Frankfurter Gemeine Zeitung

Grafik schlägt Wahlomaten [Wohnungspolitik]

Was soll ich wählen? Ach, dann gucke ich mal schnell im Internet nach…

…und wir kennen sie alle, die Wahlomaten. Viele probieren sie aus, manche glauben, dass sie ihnen helfen, das Wahlkreuzchen richtig zu setzen. Die Frage, die sich hier jeder stellen sollte, ist: Kann ich mich auf die Wahlomaten wirklich verlassen? Kann ich ihnen vertrauen? Können sie meine Interessenlage bei vorgekauten Antworten wirklich erfassen? Gibt die Gestaltung von Wahlomaten gar Möglichkeiten des Mißbrauchs?

Um solche Fragen hinlänglich zu beantworten. um die eigene Medienkompetenz zu verbessern, habe ich hier eine Grafik für Euch, sie ist ganz klar von den Linken, also so richtig parteiisch. Wenn ich Großgrundbesitzer wäre, würde ich schreiben, dass ist unverschämt, was soll ich mit so einem Unsinn (Großgrundbesitzer nutzen keine Wahlomaten und wissen um die eigenen parlamentarischen Interessensvertreter und Lobbyisten)? Doch für einen Durchschnittsmieter, der in Deutschland wohnt, ist die Grafik aus meiner Sicht eine sehr gute Entscheidungshilfe bei der Bundestagswahl 2017:

Zum Schaubild: Wir erkennen ganz klar eine Selektion von Fragen, die sich an deutschen Mitverhältnissen und der Rahmensituation für Mieter in Deutschland orientiert. Es ist ein vereinfachtes Schema mit informativen Bewertungen, was ein Wahlomat nicht leisten kann. Grafik schlägt Wahlomaten!

Im Prinzip müßte der Wahlautomat, wenn ich ihn im Internet aufrufe, meine Interessenslage kennen und hierauf seine Fragen ausrichten. Das geht aber grundsätzlich nicht und dennoch wäre es die Vorgehensweise, um im Wahlomaten die richtige Wahlempfehlung abgeben zu können. Anhand des Schaubilds erkennt man klar die Grenzen eines Wahlomaten.

Fktion klassenlose Gesellschaft: Ich glaube, die Wahlomatenbetreiber arbeiten mit dieser Fiktion. Hingegen leben wir vielmehr in einer Klassengesellschaft und das Suggerieren einer klassenlosen Gesellschaft dient zum Herrschaftserhalt.

Wenn wir also berechtigt von der Fiktion der klassenlosen Gesellschaft und von Fragen für alle Alle bei den Wahlomaten ausgehen und das richtig ist, unterliegen die Gestalter der Wahlomaten einem grundliegenden Irrtum: Das obige Schaubild ist beispielsweise nicht an Besitzer von Mehrfamilienhäusern adressiert. Aber beim Wahlomaten wirst Du mit einem Mehrfamilienhausbesitzer über einen gemeinsamen Fragebogen-Kamm geschert. Warum also Fragebögen ausfüllen, um die handelt es sich bei den Wahlomaten (Meinungserforschungsgeräten) letztlich ja, die mir gar nicht passen? …sozusagen: Schuhgröße 43 für Alle? Der neutrale Fragebogen des Wahlomaten, ihn gibt es nicht – aber es wird so getan als ob.

Zu den Wahlomaten hatte ich mich schon einmal kritisch geäußert:

“Die Wahlkampf-Verblödungsmaschinerie läuft auf Hochtouren. (Pseudo-)Wahlomaten suggerieren jetzt eine Scheinobjektivität, von der man sich nicht täuschen lassen sollte. Wie ehrlich wäre die Partei XYZ in der Umsetzung ihrer Ziele, kommt als Frage nicht vor. Nebenwirkungen? Realitätscheck? Welche Fragen vorkommen, welche Tendenzen stärker gehäuft abgefragt werden, … Der Einfluß der Großspendengeber wird in den Wahlomaten überhaupt nicht berücksichtigt. Wahlomaten helfen vorzugaukeln, dass man etwas bewirkt. Tatsächlich reicht das Wahlkreuzchen auf dem Stimmzettel bei weitem nicht aus. Man muß sich Medienkompetenz aneignen und hierüber hinaus dauerhaft – und das auch noch persönlich – engagieren, so unbequem das auch ist (von wegen „keine Zeit“, „kein Geld“). Capito!”

Das große Zauberwort heißt Medienkompetenz. Das gilt besonders für Wahlomaten.

Philosophisches Späßle zum Schluß: Jede Frage beinhaltet bereits die Antwort. Das wissen die Fans von “Per Anhalter durch die Galaxis” ganz genau. Die Antwort ist: 42. Das wäre dann genauso hilfreich an der Wahlurne wie ein Wahlomat, etwas überspitzt formuliert.

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