Frankfurter Gemeine Zeitung

Vorbereitungstreffen einer “Messe” der Frankfurter Stadtbewegungen und Initiativen

Wann:  Freitag 11. Dezember, 18 bis 20 Uhr
Wo:    Raum 404 im Juridicum auf dem Campus Bockenheim (Gebäude Nr 2 auf der Karte): https://www.uni-frankfurt.de/38093742/Campus_Bockenheim-pdf.pdf
Ziel:  Offener Austausch zwecks Organisation einer “Messe” der Frankfurter Stadtbewegungen und Initiativen im Febraur 2016.

“Ihr schlaft mit euren Träumen aus Betongold auf einem Pulverfass” Mieterin zu ABG-Chef Junker

Nicht nur bei der Bürgerversammlung “Hohe Mieten und Wohnungsnot in Frankfurt” im Römer war sehr viel Unmut und Wut zu spüren: die kommunale Wohnungsbaugesellschaft ABG macht Politik nur für Reiche. Für Menschen mit niedrigem Einkommen ist das Recht auf Wohnen in der boomenden “Finanz-Metropole” von Magistrat und ABG faktisch abgeschafft. Menschen mit und ohne Papiere müssen immer öfter auf der Straße leben, soziale Wohnprojekte werden verhindert und Wohnungen geräumt, während gleichzeitig über 1 Million Quadratmeter Büroraum leer stehen und in der Stadt gebaut wird wie schon lange nicht mehr. Die Frankfurter Wohnungspolitik ist ein Desaster.

In unseren Stadtteilen, auf unseren Stadtteilfesten und bei kreativen Aktionen haben wir uns in den letzten Monaten und Jahren oft getroffen und sind gut vernetzt. Wir glauben, dass uns dieser Austausch geholfen hat, das Ziel einer “Stadt für alle” zu verfolgen. Gerade in der Vorwahlkampfzeit und nach vielen Protestaktionen wollen wir versuchen, den Druck für eine soziale Wende in der Wohnungspolitik in der Region zu vertiefen. Gemeinsam schaffen wir das!

Dafür möchten wir mit euch Anfang Februar einen Raum schaffen. Wir könnten uns vorstellen, im Rahmen einer “Messe” vieler Engagierter und Initiativen gemeinsam zu brunchen, zu debattieren, Pläne zu schmieden, eine Resolution zu verabschieden und eine tolle Aktion mit Pressebeteiligung durchzuführen. Jedenfalls soll es darum gehen, künftige Aktionen und Projekte gemeinsam zu vertiefen und so unsere Stimme zu bündeln.

Am *Freitag den 11. Dezember von 18 bis 20 Uhr* wollen wir diese Initiative gemeinsam mit euch vorbereiten. Wir bitten euch darum, diese Einladung weiterzuleiten, weitere Interessierte einzuladen und eure Ideen einzubringen! Wenn ihr an diesem Termin keine Zeit habt, aber mitmachen wollt, schickt uns einfach trotzdem eure Ideen und Positionen. Wir freuen uns auf euch!

Logo

abg_kampagne@riseup.net

www.stadt-fuer-alle.net

Unsere Kampagne ist offen zum Mitmachen und langfristig angelegt, auch über die Kommunalwahlen hinaus. Wir informieren und planen Aktionen. Wir organisieren uns, um zu bleiben: In unseren Wohnungen, in unseren Stadtteilen, in unserer Stadt, in unserer Region!


Ratschlag “Frankfurt für Alle!” – Zur politischen Situation um Flucht, Asyl und öffentliche Ressourcen in Frankfurt

Freitag, 4.12.2015 – 16-20 Uhr / DGB-Haus Wilhelm-Leuschner-Str. 69 – 77, 60329 Frankfurt am Main

Menschen innerhalb und außerhalb Europas machen sich derzeit zu Tausenden auf den Weg aus Krieg und Hoffnungslosigkeit, um Grenzen zu überwinden und um die „Festung Europa“ in Frage zu stellen. Sie alle eint die Hoffnung auf ein besseres Leben in Würde.

Gleichzeitig leisten viele Menschen hier den Flüchtlingen direkte Hilfe und Unterstützung. In den vergangenen Wochen bekam Frankfurt dadurch ein offeneres und solidarischeres Gesicht. Unzählige weitere Geschichten solidarischen Handelns ließen sich problemlos anreihen. Geschichten von Menschen, die Bildungsarbeit zu Flucht und Asyl anbieten, die sich gegen Abschiebung engagieren, oder die sich aktiv gegen rechte Hetze zur Wehr setzen: Schon seit Jahren setzt sich in unserer Stadt der „Roma-Förderverein“ für ein „Haus für Roma“ ein, um deren Obdachlosigkeit zu beenden. Die Initiative ‚Project Shelter‘ fordert ein selbstverwaltetes migrantisches Zentrum, um sowohl einen offenen Anlaufpunkt als auch einen ständigen Raum der Begegnung zu schaffen. Und zwar für alle Menschen, die in Frankfurt ankommen und hier leben wollen.

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Trotz alledem bleibt noch einiges zu tun. Wir dürfen uns weder an Obdachlosigkeit noch an die prekäre Unterbringung der Flüchtlinge in den Sammelunterkünften gewöhnen. Obwohl es in der Stadt 1.5 Millionen Quadratmeter leere Büroflächen und über 40.000 verfügbare Hotelbetten gibt, müssen Menschen mit und ohne Papiere in Frankfurt sogar in wachsender Zahl auf der Straße leben. Zeitgleich werden soziale Wohnprojekte verhindert und Wohnungen geräumt. Flüchtlinge werden – bestenfalls – in Turnhallen einquartiert. Auch hier sind die ABG als städtisches Wohnungsbauunternehmen, aber auch der Magistrat insgesamt gefordert, menschenwürdige (!) Wohnungen für alle bereit zu stellen. Es kann nicht sein, dass in Frankfurt immer noch massenhaft Büroraum zum Teil über Jahre leer steht, während Menschen auf Feldbetten oder in der B-Ebene der Hauptwache übernachten müssen. Und gerade ein kommunales Unternehmen wie die ABG, dass im letzten Jahr über 68 Mio. Euro Jahresgewinn erzielte, könnte bei der Bewältigung dieser Notlagen eine wichtige Rolle spielen.
Wir sagen deswegen kurz und knapp: Frankfurt verfügt über ausreichend Platz für Menschen in Not! Und wir alle stehen in der besonderen Verantwortung, ein Stück des vorhandenen Überschusses an Reichtum zu teilen.

Wie wollen wir eine Stadt gestalten, in der alle gerne zusammenleben?

Wir halten es daher in der aktuellen Situation für notwendig, sich gemeinsam zu verständigen, um gemeinsam handlungsfähig zu werden. Deswegen unterstützt auch unsere Kampagne „Eine Stadt für alle! – Wem gehört die ABG?“ den Initiatorenkreis der Initiative „Frankfurt Für Alle“. Wir alle sind herzlich zu einem Ratschlag über die politischen Situation um Flucht und Asyl in Frankfurt und in der Rhein-Main Region einladen.

Denn es gibt viel zu besprechen:

- Welche zentralen Herausforderungen gibt es in Frankfurt/Rhein-Main?

- Wie können wir uns in Frankfurt für die sozialen und politischen Rechte der Geflüchteten und darüber hinaus einsetzen?

- Wie kann verhindert werden, dass die Politik die Armen gegen die Ärmsten ausspielt und Schutzsuchende in “gute” oder “schlechte” Flüchtlinge trennt?

- Wie begegnen wir fremdenfeindlichen Stimmen und rassistischen Angriffen in unserer Region? Welche Vision haben wir von einem weltoffenen Frankfurt?

Wir wünschen uns einen breiten Ratschlag einer Stadtgesellschaft, an dem sich Menschen aus der konkreten Solidaritätsarbeit, der Sozialarbeit, den antirassistischen Initiativen, den Gewerkschaften, dem Engagement „gegen Rechts“, den Kirchen, den Theatern, den Museen, den migrantischen Vereinen, der KünstlerInnen-Szene, den SchülerInnen-Gruppen, den Initiativen gegen die Wohnungsnot und hohe Mieten zusammenschließen und einen Ausblick in die Zukunft wagen. Und gemeinsam wollen wir beratschlagen, wie wir einer zu befürchtenden flüchtlingsfeindlichen Wende und sozialen Konkurrenz entgegenwirken.


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