Frankfurter Gemeine Zeitung

Jazz Festival Frankfurt 2018: „Heimat, Blech und starke Frauen“ – Was soll das?

In einem Offenen Brief an den Hessischen Rundfunk – der dem Verfasser dieses Beitrags per Mail zuging – haben zwei Jazz-Fans aus Frankfurt  geschrieben:

Als wir die Ankündigung des Programms des diesjährigen Jazzfestivals unter dem oben genannten Motto in hr2 erstmals hörten, wandelte sich unsere Empfindung von ungläubigem Staunen, Verwunderung, Verärgerung schließlich in Empörung. Letztere ist nun auch der Grund für dieses Schreiben… In diesen Zeiten, Zeiten von AfD, Pegida und ‘unserem’ Heimatminister das vergiftete Wort ‘Heimat’ in die Headline eines Jazz Festivals zu setzten, ist entweder gedankenlos oder – schlimmer – eine Anbiederung an den unseligen Zeitgeist… Jazz war und ist für uns immer noch der Sound der Freiheit, der Emanzipation, der Grenzenlosigkeit in künstlerischer, regionaler und auch politischer Hinsicht. Zahlreiche Songs und Statements vieler Musikerinnen und Musiker zeugen in der Geschichte des Jazz seit den frühsten Anfängen in den Baumwollfeldern der USA  von einer klaren Parteilichkeit gegen Unterdrückung, Ausgrenzung und Rassenhass…

Zum zweiten:Was sollen die ‘starken Frauen’ in der Headline. Gerade mal 5 Frauen erhalten 2018 in, wenn wir richtig gezählt haben, 13 Sets mit insgesamt über 40 Musiker plus 2 x hr (Jungs-) Bigband, im Rahmen des  Jazzfestivals eine Auftrittsmöglichkeit. Das mag gegenüber den Vorjahren ein gewaltiger Fortschritt sein (2017  3 Musikerinnen, 2016  2), jedoch war der hr 2015 schon ein wenig weiter mit immerhin 7 Musikerinnen. Musikerinnen und Jazz ist ja nicht nur ein Frankfurt ein schwieriges Thema… Kurz und gut, die ‘starken Frauen’ sie gibt es, sie haben aber leider auch auf den Jazz Festival Frankfurt im Jahre 2018 kaum  Auftrittsmöglichkeiten. In der Headline ist die prominente Erwähnung ‘starker Frauen’ nur peinlich…

Für uns heißt all dies in diesem Jahr, Jazz Festival Frankfurt 2018:  Nein Danke!  Wir bleiben fern und werden den Jazzfreundinnen und Freunden in unserem Umkreis ebendies auch nahe legen.

Wie wäre es z.B. mit ‘Jazz – no borders, nirgendwo’?


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