Frankfurter Gemeine Zeitung

Angst vor dem „Pöbel“

von

Christian Baron beschreibt in seinem Buch die Entfremdung der Linken von den unteren Schichten.

Christian Baron hat es geschafft. Als erster Spross seiner pfälzischen Arbeiterfamilie hat er nicht nur das Abitur erreicht, sondern auch erfolgreich Politikwissenschaften, Soziologie und Germanistik studiert. Derzeit arbeitet der 31jährige Autor als Feuilletonredakteur bei der überregionalen linken Tageszeitung „Neues Deutschland“.

Wer so einen Weg absolviert, hat viel zu erzählen. Auch deswegen hat Baron ein Buch geschrieben. „Proleten, Pöbel, Parasiten – warum die Linken die Arbeiterklasse verachten“ lautet der Titel. Es beginnt mit der Geschichte von „Modernisierungsverlierern“ in seiner Heimatstadt Kaiserslautern, die durch den Niedergang des einst führenden Nähmaschinenherstellers Pfaff aus dem Arbeitsleben geschleudert wurden und keinen Anschluss mehr fanden. Menschen, die Jahrzehnte in unsanierten Bruchbuden leben mussten, weil der Preis für bessere Wohnungen im Arbeitslosengeld oder später im Hartz-IV-Regelsatz nicht vorgesehen ist. Es ist eine kulturelle Lebenswelt, in der teilweise viel getrunken wird, in der ein schwächelnder Fußballklub und das nachmittägliche TV-Programm eine recht große Rolle spielen. In der es aber auch eine sehr spezielle Form vom Empathie und Gemeinschaft gibt.

An der Universität Trier lernte Baron eine andere Welt kennen, und schnell wurde ihm deutlich, dass er nicht „dazu gehört“, denn “nur denjenigen, deren Eltern (..) zumindest eine solide bürgerliche Herkunft führen., öffnet diese Gesellschaft den Schlagbaum“, schreibt Baron. Wenn zu Hause nicht nur das Geld für Nachhilfe fehle und die Eltern ab der 8. Klasse nicht mehr in der Lage seien, bei den Hausaufgaben zu helfen, dann „schmeißt man schnell demotiviert die Flinte ins Korn“.

An der Uni merkt Baron alsbald, dass Menschen auch in linken Gruppen sozial sanktioniert werden, wenn sie mit „dem gebildeten Gehabe“ nicht mithalten und mit den postmateriellen Diskursen nichts anfangen können. Genüsslich beschreibt Baron die Reaktionen seiner Kommiltonen, wenn er seiner Leidenschaft für Pommes, Bratwurst und Tiefkühlpizza frönt oder in einer „Volxküche“ den Debatten über die Bedeutung von Erich Mühsam nicht folgen kann. Und während man sich in diesen Kreisen gerne für jede auch noch so obskure Befreiungsbewegung irgendwo in der Welt engagiert, selbstverständlich „bio“ und „fairtrade“-Produkte kauft und das „*“ bzw. das Binnen-I als wesentliche Elemente des Kampfes für Gerechtigkeit propagiert, werden die realen sozialen Schranken in unserer Gesellschaft gerne ausgeblendet. Es sei, so Baron, eben ein Unterschied, ob man vermeintlich linke Politik an der Uni betreibe und prekäre Jobs in Kauf nehme, weil man im Bewusstsein einer auskömmlichen Erbschaft lebe, oder ob man zur Klasse der Besitzlosen gehört.

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Montag, 5. Dez. 2016, 16-18 Uhr. Ffm: Mahnwache! Deutsche Bank wegen Dakota Access Oil Pipeline

Einladung zur Mahnwache
 
.5.12.2016 zwischen 16 und 18 Uhr
.vor den Twintowers der Deutschen Bank
 (Taunusanlage 12, Frankfurt am Main (nahe Alte Oper))
 
Morgen soll eines der Hauptcamps gegen die Dakota Access Pipeline geräumt werden. Tausende indigener “Protectors of human rights, indigenous rights and water” sind vor Ort und auf dem Weg. Eine non-native Unterstützerbewegung aus allen Teilen der USA und Kanada, Indigene aus allen Kontinenten, Ärzte au Kuba, Menschenrechtsbeobachter aus Genf, Amnesty International, Aktivist*innen von Black Lives Matter, Veteranen des Vietnam-, Afghanistan- und Irakkriegs bilden ein Schutzschild gegen die militarisierte Polizei. Erste europäische Kreditgeber für die Pipeline haben ihre Kreditzusage revidiert (Norwegen). Was ist mit der Deutschen Bank?
 
Am Montag, den 5.12.2016 findet zwischen 16:00 und 18:00 die etwas andere Mahnwache vor den Twintowers der Deutschen Bank, Taunusanlage 12, Frankfurt am Main (nahe Alte Oper) statt. Bei regenfreiem Wetter werden wir Film- und Slideshows zum Thema zeigen, Songs präsentieren und aus aktuellem Anlass auch aus dem Schlusskapitel des Buches “Ein Leben für die Freiheit – Leonard Peltier und der indianische Widerstand”  Passagen zu den Protesten gegen Fracking und die Keystone XL – Pipeline lesen. Es gibt Unterschriftenlisten, Redebeiträge – kurz der Gehweg vor der Bank gehört uns und dem Protest gegen die Pipeline und die gegen die Kreditbeteiligung der DB als auch der Bayern LB.  Polizeiliche Auflage ist es, nicht das Privatgelände der Bank zu betreten und die Fahrbahn der Mainzer Landstr. frei zu halten - wir sollten dies respektieren.
 
Zieht euch warm an. Für Nikolausabend dann noch kleine Überraschungen.
 
Monday, Dec. 5th between 4 pm and 6 pm vigil in front of the twin Tower Building Deutsche Bank in Frankfurt/Main, Taunusanlage 12, Germany. If there is no rin we´ll Show movie- and slideshows about the DAPL, reading from the final chapter of “One Life for Freedom – Leonard Peltier and indigenous resistance”  parts about Fracking and the keystone xl – Pipeline. As well we´ll have some Music, speakings, signature lists and so on. So come and join in peaceful. Let´s Show our protest against the DAPL and against credits by German bank Instituts like Deutsche Bank and Bayern LB..
 
Tokata – LPSG RheinMain e. V./Germany
Verein zur Unterstützung indianischer Jugend-, Kultur- und Menschenrechtsprojekte & Leonard Peltier SupportGroup
 ( LPDOC Chapter #923147)
c/o Dr. Michael Koch/Claudia Weigmann-Koch
Aschaffenburger Str. 135

 

 

Konto Sparkasse Langen-Seligenstadt
IBAN:  DE87 5065 2124 0002 1171 33 oder

BLZ  506 521 24  Kontonr.: 2117133

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