Frankfurter Gemeine Zeitung

“Gutmensch”

DU bist gegen Abtreibung, für den „Schutz des ungeborenen Lebens“, was bei Dir eigentlich meint „für den Schutz der Geburtenrate des deutschen Volkes“.
DU bist ein unbescholtener Bürger der auf das Recht pocht.
DU bist ein Familienmensch mit geregeltem Einkommen und denkst, jeder andere müsste sein Leben auch so einrichten.
DU bist für die Nachtruhe und für „geistiges Eigentum“.
DU trittst ein für christliche Werte.
DU respektierst den Papst und den Bundespräsidenten.
DU forderst mehr Sexualmoral.
DU sprichst Dich für die Rettung der deutschen Sprache aus.

ICH hingegen ersetze ein herzliches Lachen durch die kurze Aussprache des Wortes „LOL“.
ICH masturbiere zu Splatterfilmen.
ICH liebe meine Dekadenz.
ICH hefte ein Bild von Joachim Gauck oder dem Papst an einen Pappkarton und beschieße es mit der Luftpistole.
ICH stand schon mal vor einem Strafgericht.
ICH nehme Drogen.
ICH fürchte Langeweile mehr als Chaos.

AND YOU GOT THE FUCKING NERVE TO CALL ME „GUTMENSCH“?


Zoophilenhatz im Internet

Zoophiliepic

Das erste Mal in meinem Leben sah ich einen Zoophilieporno bei einem Kumpel, der dem Archteyp des bong-kettenrauchenden Otaku-Slackers entsprach und dessen höhlenartige Junggesellenbude zwischen Klamotten und Manga-Heften nur einen schmalen Korridor zum extrabreiten Fernsehbildschirm und zur Couch ließ. Er hatte den Film damals irgendwo auf einer alten VHS-Kassette gefunden.

Wir schauten ihn uns mit mehreren Freunden an, wobei die Reaktionen sehr verschieden waren. Während einigen davon schlecht wurde und sie es überhaupt nicht ertragen konnten, reagierte ich mehr mit Belustigung auf die unbeholfenen Bemühungen der Darsteller, die offensichtlich inkompatiblen anatomischen Gegebenheiten im wahrsten Sinne des Wortes zur „Deckung“ zu bringen.
Der erfolglose Versuch einer der Darstellerinnen es der russischen Zarin Katharina der Großen gleichzutun (also Geschlechtsverkehr mit einem Hengst zu haben) endete darin, dass sie ihn mit Hilfe einer Plastiktüte befriedigte. Hätte sie sich das Ergebnis ihres Bemühens nicht danach über den Kopf gekippt, hätte man das Ganze in diesem Moment leicht für ein veterinärmedizinisches Lehrvideo über die Samengewinnung bei Zuchthengsten halten können.
Naja… erregt hatte der Film allerhöchstens meine Lachmuskeln und ich glaube ganz ehrlich, dass Tiere zum Essen und nicht zum Vögeln da sind.
Aber es gibt wohl auch Menschen die darauf stehen… was soll´s?

Im Internet und insbesondere auf Facebook hat nun allerdings eine unheilige Allianz aus radikalen Tierrechtlern, Neonazis und empörten „Normalbürgern“ der Zoophilie den Kampf angesagt und sich dabei als Primärziel den Verein ZETA e.V. (Zoophiles Engagement für Toleranz und Aufklärung) herausgepickt.
Real-Life-Daten des Vorsitzenden wurden veröffentlicht und natürlich prasselte ein Schwall an Unflat und handfesten Drohungen auf den Selbigen nieder.
Besonders rechtsdrehende geistige Joghurtkulturen sprachen sogar von „Untermenschen“ und „vergasen“.
Naja… und nur nebenbei… auf der Facebook-Page der Gruppe „Stoppt-Tierversuche nehmt Kinderschänder“ tummelt sich die gleiche obengenannte unheilige Allianz und feiert ihr „Gutsein“ mit Musik der Rechtsrock-Band „Sleipnir“ .

Dabei ist, im Gegensatz zu Tierversuchen, Zoophilie nicht einmal zwangsläufig Tierquälerei. Man stelle sich beispielsweise einmal einen männlichen Elch vor, der Geschlechtsverkehr mit einer weiblichen Homo sapiens hat. Die Qualen des Elches dürften sich in Grenzen halten.
Wenn ich hingegen versuchen wollte, eine Pferde- oder Giraffenstute zu beglücken, würde dies wohl auf das sprichwörtliche „Fleischwürstchen ins Scheunentor“ hinauslaufen.

Und ZETA e.V. hat sich ja obendrein noch dem Tierschutz verschrieben, was in der praktischen Anwendung vielleicht auf „lasst die Chihuahuas, nehmt Deutsche Schäferhunde“ (an diesem Punkt ist eventuell auch klar, warum die Nazis darüber verstimmt sind) hinauslaufen könnte und so wohl eine echte Verbesserung für die Tiere und entsprechend interessierte Menschen wäre.

Ich hingegen kann die Aufregung der Nazis nicht teilen und bin froh, dass uns ZETA e.V. auch weiterhin über einen Teil der Wunderwelt der Spielarten menschlicher Sexualität aufklärt.
Bleibt nur noch die Jungs von ZETA e.V. eindringlichst zu warnen: „Don´t try this at HONEYBADGER!“.


Opfergedenken- Aber wie?

Jedes Jahr kommen sie wieder, die Gedenkmärsche für die sogenannten „deutschen Opfer des alliierten Bombenkrieges“. Zu oft werden diese von revanchistischen, geschichtsrevisionistischen und offen rechtsradikalen Kräften veranstaltet und besucht.

Natürlich erregen diese Aufmärsche Widerspruch und es formieren sich Gegendemonstrationen insbesondere aus dem linken politischen Spektrum. Bei diesen Gegendemonstrationen sieht man oft Transparente mit der Aussage „Deutsche Täter sind keine Opfer“ oder gar dem zynischen Spruch „Bomber Harris- Do it again!“.

Nach meiner Auffassung vertreten sowohl die Teilnehmer der Gedenkmärsche, als auch die Gegendemonstranten ein fragwürdiges Geschichtsbild.

Um dies zu verdeutlichen, möchte ich einmal einen Vergleich zu unserem Rechtssystem und auch zu unserem Rechtsverständnis bemühen.
Nehmen wir einmal an, ich bedränge mit einem Auto einen anderen Verkehrsteilnehmer derart stark, dass er zu einem Ausweichmanöver gezwungen wird, bei dem er Unschuldige verletzt.
Trage dann nicht ich alleine die Schuld an den Verletzungen dieser Unschuldigen?

Oder nehmen wir einmal an, ich unternehme einen widerrechtlichen Angriff auf eine andere Person, wodurch diese zu einer Notwehrreaktion gezwungen wird, die auch Unschuldige Personen in Mitleidenschaft zieht.
Bin ich in diesem Fall nicht als eigentlicher Verursacher der Notwehrreaktion nicht auch an den durch die Notwehrreaktion entstandenen Schäden schuld?
Ich würde das so sehen.

Dass Deutschland die unbedingte Schuld am Zweiten Weltkrieg trägt, ist allgemeiner Konsens und wird nur von einigen rechtsradikalen Spinnern bestritten.
Wenn Deutschland aber die Schuld am Zweiten Weltkrieg trägt, so ist Deutschland eben auch an allen eigenen Verlusten schuld.
Demnach ist es nicht korrekt, überhaupt von „deutschen Opfern des alliierten Bombenkrieges“ zu reden, sondern eine treffendere Formulierung wäre „deutsche Opfer des von Deutschland verursachten Angriffskrieges“.

So könnte man dieser Opfer in einem antifaschistischen Sinne ohne Schuldrelativierung oder patriotischen Märtyrerkult gedenken.
Die Aussage „Deutsche Täter sind keine Opfer“ hingegen ist in diesem Zusammenhang unangebracht, da sie eine unzulässige Verallgemeinerung darstellt.
Wenn man sie nämlich bezogen auf alle deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges gebraucht, so unterstellt man jedem einzelnen dieser Opfer damit eine Täterschaft bloß aufgrund seiner Volkszugehörigkeit, eine Aussage die vereinfachend, unkritisch und nicht zuletzt rassistisch ist.
Eine Auseinandersetzung mit diesem Thema sollte frei von Instrumentalisierungen oder hohlen Parolen jeder Art geführt werden.

Und ein entsprechendes Umdenken tut Not, denn keinesfalls sollte man die Deutungshoheit über das Gedenken an die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges irgendwelchen Faschisten überlassen, die es missbrauchen um die deutsche Kriegsschuld zu relativieren oder den Befreiern eine Art Mitschuld anzudichten.


Die Revolution leben! Studieren bei LIDL

Lidl
Der Konzern LIDL ist für sein erfrischend unideologisches Management und seine kreativen Ansätze in der Mitarbeiterführung allgemein bekannt. Außerdem erfüllt er eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe: Er versorgt die armen Massen mit günstigen Schweine-Minutensteaks, erschwinglichem PET-Bier und allerlei anderen nützlichen Produkten.

Als antielitäres Bollwerk verteidigt LIDL die Versorgung der unteren Gesellschaftsschichten gegen die Diktatur der Qualität, die Machtübernahme der LOHAS und die Seuche der sogenannten „corporate responsibility“.

Nun leistet LIDL einen weiteren, unschätzbaren Beitrag im Kampf für die allgemeine Proletarisierung gegen Standesdünkel und Elitendenken.

Denn man kann nun bei LIDL nicht nur einkaufen, arbeiten und Pfand wegbringen, sondern endlich auch studieren. Ein wahrhaft bedeutender Schlag gegen die Glaspaläste althergebrachter Fakultäten, gegen den Mief jahrhundertealter  akademischer Pfründe und studentische Burschentraditionen. Diese werden von den Massen der erfolgreichen LIDL –Absolventen buchstäblich hinweggefegt werden.

Denn das LIDL-Studium ist nicht weniger, als ein Angriff auf eine vom realen Leben losgelöste Wissenschaft, die sich zunehmend nur noch um sich selbst dreht und sich von den Lebenswirklichkeiten der Menschen entfernt.

Doch die Konkurrenz von ALDI zieht nach und auch REWE wartet nun mit einem eigenen dualen Studium auf.

Böse Zungen mögen zwar behaupten, man bekäme künftig Credit-Points für seinen Bachelor an den Kassen der entsprechenden Märkte als Treueprämie, aber an diesen Gerüchten ist nichts dran.

Dumm, wer sich da noch sein Studium mit Arbeit an der Kasse eines Supermarktes (zur Spätschicht, dank ausgedehnter Ladenöffnungszeiten)  finanziert! Der Student von heute arbeitet nicht im Supermarkt; er studiert den Supermarkt und leistet so einen greifbaren Beitrag zu einer tiefgehenden und praktischen Analyse seiner eigenen Lebensumstände und unternimmt dabei erste Schritte, diese Lebensumstände als Führungskraft (z.B. bei LIDL) selbst zu ändern!

Also:

Studieren bei LIDL heißt, die Revolution leben!


Von Marktwirtschaft und Demokratie

Marktwirtschaft und Demokratie werden, insbesondere von sogenannten „Neoliberalen“ (warum diese nicht liberal sind, dazu später) gerne im Zusammenhang genannt, so als bildeten sie eine untrennbare Einheit, von der die Eine ohne die Andere nicht denkbar sei.

Tatsächlich scheint sich diese trügerische Erkenntnis auch in weiten Teilen der Bevölkerung durchgesetzt zu haben, dass eine funktionierende Demokratie eine möglichst freie Marktwirtschaft brauche.

Doch ist dies tatsächlich so? Ist Marktwirtschaft demokratisch?

Nehmen wir einmal an, wir hätten in einem fiktiven Land ein politisches System, welches zwar auf Abstimmungen beruht, das Gewicht der einzelnen Stimmen jedoch nach Grundbesitz verteilt ist, nach dem Motto „Wer mehr Fläche des Landes besitzt, der hat auch mehr zu sagen“.

Würden wir ein solches System als demokratisch empfinden?

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Bekenntnisse eines Killerspiel-Zockers

Als Kind durfte ich niemals Spielzeugpistolen besitzen. Ebenso wurden mir von meiner Mutter die damals beliebten „Masters of the Universe“-Figuren verboten, da „He-Man“ ein negatives Rollenmodell sei und die Figuren auch objektiv betrachtet krass hässlich waren.

Glücklicherweise gab es bei uns im Haus einen anderen Jungen, den meine Mutter immer als Problemkind empfand. Da seine Mutter aber recht früh an Krebs gestorben war, begrüßten meine Eltern es letztlich doch, wenn ich dem „armen Jungen ein Wenig Gesellschaft leiste“.

Der andere Junge war, obwohl einige Jahre älter als ich, über die Gesellschaft dankbar und auch ich profitierte sehr davon.

Endlich hatte ich die Möglichkeit nach Herzenslust mit Pistolen und sogar mit den von meiner Mutter strikt verbotenen Plastiksoldaten, die es damals im Spielwarenhandel in großen Beuteln zu kaufen gab, zu spielen.

So spielten wir gemeinsam unsere ersten Killerspiele. Natürlich waren die Plastiksoldaten und Spielzeugpistolen damals noch analoge und nicht digitalisierte Killerspiele, doch vom Prinzip her bestand kein Unterschied.

Es ging darum, in der Phantasie Leute abzuknallen oder sie zu zerbomben.

Wir spielten Räuber und Gendarm, lieferten uns heftige Feuergefechte mit den Spielzeugpistolen oder stellten die Plastiksoldaten zu einer Schlachtordnung auf, um sie dann mit Bauklötzen (imaginären Bomben) zu bewerfen.

Und die zersetzende und verrohende Wirkung, die Bauklötze und Plastiksoldaten auf den kindlichen Geist ausüben, traf mich mit Macht.

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“Tante Emma”- Vom Sturz einer 68er-Ikone

Ihr Alt-68er-Kollege Reiner Langhans hat es vorgemacht. Jetzt warten wir gespannt auf Alice Schwarzer. Wann wird sie endlich in den Dschungel gehen und ein erfrischendes Vollbad in Kakerlaken nehmen? Einen Känguruhoden wird sie wohl eher nicht essen. Dies fände sie wahrscheinlich frauenverachtend und erniedrigend. Aber wie wäre es mit dem Gesäuge eines Stinktierweibchens?

Zuzutrauen wäre es ihr, denn zu schade ist sie sich ohnehin nicht mehr für Vieles.

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Islamismuspanik = Durchschaubare Propagandalüge

Der Islamismus ist eine Gefahr, darüber sind sich offensichtlich (fast) alle Vertreter der herrschenden Schichten in Deutschland einig. Schließlich werden mit der Gefahr des Islamismus eine ganze Reihe von kriegerischen Handlungen gegen andere Völker und repressiven Maßnahmen gegen die eigene Bevölkerung begründet.

So verging seit 9/11 vermutlich kein Tag an dem die Bedrohung durch den Islamismus nicht in unseren Medien thematisiert wurde.

Doch: Ein Lügner ist der, der selbst nicht glaubt, was er erzählt. Und dies scheint zumindest auf die führenden Politiker der großen Volksparteien zuzutreffen.

Denn wer würde jemandem, der ihn ernsthaft bedroht, Waffen verkaufen? Wahrscheinlich niemand, der noch bei klarem Verstand ist.

Dies lässt den Schluss zu, dass unsere führenden Politiker entweder ihren Verstand verloren haben oder sich durch den Islamismus gar nicht wirklich bedroht fühlen.

Ich glaube, es spielt ein Bisschen von beidem mit, wobei Letzteres klar überwiegt.

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Polizeigewalt in Deutschland- Und warum schwieg Spiegel-TV so verdächtig?

Vorweg möchte ich darauf hinweisen:

Die in der linken Szene weit verbreiteten generellen Vorurteile gegen Polizisten teile ich nicht. Im Gegenteil finde ich es sogar ziemlich unfair, die Leute, die Vergewaltiger aus dem Verkehr ziehen, Frauen vor ihren prügelnden Ehemännern retten und Synagogen vor Brandanschlägen schützen, pauschalisierend mit einem billigen A.C.A.B. (all cops are bastards) zu verunglimpfen.

Trotzdem weiß ich aus eigener Anschauung von Demonstrationen, dass sich die deutsche Polizei in solchen Situationen manchmal nicht gerade mit Ruhm bekleckert und alles andere als deeskalierend wirkt.

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Deutscher Rap- Wie mediale moral-panics die Akzeptanz braunen Gedankengutes förderten

Um etwas vorwegzunehmen, das vielleicht den einen oder anderen Leser verwundern wird und das ich deutlich anders handhaben möchte als die Mainstreammedien:

Ich werde in diesem Artikel die Namen bestimmter Bands nicht nennen, sondern durch Abkürzungen ersetzen, beziehungsweise umschreiben. Gleiches gilt für deren Albumtitel.

Dies hat den Grund, dass die HipHop-Szene mehr als jede andere Szene begriffen hat, dass auch negative Publicity letztlich Publicity ist.

Und ich möchte keine kostenlose Publicity für Nazis machen. Bei Künstlern, die ich tatsächlich für rechtsradikal halte, verzichte ich deshalb auf Nennung des Namens. (wer diese wissen will, soll selbst googeln)

Vielleicht hätten sich die Mainstreammedien auch einmal an meine Grundsätze halten sollen. Denn wann immer ein Künstler aus dem Bereich Deutschrap medial skandalisiert wurde, erhöhten sich seine Verkaufszahlen und sein Einfluss auf die Szene.

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