaltungen, wo Modernisierung strahlende Fassaden zaubert und neue Gesichter in den Fenstern.

Ja und auch dies: aktive Stadt = Aktivhäuser!
Das ist ein Schritt ins neue Jahrtausend, ob Angstschweiß bei der nächsten Mietenrunde oder heftiger Zorn bei der letzten Abrechnung, alles wird Energie, die es zu nutzen gilt, die in Zählbares umgemünzt werden kann.

Niemand wird abgewiesen, das ist geübte Geschäftsphilosophie, nicht alle haben Platz, das ist die traurige Realität.

Doch, die ABG-FH baut für Alle unterschiedslos, drinnen und draußen (hier finden wir den Eckpfeiler des immensen Erfolgs, den Unterschied zur ABG für kleine Wohnungen). So funktionieren Metropolen nunmal und mal Hand aufs Herz, wer weniger Miete zahlt, etwas weiter draußen, hat mehr übrig für Monatskarten und Benzin. Nebenbei, wer zwei Stunden Anfahrt hinter sich bringt, weiß klar und deutlich, dass er an Wichtigem, Globalem, beteiligt ist, erleidet es jeden Tag.

Ein Wort an alle, die trotz dieser ermutigenden Zeichen, der positiven Entwicklung, eine skeptische Miene zur Schau stellen: auch für sie ist Platz.
Reminiszenzen sind Bestandteile der lokalen Folklore wie die neue alte Altstadt. Nur bitte: Erinnerung ohne Nostalgie, dafür Rücksicht und eine Willkommenskultur für die vielen Neu-Frankfurter*innen und Achtung für deren Beitrag zur Sicherung des Standorts in diesem gnadenlosen Wettbewerb. Alle Mittel müssen ausgeschöpft werden, bis zur bitteren Neige, um die Attraktivität zu erhöhen und dazu ist es unabdingbar, Platz für diese Neuankömmlinge zu schaffen.

Hier stellt sich die ABG den Anforderungen, ohne wenn und aber, dafür steht auch der erste Abschnitt des Campus Bockenheim, und sie stellt sich auch der offenen Diskussion, zu der auch Widerspenstigkeit gehört, solange sie produktiv gehandhabt wird, die Schwachstellen im Konzept an die Oberfläche zerrt, um die gute Entwicklung zu festigen.
Aktive Partizipation ist das Salz in der Suppe gewinnträchtiger Entwicklungen.

Wir sollten uns freuen über das grosse Interesse an der ABG, es entspricht ihrer Rolle in unserer Stadt und erfreulich ist auch, dass sie im Gleichschritt mit Fraport ihren produktiven Wirkungskreis über die Stadtgrenzen hinaus ausdehnt, wovon Offenbacher und Friedberger ein Lied singen können. Eine Wohltat für die ganze Region.
Damit viel Vergnügen am 19. und 20. September in der Frankenallee im Gallus. Für Kurzweil wird gesorgt.


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