Frankfurter Gemeine Zeitung

Die (vor)geführte Belegschaft: ABG und ihr Gegensatz zu ihren Mieter*innen.

Tatsächlich ist eine Palastrevolution in der ABG entbrannt. Gedemütigte Mitarbeiter*innen, besonders der gehobenen Schichten sind tief verletzt, dass “ihr” Aufsichtsratsvorsitzender sich erdreistete eine kritische Stellungnahme vorzulesen, auf einem Stadtteilfest. So weit geht denn soziales Engagement auch nicht. Sollte eine derart niedliche “Provokation” den Bankrott der Firma einleiten und die Leistungsträger*innen in den Selbstmord, so ist es verführerisch an die Möglichkeit der nächsten Intervention zu denken.

Darauf konnte man warten die mehrheitlich sozialdemokratisch orientierten Mitarbeiter*innen lassen sich vor den Karren der Geschäftsleitung spannen und legen in „Sorge um das Wohl des Unternehmens“ und natürlich ihrer großartigen Leistungen für dieses so richtig los. Irgendetwas anderes als ihr partikulares Interesse, das selbstverständlich identisch mit dem der Geschäftsleitung ist, kann nur von absolut nachrangiger Bedeutung sein. Das hat die Handschrift eines Frischkorn, nicht nur in der ABG ein Gegenpol zur Position Feldmanns. Wenn auch das Kalkül jener Mitarbeiter*innen nachvollziehbar ist, es ist ein direkter Affront gegenüber alle Mieter*innen. Im Klartext: ist uns scheißegal, wie ihr die Mieten auftreibt, Hauptsache wir haben einen Job. Sie sehen sich herabgesetzt, ihre Leistungen nicht gewürdigt, ein recht unbilliges Verlangen, heißt dies doch, sie verlangen Applaus für kontinuierliche Verdrängung von alteingesessenen Mieter*innen. Wenn sie wenigstens Prämien für ihr Engagement in der „Sache“ bekämen, aber dieser vorauseilende Gehorsam ist einfach ekelhaft.
Der zum Teil offen reaktionäre Kurs gerade der Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat ist hinreichend durchgesickert, dies mit Angst um den Arbeitsplatz verklären zu wollen, zu dwird ünn. Das Gute an solch gehorsamer Grundhaltung ist allerdings, dass es anzeigt, es reicht aus, die Spitze komplett auszuwechseln und der Rest steht stramm.
Jedenfalls belehrt uns dieses Beispiel, wie es um die Meinung in dieser Stadt gerade dort bestellt ist, wo Entscheidungen über die Existenz vieler getroffen werden. In breiter Allianz mit den neoliberalen Statthaltern wird in bester demokratischer Tradition Kritik, wen sie auch noch so harmlos ist, sofort mundtot gemacht. Die Identität dieser Menschen ist in der Kreditwürdigkeit der Firma aufgehoben und im Übrigen grenzenlos zu bewundern, wie es den Bilanz-Präsentationen entspricht.
Nun ist die Frage, was macht man mit Feldmann?
Die offene Konfrontation hat er bewusst nie gesucht, dazu ist seine Position zu schwach, vor allem in der eigenen Partei (zu der auch Figuren gehören, die an vorderster Front gegen ihn agieren), als Einzelkämpfer sieht er sich nicht und so richtig einer Idee verpflichtet fühlt er sich offenbar nicht, immerhin ist Junker mit seiner Stimme für die nächsten Jahre zum Vorstands-Vorsitzenden bestellt worden. Dass jetzt die Belegschaft auf Befehl angetreten ist, macht diese Positionen auch nicht stärker.
Offensichtlich wird dabei jedoch, wie Entscheidungen in dieser Stadt getroffen und dann durchgesetzt werden, willige Erfüllungsgehilfen sind dabei keineswegs Mangelware. Ironischerweise war der Vorfall in Ginnheim nicht auf einem Fest der ABG, die sich erst gar nicht beteiligen wollte im Nachhinein hat sich Junker bestimmt gewünscht, sie hätten es auch nicht getan. Es war ganz banal ein Stadtteilfest, ausschließlich Lobgesänge auf die ABG anzustimmen und die Belegschaft für die Umsetzung der anti-sozialen Direktiven der Geschäftsleitung zu preisen, war nicht vorgesehen.
Wie dem auch sein: Hauptsache Arbeit. Da mauert man sich schon mal in dem neuen Bunker in der Niddastrasse ein und schiesst aus allen Rohren. Im Nebeneffekt demonstriert man so, seht her, auch ein OB ist nicht in der Lage, euch vor unserem Begehren zu schützen.
Das geht auch deswegen so einfach, weil die Aufstellung der Gesellschaft eben zu keiner öffentlichen Debatte mehr führen muss, die Damen und Herren der ganz grossen Koalition im Römer, sich hier verschanzen können hinter fadenscheinigen Rechtslagen – nur um nicht offen zeigen zu müssen, dass sie mit dem eingeschlagenen Kurs mehr als einverstanden sind.
Auf ihre „Argumente“ einzugehen, ist reine Zeitverschwendung, weil es einfach ein Nachplappern gängiger Stereotype ist, ohne Inhalt außer dass es uns nur gut gehen kann, wenn es den Unternehmen gut geht, vergessen wir dies einfach.

Was nur soll man mit einem derartigen Personal anfangen und denken wirklich alle in der Belegschaft so? Traut sich da mal jemand aus der Deckung und sagt: not in my name? Schwer vorstellbar (vor allem bei Junkers Führungsstil), wo ducken doch die vorherrschende „Haltung“ hierzulande ist. Am Arbeitsplatz auf jeden Fall.
UNd damit sich auch wirklich niemand zurückgesetzt fühlt: unser ausdrücklicher Dank an die Mitarbeiter*innen von Heckler & Koch für die ausgezeichnete Arbeit!


TTIP, CETA und TISA: Auswirkungen auf Kommunen und die Stadt Frankfurt – Podiumsdiskussion am 17.11. 2015

 

ttip ffm 2017.11.17

Das Frankfurter Bündnis gegen TTIP, CETA und TISA lädt ein zu einer Podiumsdiskussion mit VertreterInnen von fünf (sollte die Frankfurter CDU noch zusagen: sechs) Parteien, die im Frankfurter Stadtparlament vertreten sind.

Im Frankfurter Bündnis gegen TTIP, CETA und TISA engagieren sich die Frankfurter Organisationen von Attac, Greenpeace, Deutscher Gewerkschaftsbund, BUND, Naturfreunde und Jusos, Vertreter der Kirchen, AK Fluglärm und Umwelt/BI gegen Flughafenausbau, Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V., dieDatenschützer Rhein Main, Initiative Wissenschaft gegen TTIP und Einzelpersonen. Unterstützt wird das Bündnis auch von Untergliederungen verschiedener Parteien.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Homepage des Frankfurter Bündnis gegen TTIP, CETA und TISA.


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