Frankfurter Gemeine Zeitung

Des Dramas nächster und vermutlich letzter Akt

Wie das nächste Plenum am 01. Juni auch ausgehen mag, dieses Frankfurter Griechenland-”Solidaritäts”-Komitee wird es mit Sicherheit nicht mehr geben.

Nach diesem Termin wird das ganze Hickhack und das Austauschen von Befindlichkeiten ein wohlverdientes Ende haben, das von all jenen inszeniert wird, die sich einer politischen Dsikussion verweigern und die es nicht schert, dass hier mit Täuschungen und Verleumdungen (vor allem der griechischen Genoss*innen) gearbeitet wird.

Entweder entsteht ein runderneuertes Komitee oder die alten Seilschaften der Honoratioren setzen sich wieder durch – und bleiben dann unter sich. Angesichts der Ereignisse in diesem Komitee ist dies ein notwendiger Bruch und sollte alle aufatmen lassen, denen noch etwas daran liegt, dass Organisationen von Loyalität und Verbindlichkeiten, sowie Offenheit und freiem Austausch getragen sind. Diejenigen, denen es um Solidarität mit Griechenland und den gebeutelten Griech*innen geht, sind eine riesige Belastung los – und die Herren könne dann endlich störungsfrei und kritiklos ihre grosse Politik machen.

Da eine offene, heisst für alle nachvollziehbare Debatte nicht stattfindet und aggressiv verweigert wird, macht es auch keinen Sinn, diese Vereinigung weiterhin künstlich zu beatmen. Wer an bestimmten Politik-Feldern interessiert ist, kann sich ohne weiteres mit anderen Interessierten zusammentun, das ist allemal produktiver als sich mit den Befindlichkeiten solcher Herren auseinandersetzen zu müssen.

Nun hat das Zerwürfnis mehrere Gründe, einmal die, wie gesagt, tiefgreifenden Unterschiede bezüglich Politiken und Organisation, zum anderen, was den Umgang mit Spendengeldern angeht (obgleich sich hier nur das konkret zeigt, was in den Köpfen als Vorstellung vorliegt).

Letzteres entwickelt sich mehr und mehr in Richtung eines veritablen juristischen Streits.

Verständlich, denn Spender*innen sehen es nicht allzu gern, wenn ihre Wünsche und Absichten völlig missachtet werden und sie nicht einmal darüber informiert werden, so dass unklar ist, wohin die Gelder nun wirklich gegangen sind. Und dass eine eigenmächtige “Umleitung” dieser Gelder vorliegt, wird von den Herren ja auch nicht bestritten, sondern im Gegenteil äußerst aggressiv vertreten – und mit jedem Trick gerechtfertigt.

Es handelt sich hier genauso wenig um individuelles Fehlverhalten wie bei VW und auch da zeigt der norwegische Staatsfonds, dass man das nicht hinnehmen muss – ein Lehrbeispiel. Auch hier wurde es einfach gemacht, weil man die Macht dazu hatte.

Bemerkenswert in dieser unschönen Auseinandersetzung ist noch, dass solche Machtansprüche von vielen in diesem Komitee geteilt werden und das an den Tag gelegte Verhalten toleriert.

Erfreulich dagegen, dass es etliche gibt, die dies nicht einfach hinnehmen wollen, dass die Erinnerung an “übelste Traditionen der deutschen Arbeiterbewegung, in denen die berechtigten Kritiker und nicht die Verantwortlichen im Namen “höherer Ziele” denunziert (und mehr) wurden” (so ein KOmmentar), noch wach und lebendig ist.

All denen, die dafür kämpfen, dass Inhalt (Solidarität) und Form (egalitäre Organisation) nicht voneinander zu trennen sind, sollte anzumerken sein, dass endlich klare Verhältnisse herbeigeführt werden.

Und den Spender*innen ist zu empfehlen, diese Herren nicht aus ihrer Verantwortung zu lassen, das sind sie sich und den getäuschten Menschen in Griechenland schuldig.

Und diese Redaktion freut sich, demnächst Produktives aus diesem Bereich vermelden zu können.

Dafür – und für Beiträge – sind wir jederzeit zu haben.


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