Frankfurter Gemeine Zeitung

Potemkinsches Dorf und Schilda mitten in Frankfurt: Die neue „Altstadt“ und das Stadthaus – teuer und ohne Funktion, aber videoüberwacht

Im 2. Weltkrieg wurde die Frankfurter Altstadt mit ihren engen Gassen, heruntergekommenen Wohn- und Geschäftshäusern und unsäglichen sanitären und Wohnbedingungen total zerstört. Derzeit werden für nahezu 200 Mio. € an Baukosten mehrere Häuserzeilen dieser Altstadt historisierend (innen: Beton, außen: nachgemachte Fachwerkfassaden) rekonstruiert. Kritiker erinnert das Bauvorhaben an die Potemkinschen Dörfer im Süden Rußlands.

Das Stadthaus neben dem Frankfurter Dom soll eines der kulturellen Leuchttürme für die neue Frankfurter Altstadt werden. Aber seit Abschluss der Bauarbeiten im Juni 2016 wartet das Stadthaus auf seine Bestimmung. Es steht leer.

Potemkinsches Dorf Und Schilda Mitten In Frankfurt: Die Neue "Altstadt" Und Das Stadthaus - Teuer Und Ohne Funktion, Aber Videoüberwacht

Das Stadthaus (im Vordergrund rechts) vor dem Frankfurter Dom (im Hintergrund rechts) – Foto: DomRömer GmbH

Wie teuer das Stadthaus und die rekonstruierte Altstadt die Frankfurter Bürgerschaft zu stehen kommt hat das Journal Frankfurt in einem Beitrag vom 19.12.2016 deutlich gemacht. Und die  Hessenschau stellt in einem Beitrag gleichen Datums zutreffend fest: „Schön gebaut, doch wofür? Von Anfang war unklar, wie das neue Stadthaus in der rekonstruierten Frankfurter Altstadt genutzt werden soll. Museum? Kein Museum? Die schwarz-grüne Stadtregierung schrieb schließlich im Koalitionsvertrag eine ‚Mischnutzung‘ fest. Eröffnet wurde der Prachtbau in der Nähe des Römers bereits im Juni 2016, genutzt wird er bislang praktisch gar nicht…“ Da ist es doch gut, dass Architekten und Bauherren wenigstens daran gedacht haben, das leere Haus ringsum durch Videokameras überwachen zu lassen. Weiterlesen »


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