Frankfurter Gemeine Zeitung

Neckermann-Berichte: „Hier komme ich mir vor wie ein Krimineller!“

Ort des Schreckens auf der Hanauer Landstr. in Frankfurt/M.

von WelcomeFrankfurt

Berichte der Geflüchteten aus „Neckermann“

Zusammenfassung am 25. Januar 2016

Uns wurden sehr viele Berichte zugesendet bzw. persönlich überbracht. Wir versuchen hier eine Zusammenfassung:

Ein Aspekt, der gerade für die Menschen, die vorher in der Fechenheimer Sportfabrik untergebracht waren, wichtig ist, ist dass ihre Gemeinschaft, die sie sich dort aufgebaut hatten nun auseinandergerissen wurde. Die ersten Ansätze von Selbstorganisierung waren da und jetzt müssen wir wieder neu aufgebaut werden. Wir werden das was wir tun können, tun damit die Geflüchteten sich selbst organisieren können.

Viele Dinge, unter anderem dass die Geflüchteten von der Sportfabrik im fünften Stock gemeinsam untergebracht sein werden, wurden einfach nicht eingehalten. Sie sind jetzt alle in unterschiedlichen Räumen unter 1200 neuen Leuten verteilt und müssen nach und nach Kontakt zueinander suchen. Uns wurde berichtet, dass insgesamt die Unterkunft so groß ist, dass man sich darin verliert. Schon der Abstand zwischen den Schlafplätzen und den Duschen scheint weit zu sein.

Durchsuchung der Taschen und Einsammeln von „scharfen Gegenständen“

Bei der Ankunft wurden die Taschen der Geflüchteten durchsucht und sie mussten Gegenstände aus Metall, auch Stricknadeln abgeben. Aus Sicherheitsgründen. Später haben wir erfahren, dass eine Frau ihre Stricknadeln zurückbekommen hat. Es hatte bei der Ankunft scheinbar geheißen, es könne ja zu Auseinandersetzungen kommen, deshalb will man keine scharfen Gegenstände bei den Leuten. Schon diese Tatsache allein deutet darauf hin, dass die Verantwortlichen selbst wissen, dass die Unterbringung von so vielen Menschen in solchen Lagern zu Konflikten führen müssen, zumal es ziemlich trostlos und frustrierend ist, dort zu verweilen. Einer der Geflüchteten sagte zu uns: „Hier komme ich mir vor wie ein Krimineller!“

Nicht genügend Warmwasser

Viele verschiedene Geflüchtete haben unabhängig voneinander uns berichtet, dass das Warmwasser sehr knapp ist. In den frühen Morgenstunden scheint es noch zu funktionieren, aber ab 8:00 Uhr / 9:00 morgens nicht mehr. Duschen ist unter solchen Umständen nur bedingt möglich, gerade für Kinder.

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