Frankfurter Gemeine Zeitung

Rassistischer Angriff auf das Bistro des Project Shelters in Frankfurt-Bornheim

.Treffen des Project Shelters Frankfurt am Main
.10. Dez. 2016, 18:00 Uhr
.Bistro des Projects Shelter
 (Berger Straße 307, Ecke Große Spillingsgasse, Frankfurt-Bornheim)

9. Dez. 2016, Tatort Frankfurt am Main, Ecke Berger Straße / Große Spillingsgasse (Höhe Berger Str. 307): Das Bistro des Project Shelters wurde mit dem äußeren Anscheine nach schwarzer Farbe (Teerfarbe?) ziemlich verwüstet, wie das nachfolgende Foto zeigt, welches heute gegen ca. 15 Uhr durch die zerbrochene Glasscheibe aufgenommen wurde:

Wie die Glasscheibe eingeworfen wurde und wie die Wand mit Farbe zugerichtet wurde, weist deutlich hin in Richtung vorgeplante Ausführung. Auf der Facebookseite des Projekts wird auf ein dagelassenes Bekenner- und Drohschreiben hingewiesen, welches nach Meinung des Projekts die rassistische Motivation bestätigt (nicht publiziert, um rechtsradikaler Propaganda keinen Vorschub zu leisten).  Bei der schwarzen Masse handele es sich um Bitumen.

In Kürze treffen sich die Mitglieder des Projekts gegen 18:00 Uhr (Sonntag, 10. Dez. 2016) in vor den verwüsteten Bistroräumen des Projekts (Frankfurt-Bornheim, Berger Str.).

Ich meine, wir brauchen einen starken antirassistischen Widerstand in Frankfurt am Main (nicht nur hier), damit die rechtsradikale Szene sich nicht weiter ausbreitet und eingehegt wird. Wir brauchen einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, der auf einen zunehmenden Rassismus – einhergehend mit zunehmender Faschistisierung (AfD-Flügel um Bernd Höcke) – nicht nur aufmerksam macht. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf das Bündnistreffen von Aufstehen gegen Rassismus Frankfurt aufmerksam machen und Allen dringend ans Herz legen mitzumachen:

.Montag, 16. Januar 2017, 19:00 Uhr
.Werrastr. 29, Frankfurt am Main
 (Türkisches Volkshaus, nähe Westbahnhof)

.Kontakt: agr-ffm12@gmx.de*  * kleiner Spamschutz: Die Ziffern bitte entfernen.

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Project Shelter selbst nimmt wie folgt Stellung (der Facebook-Seite entnommen):

Der Angriff auf den selbst-verwalteten Raum ist ein Angriff auf die Idee, soziale und rassistische Ausgrenzungen und Spaltungen zu bekämpfen und zu überwinden. Für diese Idee einer solidarischen Stadt und Gesellschaft für Alle organisieren sich seit 2 Jahren bei Project Shelter Menschen mit und ohne Migrationserfahrung. In Zeiten, in denen fast täglich Flüchtlingsunterkünfte oder emanzipatorische Projekte angegriffen werden, in denen eine Asylrechtsverschärfung die nächste jagt und reaktionäre und nationalistische Bewegungen in Deutschland, Europa, der Welt immer stärker werden, kommt der Angriff natürlich nicht aus dem nichts. Es ist nicht die Tat verwirrter Einzelpersonen, sondern das Produkt eines gesellschaftlichen strukturellen Rassismus, der grade mächtig Aufwind hat. Trotzdem ist es der erste Angriff dieser Art in Frankfurt seit langem und eine neue Eskalation der Gewalt in der Stadt gegen Geflüchtete, Migrant*innen und Genoss*innen. Ganz konkret wird angekündigt, Aktivist*innen und Unterstützer*innen auch in ihren privaten Räumen anzugreifen. Unsere Antwort darauf ist klar:

Sie können unsere Fenster einwerfen, unser Bistro verwüsten und ihren rassistischen Mief verteilen. Los werden sie uns damit sicher nicht! Wir haben keine Angst, wir sind hier um zu bleiben, wir sind stark und wir sind Viele. Unsere Idee ist die bessere, unsere Argumente sind es sowieso. Aneignungen von Leerstand unserseits haben ihren Grund darin, dass von offizieller Seite in Frankfurt kein politischer Wille vorhanden ist, das Problem migrantischer Wohnungslosigkeit anzugehen. Viele Menschen im Projekt sind aufgrund des bestehenden Rechts in die Falle gezwungen, ohne festen Wohnsitz keine Arbeit und ohne Arbeit keine Wohnung finden zu können. Unsere politische Arbeit richtet sich gegen diese gesellschaftlichen Zustände und kritisiert den Zusammenhang von massivem Leerstand und Wohnungslosigkeit. Die Stadt Frankfurt hat mit den entsprechenden Räumungen und Absagen ihre Position deutlich gemacht und das Recht durchgesetzt. Genau heute vor einem Jahr wurde die erste Besetzung gewaltsam geräumt. Einigen ging das jetzt offenbar nicht weit genug. Unsre Solidarität überdauerte Repression und institutionelle Ausgrenzung, der Angriff jetzt ist nur der nächste Ansporn, mit vereinten Kräften zu kämpfen. Heute am, 10.12.2016, dem Jahrestag der ersten Besetzung rufen wir unsere Genoss*innen und Unterstützer*innen auf, gemeinsam mit uns ein Zeichen zu setzen gegen Rassismus und für eine solidarische Nachbarschaft in Bornheim und darüber hinaus. Kommt, bringt eure Freund*innen mit! Wir trinken Glühwein, reden über die vergangene und kommende politische Arbeit und füllen das Bistro mit Leben.

Treffpunkt: 18 Uhr // Bergerstraße 103 / Ecke Höhenstraße

Der Angriff auf das Shelter Bistro ist ein Angriff auf uns Alle!
Die Häuser denen die sie brauchen!
Ein Haus für Shelter!
Unsere Solidarität gegen euren Rassismus!

- Crosspost -


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