Frankfurter Gemeine Zeitung

Die französischen Präsidentschaftswahlen gehen in die 2. Runde.

Wahlen in Frankreich. Eure Stimmen gehören mir! Die Insoumis unter Druck.

 

 

 

 

 

 

 

 

J.L. MELENCHON mit CHARB und CABU von CHARLIE HEBDO (beide ermordet am 07/01/2015)

Siehe da! E. MACRON, das smarte Marketingprodukt, ist erster! Die deutsche Presse jubelt, er stehe zur Europa und wer zu Europa steht ist kein Populist, und wer will sich schon den Vorwurf des Populismus einhandeln ?

Herr COHN-BENDIT – ex Abgeordneter der frz. Grünen lobte den „kleinen Emmanuel“. Was die Ökologie angehe, müsste man ein bisschen nachhelfen, er sei aber „cool“. Eine wahrhaft qualifizierte und qualifizierende Aussage. Bereits im Februar hatte er ihm seine Unterstützung zugesagt.

Das ökologische Programm des jungen Mannes beschränkt sich praktisch auf die Erhöhung der Steuer auf den Diesel, vom Ausstieg aus der Kernenergie ist keine Rede – im Gegensatz zu HAMON und MELENCHON -, „die Kernenergie sei sauberer als die fossile, man solle allerdings nicht zu 75% von ihr abhängig sein“. Er ist der einzige Kandidat, der sich ausdrücklich und ohne wenn und aber für CETA ausgesprochen hat.

Der junge Mann will die sog. Loi Travail (oder Loi Khomri), das die Liberalisierung der Arbeit vorsieht und wogegen Tausende von Franzosen wochenlang demonstriert haben, ausweiten und seine Ergänzungen bereits im Sommer per Dekret durchsetzen. Das wiederum dürfte keinem grünen Politiker Kopfschmerzen bereiten.

Die Wähler, die weder E. MACRON noch M. LE PEN gewählt haben und die sie zum Teil als nicht wählbar ansehen, werden seit einer Woche von der Presse und den jeweiligen „Schwergewichten“ der anderen Parteien abwechselnd auf den richtigen Weg geführt, hofiert oder beschimpft.

Im Mittelpunkt bleibt J.L. MELENCHON (19,58 % der Stimmen) und seine Bewegung „FI“ (France insoumise: das Frankreich, das sich nicht unterwirft).

M. LE PEN appellierte ihrerseits in einem Video an die Insoumis. Man hätte doch viele Gemeinsamkeiten (wie z.B. die Abschaffung des Loi Travail) , „das Programm von MACRON sei der Antipode von dem Programm, das sie unterstützt hätten“. Beide seien für Frieden (!). Man solle die Differenzen vergessen (z.B. dass sie xenophob sei?).

Nachdem die Presse ihn wochenlang als Putin-Assad-Castro-Verschnitt hingestellt hatte, beschießt sie weiter J.L.MELENCHON, weil er die Frechheit besitzt keine Wahlempfehlung zu geben. „Er habe nichts in der Hose“ (LIBERATION). Bereits vor dem 1. Wahlgang bezeichnete ihn F. HOLLANDE als „Diktator“ Der junge Mann verkündete in der Presse, dass er „traurig sei für die Wähler von J.L. MELENCHON“. Zur Zeit läuft, wie angekündigt, die Befragung seiner aktiven Anhänger – 440 000 an der Zahl – „wollt ihr E. MACRON wählen/UNGÜLTIG wählen/NICHT wählen?“ Die Ergebnisse werden nächsten Dienstag bekanntgegeben, wobei sie nicht bindend sind. Mitte dieser Woche in einer Videokonferenz gab er bekannt, dass er am 7. Mai wählen gehen wird und dass für ihn M. LE PEN, nicht infrage kommt, was jedem klar sein dürfte, betonte er. Der shitstorm geht weiter, er würde seine Wähler verraten“ so E. MACRON.

Währenddessen konzentrieren sich die Insoumis, mehr insoumis denn je, auf die Parlamentswahlen, die im Juni stattfinden.

Sollte unerwartet M. LE PEN die Wahlen gewinnen, steht fest, dass die Insoumis schuld sind und insbesondere J.L.MELENCHON, der ihnen nicht gesagt hat, „wo es lang geht“.

Schuld daran, dass sie das hässliche Kind, den Rechtsradikalismus, das die neoliberalen Politiker und ihre Wähler geboren haben, nicht erwürgen wollen.

 

Die Gegner des Neoliberalismus und seiner Folgen sollen den Neoliberalismus wählen, um seine Folgen abzuwählen!

Bonjour tristesse!

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


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