Frankfurter Gemeine Zeitung

Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn: Absichtserklärungen von CDU, SPD und Grünen im Römer für die Einhausung der A 661 sind naiv und substanzlos

Das Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn hält die aktuelle Planung für die Einhausung der A661 für völlig naiv und substanzlos. Dass ausgerechnet der Bereich der Lärmschutzgalerie Seckbach offen bleiben soll, wo es schon jetzt mit 75-80 dB (A) am allerlautesten ist und noch ca.10 dB (A) dazu kommen werden, ist einfach nur skandalös und eine Unverschämtheit gegenüber der betroffenen Bevölkerung. Die Bürgerinitiativen sind überzeugt, dass gerade dieser Abschnitt der erste ist, der – unabhängig von der Stadt – im Rahmen des bevorstehenden Planänderungsverfahrens für die A 661 eingehaust werden muss. Hier wird mit Sicherheit geklagt!

Nach Ansicht des Aktionsbündnisses muss bei einer Einhausung grundsätzlich der sechsstreifige Ausbau der Autobahn A 661 mitberücksichtigt werden. Alles andere ist total unrealistisch. Einerseits ist der 6-spurige Ausbau Teil des Bundesverkehrswegeplans. Anderseits ist der Bau der sechsstreifigen A 66 Tunnel Riederwald nach Einschätzung der Bürgerinitiativen nur bei einem gleichzeitigen 6-spurigen Ausbau der A 661 genehmigungsfähig. Schließlich zeigt die aktuelleVerkehrsuntersuchung, dass bei einer nur 4-streifigen A 661 der Verkehr unweigerlich zum Erliegen kommt: “Maximal Tempo 30″ in den Spitzenzeiten heißt in Wahrheit: Stop and go und Stau! Und entgegen aller Beteuerung Stau nicht nur bis in den Tunnel, sondern darüber hinaus bis Maintal sowie auf der A 661 und allen Anschlussstellen sowie Einfallsstraßen völliger Stillstand! Die hohe Unfallgefahr rund um das Autobahndreieck Erlenbruch und dem Riederwaldtunnel und die kurz darauf folgenden Anschlussstellen ist hierbei noch gar nicht berücksichtigt! Die Stadt muss also grundsätzlich entscheiden, entweder sofortiger Ausbau der A 661 oder Scheitern des Projekts Riederwaldtunnel.
Gleichzeitig steht für die Bürgerinitiativen aber auch fest, dass ein 6-spuriger Ausbau der A 661 grundsätzlich nur bei einer kompletten Einhausung zwischen den Anschlussstellen Friedberger Landstraße und Frankfurt-Ost durchsetzbar sein wird, frei nach dem Prinzip “Zuckerbrot und Peitsche”. Die BIs rechnen mit heftigem Widerstand von Bad Homburg bis Offenbach! Gerade mit diesem Argument wurde die – verkehrstechnisch nicht nachvollziehbare – Rückstufung des Ausbaus der A 661 vom vordringlichen Bedarf in den weiteren Bedarf offiziell vom Grünen Hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir begründet.
Der Ausbau hat den Vorteil, dass der Bund die Hauptlast der Kosten tragen muss und nicht – wie augenblicklich beabsichtigt – die Stadt Frankfurt. Darüber hinaus hat die Planung der Einhausung nur eine Chance, wenn sie jetzt im anstehenden Planänderungsverfahren für die A 661 bereits mitgeplant und auch sofort mitgebaut wird. Nach einem erfolgten Bau der zweiten Richtungsfahrbahn der A 661 und dem Anschluss der A 66 Riederwaldtunnel, erscheint es völlig undenkbar, dass eine gerade erst neu gebaute Autobahn wieder zur Baustelle wird bzw. abgerissen wird. Ein Schildbürgerstreich. Von dem Verkehrschaos bei Schließung ganzer Fahrbahnen und Rampen ganz zu schweigen.
F. Ardelt-Theeck (BVN e.V.), Sprecher des Aktionsbündnisses Unmenschliche Autobahn (AUA)

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