Frankfurter Gemeine Zeitung

Zur Neonazi-Demo am 30. Jan. 2016 in Büdingen aus Antifa-Sicht

Bildquelle: Wikimedia Commons – Tor beim
Jourhaus-Gebäude des KZ Dachau

Nachdem der DGB Südosthessen zur Gegenkundgebung aufgerufen hat, hier eine Antifa-Stellungnahme (Auszug, der Text ist in vollem Umfang hier zu lesen):

…Wer also in Büdingen an der Hetz-Veranstaltung gegen Flüchtlinge teilnimmt, ist der extremen Rechten zuzurechnen. Mit Neonazis zu marschieren, heisst deren Gewalt zu tolerieren.

In Büdingen wird von einigen seit Monaten massiv gegen Menschen auf der Flucht gehetzt. Die NPD scheint sich nach dem Verlust ihrer Hochburg in Wölfersheim – sie tritt hier nicht mehr zur Gemeindewahl an- ganz auf Büdingen und Altenstadt zu konzentrieren. In Büdingen finden seit einigen Monaten auch Vorträge der AfD statt. Auch in Büdinger-Foren wird massiv gehetzt : Es wurde z.B. vorgeschlagen, mit dem Auto in eine Flüchtlings-Demo in Büdingen zu fahren, es wurden Verschwörungstheorien aufgefahren und dem Menschenhass freien Lauf gelassen. (Artikel ist hier zu finden)

Die Region um Büdingen und Altenstadt in der Ost-Wetterau kippt. Die NPD tritt hier mit vollen Listen zur Stadtverordneten sowie Kreistagswahl an. Der NPD-Kandidat in Büdingen konnte 8,2 % bei der BGM-Wahl holen (In einigen Ortsteilen bis zu 20 %). Die von ihm betriebene Büdinger Seite “ Büdingen wehrt sich – Asylflut stoppen“ hat über 2.400 Likes. Am 30.01 ist hier nun eine extrem Rechte Demo in Büdingen angemeldet, am 23.01 wohl eine NPD-Infoveranstaltung. Es mehren sich Bedrohungen gegen Flüchtlingshelfer*innen in der Region. Dazu kommt noch eine AfD-Vortragsreihe.

Eine absolute Provokation: Ein Fackelmarsch am Jahrestag der Machtergreifung/Machtübertragung durch Adolf Hitler am 30.01.1933 steht in klarer, historischer Tradidtion. Die Verantwortlichen sind aufgefordert, diese Veranstaltung zu verbieten.

Es müssen müssen nun alle Parteien, Religionsgemeinschaften, Vereine und Einzelpersonen „klare Kante“ gegen NPD und co. zeigen. Wir dürfen diesen nicht die Stadt überlassen. Die Zeit des Wegschauens ist vorbei. Vorträge, Gegendemos, Flyeraktionen, Infostände etc. Flüchtlinge Willkommen – Nazis nicht!

Wir hoffen, dass in Büdingen ein deutliches Signal für Demokratie und Menschenrechte und gegen Faschismus, Rassismus, Sexismus und jegliche Form menschenverachtender Ideologien gesetzt wird.  Der Feind steht Rechts!

Update: Am 23.01 um 15 Uhr NPD-Veranstaltung in die Willi-Zinnkann-Halle Büdingen mit dem NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt. Auch hiergegen wird es Protest geben.

Gegenprotest am 30.01 formiert sich:

Gesichtzeigen – Büdingen Ist Weltoffen – Kein Platz Für Nazis

Die Partei: Nazi-Safari in Büdingen

Presse:

Kreis-Anzeiger: Rechte machen in Büdingen mobil

Der neue Landbote – Nazis machen mobil

Hintergrund:

Interview im Kreis-Anzeiger vom 14.10.2015 „Die NPD gefährdet demokratische Strukturen“

NPD in Hessen- Kommunalwahlen 2016 – Eine Übersicht


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