Frankfurter Gemeine Zeitung

Hauptbahnhof Frankfurt: SPD, Grüne und FDP rufen nach mehr Videoüberwachung

In der November-Sitzung des Ortsbeirats 1 in Frankfurt (zuständig für die Stadtteile Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut und Innenstadt) legte die SPD-Fraktion einen Antrag zum Thema „Drogenkriminalität am Hauptbahnhof“ vor, mit dem der Magistrat der Stadt Frankfurt u. a. aufgefordert wurde zu prüfen, „Sind die Kameraüberwachungen im und um den Hauptbahnhof ausreichend?“. Es darf vermutet werden dass dieser Antrag wesentlich von der öffentlichen Berichterstattung über Probleme insbesondere in der B-Ebene vor dem Hauptbahnhof ausgelöst wurde.

Ein ebenso populistischer wie aktionistischer Zungenschlag ist dem Antragstext der SPD unschwer zu entnehmen. Um so mehr verwundert es, dass nicht nur die SPD, sondern auch FDP und Grüne im Ortsbeirat dem Antrag zustimmten, während sich die CDU-Fraktion der Stimme enthielt.

Dass die Videoüberwachung durch öffentliche und private Kamerabetreiber im und um den Hauptbahnhof bereits heute umfangreich – und tw. grob rechtswidrig – erfolgt, darauf hat die Bürgerrechtsgruppe dieDatenschützer Rhein Main bereits im Oktober 2016 in einer Veröffentlichung hingewiesen.

 

Gedenken und Gedanken zum 36. Todestag von Erwin Tinz

Wir gedenken unseres Mitbürgers Erwin Tinz.

Die Vorgeschichte des Menschen Erwin Tinz ist weitgehend unbekannt. In seiner Wahlheimat Mainz lebte er als wohnungsloser Nomade im städtischen Raum. Sein angestammter Platz war vor dem Mainzer Theater. In kalten Nächten legte sich Erwin auf den warmen Abluftschächten eines benachbarten Kaufhauses zum Schlafen.

Als Charakter war Erwin vielen Mainzern eine bekannte Persönlichkeit. Er hatte keine Berührungsängste, sondern legte seinen Mitmenschen gegenüber eine offene und kommunikative Art an den Tag. Erwin ergänzte durch seine Präsenz das Stadtbild um einen wichtigen Aspekt. Er versteckte seine Armut nicht. Er war im Grunde eine tägliche Herausforderung an das solidarische Sozialverhalten seiner Mitmenschen.

Am Donnerstagnachmittag des 11. Dezember 1980, wurde Erwin von der Mainzer Polizei abgeholt. Seine Krücke und sein Einkaufswagen mit seinem spärlichen Hab und Gut blieben vor dem Theater zurück. Die Polizei fuhr Erwin weit über die Stadtgrenze hinaus, bis in die Gemarkung von Nackenheim und setzte ihn dort aus. Das nannte man beschönigend „Verbringungsgewahrsam“.

Auf einem Nackenheimer Weinbergsweg wurde er am nächsten Morgen tot aufgefunden. Viel zu früh, im Alter von 57 Jahren, ist er gestorben.

Es tun sich Widersprüche in dieser Geschichte auf. Einerseits das fröhlichfamiliär gestimmte bunte Treiben auf dem Weihnachtsmarkt. Andererseits das einsame isolierte Leid und Sterben eines Mitbürgers.

Zu diesem Vorgang gibt es viele Fragen:
Warum wurde Erwin Tinz abgeholt?
Warum wurde Erwin Tinz im städtischen Raum nicht geduldet?
Warum brachte man ihn so weit weg, bis über die Stadtgrenzen hinaus?

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Donnerstag, 15. Dez. ’16, 19:00 Uhr, Ffm – marx21-Forum: Ungarn-Aufstand 1956: „Demokratischer als der Westen und sozialistischer als der Osten“

Ungarn-Aufstand 1956 – “Demokratischer als der Westen und sozialistischer als der Osten”

.Donnerstag, 15.Dez. 2016 um 19:00 Uhr
.Bildungsraum Schönstraße 28 (Frankfurt am Main, Schönstr. 28)
.Referent: Klaus Henning (Politikwissenschaftler, Schwerpunkt  Osteuropa)

Im Oktober 1956 greifen Arbeiterinnen und Arbeiter im »kommunistischen« Ungarn nach der Macht. Während im Westen der Aufstand als »nationaler«, »antikommunistischer« Widerstand gefeiert wird, spricht die herrschende stalinistische Bürokratie von »Konterrevolution«. Doch die Ereignisse waren viel bedeutsamer. Während der stalinistische Staatsapparat implodierte, gründeten die Protestierenden ein System von Arbeiterräten und organisierten bewaffnete Organe, um den Weg zu einer gerechten, sozialistischen Gesellschaft frei zu machen. Wochenlang sah es so aus, als könnten die Menschen ihren Wunsch nach Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie verwirklichen. Dann schickte Moskau seine Panzer nach Ungarn und ließ den Aufstand blutig niederschlagen.

In der Veranstaltung möchten wir daher folgende Fragen aufwerfen und diskutieren: Was waren die Gründe für den Aufstand? Für welche Gesellschaft kämpften sie? Was bedeutet stalinistischer Staatsapparat? Welche Rolle spielten die sogenannten Arbeiterräte und welches Demokratieverständnis verfolgten sie? Und, welche Erfahrungen für linke Perspektiven heute können wir daraus ziehen?

Kontakt: m21.frankfurt@gmail.comxxx
{kleiner Spamschutz: xxx bitte entfernen, gehört nicht zur E-Mail-Adresse}
marx21 Hessen (auf Facebook)


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