Frankfurter Gemeine Zeitung

Zum 1. Mai von Kreatief zu Kreatief: aloah.


Die Kreativen fliegen heute tief. Zum ersten Mai von Kreatief zu Kreatief allen Kreativen ins Gesangbuch geschrieben.


Zwischen Russlandverstehern,Grünen-Plakaten und ZEITtanten: Die “Krimkrise” in Medien und Politik.

 

 Die Dreier-Regel

Wenn ein internationaler Staatsmann ausgehebelt werden soll, weil er unliebsam geworden ist, kann man sicher sein, dass in den hiesigen Zeitungen plötzlich folgende drei Dinge über ihn zu lesen sind: er sei ein „ Tyrann“, er sei „Hitler“ und er sei, weil das ja noch nicht genug ist, „völlig verrückt geworden“. Diese Zuschreibung kann oft sehr schnell gehen. Von einem Tag auf den anderen wird der Tyrann plötzlich als Tyrann entdeckt, wo er bislang für uns doch nicht viel mehr war als, na ja,  kein lupenreiner Demokrat. Das war bei Sadam Hussein so, bei Gadaffi, bei… -wie hieß der Typ noch, richtig: bei Assad WAR es auch schon so weit, hat man aber wieder abgeblasen, weil keiner rechte Lust aufs einmarschieren hatte, nicht mal die Amis, ansonsten  immer eine sichere Bank… deshalb gibt’s den jetzt immer noch.Aktuell ist grade Vladimir Putin an der Reihe. Der Zungenschlag, den unsere Leitmedien wie in allen vorangegangenen Fällen befließen aufgreifen, wird stets von der „echten Politik“ vorgegeben: in diesem Fall von Hillary Clinton für den „Hitler“ („wie Hitler einmarschiert“) während die sonst so moderate Angela Merkel die Irrenthese stark macht („Putin ist in einer anderen Welt“). Verschiedene Politiker und institutionelle VIPs sekundierten, so Ralf Fücks, Vorsitzender  der Grünennahen Heinrich-Böll-Stiftung, mit dem Weckruf: “Europa wach auf!-Putin ist verrückt geworden!”

 Das “sogenannte Referendum”

Nun gabs dieses Wochenende auf der Krim ein Referendum, das Angela Merkel als „sogenanntes Referendum“ bezeichnet hat, von dem sämtlichen hiesige Zeitungen und alle westlichen Politiker, schon bevor es überhaupt durchgeführt wurde, gesagt haben, es sei   „illegal“, „illegitim“ bzw. “auf den Spitzen der Bajonette zustande gekommen“- so als habe sich die militärische Ausrüstung der Russen seit dem ersten Weltkrieg nicht mehr verändert.Interessant wäre, was die hiesigen Gazetten gesagt hätten, wenn sich die Krimbewohner überraschender Weise FÜR den Verbleib in der Ukraine ausgesprochen hätten. Dann hätten die Medien ein echtes Problem bekommen. Aber das Ergebnis war like anybody knows: die Krim wird wieder Teil Russlands.

 Das ganze Manipulations- und Gewaltgedöns vorab und hinterher ist und war  ein einziges Tischfeuerwerk und ohne eigentliche Bedeutung. Im Grunde bezweifelt nämlich kein westlicher Politiker und Journalist, dass die Mehrheit der Bevölkerung der Krim, also die fast 60 % Russen dort, unter den neuen Bedingungen eher für den Anschluß der Krim an Russland ist- auch ohne Manipulation, die sicher im inzwischen üblichen minderstelligen Prozent-Rahmen stattgefunden hat.

Entscheidend ist aber etwas anderes, nämlich, dass sich die westlichen Politiker und die hiesigen Medien einig sind, dass die Krimbewohner eigentlich erst gar nicht hätten abstimmen DÜRFEN. Das wäre ja noch schöner, wenn da jeder abstimmen würde, zu welchem Land er gehören will!

 Außerdem ist die neue Krimführung, die das Referendum angesetzt hat, „selbsternannt“ wie man im STERN, im SPIEGEL, in der ZEIT , in der TAZ, in der WELT usw. lesen kann. Die WELT beschwörte gestern, am 18.3.„unheimliche Szenen, die sich im Georgssaal des Moskauer Kreml abspielen. Wie bei den Tagungen der KPdSU applaudiert das Publikum immer wieder frenetisch dem Redner, der Wladimir Putin heißt und russischer Präsident ist. In der ersten Reihe sitzen drei Interimsmachthaber der Krim, die gleich an einem Tisch mit Putin den Vertrag über den Anschluss an Russland unterschreiben werden. Alexej Tschaliy, der selbst ernannte Bürgermeister der Krim-Hafenstadt Sewastopol, sieht mit seinem Vollbart und dem schwarzen Pullover wie ein Provinzlehrer aus, der sich im Kreml verlaufen hat. Der Premierminister der Krim, Sergej Aksjonow, lächelt euphorisch. Der Sprecher des Krim-Parlaments, Wladimir Konstantinow, plaudert mit dem russischen Premierminister Dmitri Medwedjew.“

 Potztausend: der Redner HEIßT also Vladimir Putin und IST russischer Präsident! Der Interimsmachthaber und “selbst ernannte Bürgermeister” trägt einen schwarzen Pullover. Da kann einen als WELT-Korrspondentin ein Schauder überkommen! Offenbar sind alle Zuhörer in einem somnambulen, hypnotisierten, ferngesteuertem Zustand, denn sie applaudieren „frenetisch“ wie hierzulande allenfalls das Publikum bei „Schlag den Raab!“

 Zwar hat auch die neue “Interimsmachthaber” in Kiew bislang kein einziger Bürger der Ukraine gewählt, trotzdem werden sie bereits jetzt vom Westen und den selben Medien als Regierung anerkannt, mit diplomatischen Besuchen geadelt und mit Wohlwollen bedacht. Und unter dem Beifall der deutschen Regierung wird diese, bisher nicht durch Wahlen legitimierte ukrainische Regierung am Freitag das Assozierungsabkommen mit der EU unterzeichnen. Regt sich da vielleicht ein kleines demokratisches Bauchgrimmen bei unseren Leitmedien?

 Die vierte Gewalt

Nein. Sie, die als „vierte Gewalt“ der Regierung, zumal einer Regierung, die 80 Prozent der Parlamentssitze hat, kritisch auf die Finger schauen müsste, vertritt unter lautem Getöse schlicht die Line der GroKo und liefert als emotionale Sidekick zahlreiche Human Interest-Artikel („Mein Abschied von der Krim“ in der TAZ ), Schauderstücke aus aller WELT und „Immer-Feste-druff“-Parolen gegenüber den paar pazifistischen Schlappschwänzen in den eigenen Reihen und in der Politik. Der SPIEGEL und die leider inzwischen ein wenig hysterisch gewordene  Tante ZEIT und etliche andere Leit-Medien haben den „Russlandversteher“ als neues Feindbild entdeckt. Nicht umsonst erinnert das an den alten  „Frauenversteher“- beides widerstrebt einem echten Kerl von Leitwolfjournalisten, der sich für die Redaktionskonferenz hinter und unter seinem Schreibtisch aufreibt. Was gibt’s bei Russland denn überhaupt groß zu verstehen? Man weiss doch, wie der Iwan tickt! Seit dem Zar und Väterchen Stalin immer das Gleiche: Der Putin („Der Unberechenbare“, Frankfurter Rundschau) ist ein Fall von, „Cäsarenwahn“, dem der „Erfolg der Winterspiele in Sotschi den Kopf verdreht hat“, so der von etlichen Gazetten zitierte „Moskauer Politik-Experte Stanislaw Belkowski“? Oder der „Erneuerer des Sowjetimperiums“ (WELT) will sich  „für den Zerfall der Sowjetunion rächen“ (SPIEGEL). Die Krim ist auch gar nicht so lange russisch gewesen, wie die Russen immer sagen „erst seit siebzehnhundert..“ nochwas (das stand in der TAZ). Und dann erst: diese pittoresken  Krimtartaren! Zwar kennt der hiesige Journalist den Tartar heute , wenn überhaupt, eher als rohes Retro-Hackfleichgericht mit Pfeffer und Salz (igitt!), aber noch nie wusste er so viel schönes zu berichten über das Leben der Krimtartaren einst und jetzt wie eben jetzt grade.

 Sprach ich von 80 Prozent der Sitze für die  Politik der Groko? Zu wenig, denn im Fall der Krimkrise und Krimtartarkrise hat die GroKo wenig überraschend auch noch die Grünen mit im diplomatischen und verbalen Kanonenboot, so dass man dann schon bei 93 Prozent der Mandate ist! Also bei Verhältnissen, die an den verblichenen Arbeiter- und Bauernstaat gemahnen -einzig die Linken gebärden sich wieder mal als Vaterlandlose Gesellen.

Das Anti-Wagenknechtplakat der Grünen

Das brachte auch Reinhard Bütikofer, Co-Vorsitzender der Europäischen Grünen und Sprecher der Europagruppe Grüne im Europäischen Parlament auf seine immer noch grüne Palme. Auch er ist ein echter Mann von Schrott und Korn, und bislang weder als übertriebener Frauenversteher,  noch als übertriebener Russlandversteher aufgefallen. Warum da nicht beide Fliegen mit meiner Klappe erschlagen?, sagte er sich, zumal sich daraus nebenbei Kapital für die Europawahl schlagen läßt. Man kann sich nämlich schon mal den großen Parteien als zukünftiger zuverlässlicher Koalitionspartner anbieten, indem man den Klassenclown schlägt, auf den sich die Klassengesellschaft geeinigt hat.  Na ja, so hätte das Bütikofer wohl früher analysiert, weil er da noch im „Kommunistischen Bund Westdeutschland“ war. Aber das ist ganz schön lange her und also bastelt er jetzt lieber ein Plakat zusammen, dass die für sein Empfinden in der Öffentlichkeit immer noch allzu beliebte Sahra Wagenknecht in einer Fotocollage vor vermuteten und vermummten Russentruppen zeigt und twittert es durch die Gegend.

Kurz und Gut: Er macht den Markus Lanz in Grün, sieht allerdings schlechter aus.

Die Parteivorsitzende Görin-Eckhardt und Parteichef Cem Özdemir verbreiten die Wagenknechtcollage begeistert weiter. Aber die Reaktion ist nicht wie erwartet. Göring-Eckhardt erhält binnen weniger Tage 1400 negative Kommentare auf ihrer FB-Seite und rudert ein klein wenig zurück. Inzwischen basteln Wagenknecht -Symphatisanten ein Gegenplakat, das sich ebenfalls heftig viral verbreitet.

Allerdings geht  das “Antwort-Plakat leider an der indirekten Botschaft des Grünenplakates  vorbei. Die lautet nämlich: “Die Kommunistin Wagenknecht lehnt Auslandeinsätze nur so lange ab, wie sie von UNS, d.h. dem Westen unternommen werden. Wenn aber Russland die Auslandseinsätze macht, ist sie aus alter Sowjetsymphatie däfür.” Das ist die wichtige Botschaft des Grünen Plakates und die wird durch das obige Plakat nicht entkäftet.

Anyhow:-das interessante ist: während die Krimkrise ein weiteres Mal das Versagen der Leitmedien als Kontrollorgan gegenüber der Regierung vor Augen führt, weil dieLeitmedien nur noch versuchen Regierungskonforme Stimmungen und „Wir“-Gefühle zu erzeugen, zeigt sich der Netzjournalismus vergleichsweise souverän, obwohl seine Möglichkeiten ungleich geringer sind,  und präsentiert andere Quellen.

(Seltsamerweise scheint übrigens das Fernsehen zumindest in dem Regionalsendern kritischer gegenüber der eigenen Berichterstattung als die Tageszeitungen, so der NDR in ZAPP .)

Heute auf youtube zu sehen: Angehörige der Swobodapartei (“dass das Faschisten sind, ist böse Propaganda” , so treuherzig die Grüne Sptzenkandiatin, die allen Ernstes  versucht hat Schröder per Beschluß des Europaparlaments einen Rede-Maulkorb zum Thema  zu verpassen und daran scheiterte) verprügeln den Fernsehchef vor laufender Kamera und zwingen ihn seinen Rücktritt zu unterschreiben, weil im ukrainischen Fernsehen die Putinrede zum Beitritt der Krim ausgestrahlt wurde. (Das Video hat überraschenderweise auch in die ZEIT geschafft)

Aber natürlich ist auch das nur eine Seite der Wahrheit. Die andere ist: Putin ist ein  skrupelloser Autokrat, der sich auf die herrschende Oligarchie und die Geheimdienste  stützt. Der Maidan war AUCH ein Aufstand gegen die allumfassende Korruption in der Ukraine, ein authentischer Akt.

Was tun in der Krimkrise, aber hier?

Was also tun? Was lesen jenseits der, man kanns nichtmehr  anders nennen:  Propaganda der Leitmedien?

 Jedem seien z.B.die Artikel und Hinweise zur Krimkrise in den “Nachdenkseiten” und “Telepolis” empfohlen.

 Zum Beispiel gibt es auf Telepolis ein Interview mit dem greisen Peter Schollatour, dem man keinerlei Symphatien mit den alten Sowjetzeiten nachsagen kann, aber der die Dinge aus konservativer Perspektive einfach mal beim Namen benennt: als ein Stück Machtpolitik zwischen der EU und Russland, bei dem Putin ziemlich rational agiert, der Westen dagegen miserable Diplomatie betrieben hat und betreibt. Der poltisch untote Kissinger und der untote Gerhard Schröder haben sich jüngst ähnlich zu Wort gemeldet.

 Wir leben wahrhaft in finsteren Zeiten, in denen man die Worte der untoten kalten Krieger gegen die der neu zum Tod erwachten kalten Krieger stellen muss. Aber es geht.

Der ewig unentschlossene Westen hat die bislang glücklich unentschlossnen Ukraine genötigt, sich zu entscheiden zwischen West und Ost.

Sie hat sich entschieden und sie zerfällt.

Die Losung hieße: Entscheidet Euch nicht!

Die Losung hieße: Geht duschen!

 Die Losung hieße: Kühlt Euch ein bisschen ab!

 


Grimmepreis für Markus Lanz!

screenshot zdf

Wer das VÖLLIG VERROTTETE am heutigen Politikjournalismus studieren will, schaue sich diese “Talkshow” an. Zwei Vertreter unserer “vierten Gewalt”, nämlich Markus Lanz, ZDF und Hans-Ulrich Jörges, Chefredakteur beim Stern versuchen sich GEMEINSAM, aber mit verteilten Rollen Sahra Wagenknecht vorzunehmen. Und zwar weil Wagenknecht wohl im Ernst eine andere Politik will, nämlich tatsächlich die der OPPOSITION gegenüber einer großen Koalition, obwohl die ca. 80% der Sitze hat. Was für eine Anmaßung! Eigentlich würde man ja denken, Journalisten kontrollieren in einer Demokratie die Machthaber, hier aber ist es gerechterweise genau umgekehrt: sie wollen offenbar selbst die kleinstmögliche Opposition Mundtot machen. Der eine, Lanz, mimt nominell den “Moderator” der Sendung, drängt aber ständig dem Publikum seine eigene Regierungskonforme Meinung auf, qualifiziert Applaus an der falschen Stelle als “populistisch” ab und fragt manisch Sachen wie “Raus oder rein in den Euro? Raus oder rein? ” oder : “Haben Sie da eigentlich Minderwertigkeitskomplexe, wenn sie nur so wenige sind in der Opposition und dann noch der nur 1,50 große Gysi?” Ist das nicht genial?Lanz, der selbst laut BILD mit 12000 Euros aus öffentlichrechtlichen Zwangs-Gebührenabgaben für jede seiner Talkshows gepudert wird, fragt allen Ernstes Wagenknecht, während sie versucht etwas über europäische Lobbypolitik zu erzählen, was sie als Europaabgeordnete verdient, nur um ihr Engagement für ein sozialeres Europa zu diskreditieren. Das sind dann sagenhafte 7000 im Monat. Potzblitz! Der Witz ist: wenn Lanz sich solche Flegeleien mit einem SPD oder CDU-Politiker geleistet hätte, wäre er sofort Dank Rundfunkrat seinen Job los. Aber bei der Wagenknecht wird sich doch anders als beim Sigmar kein Seehofer aufregen-eher im Gegenteil. Und Lanz weiß das sehr genau. Der andere “Journalist”, Jörges, der mit geschwollenem Kamm Wagenknechts Äußerungen als “Stuss!” “Unredlich!” etc. abqualifiziert, aber ihr als echter Gockel zugesteht, trotzdem “SO EINE KLUGE FRAU ” zu sein, hat dereinst die Hartz-IV-Reformen kommentiert mit “Der Kommunismus siegt – Arbeit wird verhöhnt, Nichtstun belohnt“ Tja, muss man noch mehr sagen? Der Mann mag alt und verwirrt erscheinen, aber hat offenkundig den Durchblick. Wagenknecht ihrerseits bleibt trotz aggressiver Unterbrechungen und Anmache gradezu unbegreiflich stoisch. Ist das Taktik? Oder weiss sie, dass dese Art des öffentlich-rechtlichen Hof-Journalismus Dank des Internets dem Untergang geweiht ist und man ihm keine Träne nachzuweinen braucht? Anyhow: Eigentlich hätte die Sendung den Grimme-Preis verdient, denn sie zeigt ungewollt, wie vollends korrupt das normale Mediensystem inzwischen geworden ist. Ein Hauch von später DDR umweht Sendungen wie diese. Das Schöne darin ist nichts als des Schrecklichen Anfang. Und hat Markus Lanz nicht schon bewiesen, dass er keine Samstagabendshow kann wie kein anderer? Er war fähig, selbst dem schmerzfreien stoneface Tom Hanks die Fremdschamröte ins Gesicht zu treiben. Deshalb have a look and -ENJOY:

Und natürlich sei hier noch verwiesen auf die onlinepetition zu Markus Lanz:
https://www.openpetition.de/petition/online/raus-mit-markus-lanz-aus-meiner-rundfunkgebuehr. Please sign this…


Die befremdliche Freudwerdung der CSU: Die Wiederkehr Guttenbergs in Andreas Scheuer


An wen erinnert Sie dieses Foto? Diese Mischung aus ausgestellter Advokaten-Aalglätte, jungstolzer Dreitagebartverwegenheit UND den ersten zwei Denkerfalten in der ansonsten vom Denken sichtbar völlig unbefleckten Stirne, um anzudeuten, dass DER auch mit richtig schwerwiegenden Entscheidungen umzugehen hat? Ich geb ihnen noch einen Tipp: CSU. Alles klar, oder? Karl Theodor, CSU´s greatest Hit der letzten Jahre scheint auferstanden im neusten Hoffnungsträger der CSU: Andreas Scheuer. Das Bürschchen ist neuer Generalsekretär. Und hat sofort Ärger mit seinem Doktortitel bekommen: Seinen Doktor hat er in Prag erworben, “auf Deutsch”, der dortige Doktortitel gilt aber nur in Bayern – UND Berlin. Macht man sich da vielleicht mit den Saupreußen gemein? Das von Scheuer in Prag abgelegte ist das sogenannte, äh, “kleine Doktorat”. Außerhalb von Bayern und Berlin müsste er sich: “PhDr” nennen, was nach einem abwertenden Seufzlaut klingt. Geschrieben hat er übrigens über “Die politische Kommunikation der CSU im System Bayerns”, was frech ist, weil er offenkundig nicht die CSU für ein System hält, sondern Bayern. Trotzdem: Stellt er damit die Systemfrage? Na, und abgeschrieben hat er wohl auch noch und zwar wie sein offenkundiges Vorbild bei dem alleralleroffensichtlichsten, nämlich der “Bundeszentrale für politische Bildung”, in diesem Fall im Zusammenhang mit der Universität Münster. Offenbar weiß Scheuer, ähnlich wie Guttenberg, selbst nicht so genau, was in seiner Diss steht, denn er ließ “durch seinen Sprecher mitteilen, bei einer „detaillierten Überprüfung“ der Arbeitsunterlagen für seine Promotion sei „kein Textdokument der Universität Münster“ gefunden worden. Er werde die Universität bitten, „über Autorschaft und Entstehungsdatum“ des Textes Auskunft zu geben”. Andreas: Mach dir keine Sorgen: Dein Text wars bestimmt nicht, weder in Münster, noch in Prag. Dafür hat man seine Leute. Besides: Der Autor ist tot, wir sind in der PostpostModerne. Außerdem leidet Deine Partei offenbar unter Wiederholungszwang, sie muss einfach den Abstieg ihres einstigen Hoffnunngsträgers noch mal auf einer niederen Stufe wiederholen und aufarbeiten.Und da wettert sie eben auf der einen Seite über die ganzen “Osteuropäer”, die als Sozialschmarotzer nach Deutschland kommen und “unsere Standards” drücken, und läßt andererseits ihren Generalsekretär in Prag seinen kleinen Doktor machen anstatt in München, weils da vielleicht NOCH a winziges bissl einfacher geht für einen deutschen CSU-Gspusi und weil´s da auch geht, wie Du der Presse gesagt hast, ohne „die tschechische Sprache zu erlernen”. Andreas Scheuer ist eben im Grunde wie alle Neocons, die ständig euphorisch Bildung und Kultur hochleben lassen: a echte Leistungsträger.
http://www.faz.net/aktuell/politik/andreas-scheuer-der-csu-drohen-turbulenzen-um-doktortitel-ihres-generalsekretaers-12755333.html


“Erweiterung der Kampfzone?” Bürgerkriegsfeeling im Hamburger Schanzenviertel am letzten verkaufsoffenen Samstag

8000 bis 10000 DemonstrantInnen zogen am Samstag gegen die Räumung des berühmten linken Kulturzentrums “Roten Flora” und der Essohäuser und FÜR das Bleiberecht von Flüchtlingen in Hamburg durch die Strassen. Sehr weit kamen sie dabei allerdings nicht, denn nach noch nicht mal 10 Metern stoppte die Polizei den genehmigten Demozug mit einem Knüppeleinsatz. Wasserwerfen schossen ohne Warnung in die ersten Reihen.Steine, Bengalos, Böller und Flaschen flogen daraufhin Richtung Polizei. Kennen wir das nicht irgendwoher in Frankfurt? Klar, von Blockupy im letzten Jahr. Allerdings führte der Demostop in Hamburg anders als in Frankfurt zur Eskalation. Mit dem Ergebnis: 500 verletzte Demonstranten, davon 20 schwer und 117 verletzte Polizisten, davon 16 so, dass sie im Krankenhaus behandelt wurden. Kleine pügelnde Polizeiliche Greiftrupps waren gleich zu Beginn der Demo in die Autonomen Block hineingeschickt worden und wurden von diesen zurückgeworfen, was wiederum als Anlaß für einen härten Einsatz der Polizei diente. Ein verblüffend kritischer Beobachter von n-tv berichtete später: Kleine Gruppen aus zehn bis zwanzig Polizisten rannten teilweise bis einhundert Meter in die Demonstration hinein, wobei sie selbst vom Schwarzen Block eingekesselt wurden. Wer auch immer diese Aktionen angeordnet hat: Sie waren taktisch dumm, wirkungslos und für die Beamten lebensgefährlich. Erschrockene Demonstranten retteten sich in Geschäfte und beobachteten durch die Ladenfenster, wie einzelne aus dem Schwarzen Block mit Verkehrsschildern auf Polizisten losgingen.” Gefährlich für die Beamten war das zweifelsohne, aber war es im Sinne der Polizei wirklich “taktisch dumm”? Offenbar wurden hier gezielt eigene Leute als Kanonenfutter vorgeschickt, um Gewaltakte zu provozieren. (Diesen Eindruck gibt auch das Video unten wieder)

Die Beteiligten lecken sich derweil die Wunden, die hiesigen Medien focussieren sich natürlich vornehmlich auf die verletzten Polizisten. Die Aufregung schlägt Wellen, die Kommentatoren-Stirnen schlagen Falten, das gutaltdeutsche Wort vom “Krawallmacher” macht wie seit Jahrzehnten die Runde, als wäre es grade neu erfunden worden. Das geschieht, obwohl wie in Frankfurt auch die Presse unter den polizeilichen Schlagstock geriet: Laut dpa wurde eine dpa-Reporterin, die sich als Journalistin ausgewiesen hatte, indem sie ihren Presseausweis hochhielt, von Einsatzkräften mit dem Satz: “Das ist mir egal” an der Jacke gezerrt und weggeschubst. Ein Journalist, der sie begleitete, erhielt währenddessen von einem zweiten Polizisten einen gezielten Schlag ins Gesicht. Polizeisprecher Streiber erklärte dazu: “In unüberschaubaren Situationen könnten die Einsatzkräfte nicht immer sofort zwischen Störern und Unbeteiligten unterscheiden”.

Hmm, ist ein Journalist eigentlich ein Unbeteiligter? Oder nicht doch eher ein neugieriger Störer, wenn der starke Arm des Gesetzes schaltet und waltet? Egal, allein die TAZ und die FR aus dem Medienzirkus bemühen sich um ein einigermassen ausgewogenes Bild, natürlich immer unter der Nägelkauenden Befürchtung, die Flora verlöre durch “Randale” ihre Symphatisanten unter den Leuten, die die Rechten (und auch Teile der radikalen Linken) gerne als “Gutmenschen” denunzieren. Nach anfänglich völlig konformer Berichterstattung hat inzwischen auch wie oben schon angedeutet n-tv unter dem Titel “Die Hamburger Krawalle und die Rolle der Polizei. Was alles nicht gesagt wird” Kritik an der Medienberichterstattung und der offizielle Polizeiversion geübt und klar gestellt, dass die Gewalt zu Beginn von der Polizei provoziert wurde. (Da n-tv bald Springer gehört ist dort sicher auch bald Schluss mit solchen Abweichungen von der allgemeinen Sprachregelung) Der SPIEGEL berichtet demgegenüber brav aus der offiziellen Hamburger Politik: “Die Grünen-Fraktionssprecherin Antje Möller sprach von einem Samstag “voller Gewalt und Eskalation” auf der einen Seite und einem “ausgehebelten Demonstrationsrecht für Tausende, die friedlich demonstrieren wollten,” auf der anderen Seite. Auch Christiane Schneider von der Bürgerschaftsfraktion der Linken übte Kritik: (…)”Ich habe den Eindruck, dass es die politische Absicht war, die Demonstration nicht stattfinden zu lassen.” Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) verurteilte die gewalttätigen Ausschreitungen. “Chaoten aus der gesamten Bundesrepublik” hätten massive Gewalt ausgeübt, erklärte er. Viele andere Bürger hätten dagegen friedlich demonstriert. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Kai Voet Van Vormizeele, sprach von “bürgerkriegsähnlichen Attacken” auf die Polizei.

Alles wie gehabt also. Das beliebte Spiel: “wer hat angefangen?” geht allerdings bei nüchterner Betrachtung eindeutig an die Hamburger Polizei, den Flora-Eigentümer und den sozialdemokratischen Senat. Eine erlaubte Demo mit tausenden von Teilnehmern nach wenigen Metern zu stoppen und eine halbe Stunde nach Beginn durch einen Wasserwerfer für beendet zu erklären ist eine Kampfansage, die insbesondere die Autonomen gerne annahmen. Anfangs behauptete die Polizei noch, gleich zu Beginn von einer Brücke mit Steinen beworfen worden zu sein. Später revidierte man das dahingehend, der Demozug sei “ohne Erlaubnis sofort losgelaufen“. Tja, “ohne Erlaubnis loslaufen” auf einer erlaubten Demo, also ohne, dass gewisssermassen die Polizei den finalen Startschuss gibt, das geht ja gar nicht! Polizeisprecher Mirko Strieber hat den Stopp laut Spiegel noch damit begründet “Es hat von Anfang an eine aggressive Grundstimmung geherrscht.” Das vermitteln auch die Videos im Netz und das dürfte trotzdem der erste Fall sein, in dem sich die Polizei herausgenommen hat, eine Demo wegen mieser Stimmung aufzulösen. Verblüffenderweise wurde die Stimmung durch den beherzten Schritt und heftiges Hinein-Schlagen in die vorderen Reihen auch nicht besser.

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Brief vom Frankfurter “Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn” an Al-Wazir und Volker Bouffier

Das Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn hat sich am 12. 12.2013 mit 2 gleichlautenden Schreiben an die Verhandlungsführer von CDU und Grünen, Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir gewandt. Zu 3 Themen • A 66 (Alleentunnel / Alleenspange); • A 661 (Einhausung zwischen den Anschlussstellen Friedberger Landstraße und Ratswegkreisel) und • A 66 (Riederwaldtunnel und Erlenbruchdreieck) haben die [...]

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Innoffizielles Memorial für Lou Reed am 21.11. in Frankfurt


November as you know ist der Monat der Toten. Hey man, hey girl,wir veranstalten ein Memorial zum Tod von LOU REED, und zwar am Donnerstag, den 21.11.2013 um 20.00 in TAOF Studio Alte Gasse 38 ( nähe Konstablerwache ). Ich kenne den Laden nicht, aber er soll sehr schön sein…Kein offizieller Termin, eher intim, wer etwas singen oder vortragen möchte, soll das bitte tun, es gibt auch eine Band. Weitere Infos bei Rudolfo: r.dolce@dolce.de
Sad song…sad song.

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Holt die Tagebücher raus: Diary-Slam am 21.11

Der Diary Slam etabliert sich in Frankfurt: Bereits zum dritten Mal lädt die Lesebühne des Glücks zum Frankfurter Tagebuch-Lesewettbewerb am Donnerstag, den 21.11., ab 20.30 Uhr in der Zentrale, Coworking Area, Berger Straße 175 (neben dem Berger Kino) ein.Der Diary Slam ist gerade dabei, einen ähnlichen Hype zu erfahren wie vor einigen Jahren der Poetry [...]

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“Wem gehört die Stadt Frankfurt” ist wieder am Netz


Lange schien sie sanft entschlummert: die Homepage des kritischen Frankfurter Netzwerkes “Wem gehört die Stadt”. Nun ist sie wieder in den endlosen Weiten des World Wide Web präsent unter: http://wemgehoertdiestadtffm.net/ Wer also wissen möchte, wie der Aktionstag gelaufen ist oder was die kritische Stadtbewegung in Frankfurt macht, sollte ihr einen Besuch abstatten. Noch sind die Einträge recht spärlich, aber das muss ja nicht immer so bleiben! Mit von der Partie ist beim Netzwerk ein sehr heterogenes Spektrum: Turn Left, die Bockenheimer Bürgerinitiative, die Gallus-AG, kritische Geographen, die interventionistische Linke usw. Auch die FGZ ist im Netzwerk vertreten.

Sein Selbstverständnis hat das Netzwerk so formuliert:

“»Die Frage, welche Stadt wir wollen, lässt sich nicht von der Frage trennen, was für Menschen wir sein wollen, welche sozialen Beziehungen wir anstreben, (…)« David Harvey

Der Slogan des Netzwerks »Wem gehört die Stadt?« stellt in erster Linie Eigentumsverhältnisse in Frage, und ist die Provokation, mit der wir in den städtischen Raum intervenieren wollen.
Gehört die Stadt überhaupt? Wir wollen mit der Frage die Möglichkeiten, die eine Stadt bietet, ausfindig machen und vor allem die Grenzen, die die gesamte Stadt durchziehen, benennen und angreifen. Sie drückt außerdem aus, dass
wir auf der Suche nach unserem Verhältnis zu dieser Stadt sind. Gehört sie auch denen, die besitzlos sind? Wollen wir, dass sie uns gehört? Eine Frage ruft nach Antworten, die mit Sicherheit sehr unterschiedlich ausfallen werden. Eins
unserer Ziele jedenfalls ist, mit Interventionen in der Stadt Ideen einer Gesellschaft aufzeigen, in der Leben eine andere Bedeutung hat als Lohnarbeit und Freizeitpark.

Was tun?
Wir wollen, dass nicht die soziale Herkunft oder die Hautfarbe darüber entscheidet, wer eine Wohnung in der Stadt bekommt. Wir wollen uns unkontrolliert und nach eigenem Belieben überall bewegen können. Wir wollen eine Stadt,
in der das Wohnen ein bedingungsloses Recht aller ist, völlig egal, welche materiellen Ressourcen ihnen zur Verfügung stehen und egal, in welche Kategorie von »Nützlichkeit« irgendwer gesteckt wird. Mieter_innen Initiativen für bezahlbaren Wohnraum, die Forderung nach sozialem Wohnungsbau in Mitten der Städte und Kämpfe gegen Aufwertung und die damit einhergehende Verdrängung und Umstrukturierung wollen wir unterstützen und bestärken.
Gleichzeitig sind wir der Meinung: Wohnraum darf keine Ware sein, Stadt darf keine Ware sein!

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“Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt”: Die Verzweiflung der SPD

Verzweiflung schafft mißlingende Symbole. Die SPD hat zwei Wochen vor der Wahl jeden Grund, verzweifelt zu sein. Ihr Kandidat bleibt selbst hinter der 30 Prozenthürde zurück. Und was wichtiger ist: Als Oppositionsführer hat er für die Wahl keine erfolgversprechende Koalition geschmiedet, die mit dem Regierungslager mithalten könnte, obwohl beide “Lager” laut Umfragen fast stimmengleich sind. [...]

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Das Theater Willy Praml wandert mit Heine und Marx durch Frankfurt und implantiert Tanz auf Naxos


“HEINE – wacht auf und erzählt seinem Freund Karl Marx wie er im Traum in einem Kahn die Kurt-Schumacher-Straße rauf und runter fuhr. Stationen eines Traumas” so heißt das neue Projekt des Theaters Willy Praml.
Mit HEINRICH HEINE, dem deutschen u n d jüdischen Dichter und Schriftsteller von europäischem Rang, dem Romantiker u n d Gegner der Romantik in einem, im Gepäck, macht das THEATER WILLY PRAML sich auf den Weg, Stadtgeschichte erwandernd zu erforschen. Dazu werden sie ein ungewöhnliches Stadtareal nutzen, mit den Mitteln des Theaters in den Gedächtnisraum der christlich-jüdischen Vergangenheit der Stadt eindringen, den Blick auf eine unter dem Asphalt der Großstadt begrabene Geschichte lenken und einen verschwundenen Ort von historischer Dimension – wenigstens im Denken – neu erfinden. Die archäologische Aura und reale Erinnerungskulisse der Relikte der ehemaligen Frankfurter Judengasse und der einschlägigen Straßen und Plätze um das Museum Judengasse herum, bieten eine unvergleichliche Voraussetzung für die theatrale Umsetzung der Heineschen Textfragmente. Das Theaterprojekt, das unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt am Main, Peter Feldmann, und in Kooperation mit dem Jüdischen Museum durchgeführt wird, ist eingebunden in den Rahmen des Schwerpunktthemas “Impuls Romantik” des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Eine Reihe von thematisch zugeordneten Begleitveranstaltungen wird von der Evangelischen Akademie Frankfurt und der Katholischen Akademie Rabanus Maurus ergänzt. Zusätzlich veranstaltet das naxos.Kino eine Filmreihe zum Thema. Nächste Aufführungstermine: 29./ 31. August jeweils 19.00 Uhr. Weitere termine im September.

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Oprah Winfrey und TÄSCHLIGATE: oder die Schwierigkeiten beim Finden der Wahrheit


Der Vorfall: Die Milliardenschwere US-Talkerin Oprah Winfrey besuchte in Zürich unerkannt eine Luxusboutique. Laut ihrer Darstellung verlangte sie dort drei Mal eine 35 000 Franken teure Handtasche zu sehen- die Verkäuferin zeigte sie ihr aber nicht mit der Begründung, sie sei zu teuer für sie, sondern führte ihr stattdessen wesentliche billigere Modelle vor. Sie empfand das als einen Fall von Racial Profiling nach dem Motto „Schwarze können sich eine so teure Handtasche eh nicht leisten“ und erwähnte den Vorfall in zwei US-Talkshows. Dies führte zu einem kleinen medialen Erdbeben in der Schweiz, das allsbald den Spitznamen “Täschligate” bekam. Die Schweizer Boulevardzeitung BLICK machte die Züricher Boutique ausfindig und interviewte die Ladenbesitzerin und später die Verkäuferin. Laut deren Darstellung handelte es sich um ein sprachliches Mißverständnis, bzw. hätte Oprah selbst das Anschauen der sündhaft teueren Tasche abgelehnt. Auf Facebook postete jemand aus meinem Freundeskreis einen Artikel über den Vorfall, der zu einer lebhaften Diskussion führte, die ich hier in Auszügen dokumentieren möchte, weil sie exemplarisch steht für die Schwierigkeit Fälle dieser Art zu beurteilen: War der Vorfall Ausdruck von Racial Profiling, ein bloßes Mißverständnis oder dem Geltungsbedürfnis einer superreichen Promifrau geschuldet?

Der Ausgangsartikel stand im Independent. An das Posting dieses Artikels schloß sich folgende ausufernde Diskussion an:

B: Unglaublich! Bzw. Glaublich! Übrigens sind die Kommentare interessant, die zu großen Teilen am Problem völlig vorbei gehen, indem sie sich über Oprahs Geld oder Geltungsbedürfnis aufregen.Andererseits kann man sich auch fragen wie eine Welt beschaffen ist, in der eine Handtasche 35000 Franken kostet.

C: Amüsante Geschichte. Aber wohl kaum ein Beleg für Rassismus. Bemerkenswert ist eher, mit welcher Bereitschaft Oprah Winfreys Rassismus-Vorwurf aufgegriffen wird.

B: Da bin ich vollkommen anderer Ansicht. Ich halte diese Geschichte auch nicht für “amüsant” und bin da ausnahmsweise auf Seite einer Multimillardärin. Anders als durch Rassismus läßt sich die Geschichte nämlich nicht erklären. Aber indirekt geht es sogar um mehr als Rassismus…wie es ja auch beim Rassismus um etwas geht, das über den bloßen Rassismus hinausreicht, nämlich um die generelle Qualifizierung von Menschen. Die Pointe ist nun, dass dies durch eine Verkäuferin geschieht, die in der Hackordnung unendlich weit unter Oprah Winfrey steht, aber die Hackordnung trotzdem bestätigt. …Besides this: es kann im Jahr 2013 nicht allen Ernstes IMMER NOCH darum gehen, “Belege” für Rassismus zu sammeln. Rassismus ist eine Tatsache auf der gesamten Welt- für die USA hat Obama kürzlich das Notwendige dazu gesagt.Das Interessantere hier ist aber die Verbindung des Rassismus zum Sozialen: man traut einer Schwarzen nicht zu, SO viel Geld zu verdienen, dass sie sich eine Handtasche für 35000 Franken leisten kann und will…viel wahrscheinlicher wird Sie sich die Handtasche, wenn man sie vom Regal nimmt, krallen und mit ihr abdüsen. Dieses Klischee ist ein Skandal, aber der schlimmere Skandal ist eine Handtasche für 35000 Franken.

C: Du hast doch bestimmt einen Sinn für das Amüsante dieser Geschichte, das ja gerade darin liegt, dass die Verkäuferin gegen ihre Interessen handelt.

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Weird America 1958

America ist anders. Darauf kann man sich vielleicht verständigen. Auch wenn -oder weil- Obama inzwischen in fast allem Bushs Juniors begabteren, besseraussehenden und kultivierteren Schwarzen Bruder gibt.
Aber es gab und gibt noch eine andere Seite. Damit meine ich nicht die US-”Alternativkultur”, also die (Neo-) Hippies, die kritischen Uniprofs, Poeten, Songwriter, die Bürgerrechtsaktivisten oder die in allerlei Ehren und Ämtern ergrauten wütenden “Liberalen” wie Norman Birnbaum oder Paul Krugmann, die immer noch wortgewaltig “gegen Washington” und die Konzerne wettern in einer Art, vor der sich die hiesigen Staatstragenden SPDLer oder Grüne eigentlich schamhaft in der Ecke verkriechen müßten.
Ich meine den seltsamen Schatten des GANZ NORMALEN DURCHSCHNITTAMERIKAS, den es schon immer gab.Gehen wir zurück in ein Jahr: 1958. Das Geschwisterpaar Lorrie and Larry Collins spielen Rock´n Roll. Sie ist da 16, er ist 14 und spielt perfekt eine zu große Gitarre mit zwei Hälsen, an der jeder Psychoanalytiker seine Freude gehabt hätte. Der Song hat in der Präsentation einen kaum zu überhörenden Inzesttouch, der aber gleichzeitig ironisiert wird: “He ain´t short, brother, he ain´t tall, cause, man, he´s just about right.” Sie ist sexy as hell und singt “he´ll do it up right tonight”. Das lief in den 50ern im USamerikanischen Familienfernsehen.

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Wahlgedöns: die Linke, die Rotgrüne Spekulation auf PLAN B und “unsinnige” Umfragen

Frank-Walter Steinmeier, der Sozi, der nach glaubhaften Berichten schon mit grauem Anzug, grauen Haaren und einem Wörterbuch „Apparatschnik für Dummies“ auf die Welt kam, kann auch knallhart: er hat jetzt seiner Partei die Leviten gelesen und sagte laut dpa:
Die SPD entferne sich immer weiter von einer Regierungsbeteiligung auf Bundesebene. „Mein fester Eindruck ist, dass die SPD in den letzten vier Jahren keine Entwicklung genommen hat, die sie regierungsfähig macht, sagte er. Sie sei vielmehr „tief gespalten“. Sie sei kein Partner, mit dem man ein Land mit 82 Millionen Einwohnern mitten in der europäischen Krise regieren könne.

So viel Selbstkritik hätte man ihm gar nicht zugetraut – allenfalls seinem Herrenausstatter.

Ah, HALT! Das hat er gar nicht über die SPD gesagt, sondern über „die Linke“ und deshalb endet die dpa-Meldung mit dem wenig überraschenden Satz: “Ein rot-rot-grünes Bündnis schloss Steinmeier deshalb erneut aus.“

Dies ist also der „feste Eindruck“ von Steinmeier. Mein fester Eindruck ist: gebt dem Manne eine Schaufel. Die SPD hat nach der letzten Umfrage zwei Monate vor der Wahl 26 Prozent, die Grünen sind bei 13 Prozent. RotGrün hat also zusammen 39 Prozent, das sind satte drei Prozent weniger als die CDU allein. So wars auch die ganzen letzten Monate (oder Jahre?) schon. Nur: Die konservativen Wähler sind realitätgerechter als die SPD-Fritzen und haben den Umfragen nach angefangen, die FDP wieder über die 5 Prozenthürde zu hieven. Ein einziges, winziges Prozentchen Leihstimmen aus dem gut gefüllten CDU-Topf reicht dazu, so dass aller Wahrscheinlichkeit nach alles beim Alten bleibt: Schwarz-Gelb wird weiter mit seiner Sparpolitik fröhlich Europa runieren. Die einzige seit Monaten Wahlnumerisch realistische Möglichkeit, die neoliberale Politik ein wenig auszubremsen, wäre genau das gewesen, was Steinbrück erneut und erneut und erneut und erneut ablehnt : Rot-Rot-Grün.

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Ballad for Belzebub

Die Sommerhitze gebiert immer die Idee des Todes. Dagegen sind alle SUMMERSPECIALS  dieser Welt machtlos.

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Aus der Serie “Albert Camus erzählt Blondinnenwitze”

Sisyphos in einem Sportwagen hält an einem Verkehrsschild an. Ein Obdachloser klopft an seine Windschutzscheibe und fragt nach einer Zigarette. Er gibt ihm eine und fährt weiter. Als er wieder bei einem Verkehrsschild anhält, klopft der Obdachlose wieder an die Windschutzscheibe und fragt nach Feuer. Er gibt Ihm Feuer und fährt los. Als er erneut [...]

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BlockupyDemoDesaster 2013: was machen eigentlich die GRÜNEN?


Frankfurt steht Kopf wegen der polizeilichen Übergriffe auf der Blockupy-Demo. Da stellt sich die Frage: Was machen eigentlich die Demoliebhaber von früher, die ja noch immer irgendwie Bürgerbewegten GRÜNEN? Zumal sie mit Boris Rhein einen für das Schlamassel verantwortlichen Innenminister haben, der der gleichen Partei angehört wie ihre Frankfurter Koalitionskollegen und der vor kurzem noch Wunsch-OB von Olaf Cunitz und einigen anderen Römergrünen gewesen wäre.
Wird man sich gar zu einer Rücktrittsforderung hinreißen lassen? Werden die Grünen Dezernenten ihren Kollegen, den Ordnungsdezernenten Markus Frank (CDU) zurückpfeifen, der der Polizei für ihren besonnenen Einsatz dankte? Auf die Pressekonferenz mit Tarek Al-Wazir, dem Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Landtag, und Manuel Stock, dem Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Römer, durfte man gespannt sein.
Das Ergebnis war allerdings so mager und dehnbar wie ein Tofustück und zudem in einem Satz formulierbar: Die GRÜNEN fordern Boris Rhein auf,„lückenlos Stellung“ zu nehmen.
Tarek Al-Wazir rügte: „Der Polizeieinsatz war völlig unverhältnismäßig, denn aus der eingekesselten Gruppe heraus wurden nach allen Berichten keine relevanten Straftaten verübt. Auch die von der Polizei sichergestellten Gegenstände können kein Grund für die Einkesselung gewesen sein. Dazu gibt es Rechtsprechung bis hin zum Bundesverfassungsgericht. Hier wird Innenminister Rhein lückenlos Stellung nehmen müssen und sich nicht aus der Verantwortung stehlen können. “ Auf den Journalisten-Einwurf, der Innenminister habe doch bereits ausführlichst zu den Ereignissen Stellung genommen und fände den Polizeieinsatz vollkommen gerechtfertigt, antwortete Al-Wazir, es sei ja etwas anderes, ob so etwas auf einer Pressekonferenz gesagt würde oder vor dem Landtag. Zum Rücktritt auffordern wolle er ihn erst mal nicht, „erst mal hören, was er sagt.“.

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Das Menschenrecht auf Holzvertäfelung. Rede auf dem Protest – Tag der offenen Tür vor dem Palmengarten Gesellschaftshaus am 16.3.

Ich spreche hier als Vertreter der Onlinezeitschrift „Frankfurter Gemeine Zeitung“, des Netzwerkes „Wem gehört die Stadt“ und des „Militanten Beins der Tanzschule Werner“.
Wir stehen hier vor dem Palmengarten Gesellschaftshaus. Viele, viele, VIELE Jahre war es geschlossen, der alte Pächter wurde rausgekickt, das Ding wurde für 40 Millionen Euro umgebaut. 10 Millionen mehr als ursprünglich geplant, aber mein Gott: die Parkettpreise sind ja die letzten Jahre auch nicht eben gesunken… Außerdem werden Baukosten NIE realistisch berechnet, wenn Großbauprojekte beschlossen werden, sonst kämen ja die meisten tollen Bauvorhaben wie Philharmonien, Tiefbahnhöfe; Flughäfen, Stauseen oder eben -ne Nummer kleiner- Gesellschaftshäuser nie durch die Abstimmung, weil sie zu teuer sind- und das wäre doch verdammt schade! Jeder Politiker will ja mal was schönes ,großes, PRÄCHTIGES bauen, nicht immer so langweiligen, bezahlbaren Kram zum Drinwohnen. Gut, machen sie faktisch eh kaum mehr, aber was soll das auch bringen? Das wäre ja grade in Frankfurt förmlich ein Fass ohne Boden! Wohingegen so ein schönes neues Gesellschaftshaus: das gibt’s nur einmal! Deshalb auch hat die Ex-OB Petra Roth gesagt: „ Das neue Palmengarten Gesellschaftshaus ist ein Haus für alle Frankfurter.“ Und Bürgermeister Olaf Cunitz von den Grünen sekundierte: „Das ist ein Geschenk der Stadt an die Bürger“. Deshalb möchte ich, dass Sie mit mir jetzt einmal der Frankfurter Stadtpolitik Danke sagen: Danke, Petra! Danke, Olaf!
Sie haben sich nicht lumpen lassen: das war wirklich ein teures Geschenk, das sie mit dem Geld der Bürger den Bürgern gemacht habt! Ist das nicht schön, wenn man von der Stadt so geschätzt wird? Es bleibt auch noch lange teuer für uns, denn es gibt für die Stadt die nächsten 5 Jahre laufende Kosten von über 2 Millionen Euro pro Jahr für das Gesellschaftshaus..
Nun sagen manche, dass das gar kein Geschenk der Stadt an die Bürger ist, sondern ein Geschenk der Stadt an Johnny Klinke und dessen schwergrüne, schwerschwarze oder aber einfach schwerreiche Klientel. Die Pächter Klinke, Mangold und Co zahlen nämlich für den prachtvollen Kasten, der an sie ohne , na ja, „eigentliche“ Ausschreibung vergeben und nach ihren Vorstellungen umgebaut wurde, 7,50 Euro Miete pro Quadratmeter. Manche sagen sogar in Wirklichkeit sinds nur 5 Euro. Und das für einen frisch renovierten Altbau im Westend mit allem Pipapo: einfach Zucker!
Manche aber sagen, das ist ja wohl oberfaul und nur möglich, weil Johnny Klinke Duzfreund von Petra Roth und Jutta Ebeling ist, die damals für den Palmengarten zuständig war, und weil die ganze Frankfurter Pseudopolitikprominenz gerne in Tigerpalastpremieren hockt. Aber so einfach kann doch Frankfurter Stadtpolitik nicht sein! Unmöglich!
Wir sagen: Die Politik wollte den Bürgern nur zeigen, was eigentlich ein angemessener Preis für stilvolles Wohnen im Westend und drum herum wäre.

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Die Privatisierung des Wassers in der EU muss gestoppt werden

Die EU-Kommission will den Markt für die Privatisierung der Wasserrechte freigeben. Monitor hatte darüber am 13.122012. eine Sendung ausgestrahlt : “Geheimoperation Wasser: Wie die EU-Kommission Wasser zur Handelsware machen will.” Im Zuge der “Liberalisierung” der Wasserwirtschaft nach Brüsseler Vorgabe wurde Portugal bereits nahe gelegt, seine Wasserrechte zu privatisieren. In einer Stadt, in der die Wasserlieferung [...]

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Der SS-Moment bei Zarah Leander

ich habe vor paar Jahren ein Zarahprogramm geschrieben, in dem es auch um ihren Texter ging: Bruno Balz, einen Schwulen, 1941 als solcher von der Gestapo verhaftet. Er rechnete während drei Wochen in Haft täglich damit, in ein KZ “verlegt” zu werden. Aber da holte ihn der Filmkomponist Michael Jary mit der Begründung heraus, er [...]

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Gebt Matussek endlich eine Chance!

Foto: PI-news SpiegelOnline-Edelfeder und “Bestsellerkatholik” (Deutschlandfunk) Matthias Matussek beklagt in einem aktuellen Interview die “Gotteskrise” in Deutschland, die zu einem Werteverlust geführt habe. Was Werte für ihn bedeuten, zeigte er schon vor 2 Jahren in der Sarrazin-Debatte, als er behauptete die “Konsensgesellschaft” würde den “Saalschutz losschicken, um einen verstörenden Zwischenrufer nach draußen zu eskortieren”. Wohlgemerkt, [...]

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Der Nikolaus hilft einem betrügerischen Christen

Wir sind ja keine der Tagesaktualität sklavisch dienende Website, aber auch wir kommen nicht drum rum: Heute ist (immer noch) Nikolaus. Tja…Hinter dem heiligen Nikolaus verbirgt sich übrigens eine reale Gestalt: Nikolaus von Myra, geboren irgendwann zwischen 270 und 286 in Patara, gestorben am 6. Dezember 326 oder 345 oder 351 oder 365. Spätestens 365 war er dann aber endgültig tot. Im Gegensatz zu den heutigen Nikoläusen war er kein Student, sondern wurde schon mit 19 zum Priester geweiht, später Abt eines Klosters. Zu ihm gibt es eine nahezu unbekannte Legende, in der er einen betrügerischen Christen wieder zum Leben erweckt. “Ein Christ leiht bei einem Juden Geld und verspricht, es rechtzeitig zurückzuzahlen. Dieser Zahlungsverpflichtung kommt er allerdings nicht nach, und die beiden landen vor Gericht. Um einen Meineid zu umgehen, lässt sich der Christ einen Trick einfallen: Er füllt das geliehene Geld in einen hohlen Stock. Während des Schwurs bittet er den Juden, den Stock so lange zu halten. Er schwört daraufhin, dass er das Geld bereits zurückgegeben habe. Der Jude gibt den Stab zurück und bleibt geprellt. Als die beiden nach Hause gehen, wird der Christ von einem vorbeifahrenden Wagen überfahren und stirbt. Bei dem Unfall zerbricht der Stock, und der Jude erkennt die Arglist. Die umstehenden Leute fordern den Juden auf, sich nun das Geld zu nehmen, da der Christ seine gerechte Strafe erhalten habe. Voll Mitleid entgegnet der Jude, dass er das Geld nur nehmen werde, wenn der heilige Nikolaus den Christen wieder zum Leben erwecke. Tatsächlich steht daraufhin der meineidige Christ wieder lebendig auf, und der Jude lässt sich taufen.” ( aus wikipedia zu Nikolaus von Myra)
Es ist bedauerlich, dass grade diese Legende so selten in der Kirche verlesen wird im Gegensatz zu vielen anderen um den heiligen Nikolaus, zeigt sie doch, dass der Nikolaus auch gerne den betrügerischen Christen zur Seite steht.

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Universitas-eine unfreiwillig geheime Veranstaltung als Prolog zum Kulturcampus


Großes war geplant für den vergangenen Freitag im Studierendenhaus: „Universitas“, ein wissenschaftlich-theatralischer Crossover mit mehr als 30 Mitwirkenden, der gleichzeitig ein Beispiel abgeben sollte, so der Ankündigungstext „für die künstlerischen und gesellschaftlichen Möglichkeiten eines Kulturcampus“. EINES Kulturcampus? Nein, DES Kulturcampus, um dessen Realisierung zwischen Universitätsleitung, der städtischen Wohnbaugesellschaft ABG, der Stadtregierung, dem ASTA und verschiedenen Initiativen in Bockenheim seit Jahren gerungen wird. Die Initiativen und der ASTA haben alles daran gesetzt, mittels des Kulturcampus zu verhindern, dass ein weiteres Stadtviertel zur Bürohochburg verkommt, und der schwarz-grünen Stadtregierung und der Universität in zähen Verhandlungen einiges an Zugeständnissen abgerungen. Inzwischen nimmt jeder Politiker das Wort „Kulturcampus!“ freudig erregt in den Mund, wenn er auf Empfängen nach dem nächsten Proseccoglas greift. Wie der letztendlich aussehen wird, scheint allerdings nach dem neusten Strukturplan unklarer denn je (siehe unseren Bericht vom 22.11.: Eine einmalige Chance wird vertan.)

Egal, das Kurzkonzept zu Universitas verkündete wohlgemut: „Alle Beteiligten müssen sich auf die fremde Sprache der jeweils Anderen einlassen. Keiner kann in vertrauten Denkgewohnheiten verharren. Das Projekt zeigt, dass das Miteinander verschiedener Institutionen, Künste und Wissenschaften an einem Ort zu einer neuen Sprache führen kann, ohne die eigene zu verleugnen. Die Veranstaltung am 30.11. ist der Prolog zu größeren Aufführungen in den Jahren 2013 und 2014. Die Aufführungen bilden den Fokus für die kontinuierliche Zusammenarbeit der beteiligten Personen und Einrichtungen. Der Prolog am 30.11. ist auch der Auftakt für eine Kooperation der am Kulturcampus Frankfurt beteiligten Institutionen“.

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“Eine einmalige Chance wird vertan” Nebulöse Pläne der Stadt für den Campus Bockenheim

November. Nebelmonat.

“Die Bockenheimer Initiativen sind mit den neuen Planungen für den Kulturcampus Bockenheim mehr als unzufrieden. Der vorgelegte Strukturplan weicht in vielen Einzelheiten von dem Konsensmodell, das unter Beteiligung der Bürger erarbeitet wurde, ab oder bleibt unverbindlich” So Anette Mönich (“Initiative Zukunft Bockenheim”) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Bockenheimer Gruppen. Ein Hauptpunkt ihrer Kritik: der groß angekündigte Kulturcampus soll sich jetzt auf den nördlichen Teil dess großen Areals beschränken. Das betrifft vor allem die Hochschule für Musik und darstellende Kunst.

Go North. Stay there.

Sie soll jetzt dort angesiedelt werden, wo momentan noch die Universitätsbibliothek die Fläche dominiert. Wann die Bibliothek genau zum Campus Westend umzieht und ob das letztendlich überhaupt finanzierbar sein wird, steht in den Sternen. Dabei haben Fachleute bereits festgestellt, dass eine Nutzung als Bibliothek für das Bockenheimer Gebäude optimal ist; für Zwecke einer Hochschule ist der Bau weitaus weniger geeignet. Dass die Hochschule dahin abgedrängt werden soll, hängt wohl vor allem damit zusammen, so Mönich, dass die Stadt, bzw. die AGB als 100prozentige Tochter der Stadt den gegenwärtigen Immobilienhype nutzen will, um die übrigen Grundstücke möglichst gewinnbringend zu verscherbeln: “Generell ist der Verkauf städtischer Grundstücke äußerst problematisch. Das spült zwar kurzfristig Geld in die Kasse, wenn dann aber Kitas oder ähnliches gebaut werden soll, stimmt die Stadt das Klagelied an, dass sie dafür keine Grundstücke zur Verfügung hat”. Florian Ackermann von Frankfurt LAB ist ebenfalls enttäuscht vom vorgelegten Strukturplan: “Das meiste, was in den Planungsstätten mit den Bürgern besprochen wurde und schon ein mühsam erzielter Kompromiss darstellte, wird jetzt noch weiter verwässert. Da stehen überhaupt keine Verbindlichkeiten drin. Währenddessen kann der Ball unendlich zwischen Stadt und Land hin – und hergeschoben werden. ”

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Das geheime Leben des Joachim Gauck

Foto: Bundespräsident.de
Wird jemand Bundespräsident, erhebt sich oftmals die Frage, was hat der Typ eigentlich vorher gemacht? Hat der überhaupt mal richtig GEARBEITET? Bei Christian Wulff, Sie erinnern sich, kam heraus, dass er in seinem früheren Leben im Rotlichtmilieu tätig gewesen ist. Trotz seiner im wesentlichen wertkonservativen Haltung soll er Jahrelang in Düsseldorf Glühbirnen rot angemalt haben. Was aber war mit Joachim Gauck? Im öffentlichen Bewußtsein verankert ist die Tatsache, dass er Stasiakten gesammelt hat, ein seltsames Hobby für den Mann, der sich gerne mit “Herr Bundepräsident” anreden läßt. Aber ist das wirklich alles? Das füllt doch den Tag eines erwachsenen Menschen kaum aus. Was tat er noch, bevor er mit seiner Frau in das Schloss Bellevue einzog, um dort als erste Amtshandlung sämtliche Porträts seiner Vorgänger entfernen zu lassen ?

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Reaktionen der Presse auf das Aus für die FR

Hier die Reaktionen der Konkurrenz auf den Insolvenzantrag der FR. Unter äh, Feingeistern gehört das FR-Bashing seit vielen Jahren zum guten Ton. Nicht ganz zu Unrecht, aber wer heute noch wie die FAZ behauptet, die FR sei ein langweiliges Gewerkschafts-SPD-Blatt zeigt, dass er keine Ahnung hat. Noch weniger stimmt, sie sei “überflüssig” geworden, es sei [...]

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“Ich zähle bis zwei”-Die Rundschau schreibt im Fall “Wevelsiep” Reportagegeschichte und kriegt es mit der Angst


Die FR hat am 6.11. mit einer kleinen Reportagegeschichte, die gar keine Reportagegeschichte war, lokale Reportagegeschichte geschrieben. “Ihr seid hier nicht in Afrika” handelte von der rassistischen Belästigung und grundlosen Misshandlung eines Schwarzen durch Frankfurter Behörden, zunächst durch Kontrolleure der Verkehrsbetriebe, dann durch die Polizei. Sie erregte enormes Aufsehen auf Facebook und führte zu einer Spontandemonstration in Bornheim mit über 2000 TeilnehmerInnnen. Ihre Wirksamkeit beruhte auf verschiedenen Stilmitteln. Es wurde herausgehoben: Derege Wevelsiep, die Hauptfigur, hat einen GUTEN JOB. Er ist „Ingenieur bei Siemens“, ein „ruhigerzierlicher“ Mann- kein durchgeknallter Junkie, soll der Leser im Geiste hinzufügen. Die Schilderung der Ereignisse gewinnt ihre Wirkung gar nicht mal aus der reinen Brutalität der Geschehnisse, sondern aus den Details: dem zitierten „ich zähle bis zwei“ zum Beispiel, bevor der Polizist zuschlägt. Warum sollte man einem schwarzen Verdächtigen das übliche „bis drei” zugestehen? Ein anderes berichtetes Detail: bei der Festnahme fallen Wevelsiep Visitenkarten seiner Geschäftspartner auf die Straße. Als er dies beklagt und sie aufheben will, wird er von der Polizei daran gehindert mit den Worten: “Du dummer Schwätzer!” Der offenkundige behördliche Gedanke dahinter: “Mein Gott, der Schwarze mit Schwarzfahrerfreundin hat VISITENKARTEN von ….haha…„Geschäftpartnern“…nicht zu fassen, diese Anmaßung!”

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Without that certain thing: klein a, Paare und Kredite

1. Das ideale Paar.
Laurel & Hardy meet for the first time in the history of cinema. Das ideale Paar hat sich hier noch nicht “erkannt”. Es wird gestört durch verwirrende Geldübergaben und einen kleinen Hund, den man nicht los wird. Später, nachdem sich L & H gefunden haben wie H & M, werden die Rollen der Störer hysterische Glamourgirls, nörgelnde Ehefrauen und untransportierbare Klaviere übernehmen. Laurel ist das, was Hardy fehlt und umgekehrt. Tückische Frauen und tückische Objekte tun auch später so, als würden sie das Zusammenkommen des idealen Paares Laurel & Hardy permanent verhindern, tatsächlich aber konstituieren sie es erst als das, was es ist: das ideale Paar ist eben das, was sich nie GANZ findet.

2. klein a
“Das Objekt klein a (fr. objet petit a) oder der kleine andere ist ein zentraler Bestandteil des Psychischen in der Theorie Jacques Lacans. Es ist nicht zu verwechseln mit „A“, dem „großen Anderen“. Mit Objekt klein a wird ein Objekt des Begehrens, also ein (in Freudscher Terminologie) „libidinös besetztes“ Objekt bezeichnet, das jedoch wesenhaft unerreichbar ist.

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Willy Praml probt den Aufstand

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…zumindest in seiner “theatralischen Installation”: Marx. Engels, Hennes & Mauritz, die noch dieses und nächstes Wochenende in der Naxoshalle läuft. (Fr. u. Sa. ab 20 Uhr.)
Die derzeitige Krise dauert jetzt 4 Jahre und führt vielleicht zum Ende der Lebensverhältnisse, an die wir uns gewöhnt haben. Ausgelöst ist sie durch sogenannte Blasen des Finanzkapitals. Durch verrückt gewordenes Geld, aufgeblasenes Kapital, Geld, das uns frisst, während wir es verzehren. Da lohnen Blicke zurück. 1834 predigte Georg Büchner den nordhessischen Bauern „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ es sollte um den Kampf für ihre Freiheit gehen. 1848 erschien das Kommunistische Manifest von Marx&Engels, die Geschichte sei eine Geschichte von Klassenkämpfen, sie soll zum Triumph und dann zum Ende des Kapitalismus führen und zum Sieg des Proletariats. 180 Jahre später ist ein Held der heutigen rebellischen Jugend der 95-jährige Stephane Hessel. Sein Aufruf „Empört euch!“ ist millionenfach verkauft worden. Jean Ziegler durfte seine Rede „Der Aufstand des Gewissens“ letztes Jahr bei den Salzburger Festspielen nicht halten. Er spricht über das alltägliche Massaker des Hungers an den Kindern weltweit. Diese vier sind die nicht präsenten Helden der Aufführung. Präsent in Video-Interviews sind Zeitzeugen, die für Frankfurt/ Politik/ Gewerkschaft/ Aufklärung stehen. Immer Freitags findet im Anschluss an die Aufführung ein Publikumsgespräch statt! 18€ normal/ 14€ ermäßigt/ 9€ Schüler und Studenten/ 7€ Frankfurt-Pass. Dauer: 1.40 h ohne Pause

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Unser Traumhaus im Europaviertel und die SubSubs

europaviertel
I.
Wollen sie wissen, was mein Traumhaus ist? Gleich ums Eck von Bockenheim, im neuen Europaviertel neben der Messe, wird immer noch gebaut.
Ein Flyer verkündet:
„Hier entsteht das Haus Nygars Park,
Exclusive Gartenwohnungen, zum Teil mit eigenem Eingang u. 2,80 m Deckenhöhe.
Bis zu 300 qm Gartenfläche zum Teil mit eigenem Pool.
Fenstertüren aus Holz zu den Terrassen und Loggien komplett aufschiebbar
in allen Räumen massives Eichenholzparkett mit Fußbodenheizung
Hohe Einbruchschutzstandards.“

Wenn ich das lese, läuft mir das Wasser im eigenen Brain-Pool zusammen.
Ich durchschreite Terrassen, komplett aufschiebbare Loggien, lebe mitten in Frankfurt in einer „Gartenwohnung“, wärme mir die Füße am Eichenholzparkett und habe gleichzeitig den Kopf frei für all meine wunderbaren Ideen Dank 2,80 m Deckenhöhe.
Gibt es ein schöneres, deutscheres Wort als „Einbruchschutzstandards“?
Wozu noch Nordend, Ostend, Westend, wenn wir bald das: „Parkend“ haben können und mit dem Europaviertel den “bunten Nutzungsmix” aus Mensch, Arbeit & Natur?

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Blind Dates 29.10. – 7.11.

Blind November 2012

Mo, 29.10.

Ausstellung: Neofaschismus in Deutschland. Ausstellung vom 29. Oktober bis zum 18. November im Studierendenhaus Bockenheim

18:30 Karmeliterkloster Münzgasse 9 Das Frankfurter Gretchen . Prof. Dr. Rebecca Habermas über die Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt.Die Gesellschaft für Frankfurter Geschichte e.V. und das Institut für Stadtgeschichte setzen die Vortragsreihe Frauengeschichte(n) fort. Es werden berühmte Frauen vorgestellt, die in Frankfurt geboren sind oder dort wirkten.

19: 00 Evangelisches Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15,»der islam gehört inzwischen auch zu deutschland…« Vortrag, Diskussion. Der Islam verliert seit Jahren nichts von seiner Dauerpräsenz in der öffentlichen Diskussion – oft wird er in einem Atemzug mit Fundamentalismus oder »Parallelgesellschaften« genannt. Nicht nur deshalb lösen Sätze wie »Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland« kontroverse Debatten aus. In dem Vortrag von Naime Cakir, Religionswissenschaftlerin, werden Fakten zum muslimischen Leben in Deutschland präsentiert und es geht um die Pluralität der muslimischen Glaubensrichtungen. Veranstalter evangelisches Frauenbegegnungszentrum in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Muslimischer Frauen

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The End of Innigkeit

Gefühle vergehen. Das ist nicht nur ein individuelles Schicksal. Und es bezeichnet auch nicht allein, dass das Objekt nicht mehr vom Gefühl getroffen wird. Das Gefühl wird ab einem gewissen Zeitpunkt von keiner nennenswerten Anzahl an Personen weiter empfunden. Zurück bleibt eine Ruine. Eine Gefühlsruine der Deutschen ist die „Innigkeit“, ein Begriff, der kaum in andere Sprachen zu übersetzen ist, eine ehemalige bekannte deutsche Spezialität wie Labskaus. Das Gefühl für dieses Gefühl ist ebenso verschwunden wie das Gefühl selbst.

Wie so viele deutsche Gefühle entstammt es der Romantik. Sein perfektester Ausdruck: die Lieder von Franz Schubert.
Auch die Innigkeit hatte -paradox genug- ihre „Hymne“: „Der Lindenbaum“ von Schubert, ein herausgerissenes Stück aus der finsteren „Winterreise“, das in der gefälligen a capella Bearbeitung von Friedrich Silcher unter dem neuen Titel-Label „Am Brunnen vor dem Tore“ das ganze 19. Jahrhundert aus ungezählten Männerkehlen erscholl und für feuchte Frauenaugen sorgte.

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Nur wegen einem blöden Film.

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Foto: Designbuildsource.com
Haben Sie das auch gesehen im Fernsehen: die fanatisierten Moslems in Karachi in Pakistan am 20.9? 12 Tote, Brände, NUR WEGEN EINEM BLÖDEN FILM. Grauenhaft!
Und das meine ich ernst.
Haben Sie das auch gesehen im Fernsehen: die Verbrannten einer Texttilfabrikfabrik in Karachi in Pakistan: 297 Tote eine Woche vorher, am 12. 9. ? Okay, war keine GANZ große Meldung. Verschlossene Notausgänge, vergitterte Fenster und versperrte Treppenhäuser führten dazu, dass fast die Hälfte der ArbeiterInnen verbrannte. Einige retteten sich auf das Dach und sprangen von dort aus in die Tiefe. Dieses Feuer zeigt das obige Foto. Die Fabrik war nicht offiziell registriert. Dort wurden Jeans für den Textildiscounter KIK hergestellt. KIK verkauft in Deutschland diese Jeans für 15,95 Euro unter der Marke : “OKAY”. Das ist ganz schön günstig. Nebenbei: das Prokopfeinkommen in Pakistan beträgt 700 Dollar -im Jahr. So ist das eben. Ich meine, ich bin okay, du bist okay…Aber 297 Tote nur wegen billiger Jeans: Das kann man nicht okay finden. Nun werden Sie vielleicht sagen: KIK? Die Sachen da sind eh grauenhaft, und die Arbeitsbedingungen in den Läden hier, da hat man ja auch schon drüber gelesen, genau wie beim Lidl. Da kaufen eh nur Hartz-IVler, Hausfrauen und Ausländer (der Political-Incorrect-Leser würde in Gedanken hinzufügen: “vor allem wahrscheinlich die Moslems, die rübergemacht haben aus Pakistan, haha”). Aber davon gibts hier offenbar eine ganze Menge: fast 2600 Filialen mit 1,4 Mrd. Euro Umsatz in Deutschland. KIK ist eine etwas häßliche Tochter der ansehnlichen Tengelmannfamilie. Aber auf jeden Fall würden SIE keine Jeans für 15,95 kaufen,oder? Da ist ja schon klar, dass da was mit den Arbeitsbedingungen nicht stimmen kann! Reden wir also von was anderem: Apples neues iPhone 5, Menschenauflauf auf der Zeil diese Woche , einzelne warteten die ganze Nacht lang auf Campingstühlen vor dem Applestore, die Kunden wurden durch eine La-Ola-Welle der Mitarbeiter begrüßt, ein wenig wie bei einem Erweckungsgottesdienst für Steve Jobs, der das Spektakel auf aller Welt sicher nicht ohne eine stille Träne von da oben beobachtet hat.

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Blind Dates 24.9.- 30.9.

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Mo, 24.9.
19 Uhr: “Orfeo`s Erben”, Hamburger Allee 45. Dokumentarfilme “S.O.S. – Siege on Syria” und “The Suffering Grasses“.
Anschließend Diskussion. Eintritt frei. THE SUFFERING GRASSES: Die Regiseurin Iara Lee thematisiert in Ihrem Film den Konflikt in Syrien und legt dabei einen besonderen Fokus auf das komplexe Gefüge von Krieg und gewalttätigen Auseinandersetzungen. „The Suffering Grasses“ versucht aus Perspektive der Bevölkerung zu zeigen, dass es vor allem Zivilisten sind, die unter der Willkür der Mächtigen leiden. Iara Lee fokussiert hierbei besonders die Motivation der Mächtigen in diesem Konflikt, darunter die Ba ath Partei von Bashar al-Assad, die Free Syrian Army und weitere involvierte internationale Akteure wie die USA, Israel, Russland, China, Iran, Libanon, Türkei und die Golfstaaten. Im Anschluss Filmgespräch mit Martin Glasenapp, medico international. Der Eintritt ist frei.

20:00 Uhr, Romanfabrik, Hanauer Landstraße Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten. Die medico-Partnerorganisation “Breaking the Silence” wurde 2004 von Veteranen der israelischen Armee gegründet. Diese haben sich zur Aufgabe gemacht, im Anschluss an ihren Militärdienst über die Besatzungsrealität, die sie als Soldaten selbst erlebt haben, zu berichten. Über 700 Soldaten wurden interviewt, um die Zuspitzung der Besatzung und ihrer Methoden zwischen 2000 und 2010 zu dokumentieren. Für das Buch haben die Herausgeber 185 Augenzeugenberichte ausgewählt. Im Anschluss an die Buchvorstellung in der Romanfabrik diskutieren: Dana Golan (Breaking the Silence, Jerusalem) und Katja Maurer (medico international, Frankfurt). Moderation: Florian Schwinn (Hessischer Rundfunk, Frankfurt).

Di, 25.9.

19:30 Uhr, Naxoskino,Wittelsbacherallee 29: Filmreihe „Frankfurt im Film: Frankfurter Strassen“: Mainzer Landstrasse,Film von Peter de Leuw (Deutschland 1998/80 Min.): Die Mainzer Landstrasse ist mit ihren 8,3 Kilometern die zweitlängste Strasse Frankfurts. Heute durchläuft sie die Stadtteile Westend, Bahnhofsviertel, Gallus, Griesheim, Nied und Höchst. Stadtteile, welche jeweils für sich durch ihre eigene Bevölkerungsstruktur ein eigenes Image vermitteln.

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PR für das Böse: “Innocence of Muslims”/ Rechtsradikalismus und Obszönität 1

Gestern bekam ich erstaunliches von einem Facebook-Freund zu lesen, nämlich: „Ich ärgere mich über die ganzen “linken” Pfeifen, die sich alle über “Das Leben des Brian” schlappgelacht haben, und jetzt diesen hirnlosen Mohammed-Film für ganzganz schlimm halten. Muslimische Mordwichser sind ja so schön antiamerikanisch, da hat man/frau dann Verständnis. Die ALLEINIGE Schuld an den Toten trifft die Mörder, und nicht die Vollidioten, die den Film gemacht haben.“

Muslimische Mordwichser

Das erstaunliche daran zunächst: Der Autor ist selbst eine “linke Pfeife”, nämlich libertärer Sozialist-und bekennender Antiklerikaler und Atheist. Er selbst nennt das nur „Atheist“, aber das Atheistsein versteht sich für einen libertären Sozialisten ohnehin von selbst, und man kann ja auch ein Atheist sein, dem das Treiben der Kirche und der religionenwurscht ist. Das ist aber hier nicht der Fall. Weiterhin erstaunlich fand ich den Vorwurf des „Antiamerikanismus“, eigentlich ein klassischer Topos der Konservativen und den obszönen Ausdruck: „Muslimische Mordwichser“, der die Ermordung von Menschen stabreimend, aber für mich eher unangemessen beschreibt. Interessanterweise entspricht er aber EXAKT dem, was der Film zeigt, auch wenn der Autor des Postings ideologisch meilenweit von dem Film entfernt ist. Der Film zeigt nämlich “muslimische Mordwichser” im wahrsten Wortsinn. Er ist auch mitnichten in erster Linie ein Film gegen Mohammed, wie die Presse das behauptet hat, sondern wie schon sein Titel verkündet: ein Film über Muslime im allgemeinen (und nebenbei über Mohammed). Ebenso wenig ist er -wie ebenfalls oft zu lesen- eine Satire auf den Islam. Als Satire funktioniert er höchstens unfreiwillig, nämlich als Satire darauf, was in der rechten Szene -und teilweise auch im Mainstream- über Muslime gedacht wird. Muslime werden in dem Film ausschließlich dabei gezeigt, wie sie-weil naturgemäß dauergeil- ihre Frauen betrügen oder gleich sterben lassen, dal sie ja noch mehrere in Reserve haben, religiöse Gefühle heucheln oder schlicht lügen, Geld erpressen, saufen, Knochen abnagen, blutbespritzt Christinnen erschlagen, alte Frauen, die sich über Mohammed beklagen, mit sadistischem Grinsen vierteilen, Kinder ficken, Feuer legen, Wohnungen zerschlagen usw.Christen und Juden hingegen erscheinen im Film durchgehend so friedlich, wohlgesittet und wohlgestaltet, als wären sie einem Bibelfilm der 50er Jahre entsprungen. Mit einem Wort, Mohammed und seine wilden Muslime sind die neuen Untermenschen und mit all den Attributen ausgestattet, die dereinst die „Arier“ genüsslich in „die Juden“ hinein projizierten.

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Lamentieren über die Eurokrise mit Monteverdi

Sie werden jetzt vielleicht fragen: who the fuck ist Monteverdi? Aber bleiben sie ruhig: Monteverdi ist kein Kollege von Mario Draghi. Er war ein italienischer Komponist zwischen Renaissance und Barock und komponierte Opern zu einer Zeit, als das ansonsten fast noch niemand auf der Welt machte. Sein Sohn hatte ziemlichen Ärger mit der Inquisition, weil er “verbotene Bücher” las. Tja, damals Anfang des 17. Jahrhunderts las die männliche Jugend noch, statt sich am PC an world of warcraft zu erproben,aber das war dann auch wieder nicht recht… Außerdem schrieb Monteverdi einige berühmte Klagegesänge, “Lamenti”, und diese eignen sich allerdings durchaus als Soundtrack zur Eurokrise. Das wird deutlich, wenn man diese seltsame Aufnahme der “Lamento della Ninfa” auf youtube betrachtet. In ihr spiegelt sich die deutsche Haltung zur Eurokrise in der delikatesten Form, nämlich der einer unbeabsichtigen Allgorie. Bekanntlich liebte das Barock Allegorien…Aber schauen sie selbst:

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Russische Gesangslehrerinnen


Aus den unklaren Tiefen der Geschichte heraus repräsentieren RUSSISCHE GESANGSLEHRERINNEN den Typus der GESANGSLEHRERIN am reinsten: das AlteSchachtelhafte, das ständige Unterbrechen, mißbilligende Rein-Reden, das Parodieren der allzuschönen, allzujungen, aber schüchternen Vortragenden, augenzwinkernd und augenrollend gegenüber ihr selbst und den andereren Schülern oder einem möglicherweise anwesenden Gast, der indirekte Hinweis auf eigene, große frühere Erfolge, indem man der Sängerin alles mit verblühter, aber immer noch tragenderen Stimme vorsingt, das aufdringliche Einstimmen, wenn verblüffenderweise eine Phrase der Schülerin gelungen erscheint, das mit den Armen wedeln oder kurze, verächtliche Abwinken, das Fassen des Schülerinnen-Armes und Quetschen des Unterkiefers, wenn es nötig ist: alles wunderbar zu besichtigen in diesem Video. Aber: Warum erschlägt die Schülerin die Lehrerin nicht mit einem Eispickel, obwohl sie vorbereitet im Unterricht erscheint und einen dazu farblich passenden schneeweißen Pullover trägt? Bei 14:16 scheint es fast so weit. Aber so etwas geschieht russischen Gesangslehrerinnen nie. Da mögen in Schulen noch so viele Amokläufe passieren: In der Hölle werde ich bis zum Ende aller Zeit von einer russischen Gesangslehrerin zum Helden-Tenor ausgebildet werden.

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Magistrat und BILD gegen Occupy Frankfurt: Ekel-Alarm

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Das beste an Occupy Frankfurt ist bekanntlich, dass es immer noch da ist. Erstaunlicherweise scheint in unserer Mainmetropole des Weltoffenheitsschmonzes allein schon DAS als Provokation zu genügen, um den politisierten Campern den Garaus machen zu wollen. So nach dem Gestus: irgendwann muss ja mal Schluß sein mit der Weltoffenheit. Aber der Stadt ergeht es nicht anders als jedem anderen spießigen Liebhaber, der die, die ihn einst -trotz all ihrer Fehler-faszinierte, irgendwie loswerden will: eine Begründung muss her. Die Kritik an den Banken kanns nicht sein, denn die hat man ja kopfnickend begrüßt und für irgendwie bedenkenswert befunden. Die Gewaltkarte hat man schon während der BloccupyTage eher erfolglos gespielt. Die Occupisten geben eher Narrenkappen als Haßkappen ab. Also heißt jetzt die Exit-Linie: Du achtest nicht auf Dich…und die Wohnung sieht aus…das ganze schmutzige Geschirr….und dann diese Leute mit denen Du Dich umgibst…besser wir sehen uns eine Weile nicht mehr.

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Frühe Enttäuschungen (1-7)

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1. Innere Erfolge

„Innere Erfolge, ja. Doch was hat man von solchen? Geben einem innere Erungenschaften zu essen? Ich möchte gerne reich sein, in Droschken fahren und Geld verschwenden.“
Robert Walser, Jakob von Gunten

2. Mitfühlende Franzosen

„Wegen der Schwindelanfälle und dem häufigen Nasenbluten,das ich bekomme, wenn ich nicht mit hochgelegenem Kopfe schlafe, muss ich immer, wie Sie wissen ein sehr dickes Kissen haben. Als ich dieses unselige Kissen mitnehmen wollte, schien es, als wäre ich im Begriff, eine Liste von Staatsfeinden zu entwenden; man riß es mir aus den Händen und erklärte, daß ein Vorgehen solcher Art niemals geduldet werden könnte. Ich sage Ihnen, diese Dinge muss man erleben, um sie glauben zu können, und wenn einer erzählen würde, sie hätten sich in China zugetragen, so würden unsere zartbesaiteten Franzosen sofort ausrufen: Oh, diese Barbaren!“
Marquis de Sade in einem Brief an seine Frau über seine Überführung in die Bastille

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Oswald Metzgers Glück und Ende

Oswald_MetzgerFoto: Tilwe

Erinnern sie sich noch an Oswald Metzger? Umtriebiger Vortragender, “Wirtschaftsexperte”, gern eingeladener Talkshowgast, denn er traute sich als Grüner “unbequeme Wahrheiten” wie diese auszusprechen: “Viele Sozialhilfeempfänger sehen ihren Lebenssinn darin , Kohlehydrate oder Alkohol in sich hineinzustopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen.” Seinen eigenen Lebenssinn sah er hingegen darin, der Unternehmernahen “Initiative Soziale Marktwirtschaft” lohnende Lobbydienste zu leisten, Bücher über “Die verlogene Gesellschaft” zu schreiben oder einen einheitlichen Steuersatz von 30-35% für alle zu fordern, der durch “Subventionsabbau” gegenfinanziert werden sollte. Kurz: Metzger war als Sarrazin der Grünen ein viel zitierter Medienheld, bis es selbst den Grünen zu bunt wurde. Renate Künast forderte ihn 2007 “zur konsequenten Umsetzung seiner Rücktrittsgedanken” auf. Metzer, obwohl selbst ein großer Stigmatisierer vor dem Herrn, fühlte sich nun seinerseits von den Grünen “stigmatisiert”. November 2007 trat er aus, im Februar 2008 legte er sein Landtagsmandat nieder und trat im März 2008 flugs in die CDU ein. Klare Sache, denn Metzger war bei den Grünen Vertreter der schwarz-grünen Pizzaconnection, die sich im Bonner Edelitaliener “Sasella” zu treffen pflegte, um bei reichlich Kohlehydraten und Alkohol Strippen zu ziehen.
Bald aber mußte der bewährte Pizzaverschlinger und frischgebackene CDU-ler feststellen, dass sich die Medien für ihn als CDU-Mitglied nicht mehr sonderlich interessierte, da der Provokationseffekt fehlte, den er bei den Grünen einst besaß. Die Meldung: “CDU-Mitglied fordert weniger Steuern” hat den Informationswert von “Hund beißt Mann.”

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“Us” in the White House

Regina Spector with “Us” in the White House. In Honour of Jewish American Heritage Month. Obama and his beautifull wife listening. Regina is soo nervous under her locks. And Obama is so sympathetic…he seems to be one of Us. But he is not. He is one of the U.S. He, nobelprizewinner for peace, commands the little drones who killed thousands of (probably dangerous) people in the last years just like…that. “Oh, Man…this is hard. I don´t know how you do what you do.”

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Die Evaluation der Frankfurter Freien Szene-ein Gutachten mit Geschmäckle

Die “Evaluation” der freien Theaterszene Frankfurts durch die Experten einer “Perspektivenkommission” hat in der evaluierten freien Theaterszene für Empörung gesorgt. Die Frankfurter Presse hingegen überließ sich größtenteils dem ressentimentgeladenen Reflex (mit Ausnahme von Judith von Sternburg in der FR): Endlich hats denen mal einer gegeben! Denn es wurde festgestellt: die Szene hier folgt einer “veralteten Ästhetik” , sie ist “national und international nicht konkurrenzfähig”, wird von alten Zampanos aus den 70ern und 80ern dominiert, während die jungen Wilden ohne Häuser vor sich hin darben. Das muss anders werden: bei drei Theatern, dem Internationalen Theater, der Katakombe und dem Kellertheater legt der Abschlussbericht die Einstellung der Förderung nahe. Bei drei weiteren freien Theatern wird empfohlen, sie unter eine Art Kuratel zu stellen, wie wir das ja aus dem krisengeschüttelten Europa kennen, um ein neues Theater nach Berliner Vorbild zu gründen:

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Bewerbung als Wurstdesigner bei REWE

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Foto: Matt Dolibog

An
Rewe Markt Naumann GmbH
z.Hd. Herrn Naumann
Industriestr.6
35091 Cölbe
Frankfurt, 3.6. 2012

Bewerbung als Wurstdesigner

Sehr geehrter Herr Naumann,

auf Facebook bin ich auf ihr Anzeige aufmerksam geworden. Hiermit bewerbe ich mich um die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als “Wurstdesigner” im REWE-Markt in Cölbe. Ich bin von Jugend an kreativ gewesen, wie Sie in ihrer Anzeige vorrausetzen, habe den REWE-Markt stets als “serviceorientiert und marktfrisch gekannt” und Deutsch und Geschichte studiert. Außerdem hege ich schon lange nebenberuflich ein Interessen an Krakauern.
Der Großvater meiner momentanen Lebensgefährtin war ein bekannter Metzger, dessen Pfälzer Kalbsleberwurst ebenso wie sein Feinrippunterhemd mehrfach prämiert wurde.

Andererseits arbeiten einige meiner Freunde erfolgreich als GrafikdesignerInnen. Auch insofern spüre ich eine natürliche Affinität zum Wurstdesign, dem in diesem Bereich die Zukunft gehört. Ich denke hier z. B. an Aufschnitt in Form von lustigen Clowns-Gesichtern, Video-Tafeln, in denen ein interaktives, animiertes Schwein, den Kunden einlädt, dieses oder jenes Stück von ihm zu probieren, berührungssensible Wurstpellen u. a. Ich habe noch ein paar weiterführende Ideen, die ich Ihnen gerne im Verlaufe eines persönlichen Gespräches unterbreiten würde.Warum nicht mal eine ganze “Schlachtplatte”, die die zerstörte Frankfurter Altstadt wieder aufleben läßt?

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Lehrer-Prozentrechnen mit Nicola Beer

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Foto: Calculating Machine von Charles Babbage (1847)

Sie werden jetzt vielleicht fragen: WHO THE FUCK ist Nicola Beer? Nicola Beer ist von der fdp, aha, die Partei gibts ja immer noch, und seit dieser Woche ist sie sogar neue Kultusministerin hierzulande. Sie wurde in HR-Info befragt zur hessischen Schulpolitik, genauer zur Versorgung der Schulen mit Lehrern. Ihre Vorgängerin Dorothea Henzler, auch FDP, hatte als Zielvorgabe ausgegeben, die hessischen Schulen sollten bis 2013 “eine 105-prozentige Lehrerversorgung” erhalten. Sie werden vielleicht fragen: ja, warum das denn? “105 Prozent”, das ist ja wie bei den Wahlen in der DDR, das hieße ja….im Ende…wenn mans genauer betrachtet…. fünf Prozent mehr als hundert! Warum denn SO viele? Mit den fünf Prozent extra wollte die Landesregierung die Schulen in die Lage versetzen, auch mal einen Sozialpädagogen einzustellen oder Schwerpunkte zu setzen oder Krankheitsfälle aus zu gleichen und andere schöne Dinge. Nicola Beer hat nun klar gestellt, dass sie von den 105 Prozent nichts hält und zwar mit folgender Begründung: “Es kommt am Ende nicht so sehr auf die Zahl an. Eltern können mit 105, 104 oder auch 108 wenig anfangen, wenn vor Ort Unterricht ausfällt.

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Blind Dates 4.6.- 11.6.

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Montag, 4. Juni

Club Voltaire: 20 Uhr: Die international ausgerichtete Zeitschrift für Literatur & Kultur DRIESCH aus Österreich (Wien-Drösling) zu Gast in Frankfurt. Herausgeber der DRIESCH Haimo L. Handl, und der Frankfurter Autor Vougar Aslanov, der ebenfalls bei Driesch publiziert, lesen aus Ihren Werken vor. Die Autoren, auch die Autoren mit Migrationshintergrund, die ihre Werke für Driesch anbieten wollen, sind ebenso herzlich eingeladen.

Mittwoch, 6. Juni

19.30 Uhr Café Koz im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim: Heute ihr, morgen wir.Vortrag: Repressive Maßnahmen gegen Fußballfans – Experimentierfeld für Demos, Diskos und Datenbanken?
In einigen Städten verhängen Diskobesitzer gegen missliebige Personen Diskothekenverbote für die gesamte Stadt nach dem Vorbild von Stadionverboten. Ausreiseverbote wurden zunächst gegen Fußballfans angewandt, bevor sie massenhaft gegen Gegner des G8­Gipfels in Genua eingesetzt wurden. Die Datei Gewalttäter Sport ist Vorbild für andere sog. Gewallttäterdateien wie z.B. die “Datei Gewalttäter links”. Die Referentin Angela Furmaniak ist Rechtsanwältin und vertritt sowohl Personen aus dem politisch linken Spektrum als auch Fußballfans.

Donnerstag, 7. Juni

18 Uhr Mal Seh’n Kino, Adlerflychtstr. 6, Film: SUSHI – THE GLOBAL CATCH (OmU) (bis 13.6.)

Das kulinarische Phänomen der letzten Jahre – Sushi. Zu seinen Anfängen in Japan von Straßenhändlern angeboten, ist der globale Siegeszug der exquisiten Delikatesse heute nicht mehr aufzuhalten.
Was jetzt Massenware ist, erforderte einst nicht nur Kunstfertigkeit, sondern vor allem Zeit.

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Blockupy 19.5.: die größte Demonstration in Frankfurt seit Jahrzehnten

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Foto: merzmensch

Egal, ob es jetzt 20000-25000 (Polizei) oder 30000 (Veranstalter) Menschen waren, die am Samstag gegen die Sparpolitik von Troika, EZB und IWF durch die Stadt zogen: es war die größte und bunteste Demonstration seit Jahrzehnten. Dem Schreckensszenario, das die Polizei und die Medien entworfen hatten, wurde am Samstag die Luft rausgelassen. Den enormen Zulauf zur Demonstration konnten auch die fortwährenden Polizeikontrollen an Autobahnen, das Aussprechen von Aufenthaltsverboten und die Einkesselung von jeder Gruppe, die mehr als 20 Leute zählte, also all das, was die Vortage beherrscht hatte, letztendlich nicht verhindern. Noch am Samstag, also dem einzigen erlaubten Tag der erlaubten Demo, kontrollierte die Polizei Autofahrer auf den Stadtautobahnen A 661, 66 und 648 in Richtung Frankfurter Innenstadt. Schilder wiesen auf angebliche Baustellen hin, die Fahrspuren waren verengt worden. Die Baustellen waren in Wirklichkeit Blockupy-Kontrollpunkte. Busse und Kleinbusse wurden angehalten, kontrolliert und zur Umkehr ermuntert. Genützt hat das am Ende wenig. Während der Demonstration wurde den martialischen Polizeikorridoren immer wieder chorweise “Ihr macht Euch lächerlich!” zugerufen. Der friedliche Charakter der Demonstration hinderte die Polizei auch nicht daran, in einer ersten Stellungnahme nach der Demo von einigen hundert “Gewalttätigen” zu sprechen. Ein Polizeisprecher hatte bereits um 15 Uhr teilt der Nachrichten-Agentur mitgeteilt, unter den Demonstranten seien auch immer wieder potenziell gewalttätige vermummte Mitglieder der linken Szene gesichtet worden.Deren Aktivitäten : Zwei gezündete Böller und kleinere Rangeleien. Verletzten und Festnahmen gab es keine. Am Ende feierten zigtausende vor dem verbarrikadierten Bankenviertel in der Taunusanlage. Auf der Straße waren Attacler, Occupies, Linke, Gewerkschaftler, Autonome, die Grüne Jugend, Friedensbewegte, Tierrechtsaktivisten, Punks und “Normalos” zu sehen. Franzosen, Italiener, Spanier und Griechen demonstrierten zusammen mit den Deutschen. Die Mehrheit der Demonstranten dürfte unter 30 gewesen sein.

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Stephen Fry vs. Katholische Kirche

Die brillianteste neuere Rede gegen die katholische Kirche und uns papam Ratzinger, eine der besten neueren Reden ÜBERHAUPT ist von Stephen Fry. Unhaltbar und undenkbar in unseren verquatschten “Öfffentlichrechtlichen” oder den privaten Pubertätssendern: This is Old BBC, indeed. Wenn sich diese Kraft (im Sinne Wildes) gegen den heute herrschenden, ehemals englischen, nun mehr international style Wirtschaftsliberalismus empören würde, unter dem die Welt 2012 in my opinion mehr stöhnt als unter dem Joch der Katholiken: wer sollte ihr widerstehen? Aber vielleicht sehe ich nur selbst das so als kommunistischer Katholik (im Sinne Bunels).

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Kunstrapperbitches! (Für Max Hollein)

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“Absolute Schweine”: Die Deutsche Bank über die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank steht für ihr Verhalten während der Immobilienblase in den USA weiterhin im Rampenlicht der Ermittlungen. “Die Welt” berichtet in der Ausgabe vom Montag, den 30.4. über anstehende Verfahren. Pikant sind die Details. Anlageberater der Deutschen Bank jubelten zum Beispiel 2006 und 2007 der Bayrischen Landesbank amerikanische Ramschkredite in Höhe von 92 Millionen [...]

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Karfreitag/Andante con moto

Das Andante con moto aus dem Klaviertrio op.100 ist eine der letzten Kompositionen Schuberts u. eine der schönsten Bangigkeitsmusiken der Welt. Wird gerne immer wieder von einfallslosen Fernsehredakteuren genommen, um “schicksalhafte Verstrickungen auf hohem Niveau” auszudrücken. Also BBBBBeziehungen.
Ich liebe DIESE Live-Aufnahme mit unbekannten Interpreten auf youtube, bei der der Geiger am Anfang offenkundig uninteressiert auf seinen Einsatz wartet, während die beiden anderen “schon angefangen haben”: er wischt sich vorab den Schweiß ab, entfernt unsichtbare Fusel auf der Hose, betrachtet seinen Bogen . So treten Tod u. Schreckens in unseren Alltag ein: nebenbei.

Ich war heute beim “Karfreitags Kreuzweg” der Evangelischen und Katholischen Studentengemeinde Frankfurt. Wir liefen sieben Stationen hinter einem rot angemalten Holzkreuz her, auf dem peinlich sauberen und baulich beeindruckenden Unicampus Westend und im Grüneburgpark. An jeder Station wurde zuerst eine kleine Geschichte zum Ort erzählt, danach ein theologischer Bezug hergestellt und immer der gleiche hoffnungsspendende amerikanische Gospel angestimmt , zuerst nur von den Frauenstimmen (wg. Engelseffekt) , dann von allen.

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An der rheinischen Riviera

Heute mit zwei schönen Frauen in Eltville, Stadt der alten Welt. Ich laufe am Rollator wie eine glückliche Ente, einen unaufälligen Spritzer Blut am Schnabel. Kaum zu unterscheiden von den tausenden anderen Gästen an der rheinischen Riviera, die sich herausgeschält haben aus ihren Behausungen. Bald werde ich eine Treppe in einem gut beleuchteten Treppenhaus hinaufsteigen, [...]

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Video zum Pressegespräch über Bankers Babylon

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Bankers Babylon- ein Finanzspektakel der FGZ am 21.3. in der Naxoshalle

bb breit

Am Mittwoch, den 21. März, vermischen sich in einem großen drei Stunden Event in der Naxoshalle (Wittelsbacher Allee 29, Frankfurt/Ostend) ab 19 Uhr Wissenschaft, Theater und Musik zum Gesamtkunstwerk. Oder prallen brutal aufeinander: “BANKERS BABYLON” wird eröffnet, eine Reihe von Veranstaltungen und Web-Aktivitäten der FGZ gegen die Macht der Märkte in Frankfurt und anderswo.

Der Abend trägt den Untertitel-falls denn Abende Untertitel tragen können-: “Wie man Dinge möglich macht“. Der renommierter Soziologieprofessor, Attacberater und Gründungsmitglied des “Instituts für solidarische Moderne“, Klaus Dörre referiert über “Casino-Kapitalismus: Aufstieg, Fall und wundersames Überleben“. Frankfurter Rapper Florian Neeb und Mitglieder der Funk- und Hip-Hopband Klinsch liefern den urbanen Soundtrack dazu. Die Moonlightsisters beschwören in den provokanten Stadt-Gedichten des Ex-Titanicchefs Thomas Gsella die anzügliche Schönheit von Frankfurt und Bad Homburg (“Wo trägt man noch beim Vögeln Anzug?”) Das Theater Willy Praml führt

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Aufzüge meines Lebens (4): Randgruppenblues

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Ausgerechnet in Bad Homburg, wo sich ein Drittel der Verweilenden auf Krücken, mit Rollator oder Rollstuhl fortbewegen, sind die Aufzüge am Bahnhof außer Betrieb. Seit wann und für wie lange? Ein Blick in die öffentliche Ausschreibung lehrt: Fristbeginn Aufzugbau Bahnhof August 2011, Fristende Mai 2012. Für drei Personenaufzüge und zwei Lastenaufzüge. Ja, so ein Aufzug zu bauen, das braucht Zeit, und dann gar erst fünf Stück auf einmal. Vielleicht will die Kurverwaltung aber auch dafür sorgen, dass die Leute nicht flüchten können, damit die REHAbetten voll bleiben. Besser schaut die Situation nam Frankfurter Westbahnhof aus. Dort gibt es keine Aufzüge, und wo es keine Aufzüge gibt, kann man auch keine außer Betrieb setzen.Aus diesem schönen Anlaß mein Randgruppenblues, der allerdings davon ausgeht, dass es jemand bis zur Bordsteinkante geschafft hat:

Ich roll am Morgen zum Bahnhof

der Zug fährt ein.

Kein Mensch auf dem Bahnsteig

ich bin allein

Mein Bufdi hat verschlafen

hier steigt niemand aus

ich hab drei Minuten

sonst muss ich nach Haus

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North by Northwest

weisse_punkte

Eins
“Bevor ich etwas zu mir nehme, verlange ich, dass eine Identitätsprüfung gemacht wird.”
“Aber ich weiß, wer sie sind”.
“Wer bin ich denn?”
“Sie sind Herr Heise aus Karben.”
“Es gibt zwei: Der eine trägt eine Brille, der andere keine”.
“Sie sind Herr Heise, sie müssen das jetzt nehmen”.
“Nein, ich berufe mich auf mein Menschenrecht auf Verweigerung. Mein Körper ist vertauscht worden, ich verlange das das geprüft wird”.
“Wollen Sie etwas trinken?”
“Erst nachdem meine Identität überprüft wurde.Das ist nicht mein Körper. Das weiß ich doch. Meinen Körper kenne ich doch”.

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Die Freude der Nahrungsmittelspekulanten

Ein satirisches und höchst anschauliches Video über eines der finstersten Kapitel of modern finanzbuisness: die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern und sind unterernährt. Allein im Jahr 2010 stiegen die Nahrungsmittelpreise um ein Drittel und mehr als 40 Millionen Menschen wurden dadurch zusätzlich in absolute Armut gestürzt.Mit dabei as usual [...]

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German Angst und Zulu Wars

angst

Kürzlich wurde mir klar: Ich leide unter “German Angst”. Bekanntlich haben die Engländer und Amerikaner diesen Germanizismus in ihre Sprache übernommen aus keiner anderen Absicht, als um uns international lächerlich zu machen. “German Angst” bezeichnet die Vorliebe der Deutschen für irrationale Furcht vor Atomkatastrophen, Vogelgrippen, humanitären Bombenabwürfen, Liebesentzug, Falten und finanziellem Ruin.
Die Angelsachsen ihrerseits, insbesondere die Briten halten sich ihre Unverzagtheit auch in schwierigen Situationen zu Gute, wie dies exemplarisch ein Monty Python Sketch zu den “Zulu Wars” zeigt:

So viel Haltung ist bewunderswert, aber leider gehöre ich zu denen ohne dieselbige, zu den altmodisch Verzagten, denen mit, Verzeihung, Zukunftsangst.
Ich fürchte mich nicht allein davor, ein Bein zu verlieren, sondern zwei, bzw. alle.

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In Davos ist was los

Davos-Switzerland

Bekanntlich haben sich zur Zeit in Davos wieder einmal Berühmtheiten zum Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) versammelt: 2600 sind es dieses Jahr, mehr als je zuvor, darunter 1600 Topmanager und 60 Regierungschefs. Der Gründer des WEF, Klaus Schwab, zeigte sich im Vorfeld der Monsterveranstaltung selbst- und Kapitalismuskritisch:”Man kann durchaus sagen, dass das kapitalistische System in seiner jetzigen Form nicht mehr in die heutige Welt passt”, sagte Schwab der “Financial Times Deutschland”. Man habe es versäumt, die richtigen Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen. „Der Kapitalismus in seiner heutigen Form ist nicht länger das Wirtschaftsmodell, das die globalen Probleme lösen kann.“ Ein weltumspannender Geist der sozialen Verantwortung sei daher nötiger als jemals zuvor “Wir haben es nicht rechtzeitig geschafft, Regeln zu etablieren, um eine Pervertierung des Systems zu verhindern”. In seiner Begrüßung wies Schwab darauf hin, dass die Liste der globalen Risiken im Global Risk Report, der von 469 Experten erstellt wird, von Jahr zu Jahr länger wird. Dieses Jahr sind wir bei 50 Risiken angekommen, von denen sich viele ihrem „tipping point“ nähern, also dem Punkt, an dem sich entscheidet, ob eine Katastrophe eintritt oder nicht.

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Future starts so slow (für Apollinaire)


1.
Überstehe die eisigen Zeiten!
Ist ihre linke oder ihre rechte Gehirnhälfte stärker in welche
Richtung dreht sich die Ballerina?
Links Rechts
Klicke zuerst auf deine Sternzeichen
Anpassung KALKULIEREN!

Schließlich bist Du dieser alten Welt müde.
Hirte, o Eiffelturm, die Herde der Brücken blökt heute morgen.
Du hast es satt, in der griechischen und römischen Antike zu leben.
Hier sehen sogar die Autos aus, als wären sie uralt.
Die Religion allein ist völlig neu geblieben, die Religion

Ist einfach geblieben wie die Hallen am Flugplatz.
Ich habe heute morgen eine nette Straße gesehen – ihren Namen ver-
Neu und sauber, der Sonne heller Trompetenstoß war sie.

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Wulff ist kein possierliches Eis

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Wulff kaut. Er lernt werktags. Er ist kein Museum. Er friert. Er weint
links.
Wulff ist nicht standfest. Er kritisiert vehement den zweigeteilten
Konrad. Er glitzert. Er erduldet abends einen unscheinbaren Werktag. Er urteilt.
Er regiert nebenbei. Er schweigt. Er reift werktags. Er schneidet nebenbei eine
Giraffe. Er erkennt samstags ein sonderbares Kombinat. Er schlummert seitlich.
Er erntet die kurze Sabrina. Er ist kein rechtzeitiges Niveau. Er stoppt oft. Er
suspendiert vielleicht den Peter. Er segelt.

Wulff irritiert ein Drama. Er saniert seitlich die Gisela. Er vermengt
daheim eine Funktion. Er ist ein Tumult. Er signiert die Cassandra. Er wartet
nirgends. Er beliefert einmal die fremdartige Stefanie. Er tagt. Er erinnert
eine einheitliche Schminke. Er saugt oft. Er blutet meistens. Er ist ein Pack.
Er erpresst freitags einen Schreck. Er splittert gerne. Er summt heute.

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Maria und Josef auf Obdachsuche in Kronberg und Königstein

Wir tun hier mal etwas, wozu es nicht all zu oft Anlaß gibt: Die ZEIT loben. Redakteur Henning Sußebach hat eine Reportage geschrieben, mit der er das durch den eigenen Chefredakteur Di Lorenzo ramponierte Image der ZEIT glänzend rehabilitiert: “Maria und Josef im Ghetto des Geldes“. Er und die Schauspielerin Viola Heß zogen als obdachloses [...]

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Gleichenstein 2: Die Erle der Enthauptung

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(Das erste Kapitel lesen Sie hier)
“Aber Gräfin, Sie übertreiben. Ihr Sohn wird wissen, dass Sie bei mir sind und ihnen ein kleines Ständchen bringen wollen. Schließlich geht es auf Weihnachten zu.”
“Ein Ständchen?” Die Gräfin lachte kurz auf, ein bitteres Lachen, in das die sprechenden Hermeline ihres Mantels einstimmten, denn selten genug ergab sich für einen Hermelin die Gelegenheit, in ein bitteres Lachen auszubrechen. Also lachten sie herzlich und bitter mit der Gräfin, indes sich aber in ihr Lachen auch eine ganz eigene eigene Bitterkeit hineinschlich, dadurch bedingt, dass ihnen das bittere Lachen eben allzu selten vergönnt war und bald übertraf im weiteren Verlauf des Hermelinlachens dessen Bitterkeit die Bitterkeit des gräflichen Lachens bis die Gräfin rief. “Genug! Haben Sie nicht gehört, Gleichenstein? Heute morgen ist er aus der Heilanstalt entflohen, die Nachricht erreichte mich durch eine verletzte Brieftaube in der Kutsche, die mich zu ihnen führte…Wer weiß, was er ihr angetan hat, um zu verhindern, dass mich die Nachricht erreicht.”
Von und zu Gleichenstein nahm einen Vorderlader von der Wand und prüfte den Verschluß. “Nun ja, die Heilanstalt, Frau Gräfin. Das spricht nicht unbedingt gegen ihren Sohn. Einige meiner besten Freunde sind in der Heilanstalt, ich war selbst auch schon dort, alles sehr nette Leute…. hervorragende Wachtelleberpastete, die Mitternachtssonne …vielleicht wurde ihr Sohn einfach als verblüffend vorzeitig geheilt entlassen und wollte sie überraschen.”

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“Laßt uns über unsere Zukunft reden. Jetzt!” Ein offener Brief an Occupy Frankfurt

Wir haben Euer Papier “Laßt uns über unsere Zukunft reden!” wie andere Medien auch sofort auf unserer Site “Frankfurter Gemeine Zeitung” dokumentiert, weil das “occupy Frankfurt”- Label dranklebt.
Ich habe es heute zum ersten Mal gelesen und bin, wie soll ich sagen, a little shocked. Und zwar weil es sich um eine konventionell wirtschaftswissenschafliche Lesart des Themas handelt. Euer Text ist “Wirtschaftswissenschaft for Dummies”, ein Schnellkurs mit Grafiken, Literaturverweisen, mitgedachtem Powerpoint. Der Begleittext behauptet: “Ein zentrales Problem der gegenwärtigen Wirtschaftskrise ist die Komplexität der Sachverhalte und die generelle Unkenntnis über deren Zusammenhänge. ” Und Ihr verheißt dem “einfachen Bürger” wie dem “Bundestagsabgeordneten“, der nie so genau weiß, worüber er abstimmt, eine “Übersicht über Lösungsansätze, sowie die Zukunftswahrscheinlichkeit der Eurokrise und eine Analyse des Europäischen Bankensystems“. Das ist gut paternalistisch-aufklärerisch a la 18. Jahrhundert formuliert, oder im Newsspeak: “alles, was ist, ist nur ein Kommunikationsproblem” und wenn wir mehr von Betriebswirtschaft verstünden, wüßten alle, was zu tun ist. Erklär dem prekären Zelter vor der EZB und dem hochbezahlten Banker in der EZB die “Eurokrise” und sie werden erkennen, dass sie beide in EINEM Zelt sitzen.
Ihr fordert am Ende ultimativ: “Fange an Fragen zu stellen!” und das tue ich jetzt. Euer Paper fängt damit an, “die wirtschaftliche und finanzpolitische Situation der Eurokrise objektiv darstellen” zu wollen. Wieso?

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Blind Dates 14.12. – 20.12.

schlafmaske Dezember

Mi, 14.12.

20 Uhr, MS-Carmen Main: Frankfurter Autorentheater: “So” von Wolfgang Spielvogel. Eine Produktion zusammen mit dem Frankfurter Jobcenter. 25 Menschen, die arbeitssuchend sind, gehen auf die Bühne. Eintritt 12 Euro.

Do, 15. 12.

Club Voltaire 19.30 Uhr: Migranten-Selbsthilfeorganisationen in Hessen: Ihre Arbeit, ihre Erfolge und ihre Grenzen . Es gibt eine Vielzahl von Vereinen und Initiativen, zu denen sich Migranten in Hessen zusammengeschlossen haben. Wir wollen diese Vielfalt aufzeigen, und an Beispielen erfahren, was diese Organisationen konkret für Migranten, aber auch das Zusammenleben mit Deutschen in Hessen erreichen. Veranstalter: Forum für mehr Integration in Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire. Eintritt frei – Spenden erwünscht!

20 Uhr, MS-Carmen Main: Frankfurter Autorentheater: “So” von Wolfgang Spielvogel.

Frei, 16.12.

20 Uhr, Naxos, Willy Praml Theater: Wiederaufnahme von “Jesus d ámour”. Die weihnachtsgeschichte nach matthäus, markus, lukas und johannes. (Vorstellungen bis 23.12.)”mit bildern, die man so schnell nicht mehr vergisst, hat der regisseur ein krippenspiel inszeniert, das jede gehaltlos-flache weihnachtsseligkeit demoliert.”
FAZ . Außerdem: Heiliger Bimbam, Adventstheatermarkt

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Highlights im Kellertheater: Liederabend “Haymatlos” und David Lynchs “Eraserhead” im Filmbrunch

Am Wochenende (9.-11.12.) gibts gleich zwei Gründe ins Frankfurter Kellertheater, Mainstraße 2 zu kommen: Freitag und Samstag jeweils 20.30 Uhr gibts den seltsamen Migranten-Liederabend “Haymatlos” des Theaters Peripherie (mit dem geschätzten Phillip Haines) : “Kennen Sie Sossenheim? Oder das erste reinafrikanische Baby aus der Stadt eines berühmten Weißbieres? Wissen Sie, wem Saddam Hussein ähnlich sieht? [...]

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Nebelfreunde

Die toten Augen von Sachsenhausen. Foto: Freya Hartwig
Als ich heute nach Hause ging, lag dichter Nebel in den Frankfurter Straßen. Viele fürchten den Nebel, ich aber trinke ihn. Er erlöst uns vom gewöhnlichen Gesicht der Stadt. Und von unserem eigenen Gesicht. Ich bin ein Freund des Nebels. Es gibt Nebelfreunde und Nebelfeinde. Das bekannteste deutschsprachige Gedicht der Nebelfeinde stammt von Hermann Hesse. Es hat eine berühmte erste Zeile und lautet :

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

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Ich habe das Guttenberginterview nicht gelesen

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Letzten Donnerstag kaufte ich mir die ZEIT. Natürlich: ich hätte schon längst darüber schreiben müssen, weil es ist ja schon fast wieder Donnerstag, die nächste ZEIT steht vor der Tür wie der unausweichliche zweite Advent, aber ich habe es bis jetzt nicht über mich gebracht. Nun: ich brauchte die Zeit für die Trauerarbeit an der ZEIT, sie verstehen. Ich kaufte sie spontan bei einem Zeitungsverkäufer. Eine Caprice gewiss, vielleicht naive Sehnsucht nach dem “Qualitätsjournalismus” früherer Tage, egal, ich sagte zum Zeitungsverkäufer ohne lange nach zu denken: “Geben Sie mir eine ZEIT, bitte.” Er antwortete: “Die kostet aber vier Euro.” Das hätte mich warnen sollen. Schon in den alten Mythen und den modernen Horrorfilmen gibt es ja diese indirekten Wächterfiguren, die die Helden warnen. Nie werden sie verstanden und immer ist es vergebens. Ich gab dem Mann ungerührt das Geld, schlug die dicke Zeitung auf, unbekümmert, und dann sah ich IHN, auf S.1. Er war der Aufmacher, wie die Presseleute das wohl nennen, und was er aufmachte, war: das Grauen. Karl-Theodor ist zurück. Jener, der dereinst das Comeback der Brilliantine als Symbol von Brillanz einleitete, feierte auf vier Seiten sein eigenes: ungerühert, ungegelt, sogar Brillenlos. Brillenlosigkeit is the new brilliance, oder wie?

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Surrealistischer Filmbrunch (3): Das Sanatorium zur Todesanzeige

Sanatorium zur Todesanzeige

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Blind Dates 24.11.-1.12

schlafmaske november dezember

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Das ist der Virus

BKA
I.
Dies ist der Virus. Er sieht aus wie man sich in einem überkorrektem Traum eine Seite des Bundeskriminalamtes vorstellt. Tatsächlich behauptet er dies von sich selbst. Er taucht plötzlich auf wie ein Terrorist oder ein flüchtiger Bekannter. Hier, in meinem Zimmer auf meinem Bildschirm. Er sagt: “Es ist die ungesetzliche Tätigkeit enthüllt!” Illegale Software: Kinderpornographie, Sodomie, E-Mails terroristischen Inhalts. Die Sperre meines Computers dient dazu, meine illegale Tätigkeit zu unterbinden. Aber ich bräuchte nur 100 Euro zu überweisen, dann würde mein PC wieder freigeschaltet. Nur 100 Euro. Das ist das verlockende, die metaphysische Dimension:

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Blind Dates 11.11.-17.11.

schlaf ende nov

Frei 11.11.

17 Uhr, Frankfurt Rathenauplatz (nähe Hauptwache): DEMO von occupy:frankfurt Es ist auch Deine Stimme, die zählt! am weltweiten Aktionstag der Occupy-Bewegung (hier das internationale Event: ) Zur Anfangskundgebung möchten wir mit Euch zusammen “99%” aus Menschen mit Laternen und Kerzen auf dem Goetheplatz aufstellen und das Bild als Gruß aus Frankfurt zu anderen Occupados und in die ganze Welt schicken! Warum wir demonstrieren steht hier und hier und hier

Sa 12.11
ab 12.30 Umzingelung des Bankenviertels, Bündnis: Banken in die Schranken!
Treffpunkt Kaisersack. Siehe nebenstehenden Artikel.

Mampf: DENKERSKIND
Denkerskind, alias Till Schneider, der in alter Liedermacherart seine Lieder dem Publikum präsentiert, hatte sich 2010 eine Auszeit genommen und kommt nun nach eineinhalb Jahren wieder zurück auf die Bühnen. Lieder über Sehnsucht, Einsamkeit und Liebe wechseln sich ab; Lieder zum Nachdenken, die den Zuhörer sicher nachhaltig beschäftigen werden.Seine CD „Mehr als nur ein Wort“

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Breites Bündnis ruft für 12. November zur Umzingelung des Bankenviertels in FFM auf

Banken in die Schranken
“Banken in die Schranken” will am Samstag mit Unterstützung der 99% das Bankenviertel umzingeln; das obige Transparent wurde am Donnerstag am eisernen Steg aufgehängt. Ähnliches wird auch in Berlin passieren. Das Bündnis wird koordiniert von Attac, Compact. de u. den Naturfreunden Deutschlands u. wird unterstützt u.a. vom DGB, den Grünen, der Linkspartei, terre des Hommes, der katholischen Arbeitnehmervertretung u. dem Bundesverband der Migrantinnen. Die FGZ unterstützt den Aufruf, owohl die “Bankenumzingelung” ja nichts anderes ist als die gute alte “Menschenkette” auf indianerisch und als Aktionsform den Nachteil hat, dass die Beteiligten hauptächlich damit beschäftigt sind, zu bangen, ob genügend Leute zusammen kommen. Warum nicht stattdessen einfach alle Parkbänke im Stadtgebiet umzingeln-grade im Herbst? Nichtsdestotrotz : Höchste Zeit, dass sich die Old school des Protestes aus Linken, Grünen, Christen u. Gewerkschaftlern neben den manchmal ziellos lieben Occupisten zu Wort meldet. Außerdem hat sich für die Abschlußkundgebung Kabarretist Georg Schramm angekündigt. Also: wir umzingeln mit!
Und here comes the Aufruf

“Europa steckt in einer tiefen ökonomischen Krise. Weltweit sind zahlreiche weitere Länder von Ansteckung bedroht. Doch gerettet werden wieder nur die Banken, mit vielen Milliarden an Steuergeldern. Es drohen noch höhere Staatsschulden und weitere Sparprogramme zu Lasten der

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Mein schwuler Bruder und ich

Es kam der Tag, an dem die Wege meines Bruders und meine eigenen sich trennten. Wir liebten beide unsere Mutter. Immer schon schien es mir, dass sie ihn bevorzugte. Aber das war noch vor dem Umzug nach Mönchen-Gladbach. Danach konnte ich keinen Unterschied mehr feststellen.Das hat er auch gesagt: nach Mönchen-Gladbach war alles anders. Ich weiß bis heute nicht, warum. Wir waren unzertrennlich im Grunde. Ich hatte mir schon ein paar Gedanken gemacht, weil er keine Freundin hatte. Natürlich war es mit Beate für mich auch nicht immer einfach. Aber es war immerhin besser als gar nichts. Das habe ich ihm auch gesagt. Aber er wollte ja nicht. Er hat mir dann irgendwann gesagt, dass er nach Russland geht, zum Chor der Roten Armee. Nicht aus politischen Gründen, aber er wollte einfach mal etwas anderes ausprobieren, hatte ja auch diese wunderbare Singstimme. Ich sagte zu ihm: Du bist verrückt! Sei vorsichtig! Er wurde dann Held der Sowjetunion und ist Ende der 60er mit Chruschtschow oder so jemand aufgetreten, der dirigierte den Chor.

Mutter hat in Mönchen- Gladbach geweint vor Glück. Es war Weihnachten, als sie es im Fernsehen sah. Er sang etwas über dunkeläugige “Kosakenmädchen”. Ich hatte Mutter einen Birnenkuchen

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Surrealistischer Filmbrunch der FGZ im Kellertheater: Songs from the second floor

Songs From the Second Floor-
Diesen Sonntag (6.11.) zeigt die FGZ in ihrer surrealistischen Filmreihe im Kellertheater Frankfurt, Mainstr. 2 um 12 Uhr einen bitterbösen, absurd-komischen Film über die Wirtschaftskrise “Songs from the second floor” v. Roy Andersson.: scheiternde Geschäftsleute, sich geißelnde Büromenschen, Poeten in der Psychiatrie und Chor singende U-bahnbenutzer in Bildern wie Gemälden.. »Grandios, grotesk, einmalig.« (Kölner Stadtanzeiger). Eintritt frei, Brunch 5 Euro.

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Der Tod imitiert Sitcoms

Bekanntermaßen verkündete Oscar Wilde: “Das Leben imitiert die Kunst”. Man könnte hinzufügen: Der Tod imitiert Sitcoms. Jetzt ist im Netz eine (kurzlebige) amerikanisch Sitcom aus dem Jahr 1987 aufgetaucht, die in einem Sketch Gaddafis Tod für den 29. Juli 2011 “voraussagte”. St. Peter begrüßt ihn im Himmel und schickt ihn dann in die Hölle. Der [...]

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Blind Dates 3.11.-8.11.

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Do 3. 11

19.30 Uhr: Campus Bockenheim, Studierendenhaus “Festung Europa”: zur Situation in Lampedusa Ursula Schmidt berichtet über die Situation in Lampedusa und zeigt den Kurzfilm „Lampedusa – am Rande der Wahrnehmung”. Hagen Kopp (kein mensch ist illegal) informiert über die „Schiffe der Solidarität”, die im Frühjahr 2012 auf das Sterben von Boots-Flüchtlingen im Mittelmeer aufmerksam machen”. Veranstaltung im Rahmen der HÜLYA-TAGE: Gegen rechtspopulistische und rassistische Hetze. Gegen Diskriminierung und Ausgrenzung (30. Oktober bis 6. November 2011 / Studierendenhaus, Campus Bockenheim). Die „Hülya-Tage” mahnen an den von Neonazis verübten Brandanschlag in Solingen vor 18 Jahren, bei dem 5 Menschen starben, unter ihnen die 9jährige Hülya. In Bockenheim wurde 1998 zum ersten Mal mit dem Namen „Hülya-Platz” an ein Opfer neonazistischer Gewalt erinnert. Wir wollen sowohl die Auseinandersetzung mit den Neonazis als Täter als auch die Situation einer besonderen Opfergruppe – die der MigrantInnen mit und ohne Papiere – in unseren Veranstaltungen aufgreifen. Der Verein “Offenes Haus der Kulturen” (http://www.studierendenhaus-fuer-alle.de) knüpft mit diesem Projekt an der Tradition des Studierendenhauses an, in dem die Auseinandersetzung mit Faschismus, Rassismus eine zentrale Rolle spielte und spielt.

Frei, 4. 11.

19.15 Uhr: ivi, Kettenhofweg 130 Freiheit statt Frontex – Das europäische Grenzregime zwischen arabischem Frühling und Krise Offene Diskussion u.a. mit Helmut Dietrich (Forschungsgesellschaft Flucht und Migration; Berlin) / Marion Bayer (welcome to europe; Hanau) / N.N. (Collettivo Prezzemolo; Florenz) / Bernd Kasparek (Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung; Athen): Am 17. Dezember 2010 verbrannte sich Mohamed Bouazizi im tunesischen Sidi Bouzid. Mit seiner Tat löste er eine Welle von Aufständen, Revolutionen und Umstürzen aus, die nicht nur die arabische Welt verändert haben. Der Kampf um soziale wie auch politische Rechte in der arabischen Welt beinhaltete auch eine Infragestellung der

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Schmidt, Steinbrück und das Spiel der Könige

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Gelegentlich beweist der Weltgeist Sinn für Ironie. So als er Helmut Schmidt und Peer Steinbrück ein wenig die Partie vermasselte. “Zug um Zug” heißt der Titel des gemeinsamen Buches, Zug um Zug soll es gehen: die Inthronisation des Enkels, des Kanzlerkandidaten Steinbrück. Zwar an der Partei vorbei, aber wen kümmern in Zeiten der Gefahr schon die Parteien? Den Alten ohnehin nie viel. Und der 64-jährige Jungspunt hat auf die kürzlich gestellte Frage, ob er Sozialdemokrat sei, geantwortet: “ich bin Steinbrück”. Wer kann verlieren, wenn er den Spiegel, die FAZ, die Zeit und Günther Jauch im Rücken hat? Die wichtigsten medialen Windmaschinen hierzulande sorgen für immerwährenden Rückenwind. Das Szenario für das Buch aus Sicht der PR-Berater sah vermutlich so aus: Der weise Alte ist inzwischen bei Freund und Feind, bei Jung und Alt gleichermaßen akzeptiert aufgrund von staatsmännischer Gesamtperspektive, seiner den Jahren trotzenden Vitalität und einem neugewonnen Flair von Widerständigkeit wg. Rauchens in öffentlichen Räumen, in denen alle anderen klaglos nicht rauchen dürfen. Natürlich, damit noch kein zweiter Staufenberg, leider auch ohne Augenklappe, stattdessen mit Stock, aber immerhin: allgemein akzeptiertes Urgestein. Aus PR-Berater-Sicht auf einen 92jährigen heißt das aber auch: Er sollte Stock und Stab weitergeben, bevor er den Löffel abgibt. Noch zwei Jahre bis zur Wahl, aber, mmm, besser man beeilt sich a bissl. Das klingt herzlos, aber so funktioniert PR nun mal und eine hanseatische Kaltschnauze wie Schmidt versteht das sowieso. Steinbrück empfiehlt sich ja schon dem Namen nach als neues Urgestein und hat auch schon seine 64 Jahre diesbezüglich auf der Habensseite. Vor allem: er ist rechte SPD, also die, die mit allen können, außer mit der eigenen Partei wie Schmidt damals auch schon. Über das Motiv des Schachspielens kommt dann das persönliche mit rein, aber auch das politisch-strategische. Schach: das Spiel der Könige. Dazu passend läßt man im Herrenzimmer zweieinhalb Jahrtausende Geschichte vorbei ziehen und natürlich die großen Themen der Gegenwart: Abstieg der USA, Aufstieg Chinas, Europa gefährdet, aber Rettung durch Retter möglich. Nebenbei fallen viele große Namen im Gespräch, so als habe man mit allen schon gefrühstückt oder zumindest Schach gespielt: Nebukadnezar, Laotse, Talleyrand, Habermas… Wer fehlt in der Reihe noch? Na klar: Steinbrück. Und so sagt denn, nachdem

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Aufzüge meines Lebens (3): Verdammnis und Verständigungsprobleme

Abwärts fahrende Aufzüge haben eine metaphysische Komponente, wie man in dieser Filmszene aus “Barton Fink” der Gebrüder Cohen sehen kann. (Leider hier nur in einer Synchronisation durch den Vatikan). Der LIFTBOY ist ein alter, resignierter, versteinerter Mann, der auf die seltsame Frage des Aufzugsgastes, ob er die Bibel gelesen habe, ebenso seltsam zurückfragt: “Die heilige Schrift? Ich glaube schon.”

Das metaphysische des Aufzuges nimmt auch das folgende, völlig andere Video auf, ein kleines Musikvideo von Arcade Fire. Die Metaphysik hier rührt nicht nur von der Erwähnung der Bibel im Aufzug her (indessen übrigens in der Bibel leider nie ein Aufzug erwähnt wird), sondern ebenso von der Enge. Die aufzugsgemäße Enge spiegelt die Enge der Existenz. Man lebt mit vielen nebeneinander, zwangsläufig. Was tut man in dieser Enge? Man tut sich -im positiven Fall -mit anderen zusammen, klopft vergebens, aber rhytmisch gegen die Decke und zerreißt die Zeitung. Oder spielt ein

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Blind Dates 20.10.- 25.10.

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Do, 20. 10., 1
19.30 Uhr Saalbau Bornheim, Arnsburger Straße 24,(U 4, Höhenstraße) : Presse, Journalisten und die LINKE. Besichtigung einer Baustelle. Mit Tom Strohschneider – Journalist im ,Freitag’
, Berlin: Der Umgang mit ‚den Medien’ ist für alle linken Initiativen im Allgemeinen und für die Partei DIE LINKE im Besonderen schon prinzipiell schwierig: Man braucht sie einerseits als Medium zur Öffentlichkeit, andererseits kann die Linke keine besonders mitfühlende und solidarische Berichterstattung erwarten – zumindest von dem Teil der Presse nicht, den wir als ‚bürgerlich’ bezeichnen. Dazu ist der Abstand der Linken von einem ideologischen ’mainstream’ zu groß. Nicht wenige Konflikte in der LINKEN betrafen Verhältnis zur Presse – bis hin zum „Presseecho“ über den letzten Frankfurter Parteitag der LINKEN.Letzteres war dann auch für uns der unmittelbare Anlass, den Journalisten und Autor Tom Strohschneider für eine Problembeschreibung des Verhältnisses der Linken und der Medien einzuladen. Er selbst gehört ja nicht nur zu den Wenigen, die die LINKE im „Freitag“ fast
Woche für Woche journalistisch begleiten, sondern vielen mit seinem BLOG „Lafontaines
Linke“ einen linken Diskussionsraum zur Verfügung gestellt hat. Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen

19:30 Historisches Rathaus Seckbach: Seckbacher Bürger informieren: Kein weiterer Supermarkt!
Die Bürgerinitiative „Kein weiterer Supermarkt!“ lädt für Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in das Historische Rathaus Seckbach ein. An der Veranstaltung wird neben dem Leiter des Stadtplanungsamts der Stadt Frankfurt, Herr Dieter von Lüpke, auch Herr Christof Heun, Mitglied des Verwaltungsrats der Katholischen Kirchengemeinde Maria Rosenkranz als Gast und Gesprächspartner teilnehmen.

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Gleichenstein. Ein Schauerroman

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Friedrich von und zu Solz zugleich zu Gleichenstein ist sprachlos. Wie von tausend Teufeln gehetzt ist sein Kammerdiener in das selten geheizte Sarkophagzimmer gestürmt, rufend “Die Straußensteaks sind alle!” Danach: Lähmendes, lastendes Schweigen.
Schließlich murmelt der Graf: “Grade jetzt, da ich Frau von Trotta erwarte, die ihr drittes Bein abholen will…Machen Sie wenigstens ein Feuer an. Oder nein, holen sie mir das Schleudertrauma!” Der Kammerdiener verschwindet. Ein Gewitter zieht auf und mit ihm die angenehme Benommenheit des Schleudertraumas im Frühherbst.
Die Vorhänge der offenstehenden Fenster bauschen sich wie die Röcke der Tänzerinnen des spanischen Hofballets, die Phillip von Anjou vor Jahrhunderten durch die Tapetentür des Gleichensteinschen Schlosses zu beobachten pflegte, um der Öde des Erbfolgekrieges zu entgehen.
Und tatsächlich bemerkt von Gleichenstein, dass Frau von Trotta bereits im Raum ist. Wie hatte er sie nur übersehen können? War sie überhaupt da? Oder war sie nur eine Fata Morgana?

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“No more ISlave”: Steve Jobs ist tot.

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Steve Jobs Herz hat aufgehört zu schlagen und die Netzgemeinde badet in einem Meer virtueller Tränen. Auf facebook wird eine hour of silence in all social media networks ausgerufen: eine ganze Stunde lang KEIN Facebook & Co. , um seiner zu gedenken. Das ist wahre Selbstkasteiung. In so einer Stunde kommen einem komische Gedanken: z.B., dass Steve Jobs einfach so an Krebs stirbt, während die Arbeiter der chinesischen Firma Foxconn, in der Apple und Co für ein Appel und ein Ei produzieren lassen, Erklärungen unterschreiben mussten, dass sie trotz der mieser Arbeitsbedingungen keinen Selbstmord begehen. 13 Selbstmorde und 4 Selbstmordversuche von Arbeitern waren dem 2010 vorangegangen. Dann wurde eine Psychologenhotline eingerichtet und die Löhne leicht über den gesetzlichen Mindestlohn angehoben. Apple lobte daraufhin dass Untrernehmen. Viel geändert hat sich aber offenbar nicht: Bei der Eröffnung der neuen Appleläden in Honkong protestierte die Initiative Students and Scholars Against Corporate Misbehavior (Sacom) gegen die Arbeitsbedingungen bei Foxconn unter dem Slogan: “No more ISlave” und präsentierte eine Studie mit brisanten Einzelheiten.

Während ihrer zehnstündigen Schicht haben die Arbeiter keine Stühle, auf die sie sich setzen können. Machen Sie einen Fehler bei der Produktion müssen sie eine Selbstkritik schreiben, die mit ihrem Foto zur Warnung der Anderen öffentlich ausgehängt wird. Wenn die Arbeiter nicht funktionieren, droht das Management, sie durch Roboter zu

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Blind Dates 6.10.-12.10.

blind dates JuliDo, 6. 10.

Club Voltaire 19.30 Uhr: Diskussion mit Aristide Ngoula Lapah und Sinclair Timo Fokou (Association des Bamboutos du Hessen e.V., ABH): Tiefverwurzelte traditionelle Regelwerke, unbekannte Sozialgefüge oder Sprachenvielfalt sind nur einige der soziokulturellen Phänomene, denen Akteure der Entwicklungszusammenarbeit täglich begegnen. Nicht selten stellen diese Besonderheiten des Partnerlandes die Umsetzung von Entwicklungsprojekten vor große Herausforderungen. Der Vortrag und die anschließende Diskussion widmen sich der Frage, wie soziokulturelle Phänomene in Projektplanung und -umsetzung mitgedacht, entkräftet bzw. genutzt werden können. Wie kann erfolgreich reagiert werden, wenn soziokulturelle Faktoren die Umsetzung eines Entwicklungsprojektes erschweren? Welche Bedeutung hat die aktive Einbindung soziokultureller Schlüsselfaktoren für die Nachhaltigkeit der umgesetzten Vorhaben?

Frei, 7. 10.

Klosterpresse im Frankensteiner Hof, 20 Uhr: Buchvorstellung: Dr. Horst Brühmann (Frankfurt a.M.): Die neuen Mythen des Alltags von Roland Barthes. Horst Brühmann hat im letzten Jahr eines der berühmtesten Bücher der letzten Jahrzehnte, die “Mythen des Alltags” von Roland Barthes, neu übersetzt und erstmals gemäß der 1957 veröffentlichten französischen Erstfassung komplett zugänglich gemacht. Die deutsche Ausgabe von 1964 enthielt vom 1. Teil nur 19 Texte; die Neuausgabe des 1. Teils ist nunmehr mit 53 Texten fast dreimal so umfangreich. Einige Titel der neu übersetzten Texte: “Die Welt des Catchens”, “Der Arme und der Proletarier”, “Spielsachen”, “Wie Paris nicht unterging”, “Der Jet-Man”, “Ornamentale Küche” und “Astrologie”. Ort: Klosterpresse im Frankensteiner Hof, Paradiesgasse 10, Frankfurt/Sachsenhausen http://www.klosterpresse.de/ Veranstalter: Philosophisches Kolloquium: Kritische Theorie/Klosterpresse

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Liebe Piratenbashende Mely Kiyak!

ich schreibe normalerweise keine Artikel in Form von öffentlichen Briefen an fremde Leute, weil das doch irgendwie eine merkwürdig übergriffige Art ist: so zu tun, als würde man den anderen adressieren, während man doch in Wirklichkeit immer an die eigenen Leser denkt, die sich befriedigt denken sollen: na, die oder der hats DENEN aber mal wieder gegeben! Aber der Franz Josef Wagner macht das für die BILD schon seit 10 Jahren und Sie machen ihm das seit geraumer Zeit nach für die Frankfurter Rundschau , nur das die anders als beim Wagner für die sich denkend dünkenden Menschen ist, also für die im Nordend, und das gibt dann immer so eine schöne, persönlich klingende Kolumne und schreibt sich schnell weg und deshalb mache ich das jetzt Ihnen nach. Denn neulich, in der FR. vom 1-3. Oktober, las ich so einen Brief von Ihnen, überschrieben mit “Liebe Politpioniere”. Das klang ein bisschen nach alter DDR, meinte aber die siegreiche Berliner Piratenpartei. Ihr Brief hat mich richtig bewegt, obwohl ich kein Mitglied dieser Partei bin und sie noch nicht mal gewählt habe. Bei der Lektüre aber ging es mir wie Ihnen bei der Lektüre der, wie Sie sagen, “zehn Thesen zur Netzpolitik der ungelüftet Internetsüchtigen”, nämlich so: “Wenn ich sage, es hat mir die Nackenhaare aufgerichtet, dann wäre das zu wenig, sie standen wie Betonpfeiler ab.”
Sie, liebe Mely Kiyak, begannen schön bei sich: “Ich sah ein Gruppenfoto, das die Piratenfraktion aus Berlin zeigte. Undiplomatisch und sexistisch wie ich bin, spreche ich es aus: Das war eine Ansammlung von zotteligen Typen. Schwammige Figuren, ungesunder Teint, hässlich, mein Gott, da ist ja nichts dabei. Man roch die vermieften T-shirts regelrecht.” Das folgte dem inzwischen sehr beliebten Gestus : “Das muss man doch sagen dürfen”, von dem ja auch der Sarrazin zehrt. Aber mal ganz undiplomatisch gesagt, liebe Mely Kiyak: Mir stieg bei Ihrem altmodischen Wort “zottelig” ein anderer Geruch in die Nase. Der abstoßende Mief des Journalismus von vorvorgestern. Hatte die Presse nicht exakt so einst über die frühen Grünen geschrieben, damals in den 80ern? Oder noch früher in den 60ern über die “zotteligen, ungewaschenen” Studenten?
Aber, mein Gott, heute im Jahr von 2011 funktioniert dieses Ekelbashing eben immer noch.

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Ubs, i did it again!

Nachdem ja alle Politiker und Banker lange und ausgiebig über die Bankenkrise nachgedacht haben, Besserung gelobten  und sich sicher sind, dass so was nie,nie wieder vorkommt wegen der ganzen super  ”Sicherungsmechanismen” lesen wir heute: Ein Aktienhändler der Schweizer Großbank UBS hat 2 Milliarden Dollar Bankvermögen im Wertpapierhandel verzockt und wurde jetzt verhaftet. Er ist 31 Jahre alt. Träumt davon nicht [...]

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Das Griechenland Deutschlands

Es gibt Filmkritiker, Musikkritiker. Theaterkritiker und jetzt auch “Eurokritiker”. Über die Parteimitgliedschaft der ersteren ist wenig bekannt, die letzteren gehören meistens zur FDP.  “Das Griechenland dieser Welt sind die USA” hat der Eurokritiker u. FDP-Politiker Frank Schäffler gesagt. Mag sein, aber ist das Griechenland Deutschlands nicht die FDP, die sich ihrer geordneten Insolvenz hartnäckig verweigert? Frank [...]

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Nazis als Grillmeister

Vor einem Thinghaus der NPD in MeckPomm hat eine Reporterin einen Grill mit Aufschrift “Happy Holocaust ” entdeckt. Darauf angesprochen sagte der NPD-Abgeordnete Köster: “Vielleicht nimmt da jemand die politischen Repressalien in diesem Land ein bisschen auf die Schippe. Aber das hat sich auch die politische Klasse zuzurechnen, weil hier Meinungen unterdrückt werden”. Wie schön [...]

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Blind Dates 14.9.-20.9.

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Mi, 14.9.

Mampf: ROBERT KAISER (p,voc) – Barrelhouse-Blues -

Das Bett ab 20 Uhr: Capillary Action ist das Baby von Songwriter Jonathan Pfeffer und wurde bereits in den USA von Pitchfork und All About Jazz bejubelt. Mit Hilfe seiner außergewöhnlichen Band und teils mit Orchester verbindet Jonathan Pfeffer Freejazz-Bläser, Neue Musik und brasilianische Rhythmen mit dem Furioso des Mathrocks und der Zugänglichkeit des Artpops. Eine einzigartige Soundforschung mit herrlich vertrackten Schüben voller Emotionalität, über denen die düster-einnehmende Stimme von Pfeffer thront. Eintritt: 11 €

Do, 15. 9.

19.30 Uhr, Club Voltaire: Christentum, Islam und Judentum – Gleichberechtigte Partner für erfolgreiche Integration(?)Als Bundespräsident Christian Wulff im Oktober 2010 sagte, dass neben dem Christentum und dem Judentum inzwischen auch der Islam zu Deutschland gehört, löste dies eine intensive Debatte aus. Wir wollen jetzt, knapp ein Jahr später, eine erste Bilanz ziehen und Perspektiven diskutieren. Denn auch wenn die Religion nicht überbetont werden sollte, stellt sie einen wichtigen Teil der Identität von Menschen – mit oder ohne Migrationshintergrund – und ihres Zusammenlebens auch in Deutschland dar.

Ponyhof The Pleasants (Amanda Rogers) Folk Rock / Indie. Einlass: 21 Uhr

Fr. 16.9.

20.30 Uhr Kellertheater Frankfurt: Helges Leben, Theaterstück v. Sybille Berg. Regie: Bettina Sachs. Die Menschheit hat aufgegeben. Die Tiere haben das Kommando übernommen und pflegen ein zivilisiertes Dasein. Dazu gehört gepflegte Unterhaltung. So lassen sie sich »Menschen-Shows« vorführen, um zu erfahren

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Sehnsucht nach Roland Koch

In unruhigen Zeiten wie diesen, da man sich Politikerdressmen a la Philipp Rösner anhören muss, kann es schon einmal passieren, dass man sich nach den guten alten Charakterschurken der Politik zurücksehnt, die Helmuth mit Vornamen heißen oder eben Roland Koch. So las ich vor einigen Monaten mit einem staunenden und einem weinenden Auge in der [...]

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Der berühmte psychoanalytische Klavierwettbewerb in Moskau

Männer und Frauen auf dem berühmten “Psychoanalytischen Klavierwettbewerb” in Moskau. Sie spielen “Tränen” und “Ostern” für zwei Klaviere von Rachmaninoff.

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Haunted Housings

Verlassene verfallene Häuser bewohnen die Geister ihrer ehemaligen Bewohner. Dieser Satz funktioniert in beide Richtungen. Die Fundstücke, die sie enthalten, Überreste eines zerschnipselten, zerstörten Lebens, zeugen von ihrer Anwesenheit. Meist sind es “viktorianische” Häuser, so als hätte diese Epoche das Unheimliche für sich gepachtet, weil sie so viel verbarg: ein Gewinst von falschen Burgzinnen, trüben [...]

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Der Natoeinsatz in Libyen: ein Debakel

Gaddafi beim Treffen der G8-Staaten Juli 2009: v.l. n. r. Berlusconi, Sarkozy, Obama, Medievev, UN-Geralsekretär Ban-Ki Moon u. himself

Der monatelange NATOeinsatz in Libyen brachte einen erwartbaren Sieg für die Rebellen und die Niederlage des Gaddafi-Regimes. Auf der humanitären Seite sieht es weniger positiv für die NATO und die Bevölkerung aus: nach Angaben der Rebellen gab es in diesem Krieg bislang ca. 50 000 Tote. Allerdings wurde diese enorme Anzahl von Toten in den hiesigen Medien nur unter “ferner liefen” erwähnt. Oder ist Ihnen diese Zahl irgendwo inmitten der unzähligen Artikel über Libyen in großen Lettern auf S.1 begegnet? Mir nicht. Außerdem sind die Opfer der NATO-Luftangriffe offenbar nicht mit eingerechnet worden- warum nicht? Vom März bis zum 24. August flog die NATO laut eigenen Angaben zum Schutz der Zivilbevölkerung” 20262 Lufteinsätze, teilweise waren es 97 Einsätze in 24 Stunden. Von ihnen waren 7587 Bombeneinsätze. Darunter laut Wikipedia zum Beispiel die Bombardierung einer Fabrik in Brega, in der Wasserrohre für die Wartung und Reparatur des “Great man made River“- Projektes, des weltweit größten Projektes zur Wassserversorgung der Bevölkerung, hergestellt wurden oder drei Satellitenanlagen des Libyschen Fernsehens, um wie NATO-sprecher Roland Lavoie sagte: „Gaddafi daran zu hindern, mit Hilfe des Fernsehens Zivilisten zu terrorisieren“, was die Frage aufwirft, ob der irre Diktator in der Stunde der Not vielleicht Sendungen von RTL 2 ins Programm genommen hat. Wie viele Tote diese siebeneinhalb tausend Bombenabwürfe gefordert haben, gibt die NATO nicht bekannt und scheint

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Blind Dates 1.9.- 11.9.

schlafmaske September 2011

1. 9.
Gewerkschaftshaus , Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, 18 Uhr
Prof. Dr. Werner Ruf, Politologe und Friedensforscher Uni Kassel
Die arabischen Revolten – gehen sie uns etwas an?
Niemand hatte damit gerechnet, dass die verlässlichsten Freunde des Westens in Nordafrika binnen weniger Wochen von ihren Völkern gestürzt würden. Die Ursachen für die Revolten, soziales Elend, Perspektivlosigkeit, brutale Unterdrückung waren jedoch seit Jahren bekannt. Und sie waren und sind auch Folgen westlicher Politik – allen voran die EU: Die Assoziierungsabkommen mit diesen Ländern waren Instrumente zur neoliberalen Eingliederung ihrer Ökonomien in die Kapitalverwertungsstrategien des Nordens, die Rhetorik über Menschenrechte und gute Regierungsführung dienten der Kaschierung ihrer Interessen. Gerade in Tunesien und in Ägypten waren die Gewerkschaften Träger der Umstürze. Nun stellt sich die Frage, wie die politisch erkämpfte Souveränität umgesetzt werden kann in selbst bestimmte Modelle des wirtschaftlichen und sozialen Aufbaus. Dieser wird nur gelingen, wenn auch die fortschrittlichen Kräfte in Europa den Wandel in Nordafrika unterstützen, um durch einen Zuwachs an sozialer Gerechtigkeit den Frieden vor Europas Toren zu sichern.

2. September:
19.30 Uhr Faites vos Jeux, Klapperfeld. »Europa als Staat – linke Kritiken, linke Politiken« – Diskussionsveranstaltung zur Book-Release-Party
: Anfang September erscheint das Europa-Buch von JungdemokratInnen/Junge Linke, das die EU aus verschiedenen Perspektiven einer radikaldemokratischen Kritik unterzieht. Nach einer theoretischen »Wurzelbehandlung« zu Beginn, geht es u.a. mit Grenzen, Bildung, Arbeit, Migration, Datenschutz und Lobbyismus weiter. Der Hintergrund des Buches ist, dass wir (wie auch andere) in

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Wunsch, Indianer zu werden, inmitten weiterer Wünsche

  Ich traf nie einen reichen Mann, eine reiche Frau mit der geringsten EIGENEN Vorstellung von Schönheit. Also gilt Wildes Auftrag, Schönheit zu verbreiten dem gemeinen Mann, der gemeinen Frau, trotz “Skifahren für Manager” und “Afterworkführungen”. Er, der in den Saloons des Wilden Westens Vorträge hielt, ohne erschossen oder korrumpiert zu werden, ah, wäre er [...]

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Milliardäre, kämpft für Eure Besteuerung! (For Waren Buffet)

american

Während sich die Teapartyleute in USA weiter begeistert aufs kalte Buffet stürzen, um zu feiern, dass sie Steuererhöhungen für die Superreichen verhindert haben, ist der drittreichste Mann der Welt, Waren Buffet, (o .k., o.k., schlechter Scherz, denn der wird gesprochen mit “a”) der Ansicht, er und die Seinen seien “zu lange vom Kongress verhätschelt worden“. “Unsere politische Führung hat zum ,gemeinsamen Opfer’ aufgerufen, mich dabei aber verschont. Während die Armen und die Mittelschicht für uns in Afghanistan kämpfen und zahlreiche Amerikaner sich bemühen müssen, mit ihren Mitteln auszukommen, profitieren wir Megareiche weiterhin von außergewöhnlichen Steuervorteilen”, schrieb er in der New York Times. Wer außer einem ideologisch und praktisch besoffenen Republikanern wollte ihm da widersprechen? Wir jedenfalls nicht, denn wir wissen über die von Buffet gezahlten Steuern auf jeden Fall nicht so viel wie er selbst. Buffet rechnet vor, dass er im letzten Jahr nur 17,4 Prozent Steuern auf sein Vermögen bezahlt hat, ein Steuersatz von dem, wie er selbst sagt, seine Angestellten nur träumen können. Die Steuersätze der 20 Angestellten seines Büros zum Beispiel lägen zwischen 33 und 41 Prozent und er besitzt im Unterschied zu ihnen ca. 50 Milliarden US Dollar. Buffet hat auch ein Argument parat für die ewige Leier von “höhere Steuern für die Reichen gefährden Arbeitsplätze”. In den 80ern seien die Reichen in den USA viel höher besteuert worden als heute, die Arbeitslosigkeit sei trotzdem viel geringer gewesen. Buffet schlägt deshalb vor, die Steuer für Einkommen über eine Million anzuheben, die über 10 Millionen sogar drastisch.
Die wirtschaftsfreundliche Presse und die Liberalen hierzulande, die sich dem Slogan “Sparen, Sparen, Sparen und immer an die Millionäre denken!” verschrieben haben, melden das weitestgehend unkommentiert und eher leicht

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Blind Dates 17.8.- 21.8.

lange nachtDi, 17.8.
17 Uhr. Frankfurter Architektursommer: Begehung des Campus Bockenheim vom Depot/Universitätsbibliothek bis Georg Voigt-Straße.
Treffpunkt : Büro Joran & Müller, Gräfstr. 79
Erläuterungen der historischen Schichten der Bebauung und der damit verbundenen Geistesgeschichte vor allem der F. Kramer-Zeit und der 1960er und 1970er Jahre. Besichtigt

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Horowitz mit Schubert in Moskau


Ein Schubertimproptu mit dem alten und jungen Gott des Klaviers, Horowitz. H. hatte Russland 1925 verlassen, wg. der bösen Bolschewiki: Er musste in Kinosälen und wie Wikipedia weiß “vor proletarischen Bauern in Gasthöfen” spielen u. hatte doch als Kind dem großen Scriabin vorgespielt. Ich habe auch mal gehört, dass die Bolschewiki sein Klavier im Elternhaus zum Fenster rauswarfen, wie sich das damals für echte Bolschewiki gehörte. H. emigrierte 23jährig nach Berlin, dann nach Paris, und als die Nazis kamen, in die USA. Er wurde dort Freund des großen anderen russischen melancholischen Musikemigranten, Rachmanninoff.

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Eine Presseerklärung der Frankfurter Bauaufsicht

Der Bauaufsicht Frankfurt liegen zahlreiche Beschwerden über Frankfurter Baustellen vor. Insbesondere hat sich wohl der Eindruck eingestellt, sie würden sich in letzter Zeit unkontrolliert vermehren. Dazu ist zu sagen: Bauliche Aktivitäten sind ein Zeichen positiver Veränderung und wirtschaftlichen Wachstums und dienen darüber hinaus oftmals der Behebung von städtebaulichen Missständen. Zahlreiche Baustellen im Sommer sind durchaus etwas normales und häufig auch beliebt.

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Das Attentat und die Medien

Der Attentäter

Der Attentäter von Norwegen : Fiktion (l.) und Realität (r.)

Fast wäre das Attentat in Norwegen an mir “vorbeigegangen”. Ich war für eine Woche in Urlaub ohne Zeitungen und ohne Netz. Erst zwei Tage nach dem Attentat las ich auf Spiegelonline über das Attentat und den Attentäter, einen Norweger der aus Abscheu vor dem “Kulturmarxismus” und der liberalen Politik seiner Regierung gegenüber Migranten, insbesondere Moslems im Regierungsviertel gebombt und ein Blutbad in einem Jugendlager der norwegischen Sozialdemokraten angerichtet hatte. Am Tag danach fuhr ich von Leipzig nach Frankfurt, hörte einen Popmusiksender und wunderte mich, dass in keiner der halbstündigen Kurznachrichten von den Motiven des Attentäters die Rede war. In den längeren Berichten der Infosendungen wurde durchaus darüber berichtet, aber nicht in den Kurznachrichten , die auch die Masse der politisch Uninteressierten hört.Weder wurde die Begründung für die Tat erwähnt, noch dass das Sommercamp von der sozialdemokratischen Partei veranstaltet wurde.Es war lediglich von einem “Sommercamp für Jugendliche” die Rede. Jeder Sender betreibt “selektive Wahrnehmung”, das ergibt sich schon aus Gründen der Zeitökonomie. In vier Minuten gibt es nur “das wichtigste”, bzw. das, was die Nachrichtenredaktion dafür hält. Offenbar gehörten die Motive des Täters nicht dazu. Ich behaupte: hätte ein “Islamist” diese Tat begangen, hätte man genau dieses Wort als Marker in den Kurznachrichten verwendet oder von einem “islamischen Hintergrund” gesprochen, um dem Zuhörer die Einordnung zu geben. Hier hingegen wurde nicht von einem “Antiislamisten”, einem “antiislamischen

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Die Prinz kriegt den Schweinehirten: Das Sommermärchen ist wahr geworden.

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Das Sommermärchen ist wahrhaft wahr geworden und die Japanischen Frauen sind Weltmeister geworden. Dies gilt, obwohl ihr Medienmenschen, Werbepartner und deutsche Fußballexperten noch immer Vuzuellahaft rumtrötet, dass man Euch in dieser “schönen WM”, die “stimmungsmäßig gut” war und “den Frauenfußball voran gebracht hat”, das “Sommermärchen II” verweigert hätte, nämlich den Titel für die “Deutschen Frauen”. Dies aber zeigt 1. schlechtes Gedächtnis (verzeihlich) 2. mangelnde Kenntnis von Märchen (unverzeihlich). Denn 1. wurde die MännerWM in Deutschland deshalb zum Sommermärchen, weil die Klinsmannschen Mannen viel besser gespielt haben, als man es von den landeseigenen Rumpel(stilzchen)fußballern zuvor erwartet hatte. Die Deutschen Frauen hingegen gingen ruhmbekränzt in diese WM…ihr Sieg hätte nichts überraschendes gehabt, es wäre das zu erwartende gewesen, noch dazu als Fortsetzung eines Männermärchens, und Fortsetzungen sind meist mieser als Teil 1. Damit kommen wir zur Märchenlogik: Kriegen in den Märchen etwa die haushohen Favoriten am Ende den Pokal? Nein, die Prinz kriegt den Schweinehirten und Aschenputtel kriegt den Prinzen, mögen sich ihre beliebten und attraktiven Schwestern Solo und Hope noch so sehr in die engen Fußballschuhe hineinzwängen.

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Kandidatencheck: Steinbrück vs. Osnabrück

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Gilt beim Spiegel bis heute die Devise: “A bissl Hitler geht immer” , so scheint dies seit einiger Zeit ergänzt worden zu sein um: “Man sollte immer ein bisschen Steinbrück im Haus haben”. Kaum eine Woche , ohne dass er, mehr Quadratschädel als Querdenker, dort präsentiert, porträtiert oder zitiert wird. Dies gilt ähnlich für andere Quaaaalitätsmedien wie die Rundschau, FAZ,TAZ oder BILD. Dahinter steht immer die Frage: Ist er DER AUSERWÄHLTE, auf den die SPD, “die Deutschen” und Steinbrück selbst schon so lange hoffen? Um der Frage auf den Grund zu gehen machte Spiegel Online neulich sogar den direkten Vergleich zwischen der Bundeskanzlerin und dem einfachen Abgeordneten Steinbrück auf und labelte das zwei Jahre vor der Wahl als “Kandidatencheck“. Und siehe da: Steinbrück schnitt unverblüffenderweise nicht schlecht ab. Wir aber fragen: Ist die zermürbte Merkel momentan wirklich ein ernstzunehmender Vergleichsparameter? Wir schlagen daher einen ernsthafteren Gegner vor, um das Potential auszuloten: Osnabrück, die sympathische Friedensstadt im Niedersächsischen. Schauen wir uns die Kandidaten genauer an :

1. Führungsstärke

Angeblich Steinbrücks große Stärke: “Steinbrück ist jemand, der klare Vorstellungen hat, was er will”, schreibt das Nachrichtenmagazin. Was er will, weiß zwar eigentlich keiner, das kann ja auch schon mal wechseln, man muss das nicht so eng sehen…. Hauptsache alle wissen, DAS er was will, denn das macht ja Führungsstärke aus. In der

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