Frankfurter Gemeine Zeitung

Jobcenter MainArbeit Offenbach: Rechtswidriger Umgang mit Ausweispapieren geht weiter

Auf Grund wiederholter Veröffentlichungen zur Umgangsweise des Jobcenters MainArbeit Stadt Offenbach mit Personaldokumenten und mit den Rechten von SGB-II-Leistungsberechtigten, Beiständen und Bevollmächtigten erhielt die Bürgerrechtsgruppe dieDatenschützer Rhein Main eine Zuschrift, die nachstehend in anonymisierter Form veröffentlicht ist:

„Gestern habe ich einen Klienten in Main Arbeit begleitet. Er hat nach meinem Ausweis gefragt. Dialog zwischen uns:

N.: Ich war mehrmals hier gewesen, erinnern Sie sich nicht?
A.:
Was denken Sie? Ich habe über 1000 Kunden, wie kann ich mich an alle erinnern?
N.: 1000 Kunden?
A.:
In den letzten 12 Jahren.
N.:
Oh…

Ich habe meinen Ausweis auf den Tisch gelegt.

N.: Wollen Sie es kopieren?

Er hat sehr arrogant geantwortet:
A.: nein, aber später scannen!

Ich habe ihm meine Visitenkarte angeboten, die er abgelehnt hat. Am Ende unseres Gespräches wollte er, dass ich überall als Dolmetscherin unterschreiben soll, was ich abgelehnt habe. Ab dem Moment, haben dann seine Hände gezittert.

N.: Ich bin keine vereidigte Dolmetscherin, warum sollte ich unterschreiben?
A.:
Wenn Sie es nicht wollen, dann unterschreiben Sie es nicht.
N.:
Ich möchte auch nicht, dass Sie mein Ausweis scannen…
A.:
Dann geben Sie mir ihre Visitenkarte.
N.: Sie haben es abgelehnt, ein zweites Mal geht es nicht !!
A.:
Dann muss ich ihre Personalien in dieses Formular eintragen.
N.:
Warum?
A.:
Es ist von oben angeordnet worden.
N.:
Wissen Sie, dass Dr. Schultze-Boeing für ein Preis nominiert wurde?
A.:
Nein, was für ein Preis?
N.:
Bitte recherchieren Sie selbst.

Also, wenn ich mich nicht gewehrt hätte, wollte er meinen Ausweis kopieren.“

Die Zuschrift wird als glaubwürdig bewertet, da der Geschäftsführer des Jobcenters MainArbeit Offenbach, Herr Dr. Schultze-Boeing diese Praxis auch gegenüber der regionalen Presse bestätigt hat.

Mit dem Satz „dass Dr. Schultze-Boeing für ein Preis nominiert wurde“ nimmt die Zuschrift Bezug darauf, dass die Bürgerrechtsgruppe dieDatenschützer Rhein Main den Geschäftsführer des Jobcenters Offenbach für die rechtswidrige Umgangsweise mit Ausweispapieren als Preisträger der BigBrotherAwards 2017 vorgeschlagen hat. Seit dem Jahr 2000 werden in Deutschland die BigBrotherAwards an Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen.


Ein Kommentar zu “Jobcenter MainArbeit Offenbach: Rechtswidriger Umgang mit Ausweispapieren geht weiter”

  1. Pinocchio

    “Ein zweites Mal geht es nicht!”
    “Bitte recherchieren Sie selbst.”
    —-Das sind doch offensichtliche Provokationen, oder
    anders nennt man es auch “Streit suchen!”

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